Können Sie Pflanzen nach Großbritannien einführen?

Pflanzen nach Großbritannien importieren: Neue Regeln

05/09/2020

Rating: 4.5 (6106 votes)

Die Einfuhr von Pflanzen und Pflanzenprodukten nach Großbritannien hat sich nach dem Brexit erheblich verändert. Neue Zollbestimmungen und Kontrollen wurden eingeführt, um die Biosicherheit des Vereinigten Königreichs zu gewährleisten. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die aktuellen Regeln und was Sie beachten müssen, wenn Sie Pflanzen nach Großbritannien importieren möchten.

Darf man lebende Pflanzen in die USA einführen?
Reisende können Pflanzen in feuchtes Zeitungspapier oder ähnliches Material einwickeln, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Wurzeln können in einer Plastiktüte gesichert werden. Reisende, die 13 oder mehr Pflanzen mitbringen möchten, benötigen eine Einfuhrgenehmigung von APHIS und müssen die Pflanzen per Post oder Schiff direkt an die nächstgelegene USDA-Pflanzeninspektionsstation schicken .
Inhaltsverzeichnis

Neue Zollbestimmungen für Pflanzenimporte nach Großbritannien

Die britische Regierung hat ein neues Zollregime eingeführt, das in drei Stufen umgesetzt wird. Diese Änderungen betreffen auch die Einfuhr von Pflanzen und Pflanzenprodukten aus der Europäischen Union und anderen Ländern. Es ist wichtig, die neuen Fristen und Anforderungen zu kennen, um Verzögerungen und Probleme bei der Einfuhr zu vermeiden.

Risikokategorien für Pflanzenimporte

Pflanzen und Pflanzenprodukte werden in drei verschiedene Risikoklassen eingeteilt: geringes Risiko, mittleres Risiko und hohes Risiko. Diese Einteilung bestimmt die Anforderungen, die bei der Einfuhr erfüllt werden müssen. Die Risikokategorisierung basiert auf der potenziellen Gefahr, die von den Pflanzen und Produkten für die Pflanzengesundheit in Großbritannien ausgeht.

Hier eine Übersicht der Risikokategorien mit Beispielen:

  • Hohes Risiko: Lebende Tiere, Erzeugnisse für die Schutzmaßnahmen gelten, Pflanzen zum Anpflanzen, Kartoffeln, bestimmtes Saatgut und Holz. Diese Kategorie umfasst Pflanzen und Produkte, die ein besonders hohes Risiko für die Einschleppung von Schädlingen und Krankheiten darstellen.
  • Mittleres Risiko: Fleisch & Fleischprodukte, Milch, Rohmilchprodukte, pflanzliche Erzeugnisse mit einem festgestellten Schädlings- oder Krankheitsrisiko. Diese Kategorie beinhaltet Produkte, die ein moderates Risiko darstellen und daher strengere Kontrollen erfordern.
  • Geringes Risiko: Milchprodukte, zusammengesetzte Lebensmittel. Diese Kategorie umfasst Produkte, die als relativ sicher gelten und daher weniger strenge Kontrollen unterliegen.

Es ist entscheidend, die Risikokategorie Ihrer Pflanzenimporte zu kennen, da dies die erforderlichen Dokumente und Kontrollen bestimmt.

Zeitplan für die Änderungen der Einfuhrbestimmungen

Die Einführung des neuen Zollregimes erfolgt in mehreren Schritten. Hier ist ein Überblick über die wichtigsten Termine:

  • 31. Januar 2024: Verpflichtende Vorlage von Pflanzengesundheitszeugnissen für Pflanzenprodukte mit mittlerem und hohem Risiko. Für Waren mit geringem Risiko entfällt die Pflicht zur Vorlage von Gesundheitsbescheinigungen und die Voranmeldung für Pflanzenprodukte mit geringem Risiko ist nicht mehr erforderlich.
  • 30. April 2024: Einführung von Kontrollen für Pflanzenprodukte mit mittlerem Risiko an Grenzkontrollstellen (Border Control Post, BCP). Diese Kontrollen umfassen physische Kontrollen und die Prüfung von Dokumenten.
  • 31. Oktober 2024: Verpflichtende Abgabe einer summarischen Eingangsanmeldung (Safety and Security declaration) für Waren aus der EU.

Es ist wichtig zu beachten, dass für Waren der hohen Risikokategorie bereits seit dem Brexit höhere Anforderungen gelten. Dazu gehören die Vorabanmeldung über die IT-Anwendung IPAFFS, die Vorlage von Pflanzengesundheitszeugnissen und physische Einfuhrkontrollen.

Erforderliche Dokumente und Kontrollen

Abhängig von der Risikokategorie Ihrer Pflanzenimporte benötigen Sie unterschiedliche Dokumente und müssen mit Kontrollen rechnen:

RisikokategoriePflanzengesundheitszeugnisVoranmeldungPhysische Kontrollen
Hohes RisikoVerpflichtendVerpflichtend (IPAFFS)Ja, an Grenzkontrollstellen
Mittleres RisikoVerpflichtend (ab 31. Januar 2024)Nein (derzeit)Ja, an Grenzkontrollstellen (ab 30. April 2024)
Geringes RisikoNicht erforderlichNicht erforderlichNein

Ein Pflanzengesundheitszeugnis ist ein offizielles Dokument, das von der Pflanzenschutzbehörde des Exportlandes ausgestellt wird. Es bestätigt, dass die Pflanzen oder Pflanzenprodukte frei von bestimmten Schädlingen und Krankheiten sind und den Einfuhrbestimmungen des Vereinigten Königreichs entsprechen. Sie müssen dieses Zertifikat von Ihrem Lieferanten oder der zuständigen Behörde im Exportland erhalten.

