03/01/2026
Haben Sie sich jemals gefragt, welcher Baum mit seinen leuchtend pinken Blättern so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht? Die Antwort ist die Blutpflaume, auch bekannt als Zierpflaume. Dieser wunderschöne Baum ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch relativ pflegeleicht und vielseitig einsetzbar. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Blutpflaume, von ihren verschiedenen Sorten über die richtige Pflanzung und Pflege bis hin zu ihren essbaren Früchten.

Was ist eine Blutpflaume?
Die Blutpflaume (Prunus cerasifera 'Nigra') ist eine Sorte der Kirschpflaume, die sich durch ihr auffällig rot gefärbtes Laub auszeichnet. Ihren Namen verdankt sie dieser charakteristischen Blattfarbe, die von einem dunklen, metallisch glänzenden Rot bis zu einem fast Schwarzrot reichen kann. Neben den Blättern sind auch die Blüten der Blutpflaume ein echter Hingucker: Sie erscheinen im Frühjahr in einem leuchtenden Rosa und bilden einen wunderschönen Kontrast zum dunklen Laub.
Herkunft und Eigenschaften
Ursprünglich stammt die Blutpflaume aus Vorderasien. Mittlerweile ist sie jedoch in vielen Teilen Europas und Nordamerikas verbreitet und wächst sowohl in Gärten und Parks als auch verwildert in der Natur. Man findet sie häufig an Straßenrändern, auf Streuobstwiesen oder in Hecken. Die Blutpflaume ist ein frühblühendes Ziergehölz, das bereits ab Mitte März seine zarten Blüten öffnet. Sie wächst als Großstrauch oder kleiner bis mittelgroßer Baum und erreicht eine Höhe von 5 bis 7 Metern. Der Stamm ist mit einer schwärzlichen Borke bedeckt, während ältere Triebe eine dunkelbraun-rote, glänzende Rinde mit feinen Dornen aufweisen. Einjährige Triebe sind braun-rot gefärbt.
Blüten und Blätter
Die Blütezeit der Blutpflaume beginnt bereits im März, noch vor dem Blattaustrieb. Die Blüten sind etwa 2 bis 3 Zentimeter groß und bestehen aus fünf zartrosa Blütenblättern, die rosafarbene Staubgefäße umschließen. Sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten im zeitigen Frühjahr. Ab April entwickeln sich die sommergrünen Blätter. Diese sind circa 5 Zentimeter lang, elliptisch geformt und werden im Laufe des Sommers noch etwas dunkler. Das charakteristische rote Laub bleibt die gesamte Vegetationsperiode über erhalten und sorgt für einen besonderen Zierwert im Garten.
Früchte der Blutpflaume
Nach der Blüte, etwa von Ende April bis Anfang Mai, bilden sich die Früchte der Blutpflaume. Es handelt sich um saftige, süße Pflaumen, die 2 bis 3 Zentimeter dick werden. Die Erntezeit beginnt ab Juli, wenn die Früchte reif sind. Die Blutpflaumen-Früchte sind nicht nur dekorativ, sondern auch essbar und können zu Marmelade, Kuchen oder Saft verarbeitet werden.
Beliebte Blutpflaumen-Sorten
Es gibt verschiedene Sorten der Blutpflaume, die sich in Wuchsform, Größe und Blattfarbe leicht unterscheiden. Hier sind einige der beliebtesten Sorten:
- 'Nigra': Die gängigste Sorte, eingeführt um 1916 aus den USA. Sie wächst als Großstrauch oder kleiner Baum (3-4 Meter hoch, 2-5 Meter breit) und zeichnet sich durch dunkelrote, glänzende Blätter und leuchtend rosa Blüten aus.
- 'Woodii': Ähnelt 'Nigra' sehr stark und ist optisch kaum zu unterscheiden.
- 'Hollywood' (syn. 'Trailblazer'): Auch bekannt als „Großfruchtige Blutpflaume“. Wächst als lockerer Strauch (3-7 Meter hoch, 1-2,5 Meter breit) und trägt größere Früchte als andere Sorten.
