Wie oft sollte ich eine kleine Orchidee gießen?

Destilliertes Wasser für Orchideen: Ja oder Nein?

15/06/2021

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Die richtige Wasserqualität ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit und das Wachstum von Orchideen. Viele Orchideenliebhaber fragen sich, ob destilliertes Wasser eine gute Wahl für die Bewässerung ihrer empfindlichen Pflanzen ist. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile von destilliertem Wasser für Orchideen und bietet umfassende Informationen zur optimalen Wasserwahl und -aufbereitung.

Kann man destilliertes Wasser für Orchideen benutzen?
Mischen mit destilliertem (vollentsalztem) Wasser Hat man nicht all zu viele Orchideen zu versorgen, kann man sich destilliertes Wasser (also Wasser ganz ohne Salze) kaufen und dieses mit Leitungswasser oder Dünger mischen. Auf keinen Fall dürfen die Pflanzen mit reinem destillierten Wasser gegossen werden.
Inhaltsverzeichnis

Warum ist die Wasserqualität bei Orchideen so wichtig?

Orchideen stammen ursprünglich aus Regionen, in denen sie hauptsächlich Regenwasser erhalten. Regenwasser zeichnet sich durch einen sehr geringen Gehalt an gelösten Salzen aus. Im Gegensatz dazu enthält unser Leitungswasser, das oft aus Grundwasser gewonnen wird, je nach Region unterschiedliche Mengen an Mineralien und Salzen, insbesondere Kalk. Diese Salze können sich negativ auf Orchideen auswirken, da sie empfindlich auf hohe Salzkonzentrationen im Gießwasser reagieren.

Eine zu hohe Salzkonzentration im Gießwasser kann zu verschiedenen Problemen führen:

  • Reduziertes Wurzelwachstum: Zu viel Salz kann das Wachstum der Wurzeln hemmen und die Nährstoffaufnahme beeinträchtigen.
  • Wurzelschäden: In extremen Fällen können die Wurzeln durch die Salze regelrecht „verbrennen“.
  • Vermindertes Pflanzenwachstum: Ein beeinträchtigtes Wurzelwachstum führt zu einem insgesamt schwächeren Wachstum der Orchidee.

Destilliertes Wasser: Die salzarme Lösung?

Destilliertes Wasser ist Wasser, dem durch Destillation alle Mineralien und Salze entzogen wurden. Es ist somit nahezu reines Wasser ohne jegliche Zusätze. Auf den ersten Blick scheint destilliertes Wasser ideal für Orchideen zu sein, da es dem natürlichen Regenwasser sehr nahekommt. Aber ist es wirklich die beste Wahl?

Vorteile von destilliertem Wasser:

  • Sehr geringe Salzkonzentration: Destilliertes Wasser ist nahezu frei von Salzen und Kalk, was das Risiko von Salzablagerungen im Substrat und an den Wurzeln minimiert.
  • Ideal für empfindliche Orchideen: Besonders für Orchideenarten und Naturformen mit sehr empfindlichen Wurzeln kann destilliertes Wasser von Vorteil sein, da es die Gefahr von Wurzelschäden durch zu hohe Salzkonzentrationen reduziert.
  • Kontrollierbare Wasserqualität: Mit destilliertem Wasser haben Sie die volle Kontrolle über die Wasserqualität und können sicherstellen, dass Ihre Orchideen kein schädliches Leitungswasser erhalten.

Nachteile von destilliertem Wasser:

  • Völlige Salzfreiheit kann nachteilig sein: Obwohl Orchideen salzarmes Wasser bevorzugen, benötigen sie dennoch geringe Mengen an Mineralien und Spurenelementen für ein gesundes Wachstum. Reines destilliertes Wasser enthält absolut keine Mineralien.
  • Kosten und Aufwand: Der Kauf von destilliertem Wasser in größeren Mengen kann teuer und aufwendig sein, besonders für Orchideensammlungen.
  • Nicht immer notwendig: Für viele Orchideen-Hybriden, insbesondere solche mit robusteren Wurzeln, ist destilliertes Wasser nicht unbedingt erforderlich. Eine Aufbereitung des Leitungswassers kann oft eine kostengünstigere und praktikablere Alternative sein.

