05/11/2024
Viele Menschen leiden unter Allergien, die sich in Form von Heuschnupfen, Nesselsucht oder anderen allergischen Reaktionen äußern können. Polaramin ist ein Medikament, das häufig zur Linderung der Symptome dieser Beschwerden eingesetzt wird. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über Polaramin, von seiner Wirkungsweise und Anwendung bis hin zu möglichen Nebenwirkungen und wichtigen Hinweisen zur Einnahme.

- Was ist Polaramin und wofür wird es verwendet?
- Polaramin vs. Zyrtec und andere Antihistaminika
- Wer sollte Polaramin nicht einnehmen?
- Welche Nebenwirkungen kann Polaramin haben?
- Dosierung und Anwendung von Polaramin
- Wichtige Hinweise zur Einnahme von Polaramin
- Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Polaramin
- Fazit
Was ist Polaramin und wofür wird es verwendet?
Polaramin ist ein Antihistaminikum. Antihistaminika sind eine Gruppe von Medikamenten, die die Wirkung von Histamin im Körper blockieren. Histamin ist eine körpereigene Substanz, die bei allergischen Reaktionen freigesetzt wird und Symptome wie Niesen, eine laufende Nase, juckende Augen und Hautausschläge verursacht.
Polaramin wird hauptsächlich zur Linderung von Symptomen verwendet, die mit folgenden Erkrankungen einhergehen:
- Allergische Rhinitis (einschließlich Heuschnupfen): Symptome wie Niesen, laufende oder juckende Nase sowie brennende oder juckende Augen werden effektiv gelindert.
- Nesselsucht (chronische Urtikaria): Polaramin kann Juckreiz, Rötungen und Quaddeln auf der Haut reduzieren, die typisch für Nesselsucht sind.
- Arzneimittelreaktionen: Auch bei allergischen Reaktionen auf Medikamente kann Polaramin zur Symptomlinderung eingesetzt werden.
Der Wirkstoff in Polaramin ist Dexchlorpheniramin. Es gehört zur Gruppe der Antihistaminika der ersten Generation.
Polaramin vs. Zyrtec und andere Antihistaminika
Oft stellt sich die Frage, welches Antihistaminikum das Richtige ist. Neben Polaramin gibt es viele andere Antihistaminika auf dem Markt, wie beispielsweise Zyrtec. Ein wichtiger Unterschied besteht zwischen Antihistaminika der ersten und zweiten Generation.
Antihistaminika der ersten Generation, zu denen Polaramin gehört, sind oft sedierend, d.h. sie können Müdigkeit verursachen. Bekannte Beispiele sind Phenergan® und Polaramine®.

Antihistaminika der zweiten Generation sind in der Regel weniger sedierend oder nicht-sedierend. Sie verursachen seltener Müdigkeit. Beispiele hierfür sind Claratyne®, Desonex®, Telfast® und Zyrtec®.
Die folgende Tabelle vergleicht einige gängige Antihistaminika:
| Wirkstoff (Beispielmarke) | Antihistaminikum-Typ | Sedierende Wirkung |
|---|---|---|
| Dexchlorpheniramin (Polaramine®) | Erste Generation | Ja (sedierend) |
| Promethazin (Phenergan®) | Erste Generation | Ja (sedierend) |
| Cetirizin (Zyrtec®) | Zweite Generation | Nein (nicht-sedierend oder weniger sedierend) |
| Desloratadin (Desonex®) | Zweite Generation | Nein (nicht-sedierend oder weniger sedierend) |
| Fexofenadin (Telfast®) | Zweite Generation | Nein (nicht-sedierend oder weniger sedierend) |
| Loratadin (Claratyne®) | Zweite Generation | Nein (nicht-sedierend oder weniger sedierend) |
Für die Behandlung von leichten bis mittelschweren allergischen Reaktionen, wie z.B. Nesselsucht, Quaddeln oder Schwellungen im Gesicht, an den Lippen oder Augen, werden nicht-sedierende oder weniger sedierende Antihistaminika empfohlen. Sedierende Antihistaminika wie Polaramin sollten nicht zur Behandlung schwerer allergischer Reaktionen (Anaphylaxie) verwendet werden, da die durch sie verursachte Schläfrigkeit die Beurteilung des Zustands des Patienten erschweren kann.
