Woraus besteht ein Pflanzenburger?

Pflanzenburger: Mehr als nur ein Hype?

28/07/2024

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Pflanzenburger haben sich in den letzten Jahren zu einer populären Alternative zu traditionellen Fleischburgern entwickelt. Sie werden oft als gesünder und nachhaltiger beworben und sind besonders bei Vegetariern, Veganern und Flexitariern beliebt. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen fleischlosen Patties? Und sind sie wirklich so gut, wie ihr Ruf?

Inhaltsverzeichnis

Was steckt in einem Pflanzenburger?

Ein Pflanzenburger besteht in der Regel aus einer Mischung verschiedener pflanzlicher Zutaten, die Fleisch in Textur und Geschmack ähneln sollen. Häufig verwendete Basis-Zutaten sind:

  • Pflanzliche Proteine: Erbsenprotein, Sojaprotein, Reisprotein, Lupinenprotein
  • Pflanzliche Fette: Kokosöl, Rapsöl, Sonnenblumenöl
  • Bindemittel: Methylcellulose, Stärke
  • Aromen und Gewürze: Um den fleischähnlichen Geschmack zu erzeugen
  • Farbstoffe: Rote Bete Saft, Karamell, um das Aussehen von gebratenem Fleisch zu imitieren

Die genaue Zusammensetzung variiert je nach Hersteller und Produkt. Einige Pflanzenburger enthalten auch Gemüse, Getreide oder Hülsenfrüchte. Für die Zubereitung in der Pfanne empfiehlt es sich, etwas Pflanzenöl oder vegane Butter in einer Pfanne bei mittlerer Hitze zu erhitzen und die Burger von beiden Seiten für etwa 4 bis 6 Minuten zu braten, bis sie schön braun sind. Regelmäßiges Wenden sorgt für ein gleichmäßiges Ergebnis.

Welche Kritik gibt es an Beyond Meat?
Ökotest bewertet Beyond Meat lediglich mit ausreichend. Die Kritik: Die Experten haben im Labor stark erhöhte Mengen an Mineralölbestandteilen nachgewiesen. Außerdem wird der unnötige Einsatz von geschmacksverstärkendem Hefeextrakt kritisiert.

Der Fall Beyond Meat: Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind

Beyond Meat galt lange Zeit als Vorreiter und Hoffnungsträger im Bereich der pflanzlichen Ernährung. Das Unternehmen versprach, die Fast-Food-Industrie zu revolutionieren und eine gesunde, nachhaltige Alternative zu Fleisch zu bieten. Analysten sahen in Beyond Meat das „nächste große Ding“ und das Unternehmen schien vom boomenden veganen Trend zu profitieren, als es an die Börse ging.

Doch der anfängliche Hype scheint verflogen. Experten von Motley Fool sehen die anfänglichen Umsatzsteigerungen im Nachhinein als kurzfristige Modeerscheinung. Die Krisen der letzten Jahre und die hohe Inflation haben die Situation für Beyond Meat deutlich verschärft. Die Umsätze sinken kontinuierlich, im ersten Quartal 2024 sogar um 18 % im Vergleich zum Vorjahr. Der Aktienkurs ist seit dem Börsengang 2019 um ganze 96 % eingebrochen – ein dramatischer Absturz.

Obwohl Beyond Meat immer noch Produkte verkauft und im letzten Quartal einen Umsatz von 76 Millionen US-Dollar erzielte, sind die Verluste enorm. Der Nettoverlust betrug 54 Millionen US-Dollar und war damit kaum geringer als im Vorjahr (59 Millionen US-Dollar). Diese Zahlen zeigen, dass die Verluste fast so hoch sind wie die Einnahmen, was für die langfristige Rentabilität des Unternehmens bedenklich ist. Zwar konnte die Produktion kosteneffizienter gestaltet werden, doch gleichzeitig wurden die Preise erhöht, was viele Verbraucher abschrecken könnte.

Sind die pflanzlichen Burger von McDonald's vegan?
Laut McDonald's werden die Burger auf demselben Grill wie Fleischprodukte zubereitet und sind daher weder vegan noch vegetarisch. McDonald's Deutschland richtet sich gezielt an Flexitarier und listet alle Zutaten der Burger auf.

Kritik an Pflanzenburgern und Beyond Meat

Trotz ihrer wachsenden Beliebtheit stehen Pflanzenburger auch in der Kritik. Ernährungsexperten weisen darauf hin, dass viele Produkte stark verarbeitet sind und nicht unbedingt die gesündere Wahl darstellen. Eine Umfrage des AOK-Bundesverbands zeigt, dass über die Hälfte der Deutschen nicht ausreichend über gesunde Ernährung informiert ist. Ernährungsexperte Christian Wenzel rät dazu, Fertiggerichte generell zu meiden und stattdessen auf frisches Gemüse aus biologischem Anbau zu setzen. Produkte wie Beyond Meat oder vegetarische Würstchen aus Tofu sollten nur in Maßen konsumiert werden.

Ein Hauptkritikpunkt ist die lange Zutatenliste vieler Pflanzenburger. Der Patty von Beyond Meat beispielsweise besteht aus 21 Inhaltsstoffen. Ökotest bewertete Beyond Meat lediglich mit „ausreichend“ und kritisierte stark erhöhte Mengen an Mineralölbestandteilen sowie den Einsatz von geschmacksverstärkendem Hefeextrakt. Solche hochverarbeiteten Produkte stehen im Kontrast zu einer vollwertigen, gesunden Ernährung, die auf frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln basiert.