- Zwerg-Blutpflaume (Prunus x cistena): Bleibt mit 1,5 bis 2,5 Metern Wuchshöhe deutlich kleiner als andere Sorten. Blüht rosa-weiß zwischen Ende April und Mai.
- Säulen-Blutpflaume 'Crimson Pointe'®: Wächst säulenförmig aufrecht (3-5 Meter hoch, 1-1,8 Meter breit) und eignet sich gut für kleinere Gärten oder als Solitärpflanze.
Die meisten Sorten sind auch als Hochstamm erhältlich und werden gerne als Solitärbäume im Garten gepflanzt.
Blutpflaume pflanzen: Standort und Vorgehen
Die Blutpflaume ist eine robuste und anspruchslose Pflanze, die auch für Gartenanfänger gut geeignet ist. Hier sind die wichtigsten Punkte für die Pflanzung:
Der richtige Standort
Der ideale Standort für die Blutpflaume ist sonnig bis absonnig und warm. An halbschattigen Standorten wächst sie zwar auch, bildet aber möglicherweise weniger Blüten aus. Der Boden sollte mäßig trocken bis feucht, nährstoffreich und lehmhaltig sein. Ein neutraler bis alkalischer pH-Wert ist optimal. Die meisten Gartenböden sind für die Blutpflaume geeignet. Ist der Boden sehr sandig, kann er mit Kompost oder Bentonit verbessert werden. Staunässe sollte vermieden werden.
Pflanzzeitpunkt und Pflanzvorgang
Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen einer Blutpflaume ist der Herbst oder das Frühjahr. Gehen Sie wie folgt vor:
- Pflanzloch ausheben: Das Pflanzloch sollte etwa doppelt so groß sein wie der Wurzelballen oder Container.
- Boden vorbereiten: Lockern Sie den Aushub auf und mischen Sie ihn bei Bedarf mit etwas Kompost oder Pflanzerde.
- Pflanze einsetzen: Setzen Sie die Blutpflaume so in das Pflanzloch, dass der Wurzelballen mit der Oberkante des Bodens abschließt. Bei Containerpflanzen die Wurzeln leicht anritzen, um das Anwachsen zu fördern.
- Pflanzloch auffüllen: Füllen Sie das Pflanzloch mit dem vorbereiteten Aushub auf und treten Sie die Erde leicht an.
- Angießen: Gießen Sie die frisch gepflanzte Blutpflaume gründlich an.
- Baumanbindung (optional): Bei größeren Bäumen oder Hochstämmen ist eine Baumanbindung an ein oder zwei Pfählen empfehlenswert, um das Anwachsen zu erleichtern.
Blutpflaume im Kübel
Die Zwerg-Blutpflaume eignet sich auch für die Kübelpflanzung auf Balkon oder Terrasse. Wählen Sie einen ausreichend großen Topf (mindestens 40 Liter) mit Abzugsloch und legen Sie eine Drainageschicht aus Tonscherben an. Als Substrat eignet sich Gartenerde oder Pflanzerde. Achten Sie auf eine regelmäßige Wasserversorgung und Düngung im Kübel.
Blutpflaume pflegen
Die Blutpflaume ist sehr pflegeleicht. Folgende Maßnahmen sind empfehlenswert:
Gießen und Düngen
Junge Blutpflaumen sollten in den ersten Wochen nach der Pflanzung regelmäßig gegossen werden, besonders bei Trockenheit. Ältere Pflanzen sind in der Regel trockenheitstolerant und müssen nur in extrem trockenen Sommern zusätzlich bewässert werden. Eine regelmäßige Düngung ist nicht notwendig. Bei der Pflanzung kann Kompost oder Hornspäne in den Boden eingearbeitet werden. Bei Bedarf kann im Frühjahr eine Kompostgabe erfolgen. Kübelpflanzen sollten regelmäßig mit einem organischen Flüssigdünger versorgt werden.

