21/08/2023
Ein prächtig bepflanztes Aquarium ist nicht nur eine Augenweide, sondern auch ein wichtiger Bestandteil eines gesunden Ökosystems für Ihre Wasserbewohner. Doch das Anbringen von Wasserpflanzen kann, besonders für Anfänger, eine Herausforderung darstellen. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Leitfaden, wie Sie verschiedene Arten von Wasserpflanzen fachgerecht befestigen, damit Ihr Aquarium zum blühenden Unterwasserparadies wird.

Verschiedene Pflanzenarten, verschiedene Methoden
Nicht jede Wasserpflanze ist gleich und dementsprechend variieren auch die Methoden, wie diese am besten im Aquarium platziert werden. Grundsätzlich lassen sich Wasserpflanzen grob in verschiedene Kategorien einteilen, die jeweils eigene Befestigungsstrategien erfordern. Im Folgenden gehen wir auf die gängigsten Pflanzentypen ein und erklären detailliert, wie Sie diese erfolgreich in Ihrem Aquarium integrieren.

Rhizompflanzen: Aufsitzer-Spezialisten
Zu den Rhizompflanzen gehören beliebte Arten wie Farne (z.B. Javafarn), Anubien und Bolbitis. Diese Pflanzen sind sogenannte Aufsitzerpflanzen. Das bedeutet, dass sie in ihrer natürlichen Umgebung nicht im Boden wurzeln, sondern sich an Steinen, Wurzeln oder anderen harten Oberflächen festklammern. Im Aquarium sollten Sie diese Eigenschaft nutzen.
Befestigungsmethoden für Rhizompflanzen:
- Aufbinden: Verwenden Sie einen feinen Nylonfaden oder Angelschnur, um die Pflanze vorsichtig an einem Stein, einer Wurzel oder einem Dekogegenstand zu befestigen. Wickeln Sie den Faden mehrmals um das Rhizom und das Objekt, aber ziehen Sie ihn nicht zu fest, um die Pflanze nicht zu beschädigen. Mit der Zeit wachsen die Haftwurzeln der Pflanze fest und der Faden kann entfernt werden, oder verrottet unauffällig.
- Aufkleben: Für eine schnellere und oft unauffälligere Befestigung eignet sich spezieller Pflanzenkleber für Aquarien. Dieser Kleber ist ungiftig für Fische und andere Wasserbewohner. Tragen Sie eine kleine Menge Kleber auf das Rhizom auf und drücken Sie die Pflanze für einige Sekunden an die gewünschte Stelle. Achten Sie darauf, dass der Kleber vollständig ausgehärtet ist, bevor Sie das Aquarium wieder mit Wasser befüllen oder die Pflanze unter Wasser bewegen.
- Einklemmen: Manchmal reicht es bereits aus, die Pflanze in Zwischenräume von Steinen oder Wurzeln zu klemmen. Dies funktioniert besonders gut, wenn die Dekoration eine raue Oberfläche hat, an der sich die Pflanze festhalten kann.
Wichtig: Vermeiden Sie es, Rhizompflanzen klassisch in den Bodengrund einzupflanzen. Wenn Sie es doch tun, stellen Sie sicher, dass das Rhizom nicht vollständig vom Substrat bedeckt ist. Ein bedecktes Rhizom neigt leicht zur Fäulnis, was zum Absterben der Pflanze führen kann.
Stängelpflanzen: Klassisch im Bodengrund
Stängelpflanzen wie Rotala, Ludwigia, Hygrophila und Cabomba sind die klassischen Kandidaten für die Bepflanzung des Bodengrunds. Sie werden in der Regel als Bundware verkauft und sollten vor dem Einpflanzen vorbereitet werden.
Einpflanzen von Stängelpflanzen:
- Vorbereitung: Entfernen Sie vorsichtig die Banderole oder den Draht, der den Bund zusammenhält. Schneiden Sie gegebenenfalls beschädigte oder welke Blätter am unteren Ende der Stängel ab.
- Pinzette verwenden: Eine Pflanzenpinzette ist ein unverzichtbares Werkzeug für das Einpflanzen von Stängelpflanzen. Sie ermöglicht es, die zarten Stängel präzise zu greifen und im Bodengrund zu versenken, ohne sie zu beschädigen oder sich die Finger schmutzig zu machen.
- Bodengrund vorbereiten: Befeuchten Sie den Bodengrund vor dem Einpflanzen mit einer Sprühflasche. Die Feuchtigkeit sorgt dafür, dass das Substrat besser zusammenhält und verhindert, dass einzelne Körner an der Pinzette oder den Fingern haften bleiben.
- Einpflanzen: Fassen Sie mit der Pinzette eine Portion von mehreren Stängeln (etwa 3-5) und versenken Sie diese tief genug im Bodengrund. Die Stängel sollten ausreichend tief stecken, damit sie stabil stehen und nicht auftreiben.
