Welche Wasserhärte ist für Pflanzen optimal?

Wasserhärte im Aquarium erhöhen: So geht's!

30/07/2024

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Ein Aquarium ist ein kleines Ökosystem, in dem die Wasserqualität eine entscheidende Rolle für das Wohlbefinden seiner Bewohner spielt. Neben Temperatur und pH-Wert ist die Wasserhärte, oft in Gesamthärte (GH) und Karbonathärte (KH) unterteilt, ein wichtiger Faktor. Ist das Wasser zu weich, kann dies zu Problemen für bestimmte Fischarten, Wirbellose und Wasserpflanzen führen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Methoden, um die Wasserhärte im Aquarium gezielt zu erhöhen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie die Wasserhärte sicher und effektiv anpassen können, um ein gesundes und blühendes Aquarium zu gewährleisten.

Welche Pflanzen mögen hartes Wasser?
HINTERGRUNDPFLANZEN FÜR HARTES WASSERHornkraut. Mit Hornkraut ist zum Beispiel Ceratophyllum demersum 'Foxtail' gemeint. ...Nixkraut. ...Cryptocoryne usteriana. ...Hygrophila corymbosa. ...Cryptocoryne albida 'Brown' ...Schismatoglottis prietoi. ...Cryptocoryne beckettii "Petchii" ...Marsilea hirsuta.
Inhaltsverzeichnis

Warum ist die richtige Wasserhärte wichtig?

Die Wasserhärte beschreibt die Konzentration von gelösten Mineralien im Wasser, insbesondere Calcium und Magnesium. Sie wird in Grad deutscher Härte (°dH) gemessen. Die Gesamthärte (GH) gibt die Gesamtmenge dieser Mineralien an, während die Karbonathärte (KH), auch Säurebindungskapazität genannt, die Fähigkeit des Wassers beschreibt, pH-Wert-Schwankungen abzufangen und zu stabilisieren. Viele Aquarienbewohner haben spezifische Ansprüche an die Wasserhärte. Einige Arten bevorzugen weiches Wasser, während andere hartes Wasser benötigen, um optimal zu gedeihen. Falsche Wasserwerte können Stress, Krankheiten und im schlimmsten Fall sogar den Tod der Tiere verursachen. Zudem beeinflusst die Wasserhärte das Pflanzenwachstum und die Verfügbarkeit von Nährstoffen im Aquarium.

Methoden zur Erhöhung der Wasserhärte

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Aquariumwasser zu weich ist, gibt es verschiedene bewährte Methoden, um die Wasserhärte zu erhöhen. Wir stellen Ihnen die gängigsten und effektivsten Optionen vor:

Erhöhung der Karbonathärte (KH) mit Natron

Um die Karbonathärte und den pH-Wert zu erhöhen, können Sie Natriumhydrogencarbonat (NaHCO3), auch bekannt als Natron oder Kaiser Natron, verwenden. Dieses Hausmittel ist in Apotheken und Supermärkten erhältlich und eine kostengünstige Methode, um die KH gezielt anzuheben. Die Dosierung ist dabei relativ einfach: Etwa 3 Gramm Natriumhydrogencarbonat pro 100 Liter Wasser erhöhen die Karbonathärte um 1 °dKH.

Wichtig: Eine Verdopplung der Karbonathärte führt in der Regel zu einer Erhöhung des pH-Wertes um etwa 0,3 Einheiten. Dieser Effekt kann jedoch durch andere Faktoren im Aquarium, wie den CO2-Gehalt, beeinflusst werden. Es ist ratsam, die Wasserwerte nach der Zugabe von Natron regelmäßig zu überprüfen, um unerwünschte pH-Wert-Schwankungen zu vermeiden. Geben Sie Natron immer langsam und in kleinen Schritten zum Wechselwasser hinzu und kontrollieren Sie nach einigen Stunden die KH und den pH-Wert erneut.

Erhöhung der Gesamthärte (GH) mit Bittersalz

Für die Erhöhung der Gesamthärte eignet sich Bittersalz (Magnesiumsulfat-Heptahydrat MgSO4·7 H2O) hervorragend. Bittersalz ist ebenfalls in Apotheken und im Fachhandel erhältlich und eine effektive Möglichkeit, den Magnesiumgehalt und somit die GH im Aquariumwasser zu steigern. Für eine Erhöhung der Gesamthärte um 1 °dGH benötigen Sie etwa 4,4 Gramm Bittersalz pro 100 Liter Wasser.

Achtung: Es wird generell nicht empfohlen, verschiedene Salze gleichzeitig in hoher Konzentration dem Aquarium zuzuführen, da dies zu unerwünschten chemischen Reaktionen und Ausfällungen führen kann. Wenn Sie sowohl GH als auch KH erhöhen möchten, ist es ratsam, dies schrittweise und mit ausreichend Zeit zwischen den Zugaben zu tun oder auf spezielle Mineralsalzmischungen zurückzugreifen.

Erhöhung von GH und KH mit Mineralsalzmischungen

Die einfachste und bequemste Methode zur Erhöhung der Wasserhärte ist die Verwendung von fertigen Mineralsalzmischungen, die speziell für die Aquaristik entwickelt wurden. Diese Produkte enthalten in der Regel eine ausgewogene Zusammensetzung verschiedener Mineralien und Spurenelemente, die sowohl die GH als auch die KH im gewünschten Verhältnis erhöhen. Bekannte Hersteller von Mineralsalzen sind beispielsweise SaltyShrimp, Dennerle, Preis und DRAK Aquaristik.

