19/06/2021
Haben Sie klebrige Blätter an Ihrer Minze oder Ihrem Weihnachtsstern entdeckt und sind besorgt? Keine Sorge, Sie sind nicht allein! Klebrige Blätter sind ein häufiges Problem bei vielen Pflanzen und können verschiedene Ursachen haben. In diesem Artikel beleuchten wir die häufigste Ursache für klebrige Blätter – den Rußtau – und erklären, was Sie dagegen tun können. Wir konzentrieren uns dabei besonders auf Minze und Weihnachtsstern, da diese Pflanzen häufig betroffen sind.

Ursachen klebriger Blätter: Honigtau und Rußtau
Die klebrige Substanz, die Sie auf den Blättern Ihrer Pflanzen finden, ist meistens Honigtau. Honigtau ist kein Pilz oder eine Krankheit der Pflanze selbst, sondern ein Ausscheidungsprodukt von saugenden Insekten. Diese Schädlinge, wie beispielsweise Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse oder Weiße Fliegen, ernähren sich vom Pflanzensaft. Da dieser Pflanzensaft sehr zuckerhaltig ist, können die Schädlinge nicht alle Zuckerarten verwerten und scheiden den Überschuss als klebrigen Honigtau wieder aus. Dieser Honigtau landet dann auf den Blättern und anderen Pflanzenteilen.
Rußtaupilze nutzen Honigtau als Lebensgrundlage
Der süße Honigtau ist nicht nur klebrig und unangenehm, sondern zieht auch Rußtaupilze an. Diese Pilze siedeln sich auf dem Honigtau an und bilden einen dunklen, rußartigen Belag auf den Blättern. Daher der Name Rußtau. Der Rußtaupilz selbst schädigt die Pflanze nicht direkt, aber er beeinträchtigt die Photosynthese. Die dunkle Schicht auf den Blättern verhindert, dass genügend Licht die Blattoberfläche erreicht, was die Pflanze in ihrem Wachstum schwächen kann. Zusätzlich sieht der Rußtau natürlich unschön aus und mindert den Zierwert der Pflanze.
Warum sind Minzblätter klebrig?
Minze ist besonders anfällig für Blattläuse. Diese kleinen grünen oder schwarzen Insekten sitzen oft in Kolonien auf den jungen Triebspitzen und Blattunterseiten der Minze. Wenn Sie klebrige Blätter an Ihrer Minze entdecken, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Blattläuse die Ursache sind. Kontrollieren Sie Ihre Minzpflanze genau, besonders die jungen Triebe und Blattunterseiten, um die Schädlinge zu finden. Ameisen können ebenfalls ein Indiz für Blattläuse sein, da sie den Honigtau der Blattläuse gerne fressen und die Blattläuse sogar „melken“.
Warum hat mein Weihnachtsstern klebrige Blätter?
Auch Weihnachtsterne sind anfällig für verschiedene Schädlinge, die Honigtau produzieren können. Neben Blattläusen können auch Weiße Fliegen oder Schildläuse bei Weihnachtssternen zu klebrigen Blättern führen. Weiße Fliegen sind kleine, weiße, fliegende Insekten, die bei Berührung der Pflanze aufgescheucht werden. Schildläuse sind oft schwerer zu erkennen, da sie sich fest an Blättern und Stängeln ansiedeln und wie kleine Schildchen aussehen können.
Schäden durch Rußtau
Wie bereits erwähnt, schädigt der Rußtaupilz die Pflanze indirekt durch die Beeinträchtigung der Photosynthese. Dies kann folgende Auswirkungen haben:
- Wachstumshemmung: Die Pflanze kann nicht mehr so effizient Energie produzieren und wächst langsamer oder kümmert.
- Schwächung der Pflanze: Eine geschwächte Pflanze ist anfälliger für weitere Krankheiten und Schädlinge.
- Vergilbung der Blätter: In schweren Fällen kann es zu Vergilbungen der Blätter kommen.
- Unansehnliches Aussehen: Der dunkle Rußbelag ist optisch unschön und mindert den Zierwert der Pflanze.
Vorbeugung und Bekämpfung klebriger Blätter
Um klebrige Blätter und Rußtau zu vermeiden, ist es wichtig, die Schädlinge, die den Honigtau verursachen, zu bekämpfen. Hier sind einige Maßnahmen, die Sie ergreifen können:
Schädlinge identifizieren und bekämpfen
Der erste Schritt ist die Identifizierung der Schädlinge. Untersuchen Sie Ihre Pflanzen gründlich auf Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse oder Weiße Fliegen. Je nach Schädlingsart gibt es verschiedene Bekämpfungsmethoden:
Blattläuse bekämpfen:
- Abspritzen mit Wasser: Bei leichtem Befall können Sie Blattläuse einfach mit einem kräftigen Wasserstrahl von der Pflanze spülen.
- Schmierseifenlösung: Eine Lösung aus Schmierseife und Wasser (ca. 1-2 Esslöffel Schmierseife pro Liter Wasser) kann auf die befallenen Pflanzenteile gesprüht werden.
- Nützlinge: Marienkäferlarven, Florfliegenlarven und Schwebfliegenlarven sind natürliche Feinde von Blattläusen und können im Garten oder auf dem Balkon eingesetzt werden.
- Insektizide: Bei starkem Befall können Insektizide eingesetzt werden. Achten Sie jedoch auf die Anwendungshinweise und wählen Sie möglichst schonende Präparate.
Schildläuse bekämpfen:
- Abwischen oder Abbürsten: Schildläuse können mit einem feuchten Tuch oder einer weichen Bürste von den Blättern und Stängeln abgewischt oder abgebürstet werden.