- Extra-Tipp: Bei Stängelpflanzen mit wenigen oder kaum Wurzeln empfiehlt es sich, diese leicht schräg in den Bodengrund zu stecken. Dadurch wird die Auflagefläche im Substrat vergrößert und die Pflanze besser beschwert, was das Auftreiben reduziert.
Rosettenpflanzen: Einzeln im Fokus
Rosettenpflanzen wie Cryptocorynen, Echinodorus (Amazonas-Schwertpflanzen) und Vallisnerien zeichnen sich durch ihre rosettenförmige Wuchsform aus. Sie werden in der Regel einzeln oder in kleinen Töpfen verkauft.

Einpflanzen von Rosettenpflanzen:
- Vorbereitung: Nehmen Sie die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und entfernen Sie die Steinwolle oder den Schaumstoff, in dem die Wurzeln eingebettet sind. Spülen Sie die Wurzeln unter fließendem Wasser ab, um eventuelle Rückstände zu entfernen. Kürzen Sie bei Bedarf zu lange Wurzeln mit einer Schere.
- Grobe Pinzette: Für Rosettenpflanzen ist eine etwas gröbere Pflanzenpinzette hilfreich, da sie stabilere Blätter und Wurzeln haben.
- Bodengrund vorbereiten: Befeuchten Sie den Bodengrund wie bei den Stängelpflanzen.
- Einpflanzen: Greifen Sie die Rosette mit der Pinzette am Wurzelansatz und setzen Sie sie tief genug in den Bodengrund, sodass die Rosette knapp über dem Substrat sitzt. Achten Sie darauf, die Wurzeln nicht zu knicken oder zu beschädigen.
Bodendecker: Teppich für den Vordergrund
Bodendecker wie Hemianthus callitrichoides "Cuba" (HCC), Glossostigma elatinoides und Marsilea sind ideal, um einen dichten, grünen Teppich im Vordergrund des Aquariums zu schaffen. Sie werden oft in kleinen Portionen oder Töpfchen angeboten.
Einpflanzen von Bodendeckern:
- Vorbereitung: Teilen Sie die handelsübliche Portion Bodendecker in kleinere Teile auf. Dies erleichtert das Einsetzen und fördert ein flächiges Wachstum. Je kleiner die Teile, desto schneller bildet sich ein dichter Teppich.
- Feine Pinzette: Verwenden Sie eine feinere Pflanzenpinzette, um die zarten Bodendecker zu handhaben.
- Flächiges Setzen: Pflanzen Sie die einzelnen Teile flächig im Bodengrund ein. Der Abstand zwischen den Portionen sollte etwa 3-4 cm betragen. Mit der Zeit wachsen die Bodendecker zusammen und bilden einen geschlossenen Teppich.
- Geduld: Bodendecker benötigen oft etwas Zeit, um anzuwachsen und sich auszubreiten. Gute Lichtverhältnisse, eine CO2-Düngung und eine ausreichende Nährstoffversorgung fördern das Wachstum.
Moose: Vielseitige Aufsitzer und Bodendecker
Moose wie Javamoos, Christmas-Moos und Flammenmoos sind äußerst vielseitig einsetzbar. Sie können sowohl als Aufsitzerpflanzen auf Steinen und Wurzeln verwendet werden, als auch als Bodendecker oder sogar als Schwimmpflanzen (z.B. Teichlebermoos). Lose Moose werden oft in Portionen verkauft.
Befestigungsmethoden für Moose:
- Aufkleben: Wie bei Rhizompflanzen eignet sich Pflanzenkleber hervorragend, um Moose auf Steinen, Wurzeln oder Dekogegenständen zu befestigen. Tragen Sie eine dünne Schicht Kleber auf das Objekt auf und drücken Sie das Moos vorsichtig an.
- Aufbinden: Moose lassen sich auch gut mit Nylonfaden oder Angelschnur aufbinden. Wickeln Sie den Faden locker um das Moos und das Objekt. Mit der Zeit wächst das Moos fest und der Faden kann entfernt werden.
- Einklemmen: Auch Moose können in Zwischenräume geklemmt werden. Dies funktioniert besonders gut bei rauen Oberflächen.
- Lose Platzierung: In manchen Fällen, z.B. bei Javamoos, reicht es aus, das Moos einfach lose auf die gewünschte Stelle zu legen. Mit der Zeit wächst es von selbst fest.
- Ausnahmen: Einige Moosarten wie Weeping Moos oder Spiky Moos wachsen nicht von alleine fest. Diese sollten dauerhaft fixiert werden, z.B. durch Aufbinden mit einer dauerhaft haltbaren Schnur (z.B. Nylon).
Schwimmpflanzen: Dekoration für die Wasseroberfläche
Schwimmpflanzen wie Salvinia, Limnobium (Froschbiss), Pistia (Muschelblume) und Lemna (Wasserlinse) werden einfach auf die Wasseroberfläche des Aquariums gelegt. Sie benötigen keine Befestigung im Bodengrund oder an Dekoration.
