24/03/2023
Der Herbst steht vor der Tür und mit ihm die Frage, welche Gartenarbeiten jetzt noch anfallen. Neben dem Laubharken und der Vorbereitung des Gartens auf frostige Temperaturen, ist der Herbstschnitt ein wichtiges Thema für viele Gartenbesitzer. Viele fragen sich: Welche Pflanzen profitieren von einem Rückschnitt vor dem Winter und was gilt es dabei zu beachten? Dieser Artikel gibt Ihnen die Antworten und hilft Ihnen, Ihre Pflanzen optimal auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten.

- Der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt im Herbst
- Warum ein Rückschnitt im Herbst sinnvoll ist
- Das richtige Werkzeug für einen sauberen Schnitt
- Besonderheiten beim Schneiden von Nadelgehölzen und Koniferen
- Sonderfall Buchsbaum – Rettung in letzter Minute?
- Fazit: Mit dem richtigen Schnitt gut durch den Winter
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Herbstschnitt
Der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt im Herbst
Für immergrüne Hecken gilt die Faustregel „von A bis A“ – also von April bis August schneiden. Aber keine Sorge, auch im Herbst ist ein Rückschnitt noch möglich und sinnvoll. Experten empfehlen sogar, immergrüne Pflanzen eher spät im Jahr zu schneiden, idealerweise so kurz vor dem ersten Frost wie möglich. Der Grund dafür ist einfach: Ein später Schnitt verhindert, dass die Pflanzen nach dem Rückschnitt noch einmal stark austreiben und unnötig Energie verlieren. So gehen sie gestärkt in den Winter und Sie können sich den Winter über an einem gepflegten Sichtschutz oder Raumteiler im Garten erfreuen.
Warum ein Rückschnitt im Herbst sinnvoll ist
Ein Herbstschnitt dient nicht nur der Ästhetik. Er hat auch praktische Vorteile. Gerade an Wegen und Durchgängen ist ein gepflegter Schnitt wichtig, damit man bei schlechtem Wetter nicht ständig an nassen Zweigen entlangstreift. Darüber hinaus kann ein rechtzeitiger Rückschnitt verhindern, dass Schneelast im Winter Äste bricht oder ganze Büsche auseinanderreißt. Viele sind der Meinung, man solle immergrüne Hecken erst nach dem Winter schneiden. Doch dann kann es bereits zu spät sein und ein radikalerer Schnitt notwendig werden. Ein weiterer Vorteil des Herbstschnitts: Im Winter kann die tiefstehende Sonne durch ungeschnittene Sträucher und Hecken Terrassen und Sitzplätze in kalten Schatten tauchen. Ein rechtzeitiger Schnitt sorgt also für mehr Licht und Helligkeit in den Wintermonaten.
Das richtige Werkzeug für einen sauberen Schnitt
Für einen erfolgreichen Rückschnitt ist das richtige Werkzeug entscheidend. Achten Sie auf scharfe Schneidwerkzeuge, die einen sauberen Schnitt ermöglichen. Denn saubere Schnittflächen verheilen besser und beugen Krankheiten vor. Für dünnere Zweige eignen sich manuelle Heckenscheren, während für dickere Äste eine Akku-Heckenschere oder eine Astschere hilfreich sein kann. Bei größeren Schnittflächen (ab etwa 2-Euro-Münzen-Größe) empfiehlt es sich, ein Wundverschlussmittel aufzutragen, besonders bei Bäumen und größeren Sträuchern. Ein alter Gärtnertipp besagt, dass man Pflanzen nicht kurz vor oder bei Vollmond schneiden sollte, da sie dann angeblich stärker „ausrinnen“. Ob das wirklich stimmt, ist wissenschaftlich nicht belegt, aber wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann diesen Rat beherzigen.
Besonderheiten beim Schneiden von Nadelgehölzen und Koniferen
Bei Nadelhölzern und Koniferen ist Vorsicht geboten. Diese Pflanzen sollten – abgesehen vom Entfernen abgestorbener oder dürrer Zweige – am besten gar nicht zurückgeschnitten werden. Wenn ein Schnitt dennoch notwendig ist, dann lieber öfter, aber nur wenig. Der Grund: Koniferen treiben aus altem Holz nur schlecht oder gar nicht mehr aus. Ein zu radikaler Rückschnitt kann daher unschöne, braune Stellen hinterlassen. Ausnahmen bilden hier die Eibe und Föhrengewächse. Diesen Pflanzen wird nachgesagt, dass sie auch radikalere Formschnitte gut vertragen. Generell gilt für alle Koniferen: Nach dem Schnitt ist eine gute Wasser- und Nährstoffversorgung wichtig. Düngen Sie die Pflanzen nach dem Rückschnitt, besonders im Herbst, um ihre Regeneration zu unterstützen und sie fit für den Winter zu machen. Achten Sie außerdem darauf, Koniferen nach oben hin konisch zuzuschneiden. So kann der Schnee besser abrutschen und die Pflanzen werden nicht unter der Schneelast erdrückt.