- Ölspritzungen: Ölspritzungen können Schildläuse ersticken. Diese sollten jedoch nur bei nicht zu hohen Temperaturen angewendet werden.
- Systemische Insektizide: Bei starkem Befall können systemische Insektizide eingesetzt werden, die von der Pflanze aufgenommen werden und so die Schildläuse von innen bekämpfen.
Wollläuse bekämpfen:
- Abwischen oder Abpflücken: Wollläuse sind oft gut sichtbar und können einzeln abgewischt oder abgepflückt werden.
- Spiritus-Wasser-Gemisch: Ein Gemisch aus Wasser und Spiritus (Verhältnis 7:3) kann auf die Wollläuse getupft werden.
- Nützlinge: Schlupfwespen sind natürliche Feinde von Wollläusen und können eingesetzt werden.
Weiße Fliegen bekämpfen:
- Gelbtafeln: Gelbtafeln locken Weiße Fliegen an und fangen sie.
- Nützlinge: Schlupfwespen und Raubmilben sind natürliche Feinde von Weißen Fliegen.
- Insektizide: Bei starkem Befall können Insektizide eingesetzt werden, die speziell gegen Weiße Fliegen wirken.
Pflanzenpflege optimieren
Eine gesunde und widerstandsfähige Pflanze ist weniger anfällig für Schädlingsbefall. Achten Sie auf eine optimale Pflanzenpflege:
- Standort: Wählen Sie für Ihre Pflanzen einen geeigneten Standort mit ausreichend Licht und Luftzirkulation.
- Bewässerung: Gießen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig und bedarfsgerecht. Vermeiden Sie Staunässe.
- Düngung: Versorgen Sie Ihre Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen durch regelmäßige Düngung. Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung, da zu viel Stickstoff die Pflanzen anfälliger für Schädlinge machen kann.
- Regelmäßige Kontrolle: Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schädlinge und Krankheiten, um frühzeitig Maßnahmen ergreifen zu können.
Hausmittel und biologische Mittel
Neben den oben genannten Maßnahmen gibt es auch verschiedene Hausmittel und biologische Mittel, die zur Bekämpfung von Schädlingen und zur Vorbeugung von Rußtau eingesetzt werden können:
- Neemöl: Neemöl ist ein natürliches Insektizid, das gegen viele Schädlinge wirkt und auch den Rußtaupilz bekämpfen kann.
- Knoblauchsud: Ein Sud aus Knoblauch kann abschreckend auf Schädlinge wirken.
- Zwiebelschalensud: Ähnlich wie Knoblauchsud kann auch Zwiebelschalensud zur Schädlingsabwehr eingesetzt werden.
- Brennesseljauche: Brennesseljauche stärkt die Pflanzen und macht sie widerstandsfähiger gegen Schädlinge und Krankheiten.
Was tun, wenn die Blätter bereits klebrig sind?
Wenn Sie bereits klebrige Blätter an Ihren Pflanzen entdeckt haben, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:
- Schädlinge bekämpfen: Beginnen Sie sofort mit der Bekämpfung der Schädlinge, wie oben beschrieben.
- Blätter reinigen: Wischen Sie die klebrigen Blätter vorsichtig mit einem feuchten Tuch ab, um den Honigtau und den Rußtaupilz zu entfernen. Bei Bedarf können Sie dem Wasser etwas Schmierseife hinzufügen.
- Pflanze beobachten: Beobachten Sie die Pflanze weiterhin aufmerksam, um einen erneuten Befall frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Fazit
Klebrige Blätter an Minze und Weihnachtsstern sind meistens ein Zeichen für Schädlingsbefall und Rußtau. Durch eine rechtzeitige Diagnose und die richtige Bekämpfung der Schädlinge können Sie Ihre Pflanzen jedoch vor größeren Schäden bewahren und wieder zu gesunden und schönen Pflanzen verhelfen. Achten Sie auf eine gute Pflanzenpflege und regelmäßige Kontrollen, um Problemen vorzubeugen. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie klebrige Blätter und Rußtau erfolgreich in den Griff bekommen und sich wieder an Ihren gesunden Pflanzen erfreuen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu klebrigen Blättern
Sind klebrige Blätter schädlich für Pflanzen?
Ja, klebrige Blätter sind indirekt schädlich für Pflanzen. Der Honigtau selbst ist zwar nicht direkt schädlich, aber er zieht Rußtaupilze an, die die Photosynthese beeinträchtigen und die Pflanze schwächen können. Außerdem ist Honigtau ein Zeichen für Schädlingsbefall, der die Pflanze zusätzlich schädigen kann.
Kann man klebrige Blätter entfernen?
Ja, klebrige Blätter können vorsichtig mit einem feuchten Tuch abgewischt werden. Dies entfernt den Honigtau und den Rußtaupilz. Es ist jedoch wichtig, auch die Ursache des Problems – die Schädlinge – zu bekämpfen, damit das Problem nicht wieder auftritt.
Welche Schädlinge verursachen Honigtau?
Verschiedene saugende Insekten können Honigtau verursachen, darunter Blattläuse, Schildläuse, Wollläuse und Weiße Fliegen.
Ist Rußtau gefährlich für Menschen oder Tiere?
Rußtaupilze sind in der Regel nicht gefährlich für Menschen oder Tiere. Sie sind rein oberflächlich und dringen nicht in das Pflanzengewebe ein. Allerdings kann der Rußbelag bei empfindlichen Personen allergische Reaktionen auslösen. Es ist ratsam, beim Umgang mit stark befallenen Pflanzen Handschuhe zu tragen.
