Welche Beispiele gibt es für Ranker?

Rankgewächse: Vielfalt, Pflege & Kletterhilfen

17/10/2024

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Rankgewächse sind eine faszinierende Gruppe von Pflanzen, die sich durch ihre einzigartige Kletterstrategie auszeichnen. Anstatt sich selbst zu tragen, nutzen sie sogenannte Ranken, um sich an Strukturen festzuhalten und emporzuranken. Diese Fähigkeit macht sie zu idealen Kandidaten für die Begrünung von Fassaden, Pergolen und Zäunen, wo sie nicht nur optische Akzente setzen, sondern auch wertvollen Schatten spenden können.

Welche Beispiele gibt es für Ranker?
Die bekanntesten Rankgewächse sind der Echte Traubenwein und seine Verwandten: Die Wildreben und der Wilde Rankwein. Auch der Wilde Mauerwein Parthenocissus quinqefolia bildet Ranken aus, ebenso einjährige Kletterpflanzen wie Schönranke, Duftwicke und Passionsblumen.
Inhaltsverzeichnis

Was sind Rankgewächse und wie funktionieren ihre Ranken?

Rankgewächse, oft auch als Kletterpflanzen bezeichnet, sind Pflanzen, die spezielle Organe, die Ranken, entwickeln, um in die Höhe zu wachsen. Diese Ranken sind in der Regel modifizierte Sprossachsen, Blätter oder Blütenstände, die sich durch Berührungssensibilität auszeichnen. Wenn eine Ranke ein geeignetes Objekt wie einen Zweig, ein Spalier oder ein Seil berührt, beginnt sie sich darum zu winden. Dieser Vorgang wird durch unterschiedliches Wachstum auf der berührten und der unberührten Seite der Ranke ausgelöst. Sobald sich die Ranke fest um eine Stütze geschlungen hat, zieht sie sich spiralförmig zusammen, wodurch der Spross der Pflanze näher an die Stütze herangezogen wird. Bei vielen mehrjährigen Rankgewächsen, wie beispielsweise Weinreben, verholzen die Ranken im Laufe der Zeit und bieten so einen dauerhaften Halt.

Bekannte Beispiele für Rankgewächse

Die Welt der Rankgewächse ist vielfältig und umfasst sowohl einjährige als auch mehrjährige Arten. Zu den bekanntesten Vertretern zählen:

  • Echter Traubenwein (Vitis vinifera) und seine Verwandten: Der Weinrebe ist wohl einer der bekanntesten Rankgewächse. Seine robusten Ranken ermöglichen es ihm, an Spalieren und Pergolen emporzuklettern und köstliche Früchte zu tragen.
  • Wilder Wein (Vitis sylvestris): Eine weniger kultivierte, aber ebenso attraktive Form des Weins, die sich durch ihre Anpassungsfähigkeit und ihren üppigen Wuchs auszeichnet.
  • Wilder Mauerwein (Parthenocissus quinquefolia): Obwohl oft fälschlicherweise als Selbstklimmer bezeichnet, bildet auch der Wilde Mauerwein Ranken aus, die ihm zusätzlichen Halt geben, besonders in jungen Jahren. Seine leuchtend rote Herbstfärbung macht ihn zu einem beliebten Fassadenbegrüner.
  • Einjährige Kletterpflanzen: Für saisonale Akzente im Garten eignen sich einjährige Rankgewächse wie:
    • Schönranke (Lathyrus odoratus): Bekannt für ihre duftenden, farbenprächtigen Blüten, die jeden Garten bereichern.
    • Duftwicke (Lathyrus odoratus): Eine weitere Variante der Schönranke, oft synonym verwendet, mit ähnlichen Eigenschaften und betörendem Duft.
    • Passionsblumen (Passiflora): Exotische Blüten und faszinierende Ranken machen Passionsblumen zu einem Blickfang. Einige Arten sind winterhart, andere werden als Kübelpflanzen kultiviert.