Wichtig: Antihistaminika, egal ob sedierend oder nicht-sedierend, verhindern oder behandeln keine schweren allergischen Reaktionen (Anaphylaxie). Eine Anaphylaxie erfordert die sofortige Behandlung mit Adrenalin (Epinephrin) mittels eines Adrenalin-Autoinjektors (z.B. EpiPen® oder Anapen®).
Wer sollte Polaramin nicht einnehmen?
Es gibt bestimmte Situationen, in denen die Einnahme von Polaramin nicht oder nur nach Rücksprache mit einem Arzt erfolgen sollte. Nehmen Sie Polaramin nicht ein, wenn:
- Sie allergisch gegen Dexchlorpheniramin oder einen der anderen Inhaltsstoffe von Polaramin sind.
- Sie gleichzeitig Medikamente gegen Depressionen einnehmen, die als Monoaminoxidase-Hemmer (MAOI) bekannt sind. Die gleichzeitige Einnahme kann zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen.
- Polaramin Sirup sollte nicht bei Kindern unter 2 Jahren angewendet werden. Für Kinder zwischen 2 und 11 Jahren sollte Polaramin Sirup nur nach ärztlicher Beratung gegeben werden. Polaramin Tabletten sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet.
Sprechen Sie vor der Einnahme von Polaramin mit Ihrem Arzt oder Apotheker, wenn Sie:
- Allergien gegen andere Medikamente oder Substanzen haben.
- Schwanger sind oder stillen. Im dritten Trimester der Schwangerschaft sowie während der Stillzeit ist besondere Vorsicht geboten.
- Bestimmte Vorerkrankungen haben, insbesondere:
- Krampfanfälle
- Leber- oder Nierenerkrankungen
- Schilddrüsenüberfunktion
- Herzerkrankungen
- Bluthochdruck
- Erhöhter Augeninnendruck (Glaukom)
- Prostata-Probleme
- Schwierigkeiten beim Wasserlassen
- Verengung oder Blockade zwischen Magen und Dünndarm
- Magengeschwür
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker unbedingt über alle Medikamente, die Sie einnehmen, auch rezeptfreie Präparate, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Dies gilt insbesondere für:
- Alkohol
- Trizyklische Antidepressiva
- Starke Schmerzmittel (z.B. Codein, Morphin)
- Schlafmittel
- Angstlösende Medikamente
- Blutgerinnungshemmende Medikamente (z.B. Warfarin)
Welche Nebenwirkungen kann Polaramin haben?
Wie alle Medikamente kann auch Polaramin Nebenwirkungen verursachen, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Häufige Nebenwirkungen von Polaramin können sein:
- Schläfrigkeit oder Benommenheit
- Magenbeschwerden
- Appetitlosigkeit
- Verdickung des Schleims
- Verstopfte Nase
- Engegefühl in der Brust
- Trockener Mund, Nase oder Rachen
Diese Nebenwirkungen sind in der Regel mild und vorübergehend. Benachrichtigen Sie jedoch umgehend Ihren Arzt, wenn Sie folgende schwerwiegendere Nebenwirkungen bemerken:
- Keuchen oder Kurzatmigkeit
- Schneller, pochender oder unregelmäßiger Herzschlag
- Hautausschlag
- Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schwindel, Gelbfärbung der Haut oder Augen
- Unfähigkeit oder Schwierigkeiten beim Wasserlassen, oder häufigeres Wasserlassen
- Halluzinationen
- Kribbeln oder Taubheitsgefühl in Händen oder Füßen
- Brustschmerzen
- Plötzliche Anzeichen einer allergischen Reaktion (Hautausschlag, Nesselsucht, Schwellung von Gesicht, Lippen, Mund, Zunge oder Rachen, Atembeschwerden)
- Krämpfe oder Anfälle
- Koma
Diese schweren Nebenwirkungen sind selten, erfordern aber sofortige medizinische Hilfe.

Dosierung und Anwendung von Polaramin
Polaramin ist in Form von Tabletten und Sirup erhältlich. Die Dosierung hängt vom Alter und der Darreichungsform ab.