Der Vorteil von Mineralsalzmischungen liegt in ihrer einfachen Anwendung und der gezielten Anpassung der Wasserwerte an die Bedürfnisse bestimmter Tierarten. Viele Hersteller geben Dosierempfehlungen an, die sich auf den Leitwert oder die gewünschte Erhöhung von GH und KH beziehen. So können Sie die Dosierung präzise berechnen und mit einem Leitwertmessgerät überprüfen. Dies ist besonders empfehlenswert für empfindliche Tiere oder für Aquarien mit speziellen Wasseranforderungen, wie beispielsweise für Weichwassergarnelen (Caridina cantonensis) oder Sulawesi-Garnelen.

Anwendung von Mineralsalzmischungen

Die Anwendung von Mineralsalzmischungen ist in der Regel unkompliziert. Für leicht lösliche Salze, die vor allem für Weichwassertiere wie Bienengarnelen oder Neocaridina davidi verwendet werden, genügt es, die empfohlene Menge dem Wechselwasser außerhalb des Aquariums zuzugeben und kurz umzurühren. Schwerer lösliche Salze, wie sie beispielsweise für Sulawesi-Garnelen benötigt werden (z.B. Sulawesi Mineral 8.5), erfordern etwas mehr Vorbereitung.

Um schwer lösliche Mineralsalze optimal aufzulösen, empfiehlt es sich, das Wechselwasser bereits einige Tage vor dem Wasserwechsel vorzubereiten. Geben Sie die benötigte Menge Mineralsalz in das Wasser und leiten Sie CO2 ein. Nach etwa drei Tagen sollte sich der Großteil des Salzes gelöst haben. Anschließend muss das CO2 wieder ausgetrieben werden, beispielsweise durch Belüftung mit einem Luftsprudler. Eine weitere Möglichkeit ist die Zugabe des Salzes zu aufgekochtem und leicht abgekühltem Osmosewasser. Auch hier lösen sich die Mineralien schneller, jedoch bleiben oft ungelöste Bestandteile zurück. Diese ungelösten Bestandteile sollten jedoch mit ins Aquarium gegeben werden, da sie sich im Laufe der Zeit noch auflösen können.

Zusammenfassende Tabelle: Methoden zur Erhöhung der Wasserhärte

MethodeErhöhtDosierung (pro 100 Liter)VorteileNachteile
Natron (Natriumhydrogencarbonat)KH und pH-Wert3 g für +1 °dKHKostengünstig, einfach erhältlichErhöht nur KH, pH-Wert-Schwankungen möglich
Bittersalz (Magnesiumsulfat)GH4,4 g für +1 °dGHErhöht gezielt GHErhöht nur GH, ggf. Ausfällungen bei Mischung mit anderen Salzen
MineralsalzmischungenGH und KH (ausgewogen)Herstellerangaben beachtenEinfache Anwendung, ausgewogene Mineralien, oft mit SpurenelementenTeurer als Einzelkomponenten, ggf. längere Auflösezeit bei schwer löslichen Salzen

Häufige Fragen zur Erhöhung der Wasserhärte

Kann ich Leitungswasser verwenden, um die Wasserhärte zu erhöhen?
Ob Leitungswasser geeignet ist, hängt von der Ausgangswasserhärte ab. In vielen Regionen ist das Leitungswasser bereits relativ hart. Eine Analyse Ihres Leitungswassers gibt Aufschluss über die aktuellen Werte. Wenn Ihr Leitungswasser bereits eine ausreichende Härte aufweist, können Sie es eventuell mit weichem Wasser (z.B. Osmosewasser) verschneiden, um die gewünschte Härte zu erreichen. Ist Ihr Leitungswasser jedoch sehr weich, reichen die oben genannten Methoden aus, um die Härte gezielt zu erhöhen.
Wie oft sollte ich die Wasserhärte im Aquarium überprüfen?
Die Wasserhärte sollte regelmäßig überprüft werden, insbesondere nach Wasserwechseln oder Veränderungen im Aquarium. Eine wöchentliche Kontrolle ist empfehlenswert, um sicherzustellen, dass die Werte im optimalen Bereich bleiben. Bei Problemen oder Veränderungen im Verhalten der Tiere oder Pflanzen ist eine häufigere Überprüfung ratsam.
Kann ich zu viel Wasserhärte erhöhen?
Ja, eine zu hohe Wasserhärte kann ebenso schädlich sein wie zu weiches Wasser. Es ist wichtig, die Bedürfnisse der jeweiligen Aquarienbewohner zu berücksichtigen und die Wasserhärte entsprechend anzupassen. Eine schrittweise Erhöhung und regelmäßige Kontrolle der Wasserwerte helfen, eine Überdosierung zu vermeiden. Im Zweifelsfall ist es immer besser, die Wasserhärte langsam und kontrolliert anzupassen.

Fazit

Die Erhöhung der Wasserhärte im Aquarium ist mit verschiedenen Methoden einfach und effektiv möglich. Ob Sie sich für Natron, Bittersalz oder fertige Mineralsalzmischungen entscheiden, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen und den Ansprüchen Ihrer Aquarienbewohner ab. Wichtig ist, die Wasserwerte regelmäßig zu kontrollieren und die Dosierung der gewählten Methode sorgfältig zu beachten. Mit dem richtigen Wissen und den passenden Produkten können Sie die Wasserhärte optimal einstellen und ein gesundes und artenrechtes Aquarium schaffen.

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