20/01/2023
Die Papageienfeder (Myriophyllum aquaticum), auch bekannt als Brasilianisches Tausendblatt, ist eine faszinierende Wasserpflanze, die oft Fragen aufwirft. Ist sie eine Schwimmpflanze? Ist sie invasiv? Und wie pflegt man sie richtig? Dieser Artikel beantwortet diese und weitere Fragen und gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über diese interessante Pflanze für Gartenteiche und Aquarien.

Was ist die Papageienfeder?
Die Papageienfeder gehört zur Familie der Tausendblattgewächse (Haloragaceae) und stammt ursprünglich aus Zentral- und Südamerika. Ihren Namen verdankt sie ihren fein gefiederten, ährenartigen Blättern, die an das Gefieder eines Papageis erinnern. Sie ist eine mehrjährige, krautige Wasserpflanze, die sowohl submerse (untergetauchte) als auch emerse (herausragende) Wuchsformen ausbilden kann. Die emerse Form kann bis zu 30 cm über die Wasseroberfläche hinausragen.
Merkmale der Papageienfeder
- Blätter: Die submersen Blätter sind oft rötlich, weich und zerfallen leicht. Sie sind 1,5–3,5 cm lang und haben 10–15 Fiederblattpaare. Die emersen Blätter sind steif, hell- bis bläulichgrün, 2–5 cm lang und in Wirteln von 3–6 Blättern um den Stängel angeordnet. Sie haben 12–35 Fiederblattpaare und ähneln Federn.
- Stängel: Die Stängel sind robust, spärlich verzweigt, bis zu 2 m lang und 5 mm dick.
- Wuchsform: Zunächst wächst die Papageienfeder submers. Erreichen die Triebe die Wasseroberfläche, ändert sich das Wachstumsmuster. Es erfolgt eine horizontale Ausbreitung mit starker Seitenverzweigung, gefolgt von vertikalem Stängelwachstum.
- Blüten: Die Papageienfeder bildet winzige, weiße, vierzählige Blüten (0,5 mm) an kurzen Stielen an der Basis der emersen Blätter. In Nordamerika kommen nur weibliche Pflanzen vor, die sich vegetativ vermehren.
- Verbreitung: Die Pflanze breitet sich über Rhizome und Pflanzenfragmente aus. Adventivwurzeln an den Stängelknoten ermöglichen die vegetative Vermehrung.
Ist die Papageienfeder eine Schwimmpflanze?
Die Antwort ist: Jein, aber sie kann schwimmen! Die Papageienfeder ist keine reine Schwimmpflanze im klassischen Sinne wie beispielsweise die Wasserhyazinthe. Sie ist eine wurzelnde Wasserpflanze, die im Boden verankert ist. Allerdings besitzt sie die Fähigkeit, sowohl untergetaucht als auch schwimmend zu wachsen. Die emersen Teile der Pflanze können an der Wasseroberfläche treiben und ähneln dann in der Tat einer Schwimmpflanze. Sie kann sich auch in tiefem, nährstoffreichem Wasser als freischwimmende Pflanze entwickeln, wenn sie nicht im Boden verwurzelt ist.
Ist die Papageienfeder invasiv?
Ja, in vielen Regionen wird die Papageienfeder als invasive Art eingestuft. Ursprünglich in Mittel- und Südamerika beheimatet, wurde sie aufgrund ihrer Attraktivität als Aquarien- und Teichpflanze weltweit eingeführt. In vielen Gebieten, darunter Teile der USA, Südostasien, Australien, Neuseeland, Südafrika und Japan, hat sie sich in natürliche Gewässer ausgebreitet und stellt dort ein Problem dar.

Warum ist die Papageienfeder invasiv?
- Schnelle Ausbreitung: Die Papageienfeder vermehrt sich rasch über Pflanzenfragmente und Rhizome. Bereits kleine Fragmente können sich leicht bewurzeln und neue Kolonien bilden.