Die Voranmeldung über das IT-System IPAFFS (Import of Products, Animals, Food and Feed System) ist für Pflanzen und Produkte mit hohem Risiko erforderlich. Sie müssen Ihre Sendung vorab anmelden, um die Einfuhr zu ermöglichen.

Was dürfen Sie in die Schweiz einführen?
Reiseproviant kann steuer- und zollfrei eingeführt werden. Dazu gehören verzehrfertige Lebensmittel und alkoholfreie Getränke für den Reisetag. Bitte beachten Sie: Die Einfuhr von Fleisch- und Milchprodukten sowie den meisten Obst- und Gemüsesorten aus Drittstaaten (Nicht-EU-Ländern) ist verboten.

Physische Kontrollen können an Grenzkontrollstellen durchgeführt werden. Dabei werden die Dokumente geprüft und die Pflanzen und Produkte selbst auf Schädlinge und Krankheiten untersucht. Die Häufigkeit und Intensität der Kontrollen hängt von der Risikokategorie ab.

Was bedeutet das für Pflanzenimporteure?

Die neuen Einfuhrbestimmungen bedeuten für Pflanzenimporteure einen erhöhten Aufwand. Es ist unerlässlich, sich frühzeitig mit den neuen Regeln vertraut zu machen und sicherzustellen, dass alle erforderlichen Dokumente vorhanden sind. Planen Sie genügend Zeit für die Beantragung von Pflanzengesundheitszeugnissen und mögliche Kontrollen ein.

Für Pflanzenimporteure aus der EU bedeutet dies insbesondere:

  • Überprüfung der Risikokategorie: Stellen Sie sicher, dass Sie die Risikokategorie Ihrer Pflanzenimporte genau kennen.
  • Beantragung von Pflanzengesundheitszeugnissen: Organisieren Sie rechtzeitig die Beantragung von Pflanzengesundheitszeugnissen für Pflanzenprodukte mit mittlerem und hohem Risiko.
  • Voranmeldung über IPAFFS (für hohes Risiko): Nutzen Sie das IPAFFS-System für die Voranmeldung von Sendungen mit hohem Risiko.
  • Berücksichtigung von Kontrollen: Planen Sie mögliche Kontrollen an Grenzkontrollstellen ein und kalkulieren Sie eventuelle Verzögerungen mit ein.

Informationsquellen und Unterstützung

Um sich umfassend über die neuen Einfuhrbestimmungen zu informieren, empfiehlt es sich, die offiziellen Webseiten der britischen Regierung zu konsultieren. Das Border Target Operating Model bietet detaillierte Informationen zu den neuen Regeln und Fristen. Zusätzlich sind Merkblätter in deutscher Sprache verfügbar, die von Organisationen wie dem DIHK und GTAI bereitgestellt werden.

Es ist ratsam, sich bei Fragen an die zuständigen Behörden oder an Experten für Zoll- und Einfuhrbestimmungen zu wenden. Eine sorgfältige Vorbereitung und Einhaltung der neuen Regeln helfen Ihnen, Ihre Pflanzenimporte nach Großbritannien erfolgreich und reibungslos abzuwickeln.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Benötige ich für jede Pflanzenlieferung ein Pflanzengesundheitszeugnis?
Das hängt von der Risikokategorie der Pflanzen ab. Für Pflanzen mit mittlerem und hohem Risiko ist ein Pflanzengesundheitszeugnis ab dem 31. Januar 2024 verpflichtend.
Wo erhalte ich ein Pflanzengesundheitszeugnis?
Pflanzengesundheitszeugnisse werden von der Pflanzenschutzbehörde des Exportlandes ausgestellt. Wenden Sie sich an Ihren Lieferanten oder die zuständige Behörde im Exportland.
Was passiert, wenn meine Pflanzenlieferung an der Grenze kontrolliert wird?
Bei einer Kontrolle werden Ihre Dokumente geprüft und die Pflanzen auf Schädlinge und Krankheiten untersucht. Bei Beanstandungen kann die Einfuhr verweigert oder weitere Maßnahmen angeordnet werden.
Gelten die neuen Regeln auch für Privatpersonen?
Die Informationen in diesem Artikel beziehen sich primär auf kommerzielle Importe. Für Privatpersonen können gesonderte Regelungen gelten. Es empfiehlt sich, die aktuellen Bestimmungen für private Pflanzenimporte zu prüfen.

Dieser Artikel dient als erste Orientierungshilfe. Die Einfuhrbestimmungen können sich ändern, daher ist es wichtig, stets die aktuellsten Informationen der offiziellen Quellen zu konsultieren.

Go up