18/10/2021
Wenn es um die Betreuung unserer geliebten Haustiere geht, besonders wenn wir nicht zu Hause sein können, möchten wir nur das Beste. Die Beauftragung eines Tiersitters ist eine wunderbare Lösung, um sicherzustellen, dass unsere Tiere in ihrer gewohnten Umgebung liebevoll versorgt werden. Doch wie viel kostet ein guter Tiersitter? Wie finden Sie den Richtigen, dem Sie Ihr Tier und Ihr Zuhause anvertrauen können? Und was ist mit Pflanzen – sind Ihre Zimmerpflanzen sicher für Ihre tierischen Mitbewohner? Dieser Artikel beantwortet all diese Fragen und hilft Ihnen, informierte Entscheidungen für die Tierpflege zu treffen.

Was kostet ein Tiersitter? Ein Überblick über die Preise
Die Kosten für einen Tiersitter können variieren, abhängig von verschiedenen Faktoren wie der Art der Dienstleistung, der Dauer der Betreuung, der Anzahl der Tiere und Ihrem Standort. Hier ist ein Überblick über die üblichen Preisspannen, um Ihnen eine Vorstellung zu geben:
- Durchschnittliche Kosten pro 30-minütigem Besuch: Etwa 25 €. Dieser Besuch beinhaltet typischerweise eine Toilettenpause, Fütterung und frisches Wasser.
- Tagespreis: Zwischen 20 € und 30 € pro Tag. Dies kann je nach Anzahl der Besuche und den enthaltenen Leistungen variieren.
- Übernachtungspreis: Zwischen 45 € und 75 € pro Nacht, wenn der Tiersitter im Haus des Tierhalters übernachtet.
- Wochenpreis: Von 250 € bis 375 € pro Woche für umfassende Betreuung.
Zusätzliche Kosten können anfallen für:
- Zusätzliche Tiere: Oft werden etwa 10 € pro zusätzlichem Tier und Besuch berechnet.
- Feiertagszuschläge: An Feiertagen können die Preise um etwa 5 € pro Besuch oder mehr steigen.
- Welpen oder Tiere mit besonderen Bedürfnissen: Diese benötigen oft mehr Aufmerksamkeit und Pflege, was zu höheren Kosten führen kann. Ein Zuschlag von 5 € pro Besuch für Welpen ist üblich.
- Transportkosten: Je nach Entfernung des Tiersitters kann eine Anfahrtspauschale berechnet werden.
Beispielrechnung: Für einen 30-minütigen Besuch, inklusive 15 Minuten Fahrtzeit und 3 € Betriebskosten, könnte ein angemessener Preis bei etwa 33 € liegen. Es ist wichtig zu bedenken, dass ein Tiersitter nicht nur die reine Betreuungszeit berechnet, sondern auch Zeit für An- und Abreise sowie allgemeine Betriebskosten einkalkulieren muss.
Warum variieren die Preise?
Die Preisgestaltung eines Tiersitters hängt von verschiedenen Faktoren ab:
- Standort: In städtischen Gebieten oder Regionen mit höheren Lebenshaltungskosten sind die Preise oft höher.
- Erfahrung und Qualifikation des Tiersitters: Professionelle Tiersitter mit Zertifizierungen, Versicherungen und Erfahrung können höhere Preise verlangen.
- Umfang der Leistungen: Zusätzliche Leistungen wie Gassigehen, Medikamentengabe, Fellpflege oder spezielle Trainingsübungen können den Preis beeinflussen.
- Art des Tieres: Die Betreuung von Hunden, insbesondere aktiven Hunden oder Welpen, kann aufwendiger sein als die Betreuung von Katzen oder kleineren Haustieren.
Wie finde ich den besten Tiersitter für mein Haustier?
Die Auswahl des richtigen Tiersitters ist entscheidend für das Wohlbefinden Ihres Tieres und Ihr eigenes Seelenheil während Ihrer Abwesenheit. Hier sind einige wichtige Schritte und Überlegungen, um den passenden Betreuer zu finden:
1. Empfehlungen einholen
Fragen Sie Freunde, Nachbarn, Ihren Tierarzt, Hundefriseur oder Hundetrainer nach Empfehlungen. Persönliche Empfehlungen sind oft sehr wertvoll und geben Ihnen ein gutes Gefühl.