Polaramin Tabletten
| Altersgruppe | Dosierung |
|---|---|
| Erwachsene und Kinder über 12 Jahre | Eine Tablette alle 6 Stunden. Nach Besserung der Symptome kann die Dosis auf 1 Tablette alle 6 Stunden nach Bedarf reduziert werden. |
| Kinder unter 12 Jahren | Nicht empfohlen. |
Polaramin Sirup
| Altersgruppe | Dosierung |
|---|---|
| Erwachsene und Kinder über 12 Jahre | 5 ml alle 6 Stunden |
| Kinder 6 bis 12 Jahre | 2 bis 4 ml alle 6 bis 8 Stunden |
| Kinder 4 bis 6 Jahre | 1,75 bis 2 ml alle 6 bis 8 Stunden |
| Kinder 2 bis 4 Jahre | 1,25 bis 1,75 ml alle 6 bis 8 Stunden |
| Kinder unter 2 Jahren | Nicht empfohlen. |
Nehmen Sie Polaramin immer genau nach Anweisung Ihres Arztes oder Apothekers ein. Schlucken Sie die Tablette unzerkaut mit einem Glas Wasser. Es spielt keine Rolle, ob Sie Polaramin vor oder nach dem Essen einnehmen. Setzen Sie Polaramin nicht plötzlich ab, sondern nehmen Sie es so lange ein, bis Ihre Symptome abgeklungen sind.
Wichtige Hinweise zur Einnahme von Polaramin
- Vermeiden Sie Alkohol während der Einnahme von Polaramin, da Alkohol die sedierende Wirkung verstärken kann.
- Seien Sie vorsichtig beim Autofahren oder Bedienen von Maschinen, da Polaramin Schläfrigkeit verursachen kann.
- Schützen Sie Ihre Haut vor Sonneneinstrahlung, da Polaramin die Hautempfindlichkeit erhöhen kann. Verwenden Sie Sonnenschutzmittel und tragen Sie schützende Kleidung.
- Setzen Sie Polaramin 48 Stunden vor Hauttests ab, da Antihistaminika die Ergebnisse von Hauttests beeinflussen können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Polaramin
- Ist Polaramin und Zyrtec das Gleiche?
- Nein, Polaramin und Zyrtec sind nicht das Gleiche. Polaramin enthält den Wirkstoff Dexchlorpheniramin und gehört zu den Antihistaminika der ersten Generation, die oft sedierend wirken. Zyrtec hingegen enthält Cetirizin und gehört zu den Antihistaminika der zweiten Generation, die weniger sedierend sind.
- Kann Polaramin bei Kindern angewendet werden?
- Polaramin Sirup kann bei Kindern ab 2 Jahren nach ärztlicher Beratung angewendet werden. Polaramin Tabletten sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet. Für Kinder unter 2 Jahren ist Polaramin Sirup kontraindiziert.
- Macht Polaramin müde?
- Ja, Polaramin kann Schläfrigkeit verursachen, da es zu den sedierenden Antihistaminika der ersten Generation gehört. Diese sedierende Wirkung kann bei manchen Menschen stärker ausgeprägt sein als bei anderen.
- Was tun, wenn ich eine Dosis Polaramin vergessen habe?
- Wenn Sie eine Dosis vergessen haben, holen Sie sie nach, sobald Sie daran denken, es sei denn, es ist fast Zeit für Ihre nächste Dosis. In diesem Fall lassen Sie die vergessene Dosis aus und nehmen Sie die nächste Dosis zum üblichen Zeitpunkt ein. Nehmen Sie keine doppelte Dosis ein, um eine vergessene Dosis auszugleichen.
Fazit
Polaramin ist ein wirksames Antihistaminikum zur Linderung von Allergiesymptomen wie Heuschnupfen und Nesselsucht. Es ist jedoch wichtig, die Unterschiede zu anderen Antihistaminika, insbesondere in Bezug auf die sedierende Wirkung, zu kennen und die Hinweise zur Einnahme zu beachten. Bei Fragen oder Unsicherheiten wenden Sie sich immer an Ihren Arzt oder Apotheker. Dieser Artikel dient nur zu Informationszwecken und ersetzt nicht die professionelle Beratung durch medizinisches Fachpersonal.