Besonderheiten bei Schwimmpflanzen:
- Lichtregulation: Schwimmpflanzen können das Aquarium abschatten und somit das Licht für andere Pflanzen reduzieren. Dies kann in Becken mit lichthungrigen Pflanzen problematisch sein. Regulieren Sie die Menge an Schwimmpflanzen, um ein ausgewogenes Lichtverhältnis zu gewährleisten.
- Nährstoffzehrer: Schwimmpflanzen sind starke Nährstoffzehrer und können überschüssige Nährstoffe im Aquariumwasser aufnehmen. Dies kann helfen, Algenwachstum zu reduzieren, besonders in der Einlaufphase des Aquariums.
- Verstecke für Tiere: Die Wurzeln von Schwimmpflanzen bieten Verstecke für Jungfische und Garnelen.
- Fixierung von Schwimmpflanzen: Wenn Sie verhindern möchten, dass sich Schwimmpflanzen unkontrolliert im Aquarium ausbreiten oder bestimmte Bereiche beschatten, können Sie sie mit einem Schwimmring fixieren. Ein solcher Ring kann aus einem transparenten Trinkhalm oder Luftschlauch gebastelt und mit einem Saugnapf an der Aquarienscheibe befestigt werden.
Knollenpflanzen: Tief im Bodengrund
Knollenpflanzen oder Zwiebelpflanzen wie Crinum, Nymphaea (Tigerlotus) und Aponogeton werden als Knollen oder Zwiebeln verkauft. Im Gegensatz zu anderen Pflanzen sollten diese nicht geteilt werden. Die Knolle muss intakt bleiben, um auszutreiben.
Einpflanzen von Knollenpflanzen:
- Knolle intakt lassen: Beschädigen Sie die Knolle nicht beim Einpflanzen.
- Tiefe Pflanzung: Verwenden Sie eine grobe Pflanzenpinzette und drücken Sie die Knolle tief in den Bodengrund, sodass nur noch die Triebe herausschauen.
- Ausnahme Crinum: Bei Zwiebelpflanzen wie Crinum sollte etwa die Hälfte der Zwiebel aus dem Bodengrund herausschauen.
- Wachstumsdauer: Knollenpflanzen können eine Weile benötigen, bis sie austreiben. Haben Sie Geduld und sorgen Sie für gute Bedingungen im Aquarium.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Befestigen von Wasserpflanzen
- Welche Werkzeuge benötige ich zum Befestigen von Wasserpflanzen?
- Für das Befestigen von Wasserpflanzen sind Pflanzenpinzetten (fein und grob), Pflanzenkleber, Nylonfaden oder Angelschnur, eine Schere und eine Sprühflasche hilfreich.
- Kann ich normalen Sekundenkleber für Wasserpflanzen verwenden?
- Nein, verwenden Sie ausschließlich speziellen Pflanzenkleber für Aquarien. Normaler Sekundenkleber kann schädliche Stoffe ins Wasser abgeben.
- Wie lange dauert es, bis Wasserpflanzen festwachsen?
- Das Festwachsen von Wasserpflanzen hängt von der Pflanzenart und den Bedingungen im Aquarium ab. Rhizompflanzen und Moose können innerhalb weniger Wochen anwachsen. Stängelpflanzen und Rosettenpflanzen wurzeln in der Regel schneller im Bodengrund.
- Was mache ich, wenn Wasserpflanzen immer wieder auftreiben?
- Stellen Sie sicher, dass Sie Stängelpflanzen und Rosettenpflanzen tief genug in den Bodengrund pflanzen. Bei Stängelpflanzen kann das schräge Einpflanzen helfen. Bei Bodendeckern kann das Teilen in kleinere Portionen und das flächige Setzen das Auftreiben reduzieren. Verwenden Sie gegebenenfalls Pflanzenklammern oder Steine, um die Pflanzen zu beschweren, bis sie angewachsen sind.
- Muss ich Wasserpflanzen düngen?
- Ja, die meisten Wasserpflanzen benötigen eine Düngung, um optimal zu wachsen. Verwenden Sie einen speziellen Aquariumpflanzendünger, der auf die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen abgestimmt ist. Informieren Sie sich über die spezifischen Düngebedürfnisse der jeweiligen Pflanzenarten.
Fazit: Mit der richtigen Technik zum Erfolg
Das Befestigen von Wasserpflanzen ist kein Hexenwerk, erfordert aber etwas Wissen über die verschiedenen Pflanzenarten und die geeigneten Methoden. Mit den hier vorgestellten Techniken und etwas Übung gelingt Ihnen die Bepflanzung Ihres Aquariums garantiert. Achten Sie auf die spezifischen Bedürfnisse jeder Pflanzenart und schaffen Sie so ein gesundes und wunderschönes Unterwasserparadies für Ihre Fische und Garnelen. Viel Erfolg beim Bepflanzen!