2. Online-Plattformen und Organisationen nutzen
Es gibt verschiedene Online-Plattformen und Organisationen, die professionelle Tiersitter vermitteln. Pet Sitters International und die National Association of Professional Pet Sitters sind bekannte Organisationen mit Suchfunktionen, um qualifizierte Tiersitter in Ihrer Nähe zu finden.
3. Auf Professionalität achten
Ein professioneller Tiersitter zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Ausbildung in Tier-CPR und Erster Hilfe: Fragen Sie nach entsprechenden Zertifizierungen.
- Gewerbeschein, Versicherung und Haftpflicht: Dies bietet Ihnen und dem Tiersitter Sicherheit.
- Referenzen von Kunden: Bitten Sie um Referenzen und kontaktieren Sie diese, um sich ein Bild von der Zuverlässigkeit und Qualität des Tiersitters zu machen.
- Vertrag oder Vereinbarung: Ein professioneller Tiersitter wird einen schriftlichen Vertrag anbieten, der Zahlungsbedingungen, Stornierungsbedingungen, Notfallpläne, Tierarztvollmacht und Kontaktdaten enthält.
4. Persönliches Kennenlernen und Probetermin
Vereinbaren Sie ein persönliches Kennenlernen beim ersten Treffen zu Hause. Dies gibt Ihnen die Möglichkeit, den Tiersitter kennenzulernen, Fragen zu stellen und zu beobachten, wie er mit Ihrem Tier interagiert. Ein Probetermin, bei dem der Tiersitter für einen Tag oder einige Stunden auf Ihr Tier aufpasst, ist ebenfalls eine gute Idee, um zu sehen, ob die Chemie stimmt und wie Ihr Tier reagiert.

Wichtige Fragen beim Kennenlernen:
- Wie viel Erfahrung haben Sie in der Tierbetreuung?
- Welche Ausbildung und Weiterbildung haben Sie absolviert?
- Wie gehen Sie mit Notfällen um?
- Wie halten Sie mich während meiner Abwesenheit auf dem Laufenden?
- Können Sie die Routine meines Tieres beibehalten?
- Sind Sie bereit, die speziellen Bedürfnisse meines Tieres zu berücksichtigen (z.B. Medikamentengabe, spezielle Ernährung)?
5. Bauchgefühl und Beobachtung
Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl. Beobachten Sie, wie der Tiersitter mit Ihrem Tier umgeht. Wirkt er kompetent, liebevoll und aufmerksam? Scheinen sich Ihr Tier und der Tiersitter zu verstehen?
6. Backup-Plan
Fragen Sie, ob der Tiersitter einen Backup-Plan hat, falls er selbst erkrankt oder verhindert ist. Gibt es einen Vertretungstiersitter oder eine Partnerorganisation, die einspringen könnte? Es ist ratsam, auch diese Person kennenzulernen, falls möglich.
7. Nicht unter Druck setzen lassen
Auch wenn der Preis attraktiv erscheint, lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, einen Tiersitter zu engagieren, bei dem Sie kein gutes Gefühl haben. Es ist in Ordnung, „Nein“ zu sagen, wenn Sie Zweifel haben. Die Sicherheit und das Wohlbefinden Ihres Tieres sollten oberste Priorität haben.
Haustierfreundliche Pflanzen: Sicherheit für Ihre tierischen Mitbewohner
Zimmerpflanzen bringen Leben und Farbe in unsere Wohnräume. Doch nicht alle Pflanzen sind sicher für Haustiere. Einige können giftig sein und bei Verzehr zu Vergiftungen führen. Daher ist es wichtig, sich vor dem Kauf einer neuen Pflanze zu informieren, ob sie haustierfreundlich ist.
Was bedeutet „haustierfreundlich“?
Als haustierfreundlich gekennzeichnete Pflanzen gelten als ungiftig für Tiere, wenn sie in geringen Mengen verzehrt werden. Allerdings ist diese Kennzeichnung nicht immer narrensicher. Einige Pflanzen sind nur für bestimmte Tierarten sicher (z.B. nur für Katzen oder nur für Hunde). Daher ist es wichtig, jede Pflanze, die Sie in Ihr Zuhause holen möchten, mit einer zuverlässigen Quelle wie der ASPCA (American Society for the Prevention of Cruelty to Animals) oder dem Farmers’ Almanac zu überprüfen.