Die Leitfähigkeit des Gießwassers: Ein wichtiger Messwert

Um die Qualität des Gießwassers besser beurteilen zu können, ist die Messung der Leitfähigkeit ein hilfreiches Instrument. Die Leitfähigkeit gibt an, wie viele Salze im Wasser gelöst sind. Sie wird in Mikrosiemens pro Zentimeter (µS/cm) gemessen.

Ideale Leitfähigkeitswerte für Orchideen (ohne Dünger):

Orchideen-TypMaximale Leitfähigkeit (µS/cm)
Hybride mit unempfindlichen Wurzeln (z.B. Phalaenopsis, Cattleya, Cymbidium)400
Naturformen und Hybride mit unempfindlichen Wurzeln300
Naturformen und Hybride mit sehr empfindlichen Wurzeln (z.B. Dracula, Disa, Phragmipedium)30-100

Ein Leitfähigkeitsmessgerät (Konduktometer) kann Ihnen helfen, die Wasserqualität zu überprüfen. Für die Orchideenpflege sind einfache Geräte ab etwa 50 Euro im Handel erhältlich.

Alternativen zu destilliertem Wasser und Methoden zur Wasseraufbereitung

Wenn destilliertes Wasser keine ideale oder praktikable Lösung für Sie ist, gibt es verschiedene Alternativen und Methoden zur Aufbereitung Ihres Leitungswassers:

1. Regenwasser sammeln:

Regenwasser ist eine natürliche und kostengünstige Alternative zu destilliertem Wasser, sofern es sauber gesammelt werden kann. Achten Sie darauf, dass das Regenwasser nicht von verschmutzten Dächern oder aus stark belasteten Umgebungen stammt. Lagern Sie Regenwasser kühl und dunkel, um die Bildung von Bakterien zu vermeiden.

Vorteile: Kostenlos, sehr salzarm.

Nachteile: Nicht immer verfügbar, Lagerung erforderlich, Sauberkeit beachten.

2. Abkochen von Leitungswasser:

Abkochen reduziert die temporäre Härte des Wassers, indem Kalk ausfällt. Diese Methode ist jedoch nur in Regionen mit geringer Wasserhärte und hohem Anteil temporärer Härte sinnvoll. Bei sehr hartem Wasser ist Abkochen nicht ausreichend.

Vorteile: Einfach durchzuführen.

Nachteile: Nur bei bestimmter Wasserzusammensetzung effektiv, energieaufwendig.

3. Mischen mit destilliertem Wasser:

Sie können Leitungswasser mit destilliertem Wasser mischen, um die Salzkonzentration zu senken. Das Mischungsverhältnis hängt von der Härte Ihres Leitungswassers ab. Als Richtlinie gilt:

  • Sehr hartes Wasser (20-30 °dH): 1 Teil Leitungswasser + 2 Teile destilliertes Wasser.
  • Mittelhartes Wasser (8-20 °dH): 1 Teil Leitungswasser + 1 Teil destilliertes Wasser.
  • Sehr weiches Wasser (4-8 °dH): Kein destilliertes Wasser notwendig.

Vorteile: Salzgehalt individuell anpassbar.

Nachteile: Kann bei größeren Mengen teuer werden, destilliertes Wasser muss beschafft werden.

4. Wasserfilter (Tischwasserfilter):

Tischwasserfilter, die eigentlich für Trinkwasser gedacht sind, können auch zur Teilentsalzung von Gießwasser für Orchideen verwendet werden. Sie entfernen Kalk und andere Salze, sättigen sich aber mit der Zeit und müssen regelmäßig ausgetauscht werden.

Vorteile: Einfach, schnell.

Nachteile: Langsame Wasseraufbereitung, nur Teilentsalzung, Filterpatronen müssen ersetzt werden.

Warum destilliertes Wasser Pflanzen?
Wenn Pflanzen in mineralischen Substraten wie Bims, Lava oder Zeolith gehalten werden, kann destilliertes Wasser von Vorteil sein. Denn hartes Wasser kann mit der Zeit zu Salz- und Kalkablagerungen führen, die für empfindliche Pflanzen problematisch sein können. Destilliertes Wasser verhindert diese Ablagerungen.

