15/10/2024
Der Winter kann für viele Pflanzen eine echte Herausforderung darstellen. Frost und Kälte setzen ihnen zu und können, besonders bei Kübelpflanzen, schnell zum Tod führen. Daher ist das Überwintern von Pflanzen ein wichtiges Thema für alle Gartenliebhaber. Viele fragen sich dabei: Was kostet das eigentlich, Pflanzen professionell überwintern zu lassen? Und welche Methoden gibt es, um Pflanzen selbst sicher durch den Winter zu bringen?
Warum Pflanzen überwintern?
Nicht alle Pflanzen sind winterhart. Gerade Pflanzen, die in Kübeln oder Töpfen wachsen, sind besonders gefährdet. Im Gegensatz zu Pflanzen im Freilandboden sind ihre Wurzeln im Topf weniger geschützt und frieren schneller durch. Zudem sind Kübelpflanzen dem Frost-Tau-Wechsel stärker ausgesetzt, was zusätzlichen Stress für die Pflanzen bedeutet. Das Überwintern bietet Schutz vor diesen extremen Bedingungen und sichert das Überleben Ihrer Pflanzen, sodass Sie sich auch im nächsten Jahr wieder an ihrer Schönheit erfreuen können.

Welche Pflanzen müssen überwintert werden?
Grundsätzlich sollten alle nicht winterharten Pflanzen überwintert werden. Dazu gehören viele beliebte Kübelpflanzen wie:
- Oleander
- Zitruspflanzen (Zitronen-, Orangenbäume etc.)
- Olivenbäume
- Fuchsien
- Geranien
- Engelstrompeten
- Hibiskus
- Lavendel (bedingt winterhart, profitiert oft von Überwinterung im Kübel)
Aber auch einige winterharte Pflanzen, die in Töpfen wachsen, können von einer geschützten Überwinterung profitieren, insbesondere in sehr kalten Regionen oder bei besonders strengen Wintern. Junge Pflanzen sind oft empfindlicher als ältere und etablierte Pflanzen.
Methoden der Pflanzenüberwinterung
Es gibt verschiedene Methoden, um Pflanzen erfolgreich zu überwintern. Die Wahl der Methode hängt von der Art der Pflanze, ihrer Winterhärte und den verfügbaren Möglichkeiten ab.
1. Überwinterung im Haus oder in der Garage
Viele Kübelpflanzen können in einem hellen und kühlen Raum überwintert werden. Ideal sind Temperaturen zwischen 5 und 10 Grad Celsius. Ein unbeheizter Wintergarten, ein kühler Kellerraum oder eine Garage mit Fenster sind gut geeignet. Wichtig ist, dass der Raum frostfrei ist und genügend Licht bietet. Dunkle Räume sind nur für Pflanzen geeignet, die ihr Laub abwerfen. Während der Überwinterung sollte sparsam gegossen werden, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht vollständig austrocknet. Düngen ist in der Ruhephase nicht notwendig.
2. Eingraben im Garten
Eine weitere Möglichkeit ist das Eingraben der Kübelpflanzen im Garten. Dazu wird ein Loch gegraben, das so tief ist, dass der gesamte Topf darin Platz findet. Der Topf sollte so platziert werden, dass der Topfrand entweder bündig mit dem Erdboden abschließt oder leicht darüber liegt. Der Raum zwischen Topf und Erdloch wird mit Erde aufgefüllt. Diese Methode schützt die Wurzeln vor dem Durchfrieren und dem Frost-Tau-Wechsel. Im Frühjahr können die Töpfe wieder ausgegraben werden.
3. Schutz im Freien
Einige bedingt winterharte Pflanzen können auch im Freien überwintern, wenn sie ausreichend geschützt werden. Dazu sollten die Töpfe an einen geschützten Standort gestellt werden, beispielsweise an eine Hauswand. Die Töpfe selbst können mit isolierenden Materialien wie Jute, Luftpolsterfolie oder Vlies umwickelt werden. Der Wurzelbereich kann zusätzlich mit einer dicken Schicht Mulch oder Laub geschützt werden. Auch hier gilt: Sparsam gießen, um ein Austrocknen zu verhindern, aber Staunässe vermeiden.