Blutpflaume schneiden
Ein regelmäßiger Schnitt ist bei der Blutpflaume nicht erforderlich. Ein gelegentlicher Auslichtungsschnitt kann jedoch die Blühfreudigkeit fördern und die Krone in Form halten. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist im Spätwinter oder Frühjahr, vor dem Austrieb. Entfernen Sie dabei abgestorbene, kranke oder sich kreuzende Äste. Bei älteren Bäumen können Sie die Krone auslichten, indem Sie ganze Äste entfernen und auf Zapfen schneiden (ca. 5 cm lange Stummel stehen lassen). Vermeiden Sie es, die Spitzen zu kürzen, da dies zu einem verstärkten Austrieb im Inneren der Krone führen kann.
Winterschutz
Die Blutpflaume ist winterhart. In rauen Lagen kann es sinnvoll sein, den Stamm junger Bäume im Winter mit Kalk zu streichen oder zu umhüllen, um Frostrisse zu vermeiden.
Blutpflaume vermehren
Die Blutpflaume kann durch Samen, Stecklinge oder Veredelung vermehrt werden. Die Vermehrung über Samen ist aufwendig und Stecklinge wurzeln schlecht. Die Veredelung (Kopulation) ist die erfolgreichste Methode. Edelreiser werden im Winter geschnitten und bis zur Veredelung im Frühjahr kühl gelagert.
Blutpflaumen-Früchte: Essbar oder giftig?
Die Früchte der Blutpflaume sind essbar und schmecken süßlich. Lediglich die Samen im Kern sind giftig und sollten nicht verzehrt werden. Das Fruchtfleisch kann roh gegessen oder zu Marmelade, Kompott, Kuchen oder Saft verarbeitet werden. Die Erntezeit beginnt im Juli, wenn die Früchte ihre volle Reife erreicht haben und auf Fingerdruck leicht nachgeben.
Krankheiten und Schädlinge
Die Blutpflaume ist relativ robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Folgende Probleme können jedoch auftreten:
- Echter Mehltau: Weißer Belag auf den Blättern. Bekämpfung mit Fungiziden oder Hausmitteln möglich.
- Monilia (Spitzendürre und Fruchtfäule): Welke Triebe und faulende Früchte. Befallene Teile entfernen und entsorgen.
- Schrotschusskrankheit: Kleine Löcher in den Blättern. Vorbeugung durch guten Standort und ausgewogene Düngung.
- Blattläuse: Saugen Pflanzensaft und können zu Verkrüppelungen führen. Nützlinge fördern oder bei starkem Befall Insektizide einsetzen.
- Kleiner Frostspanner: Raupen fressen Blätter. Absammeln oder biologische Bekämpfungsmittel verwenden.
Vorbeugende Maßnahmen wie ein guter Standort, ausgewogene Düngung und das Entfernen von befallenem Laub können das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall reduzieren.
Warum hat mein Baum immer rote Blätter?
Die rote Farbe der Blätter bei Bäumen wie der Blutpflaume wird durch Anthocyane verursacht. Diese Pflanzenfarbstoffe werden vermehrt gebildet, wenn Bäume viel Sonnenlicht ausgesetzt sind und gleichzeitig weniger Nährstoffe zur Verfügung stehen. Anthocyane schützen die Blätter vor zu starker Sonneneinstrahlung und können auch eine Rolle bei der Abwehr von Schädlingen spielen. Bei manchen Bäumen wie der Blutpflaume sind die Anthocyane dauerhaft eingelagert, sodass die Blätter das ganze Jahr über rot bleiben. Bei anderen Bäumen, wie zum Beispiel dem Ahorn, werden Anthocyane vor allem im Herbst gebildet und sorgen für die leuchtend rote Herbstfärbung.
Fazit
Die Blutpflaume ist ein wunderschöner und pflegeleichter Baum, der mit seinen pinken Blüten und roten Blättern einen besonderen Blickfang im Garten bildet. Sie ist vielseitig einsetzbar, robust und trägt sogar essbare Früchte. Ob als Solitärbaum, in der Hecke oder im Kübel – die Blutpflaume ist eine Bereicherung für jeden Garten und bringt Farbe und Leben ins Grün.