5. Umkehrosmoseanlagen:

Umkehrosmoseanlagen liefern nahezu salzfreies Wasser. Sie sind eine gute Investition für Orchideenliebhaber mit größeren Sammlungen und empfindlichen Arten. Das Wasser aus Umkehrosmoseanlagen muss jedoch unbedingt mit Leitungswasser oder Dünger gemischt werden, da es zu rein ist.

Vorteile: Sehr geringe Restleitfähigkeit, große Mengen Wasser, geringe laufende Kosten.

Nachteile: Anschaffungskosten, Platzbedarf, Abwasser.

6. Ionenaustauscher:

Ionenaustauscher sind eine effektive Methode zur Vollentsalzung von Wasser. Sie bestehen aus zwei Säulen, die Kationen und Anionen gegen H+ und OH- Ionen austauschen, wodurch reines Wasser entsteht. Das Wasser aus Ionenaustauschern ist ebenfalls nahezu salzfrei und muss vor der Verwendung für Orchideen gemischt werden.

Vorteile: Sehr geringe Restleitfähigkeit, große Mengen Wasser, geringe laufende Kosten, platzsparend.

Nachteile: Anschaffungskosten, Umgang mit Säuren und Laugen bei der Regeneration.

Fazit: Kann man destilliertes Wasser für Orchideen benutzen?

Ja, destilliertes Wasser kann für Orchideen verwendet werden, ist aber nicht immer die beste oder notwendigste Lösung. Reines destilliertes Wasser ist zu salzarm und sollte daher nicht unverdünnt verwendet werden. Es kann jedoch eine gute Option sein, um sehr hartes Leitungswasser zu verdünnen oder für besonders empfindliche Orchideenarten.

Für die meisten Orchideen-Hybriden ist eine Aufbereitung des Leitungswassers durch Mischen mit destilliertem Wasser, Regenwasser oder den Einsatz eines Wasserfilters oft ausreichend und kostengünstiger. Entscheidend ist, die Wasserqualität im Auge zu behalten und sicherzustellen, dass das Gießwasser für die jeweiligen Orchideenarten geeignet ist. Die Messung der Leitfähigkeit kann dabei helfen, die optimale Wasserqualität zu gewährleisten und Ihre Orchideen gesund und blühfreudig zu halten.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Wasserqualität bei Orchideen

F: Kann ich Leitungswasser direkt für alle Orchideen verwenden?

A: Das hängt von der Härte Ihres Leitungswassers und der Orchideenart ab. Für viele Hybriden mit robusten Wurzeln kann Leitungswasser geeignet sein, besonders wenn es nicht sehr hart ist. Empfindliche Naturformen und Arten bevorzugen salzarmes Wasser. Messen Sie die Leitfähigkeit Ihres Leitungswassers, um die Eignung zu beurteilen.

F: Muss ich destilliertes Wasser immer mit Leitungswasser mischen?

A: Ja, reines destilliertes Wasser ist zu salzarm und sollte immer mit Leitungswasser oder Dünger gemischt werden, um den Orchideen die notwendigen Mineralien zuzuführen.

F: Ist Regenwasser immer die beste Wahl?

A: Regenwasser ist eine sehr gute Wahl, da es natürlich salzarm ist. Achten Sie jedoch auf die Sauberkeit und lagern Sie es richtig, um Verunreinigungen zu vermeiden.

F: Wie oft sollte ich die Leitfähigkeit meines Gießwassers messen?

A: Messen Sie die Leitfähigkeit Ihres Leitungswassers regelmäßig, besonders wenn es regionale Schwankungen gibt. Auch nach der Anschaffung eines Wasseraufbereitungssystems ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll.

F: Kann ich Eiswürfel zum Gießen von Orchideen verwenden?

A: Nein, Eiswürfel sind für tropische Pflanzen wie Orchideen ungeeignet. Verwenden Sie immer Wasser mit Umgebungstemperatur zum Gießen.

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