01/11/2020
Pink Gin hat sich in den letzten Jahren zu einem globalen Favoriten entwickelt. Nicht nur sein einzigartiger Geschmack, sondern auch seine Instagram-taugliche Ästhetik haben ihn populär gemacht. Aber was genau steckt hinter diesem rosafarbenen Getränk? Lassen Sie uns eintauchen in die Geschichte und die Besonderheiten des Pink Gin.

Die Ursprünge: War zuerst der Cocktail oder der Gin da?
Überraschenderweise war Pink Gin zuerst ein Cocktail. Seine Geschichte beginnt mit dem deutschen Arzt Dr. Johann Siegert, der im venezolanischen Angostura nach einem Mittel gegen "tropische Magenbeschwerden" suchte. Im Jahr 1824 perfektionierte er schließlich die Rezeptur für Angostura Bitters.
Dieses "Medizin" fand ihren Weg nach England und wurde bald auf Schiffen der britischen Royal Navy zum Standard. Seeleute, die zu Seekrankheit neigten, profitierten davon. Allerdings war die extreme Bitterkeit des Mittels ein Problem. Die Lösung war ebenso einfach wie genial: Die Zugabe von Gin machte die Medizin nicht nur schmackhafter, sondern verlieh ihr auch eine zarte rosa Farbe.
Im späten 19. Jahrhundert trank man weltweit – besonders in Großbritannien – diese einfache Mischung aus Gin und Angostura Bitters als Cocktail, der, Sie ahnen es, Pink Gin genannt wurde. Der klassische Cocktail entwickelte sich weiter, als Barkeeper und Genießer begannen, eigene Variationen des traditionellen Rezepts zu kreieren. Manchmal wurde Tonic Water oder Sodawasser hinzugefügt, oder eine Zitronenscheibe als Garnitur verwendet.
Später inspirierte dieser Cocktail eine weitere alkoholische Kreation: den Pink Gin als eigenständige Spirituose. Deshalb ist es heute wichtig, beim Bestellen eines "Pink Gin" an der Bar genau zu sein: Möchten Sie den Cocktail oder die Spirituose?
Moderner Pink Gin als Spirituose
Der Pink Gin, den Sie heute in den Regalen finden, ist nicht dasselbe wie der ursprüngliche Cocktail. Was ist er also?
Als Spirituose wird Pink Gin im Grunde genauso hergestellt wie andere Gins. Der Unterschied liegt in den zusätzlichen Zutaten, die nach der Destillation hinzugefügt werden, um die charakteristische rosa Farbe zu erzielen. Diese Farbe stammt von der Infusion roter und rosafarbener Produkte, Gewürze oder Bitterstoffe – oder sogar von zugesetzten Farbstoffen und Süßungsmitteln.
Beliebte Zutaten wie Erdbeeren, Himbeeren, Rhabarber, Traubenschalen, Rosenblätter und rote Johannisbeeren verleihen dem Pink Gin nicht nur Farbe, sondern auch Duft und Geschmack. Diese Zutaten haben oft den doppelten Zweck, den trockenen, wacholderbetonten und bitteren Charakter eines klassischen Gins mit weichen, süßen und manchmal fruchtigen Noten zu mildern.

Das Ergebnis ist eine Spirituose, die ebenso geschmackvoll wie fotogen ist. Pink Gin spricht eine breitere Zielgruppe an, die möglicherweise von traditionellen, sehr trockenen Gins abgeschreckt wird.
Der weltweite Pink Gin-Boom
Pink Gin erfreut sich weltweit wachsender Beliebtheit. Besonders starkes Wachstum verzeichnen Länder wie Großbritannien, die Philippinen, Südafrika, Brasilien, Uganda, Deutschland, Australien, Italien, Kanada und Frankreich. Experten prognostizieren, dass die Gin-Kategorie insgesamt weiter wachsen wird, insbesondere durch innovative Flavoured und Coloured Gins.
Laut dem International Wine & Spirits Record (IWSR) wird die Gin-Kategorie bis 2023 weltweit ein jährliches Wachstum von 4,2 % verzeichnen. Der Trend wird maßgeblich von Pink Gin angeführt, aber auch von Variationen traditioneller Gins – von violettfarbenen bis hin zu solchen mit Marshmallow-Wurzel- oder Kakaogeschmack.
Auf dem London Spirits Summit 2018 berichtete Gin-Spezialist David T. Smith, dass es bereits über 150 verschiedene Pink Gins auf dem Markt gab, verglichen mit weniger als fünf im Jahr 2013. Und dieses Wachstum setzt sich fort. Pink Gin macht mittlerweile einen signifikanten Anteil am gesamten Gin-Markt aus.
Es gibt verschiedene Gründe für diesen schnellen Aufstieg. Einer davon ist die Popularität von Pink Gin selbst, der inzwischen 14 % des gesamten Gin-Umsatzes ausmacht. Pink Gin hat auch viele neue Konsumenten in die Gin-Kategorie gebracht. Studien zeigen, dass über die Hälfte der Pink Gin-Trinker zuvor keinen Gin getrunken haben. Eine große Anzahl von Konsumenten hat Pink Gin für sich entdeckt.