- Widerstandsfähigkeit: Die Pflanze ist sehr anpassungsfähig und kann in verschiedenen Wasserbedingungen und Bodentypen wachsen. Sie toleriert auch leichte Salzgehalte und übersteht Perioden außerhalb des Wassers.
- Konkurrenzstärke: Die Papageienfeder bildet dichte, monospezifische Bestände, die einheimische Pflanzen verdrängen und die Artenvielfalt reduzieren können.
- Geringer ökologischer Wert: Obwohl sie Deckung bietet, hat die Papageienfeder einen geringen Nährwert für Wildtiere.
Auswirkungen der invasiven Papageienfeder
- Verstopfung von Gewässern: Dichte Bestände können Wasserwege, Bewässerungs- und Entwässerungskanäle verstopfen.
- Veränderung der Wasserqualität: Durch Beschattung und Verlangsamung der Wasserströmung kann sie die physikalischen und chemischen Eigenschaften eines Gewässers verändern.
- Beeinträchtigung der Freizeitnutzung: Sie behindert Bootfahren, Angeln und Schwimmen.
- Gesundheitliche Risiken: Die Papageienfeder kann ein hervorragendes Habitat für Moskitolarven bieten und somit die Ausbreitung von Mücken fördern.
Verwendung der Papageienfeder im Gartenteich
Trotz ihres invasiven Potenzials kann die Papageienfeder in kontrollierten Umgebungen wie Gartenteichen durchaus nützlich sein. Sie bietet einige Vorteile:
Vorteile im Gartenteich
- Sauerstoffproduktion: Die submersen Teile der Papageienfeder tragen zur Sauerstoffanreicherung des Wassers bei und verbessern so die Wasserqualität.
- Algenreduktion: Sie nimmt überschüssige Nährstoffe auf und kann dadurch das Algenwachstum reduzieren.
- Versteckmöglichkeit für Fische: Die dichten Bestände bieten Fischen und anderen Wasserlebewesen Schutz und Versteckmöglichkeiten.
- Dekorative Wirkung: Mit ihrem filigranen, federartigen Laub ist die Papageienfeder eine attraktive Ergänzung für jeden Gartenteich.
Worauf Sie bei der Verwendung im Gartenteich achten sollten
- Kontrolle der Ausbreitung: Um eine unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern, sollte die Papageienfeder in Pflanzkörben oder Behältern gehalten werden. Entfernen Sie regelmäßig überschüssige Pflanzen und Fragmente.
- Standortwahl: Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort.
- Regionale Bestimmungen beachten: Informieren Sie sich über die gesetzlichen Bestimmungen in Ihrer Region bezüglich der Haltung von Papageienfeder, da sie in manchen Gebieten verboten sein kann.
Pflege der Papageienfeder
Die Papageienfeder ist eine relativ pflegeleichte Pflanze. Hier einige Tipps zur optimalen Pflege:
Pflegehinweise
- Licht: Sonniger bis halbschattiger Standort bevorzugt. Je mehr Sonne, desto kräftiger das Wachstum.
- Wasser: Konstant feucht halten, idealerweise unter Wasser oder am Wasserrand.
- Temperatur: Wächst gut bei warmen Temperaturen (70-100°F / 21-38°C). In kälteren Regionen stirbt der oberirdische Teil im Winter ab und treibt im Frühjahr neu aus. In sehr kalten Regionen kann sie als einjährige Pflanze behandelt werden.
- Düngung: In der Regel nicht notwendig, da sie Nährstoffe aus dem Wasser aufnimmt.
- Schnitt: Bei Bedarf zurückschneiden, um die Ausbreitung zu kontrollieren. Nach dem ersten Frost abgestorbene Pflanzenteile entfernen.
- Überwinterung: In kälteren Klimazonen überwintert sie als Rhizom. In sehr kalten Regionen empfiehlt es sich, sie als einjährige Pflanze zu behandeln oder die Rhizome frostfrei zu überwintern.