Warum fressen Haustiere Pflanzen?
Es gibt verschiedene Gründe, warum Haustiere an Pflanzen knabbern:
- Langeweile: Manche Tiere fressen Pflanzen aus Langeweile oder Beschäftigungsmangel.
- Faserbedarf: Einige Tiere haben ein Verlangen nach Ballaststoffen, das sie durch das Fressen von Pflanzen stillen möchten.
- Neugierde: Junge Tiere oder neugierige Tiere erkunden ihre Umgebung und probieren dabei auch Pflanzen aus.
Gefahren durch giftige Pflanzen
Giftige Pflanzen können bei Haustieren eine Vielzahl von Symptomen auslösen, von leichten Beschwerden bis hin zu schweren Vergiftungen und sogar zum Tod. Symptome können sein:
- Erbrechen und Durchfall
- Speicheln
- Appetitlosigkeit
- Lethargie
- Zittern
- Atembeschwerden
- Nierenversagen
- Herzstillstand
Auch „haustierfreundliche“ Pflanzen können Probleme verursachen
Selbst als haustierfreundlich geltende Pflanzen können Probleme verursachen. Beispielsweise sind Grünlilien für Katzen zwar nicht giftig, aber ihre langen, herabhängenden Blätter sind für Katzen sehr verlockend zum Spielen und Knabbern. Grünlilien haben eine leicht halluzinogene Wirkung auf Katzen, was zu Unruhe oder Magen-Darm-Beschwerden führen kann.
Auch Weihnachtssterne, die in der Weihnachtszeit oft als Geschenk ins Haus kommen, sind zwar nicht tödlich giftig, können aber bei Verzehr durch Katzen und Hunde zu Reizungen im Maul und Magen-Darm-Problemen führen.
Vorbeugende Maßnahmen
Um zu verhindern, dass Ihre Haustiere an Pflanzen knabbern, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:
- Sichere Pflanzen wählen: Entscheiden Sie sich für haustierfreundliche Pflanzen.
- Pflanzen außer Reichweite aufstellen: Platzieren Sie Pflanzen an Orten, die für Ihre Tiere unzugänglich sind, z.B. auf hohen Regalen oder in Hängeampeln.
- Beschäftigung und Auslastung: Sorgen Sie für ausreichend Beschäftigung und Spielzeug für Ihre Tiere, um Langeweile zu vermeiden.
- Geeignete Kauartikel anbieten: Bieten Sie Ihren Tieren geeignete Kauartikel an, um ihr Kaubedürfnis zu befriedigen.
- Pflanzen unattraktiv machen: Verwenden Sie abschreckende Sprays (im Fachhandel erhältlich) oder legen Sie Zitronenschalen oder Alufolie um die Pflanzen, um sie für Tiere unattraktiv zu machen.
Was tun, wenn Ihr Tier eine giftige Pflanze gefressen hat?
Wenn Sie vermuten, dass Ihr Tier eine giftige Pflanze gefressen hat, handeln Sie schnell:
- Tierarzt kontaktieren: Rufen Sie sofort Ihren Tierarzt oder eine Tierklinik an. Beschreiben Sie die Symptome und, wenn möglich, die Art der Pflanze, die Ihr Tier gefressen hat.
- Pflanzenreste sichern: Bringen Sie, falls möglich, Reste der Pflanze oder ein Foto der Pflanze zum Tierarzt mit. Dies hilft bei der Diagnose und Behandlung.
- Nicht selbst behandeln: Versuchen Sie nicht, Ihr Tier selbst zum Erbrechen zu bringen, es sei denn, Ihr Tierarzt hat Ihnen dies ausdrücklich geraten.
Fazit
Die Wahl des richtigen Tiersitters und die Sicherheit Ihrer Zimmerpflanzen sind wichtige Aspekte der verantwortungsvollen Tierpflege. Indem Sie sich gut informieren, die richtigen Fragen stellen und auf die Bedürfnisse Ihrer Tiere eingehen, können Sie sicherstellen, dass Ihre Lieblinge auch während Ihrer Abwesenheit bestens versorgt sind und in einer sicheren Umgebung leben. Nehmen Sie sich die Zeit, den perfekten Tiersitter zu finden und Ihr Zuhause haustierfreundlich zu gestalten – es wird sich für Sie und Ihre tierischen Begleiter auszahlen.