Die richtige Rankhilfe für Rankgewächse

Um Rankgewächse optimal in ihrem Wachstum zu unterstützen, ist die Wahl der passenden Rankhilfe entscheidend. Da sich Ranken um relativ dünne Strukturen winden, sind zu dicke Stützen ungeeignet. Hier sind einige wichtige Aspekte bei der Auswahl der Rankhilfe:

Geeignete Materialien und Systeme

  • Holzspaliere: Holzspaliere mit einem Querschnitt von etwa 25 mm x 25 mm haben sich als gut geeignet für viele Rankgewächse, insbesondere Weinreben, erwiesen. Das natürliche Material fügt sich harmonisch in den Garten ein.
  • Seilsysteme: Parallele Seilsysteme sind ideal für Ranker. Waagerechte, diagonale oder senkrechte Seile bieten den Ranken ein „Klettergerüst“, an dem sie sich Stufe für Stufe emporarbeiten können. Der Abstand der Seile (Maschenweite) sollte an die jeweilige Pflanzenart angepasst sein.
  • Stahlseile: Für mehrjährige, schwerere Rankgewächse sind Stahlseilsysteme eine robuste und langlebige Option. Sie können auch größere Wandabstände ermöglichen, was bei empfindlichen Rebsorten (z.B. bei Mehltauproblemen) von Vorteil sein kann. Mittlere Seilsysteme sind oft ausreichend, in manchen Fällen sind aber auch schwere oder massive Bausätze empfehlenswert.

Bedingt geeignete und ungeeignete Rankhilfen

  • Kleine Rankfelder: Enge Rankfelder können für stark wachsende Rankgewächse ungeeignet sein, da sie ihrem natürlichen Wuchsverhalten nicht gerecht werden. Allerdings können sie für Kübelpflanzen, bei denen das Wachstum ohnehin eingeschränkt ist, durchaus in Frage kommen.
  • Zu engmaschige Systeme: Sehr engmaschige Systeme bieten keinen zusätzlichen Mehrwert für die Pflanze und können sogar den Pflegeaufwand erhöhen, da das Entfernen verholzter Ranken erschwert wird.
  • Zu dicke Strukturen: Wie bereits erwähnt, können sich Ranken schlecht um zu dicke Pfosten oder Stäbe winden. Der Durchmesser der Rankhilfe sollte daher nicht zu groß sein.

Pflege von Rankgewächsen und Rankhilfen

Die Pflege von Rankgewächsen umfasst neben dem regelmäßigen Gießen und Düngen auch den Rückschnitt und die Wartung der Rankhilfen.

Rückschnitt und Entfernung verholzter Ranken

Bei mehrjährigen Rankgewächsen wie Weinreben ist ein regelmäßiger Rückschnitt wichtig, um die Pflanze in Form zu halten und die Fruchtbildung zu fördern. Aus ästhetischen und praktischen Gründen sollten dabei auch verholzte Ranken von der Rankhilfe entfernt werden. Dies mag zwar den Pflegeaufwand erhöhen, verhindert aber, dass sich ein unübersichtliches Rankenwirrwarr bildet und die Rankhilfe überlastet wird. Beim Entfernen verholzter Ranken ist Vorsicht geboten, um die Rankhilfe nicht zu beschädigen und die Pflanze nicht unnötig zu verletzen.

Wartung von Seilsystemen und Spalieren

Seilsysteme und Holzspaliere sollten regelmäßig auf ihre Stabilität und Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Beschädigte oder morsche Teile sollten rechtzeitig ausgetauscht werden, um die Sicherheit der Pflanzen und die Langlebigkeit der Rankhilfe zu gewährleisten. Bei Bedarf können Seile nachgespannt oder Holzspaliere neu gestrichen werden, um sie vor Witterungseinflüssen zu schützen.

Vorteile der Verwendung geeigneter Rankhilfen

Die Investition in die richtige Rankhilfe zahlt sich in vielerlei Hinsicht aus:

  • Optimales Wachstum: Geeignete Rankhilfen unterstützen das natürliche Wachstum der Rankgewächse und ermöglichen eine gesunde Entwicklung.
  • Ästhetik: Gut gestaltete Rankhilfen tragen zur optischen Aufwertung des Gartens oder der Fassade bei und setzen die Pflanzen gekonnt in Szene.
  • Stabilität und Sicherheit: Robuste Rankhilfen bieten den Pflanzen sicheren Halt, auch bei Wind und Wetter, und verhindern Schäden durch Abbrechen oder Umfallen.
  • Pflegeleichtigkeit: Eine durchdachte Rankhilfe erleichtert die Pflege der Pflanzen, insbesondere den Rückschnitt und die Entfernung verholzter Ranken.

Fazit

Rankgewächse sind eine Bereicherung für jeden Garten und jede Fassade. Mit der richtigen Auswahl an Pflanzen und Rankhilfen können Sie eine grüne Oase schaffen, die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch ökologische Vorteile bietet. Achten Sie auf die Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart und wählen Sie eine Rankhilfe, die sowohl funktional als auch ästhetisch ansprechend ist. So können Sie sich lange an der Pracht Ihrer Rankgewächse erfreuen.

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