Weitere Gründe für die Anziehungskraft von Pink Gin sind der Trend zu "Millennial Pink", seine Präsenz in den sozialen Medien und die Vorliebe der Konsumenten für süßere Getränke im Vergleich zum eher harzigen Charakter von klassischen Gins. Die auffällige Farbe und der oft fruchtige Geschmack machen Pink Gin zu einem zugänglichen und modernen Getränk.
Beispiel eines Pink Gin: LiquorMacher Pink Gin
Um einen konkreten Eindruck von Pink Gin zu bekommen, betrachten wir den LiquorMacher Pink Gin aus Bochum etwas genauer. Dieser Gin, hergestellt von Martin und Timo, zeichnet sich durch eine Kombination aus traditionellen und modernen Elementen aus.
Neben dem obligatorischen Wacholder enthält der LiquorMacher Pink Gin eine interessante Auswahl an Botanicals, darunter:
- Grapefruit
- Sanddorn
- Beeren
- Mandarine
Diese Botanicals verleihen dem Gin ein fruchtig-frisches Aroma mit deutlichen Noten von Mandarine und Grapefruit, getragen von einer dezenten Wacholdernote. Der Sanddorn sorgt für eine leicht säuerliche Nuance, die durch Beerenaromen ergänzt wird. Im Geschmack zeigt sich der LiquorMacher Pink Gin spritzig und fruchtig mit einer angenehmen, nicht zu aufdringlichen Süße. Er ist weniger süß und künstlich als viele andere Pink Gins.
Servierempfehlungen für den LiquorMacher Pink Gin:
- Pur oder auf Eis: Aufgrund seiner Milde kann man ihn auch pur genießen, sollte aber darauf achten, dass er durch Schmelzwasser nicht zu sehr verwässert.
- Gin Tonic: Empfohlen werden Fever-Tree Indian oder Mediterranean Tonic Water, je nach gewünschter Geschmacksrichtung. Garniert mit frischen Beeren oder einer Grapefruitscheibe.
Der LiquorMacher Pink Gin ist ein Beispiel dafür, wie Pink Gin auf eine geschmackvolle und weniger künstliche Weise interpretiert werden kann. Er zeigt, dass Pink Gin mehr sein kann als nur ein süßes, rosafarbenes Getränk.
Pink Gin trinken: Pur, Cocktail oder Gin Tonic?
Kann man Pink Gin pur trinken? Ja, viele Pink Gins sind mild genug, um pur oder auf Eis genossen zu werden. Dies ermöglicht es, die komplexen Aromen und die feinen Unterschiede zwischen verschiedenen Marken besser zu erkennen.

Natürlich eignet sich Pink Gin auch hervorragend für Cocktails. Neben dem klassischen Gin Tonic harmoniert er gut mit spritzigen Mixern wie Sodawasser oder Prosecco. Fruchtige Cocktails, die Beeren- oder Zitrusnoten betonen, passen ebenfalls sehr gut zu Pink Gin.
Die Wahl des Tonic Water kann den Geschmack von Pink Gin Tonic stark beeinflussen. Klassische Indian Tonic Waters betonen die frischen und spritzigen Noten, während Mediterranean Tonic Waters die süßeren und floralen Aspekte hervorheben können. Experimentieren Sie mit verschiedenen Tonics und Garnituren, um Ihren persönlichen Favoriten zu finden.
Fazit: Pink Gin – mehr als nur ein Trend
Pink Gin ist mehr als nur ein kurzlebiger Trend. Er hat sich als feste Größe in der Welt der Spirituosen etabliert und spricht eine breite Zielgruppe an. Von seinen historischen Wurzeln als medizinischer Cocktail bis hin zum modernen, vielfältigen Angebot an Spirituosen hat Pink Gin eine bemerkenswerte Entwicklung durchlaufen.
Seine attraktive Farbe, der oft fruchtige und zugängliche Geschmack und die Vielfalt an Aromen machen ihn zu einem beliebten Getränk für Gin-Liebhaber und Neulinge gleichermaßen. Ob pur, im Cocktail oder als Gin Tonic – Pink Gin bietet zahlreiche Genussmöglichkeiten und ist definitiv mehr als nur ein Instagram-Trend.
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Pink Gin
- Was macht Pink Gin rosa?
- Die rosa Farbe stammt von der Zugabe von roten Früchten, Gewürzen, Bitterstoffen oder Farbstoffen nach der Destillation.
- Schmeckt Pink Gin süß?
- Viele Pink Gins sind süßer als klassische Gins, aber es gibt auch weniger süße Varianten. Der Süßegrad hängt von den verwendeten Zutaten und der Herstellung ab.
- Welche Botanicals sind typisch für Pink Gin?
- Typische Botanicals sind neben Wacholder oft rote Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, aber auch Zitrusfrüchte und florale Noten.
- Wie trinkt man Pink Gin am besten?
- Pink Gin kann pur, auf Eis, als Gin Tonic oder in Cocktails genossen werden. Die Wahl hängt vom persönlichen Geschmack und der jeweiligen Sorte ab.
- Ist Pink Gin nur ein Getränk für Frauen?
- Nein, Pink Gin ist ein Getränk für alle, die fruchtige und weniger bittere Gin-Varianten bevorzugen. Seine Popularität ist geschlechterunabhängig.