Auch der hohe Sojaanteil in einigen Pflanzenburgern wird diskutiert. Obwohl Sojabohnen wertvolle Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente enthalten und eine gute Proteinquelle darstellen, sind die sogenannten Isoflavone umstritten. Diese ähneln dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen und es wird diskutiert, ob sie möglicherweise Brustkrebs fördern könnten. Während die Wissenschaft hier noch keine eindeutigen Antworten hat und ein moderater Konsum von Soja laut dem Deutschen Krebsforschungszentrum als unbedenklich gilt, raten Experten dennoch zu einem bewussten Umgang mit Sojaprodukten und empfehlen, auf ökologischen Anbau und europäische Herkunft zu achten, um Regenwaldabholzung zu vermeiden.

McPlant von McDonald's: Eine vegane Option?

Auch Fast-Food-Ketten wie McDonald's haben den Trend zu pflanzlichen Alternativen erkannt und bieten mit dem McPlant einen vegetarischen (und in einigen Regionen veganen) Burger an. McDonald's arbeitet dabei mit Beyond Meat zusammen und verwendet für den McPlant einen Patty auf Basis von Kartoffeln, Erbsen und Reis.

Warum gibt es kein Veggie Burger mehr?
McDonald's schmeißt Beyond-Meat-Burger raus Als Grund nannte McDonald's die Mangelnde Nachfrage. Die pflanzlichen Burger wurden an etwa 600 Standorten in den Märkten San Francisco und Dallas-Fort Worth angeboten. Getestet hat der Fast-Food-Riese die Burger bereits seit 2022 .

Der McPlant ist in verschiedenen europäischen Ländern erhältlich, jedoch mit unterschiedlichen Varianten. In Großbritannien und Irland ist der Burger vegan, da vegane Sandwichsauce und veganer Käse verwendet werden. In Deutschland, Österreich, Portugal und den Niederlanden wird der McPlant in einer nicht-veganen Variante mit Käse und teilweise mit ei-basierter Mayonnaise angeboten. In Deutschland ersetzte der McPlant 2023 den Fresh Vegan TS Burger, was bei einigen veganen Kunden Kritik hervorrief.

McDonald's Deutschland richtet sich mit dem McPlant vor allem an Flexitarier. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Burger auf denselben Grills wie Fleischprodukte zubereitet werden und daher laut McDonald's weder als vegan noch als vegetarisch zertifiziert sind. Auch die McPlant Nuggets, die in Deutschland und Frankreich erhältlich sind, werden im selben Fett wie Chicken McNuggets frittiert und sind daher möglicherweise ebenfalls nicht für Veganer oder Vegetarier geeignet. Trotzdem bietet der McPlant eine pflanzliche Option für Kunden, die ihren Fleischkonsum reduzieren möchten.

Fazit: Pflanzenburger – Chance oder Mogelpackung?

Pflanzenburger können eine interessante Alternative für Menschen sein, die ihren Fleischkonsum reduzieren oder sich vegetarisch oder vegan ernähren möchten. Sie bieten eine Möglichkeit, den Geschmack und die Textur von Burgern zu genießen, ohne auf tierische Produkte zurückzugreifen. Allerdings sollte man sich bewusst sein, dass viele Produkte stark verarbeitet sind und nicht automatisch gesünder oder nachhaltiger als eine ausgewogene Ernährung mit frischen, unverarbeiteten Lebensmitteln sind. Experten wie Christian Wenzel empfehlen, Alternativen wie die Lupine in Betracht zu ziehen. Die Lupine ist eine heimische Hülsenfrucht, die ebenfalls reich an Eiweiß ist und regional in Deutschland angebaut wird. Sie kann eine gesündere und nachhaltigere Basis für pflanzliche Burger und andere Fleischersatzprodukte darstellen.

Letztendlich ist es wichtig, die Zutatenliste von Pflanzenburgern genau zu prüfen und sie bewusst in eine ausgewogene Ernährung zu integrieren. Wer Wert auf gesunde und nachhaltige Ernährung legt, sollte den Fokus weiterhin auf frische, saisonale und regionale Produkte legen und Pflanzenburger eher als gelegentliche Abwechslung betrachten.

Woraus besteht ein Pflanzenburger?
ZUTATEN. 64 % rehydriertes SOJAprotein (Wasser, SOJAprotein), Wasser, Reis, Zwiebeln, Sonnenblumenöl, Emulgator (Methylcellulose), Pilzkonzentrat, Gewürze, Karamell (Zucker, Wasser), Ballaststoffe, natürliche Aromen, Raucharoma, Meersalz, Eisen, Vitamin B12, Pilzpulver (UV-aktiviert, für zusätzliches Vitamin D).

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Sind Pflanzenburger gesünder als Fleischburger?

Das hängt von den spezifischen Produkten und den individuellen Ernährungsgewohnheiten ab. Viele Pflanzenburger sind fettärmer und enthalten kein Cholesterin, können aber auch stark verarbeitet sein und hohe Mengen an Salz, Zucker und Zusatzstoffen enthalten. Ein Vergleich der Nährwerte und Zutatenlisten ist ratsam.

Sind McPlant Burger vegan?

Der McPlant Burger von McDonald's ist in Großbritannien und Irland vegan. In Deutschland und anderen Ländern wird er in der Regel in vegetarischen Varianten angeboten, die Käse oder ei-basierte Saucen enthalten können. Die Zubereitung auf denselben Grills wie Fleischprodukte kann zudem für strenge Veganer oder Vegetarier ein Problem darstellen.

Welche gesünderen Alternativen gibt es zu Pflanzenburgern?

Als gesündere Alternativen zu hochverarbeiteten Pflanzenburgern gelten Burger aus natürlichen Zutaten wie Hülsenfrüchten (z.B. Linsenburger, Bohnenburger), Gemüse (z.B. Pilzburger) oder Getreide (z.B. Quinoaburger). Auch die Lupine wird als vielversprechende, regionale Alternative für pflanzliche Proteine und Burger-Patties genannt.

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