Sonderfall Buchsbaum – Rettung in letzter Minute?
Der Buchsbaumzünsler hat in den letzten Jahren viele Buchsbaumhecken in Mitleidenschaft gezogen. Sind die Buchsbäume bereits stark geschädigt und weisen viele dürre Stellen auf, kann ein radikaler Rückschnitt die letzte Rettung sein. Allerdings funktioniert das nur, wenn noch grüne Stellen am Buchsbaum erkennbar sind. In diesem Fall kann ein starker Rückschnitt dem Buchsbaum eine Chance geben, noch einmal auszutreiben und den nächsten Frühling zu erleben. Um den Buchsbaumzünsler auf natürliche Weise zu bekämpfen, können Sie Singvögel fördern. Stellen Sie im Sommer ein Vogelbad oder ein Futterhäuschen in der Nähe des Buchsbaums auf. Mit etwas Glück beobachten Sie dann Meisen, die die gefräßigen Raupen des Buchsbaumzünslers verspeisen. Auf den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln sollten Sie verzichten, da diese oft wenig Wirkung zeigen und die natürliche Schädlingsbekämpfung durch Vögel beeinträchtigen können.
Fazit: Mit dem richtigen Schnitt gut durch den Winter
Der Herbstschnitt ist eine wichtige Maßnahme, um Ihre Pflanzen optimal auf den Winter vorzubereiten. Er sorgt nicht nur für ein gepflegtes Aussehen, sondern schützt Ihre Pflanzen auch vor Schneebruch und fördert ihre Gesundheit. Achten Sie auf den richtigen Zeitpunkt, das passende Werkzeug und die speziellen Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzenart. So können Sie sicherstellen, dass Ihre Pflanzen gut durch den Winter kommen und im Frühling wieder in voller Pracht erstrahlen. Nutzen Sie die letzten warmen Herbsttage, um Ihren Garten winterfest zu machen und sich auf die kommende Gartensaison vorzubereiten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Thema Herbstschnitt
Muss ich alle Pflanzen im Herbst schneiden?
Nein, nicht alle Pflanzen benötigen einen Herbstschnitt. Einige Pflanzen, wie zum Beispiel viele Stauden, werden erst im Frühjahr zurückgeschnitten. Dieser Artikel konzentriert sich auf den Rückschnitt von immergrünen Hecken, Koniferen und Buchsbäumen vor dem Winter.
Bis wann kann ich im Herbst noch schneiden?
Der ideale Zeitpunkt für den Herbstschnitt ist kurz vor dem ersten Frost. Solange der Boden nicht gefroren ist und die Temperaturen nicht dauerhaft unter dem Gefrierpunkt liegen, ist ein Rückschnitt in der Regel noch möglich.
Welche Pflanzen sollte ich im Herbst nicht schneiden?
Frühjahrsblühende Sträucher, wie Forsythien oder Flieder, sollten nicht im Herbst geschnitten werden, da sie ihre Blütenknospen für das nächste Jahr bereits im Herbst anlegen. Ein Herbstschnitt würde die Blüte im Frühjahr beeinträchtigen.
Was mache ich mit dem Schnittgut?
Kleinere Mengen Schnittgut von gesunden Pflanzen können kompostiert werden. Größere Mengen können Sie zum Häckselplatz bringen oder als Mulchmaterial unter Bäumen und Sträuchern verwenden. Achten Sie darauf, kein Schnittgut von kranken Pflanzen zu kompostieren, um die Ausbreitung von Krankheiten zu vermeiden.
Brauchen geschnittene Pflanzen im Winter zusätzlichen Schutz?
In der Regel benötigen geschnittene, winterharte Pflanzen keinen zusätzlichen Schutz im Winter. Eine Mulchschicht im Wurzelbereich kann jedoch helfen, den Boden vor dem Austrocknen zu schützen und die Pflanzen zusätzlich zu isolieren. Bei besonders jungen oder empfindlichen Pflanzen kann ein Winterschutz aus Vlies oder Reisig sinnvoll sein.