Bekämpfung der Papageienfeder
Wenn die Papageienfeder in natürlichen Gewässern zu einem Problem wird, gibt es verschiedene Bekämpfungsmethoden. Die effektivste Methode ist oft eine Kombination verschiedener Ansätze.
Methoden zur Bekämpfung
Hier ist eine Tabelle, die verschiedene Bekämpfungsmethoden vergleicht:
| Methode | Beschreibung | Effektivität | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Prävention | Verhindern der Einführung und Ausbreitung durch sorgfältige Handhabung von Wasserpflanzen und Booten. | Sehr hoch (beste Methode) | Reinigen Sie Boote und Geräte gründlich, entsorgen Sie Aquarienpflanzenreste im Müll, nicht in der Natur. |
| Mechanische Entfernung | Manuelles Ausreißen oder Abmähen der Pflanzen. | Gering bis mittel | Kann die Ausbreitung durch Fragmentierung sogar fördern. Sorgfältige Entfernung aller Pflanzenteile erforderlich. Geeignet für kleine Bestände. |
| Absenkung des Wasserspiegels (Drawdown) | Absenken des Wasserspiegels im Winter, um die Pflanzen Frost auszusetzen. | Mittel bis hoch | Wirksam in kalten Klimazonen, erfordert Genehmigungen. |
| Biologische Kontrolle | Einsatz von natürlichen Feinden (z.B. bestimmte Käferarten). | Gering bis mittel | Bisher begrenzte Erfolge, Forschung noch im Gange. |
| Chemische Kontrolle | Einsatz von Herbiziden. | Mittel bis hoch | Effektivste Methode, aber sorgfältige Anwendung erforderlich, um Nichtzielorganismen zu schonen. Wiederholte Anwendungen oft notwendig. Genehmigungen erforderlich. |
Häufig gestellte Fragen zur Papageienfeder
Ist die Papageienfeder winterhart?
In milden Klimazonen (Zonen 6-10) kann die Papageienfeder als mehrjährige Pflanze überwintern. In kälteren Regionen stirbt der oberirdische Teil ab, das Rhizom überlebt jedoch oft. In sehr kalten Regionen wird sie meist als einjährige Pflanze behandelt.
Kann man Papageienfeder im Aquarium halten?
Ja, die Papageienfeder ist eine beliebte Aquarienpflanze, besonders die Sorte 'Red Stemmed Parrot Feather'. Sie benötigt jedoch viel Licht und kann bei unzureichenden Bedingungen verkümmern.

Wie vermehrt man die Papageienfeder?
Die Papageienfeder lässt sich leicht über Stecklinge vermehren. Schneiden Sie einfach einen Stängel ab und stecken Sie ihn in feuchten Boden oder Wasser. Sie wurzelt schnell.
Welche Pflanzen passen gut zur Papageienfeder im Gartenteich?
Gute Begleitpflanzen sind beispielsweise:
- Seerosen (Nymphaea): Bieten einen schönen Kontrast zum feinen Laub der Papageienfeder.
- Lotus (Nelumbo): Elegante Blüten und große Blätter.
- Papyrus (Cyperus papyrus): Vertikale Struktur als Kontrast zu den flachen, ausbreitenden Papageienfedern.
Fazit
Die Papageienfeder ist eine attraktive und vielseitige Wasserpflanze, die sowohl im Gartenteich als auch im Aquarium verwendet werden kann. Sie ist zwar keine reine Schwimmpflanze, kann aber schwimmende Wuchsformen ausbilden. Ihr invasives Potenzial sollte jedoch nicht unterschätzt werden. In kontrollierten Umgebungen und bei sorgfältiger Pflege kann sie jedoch eine wertvolle Bereicherung für Wasserlandschaften sein. Achten Sie auf die regionalen Bestimmungen und kontrollieren Sie ihre Ausbreitung, um negative Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden.