4. Professionelle Pflanzenüberwinterung
Wer wenig Platz hat oder sich die Mühe der Überwinterung selbst sparen möchte, kann auf die professionelle Pflanzenüberwinterung durch Gärtnereien oder spezialisierte Betriebe zurückgreifen. Diese bieten oft Komplettpakete an, die die Abholung der Pflanzen, die fachgerechte Überwinterung in Gewächshäusern oder speziellen Winterquartieren und die Rücklieferung im Frühjahr umfassen.

Was kostet die Pflanzenüberwinterung?
Die Kosten für die Pflanzenüberwinterung können stark variieren und hängen von verschiedenen Faktoren ab:
- Größe und Anzahl der Pflanzen: Je größer und zahlreicher die Pflanzen, desto höher die Kosten.
- Art der Überwinterung: Die professionelle Überwinterung in einer Gärtnerei ist in der Regel teurer als die Überwinterung zu Hause.
- Leistungsumfang: Anbieter, die zusätzliche Leistungen wie Abhol- und Bringservice anbieten, berechnen dafür in der Regel eine Gebühr.
- Region und Anbieter: Die Preise können je nach Region und Anbieter variieren.
Einige Gärtnereien bieten Pauschalpreise pro Pflanze oder pro Quadratmeter Überwinterungsfläche an. Andere berechnen die Kosten individuell nach Aufwand und Größe der Pflanzen. Es empfiehlt sich, bei verschiedenen Anbietern Angebote einzuholen und die Preise zu vergleichen. So können Sie sicherstellen, dass Sie ein faires Angebot erhalten und Ihre Pflanzen in guten Händen sind.
Wie im Eingangstext erwähnt, bieten auch traditionelle Familienbetriebe wie der beschriebene Gärtnereibetrieb Überwinterungsdienste an. Solche Betriebe zeichnen sich oft durch Know-how und persönliche Betreuung aus. Die "geringe Gebühr" für den Abholservice, die im Text erwähnt wird, ist ein Beispiel für zusätzliche Kosten, die bei der professionellen Überwinterung anfallen können.
Tipps für die erfolgreiche Pflanzenüberwinterung
- Rechtzeitig beginnen: Starten Sie mit den Vorbereitungen für die Überwinterung, bevor der erste Frost kommt.
- Pflanzen vorbereiten: Entfernen Sie abgestorbene Blätter und Äste. Kontrollieren Sie die Pflanzen auf Schädlinge und behandeln Sie diese gegebenenfalls.
- Standortwahl: Wählen Sie für die Überwinterung im Haus einen Standort, der den Bedürfnissen der jeweiligen Pflanzenart entspricht (hell, kühl, etc.).
- Gießen und Düngen: Reduzieren Sie das Gießen während der Überwinterung deutlich und verzichten Sie auf Dünger.
- Regelmäßige Kontrolle: Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge oder Krankheiten, auch während der Überwinterung.
- Langsame Umgewöhnung im Frühjahr: Gewöhnen Sie die Pflanzen im Frühjahr langsam wieder an die wärmeren Temperaturen und die Sonne, bevor Sie sie wieder ins Freie stellen.
Häufig gestellte Fragen zur Pflanzenüberwinterung
Muss ich meine Pflanzen während der Überwinterung gießen?
Ja, aber nur sparsam. Der Wurzelballen sollte nicht vollständig austrocknen, aber Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Gießen Sie am besten nur, wenn die Erde sich trocken anfühlt.
Kann ich meine Pflanzen auch im dunklen Keller überwintern?
Das ist nur für Pflanzen geeignet, die ihr Laub abwerfen, wie z.B. Fuchsien oder Engelstrompeten. Im Frühjahr treiben sie dann wieder neu aus.
Wann ist der richtige Zeitpunkt, um die Pflanzen aus dem Winterquartier zu holen?
Das hängt von der Witterung und der Pflanzenart ab. Sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind und die Temperaturen steigen, können die Pflanzen langsam wieder an das Freie gewöhnt werden. Achten Sie aber auf Spätfröste und schützen Sie die Pflanzen gegebenenfalls noch einmal.
Mit der richtigen Vorbereitung und Methode können Sie Ihre Pflanzen erfolgreich durch den Winter bringen und sich im Frühjahr wieder an ihrer Pracht erfreuen. Ob Sie die Überwinterung selbst in die Hand nehmen oder einen professionellen Anbieter beauftragen, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten ab. In jedem Fall ist es eine Investition, die sich lohnt, um Ihre grünen Lieblinge zu erhalten.
