02/10/2024
Die Ölmalerei, eine Kunstform von beeindruckender Tiefe und Vielseitigkeit, mag auf den ersten Blick einschüchternd wirken. Doch mit der richtigen Ausstattung und dem nötigen Wissen wird sie zu einem zugänglichen und erfüllenden Hobby. Dieser Artikel nimmt Ihnen die anfängliche Unsicherheit und führt Sie Schritt für Schritt in die Welt der Ölfarben ein. Wir beantworten die wichtigsten Fragen, stellen Ihnen ein praktisches Starter-Kit vor und teilen unsere Begeisterung für diese traditionsreiche Maltechnik.

- Was sind Ölfarben und was macht sie aus?
- Grundausstattung für Ölmalerei-Anfänger
- Wichtige Fragen für Ölmalerei-Einsteiger
- Welche Farbtöne sind für den Beginn geeignet?
- Welche Pinsel sind für Ölmalerei geeignet?
- Wie reinige ich Ölmalpinsel richtig?
- Was ist Malmittel und wozu brauche ich es?
- Wie kann man Ölfarben verdünnen und mit Wasser mischen?
- Wie lange dauert die Trocknung von Ölfarben?
- Wie ist ein Ölbild aufgebaut?
- Welchen Maluntergrund kann man für Ölfarben verwenden?
- Wie grundiere ich einen Maluntergrund für Ölfarben?
- Welche Maltechniken gibt es in der Ölmalerei?
- Wie trocknen und bewahrt man Ölbilder auf?
- Warum sollte man ein Ölbild firnissen?
- Umgang mit Schadstoffen: Terpentin und Alternativen
- Wie erkennt man ein echtes Ölgemälde?
Was sind Ölfarben und was macht sie aus?
Um die Ölmalerei wirklich zu verstehen, ist es essenziell, die Zusammensetzung von Ölfarben und ihre daraus resultierenden Eigenschaften zu kennen. Ölfarben bestehen im Kern aus zwei Komponenten: Pigmenten, die für die Farbe sorgen, und Öl als Bindemittel, das die Pigmente zusammenhält und ihnen ihre charakteristische Konsistenz verleiht. Traditionell und bewährt hat sich hierbei vor allem Leinöl. Es bietet eine ideale Kombination von Eigenschaften, die sich über Jahrhunderte in der Kunst bewährt hat. Allerdings hat Leinöl eine Tendenz, mit der Zeit leicht zu vergilben. Speziell für Weißtöne wird daher oft Safloröl als Alternative verwendet, da es weniger zur Vergilbung neigt. Safloröl hat jedoch den Nachteil, dass es langsamer trocknet.
Die vergleichsweise lange Trocknungszeit von Ölfarben ist ein entscheidender Faktor, der die Techniken der Ölmalerei maßgeblich beeinflusst. Ölfarben zeichnen sich durch eine leicht zähe, pastose Konsistenz aus und sind bekannt für ihre Langlebigkeit und hohe Lichtbeständigkeit – Eigenschaften, die ihre lange Geschichte in der Kunstwelt erklären. Es gibt Ölfarben in unterschiedlichen Deckkraftgraden: deckend, halbdeckend, halbtransparent und volltransparent. Informationen zur Lichtechtheit und Deckkraft finden Sie auf den Tuben, meist in Form von Symbolen:
Lichtechtheit:
- +++ = Minimal 100 Jahre lichtecht unter Museumsbedingungen (alle 120 Farben)
- ++ = 25 – 100 Jahre lichtecht unter Museumsbedingungen
- + = 10 – 25 Jahre lichtecht unter Museumsbedingungen
Transparenz/Deckfähigkeit:
- transparent (25 Farben)
- halbtransparent (20 Farben)
- halbdeckend (35 Farben)
- deckend (40 Farben)
Grundausstattung für Ölmalerei-Anfänger
Wenn Sie mit der Ölmalerei beginnen möchten, benötigen Sie zunächst eine Grundausstattung. Wir empfehlen für den Anfang folgende Materialien:
- Eine kleine Auswahl an Ölfarben (6-8 Tuben)
- Ein Pinselset mit verschiedenen Größen und Formen
- Einen geeigneten Maluntergrund (Ölpapier, Keilrahmen etc.)
- Ein Malmesser zum Anmischen der Farben
- Eine Mischpalette
- Ein Lösungsmittel (z.B. Terpentinersatz)
- Ein Malmittel
- Firnis für den Abschluss
Um Ihnen den Einstieg zu erleichtern, haben wir zwei Starter-Sets von renommierten Marken zusammengestellt, die alles beinhalten, was Sie für Ihre ersten Schritte in der Ölmalerei benötigen:
Rembrandt Starter Set
| Produktkategorie | Produkt |
|---|---|
| Farben | Rembrandt Ölfarben Starter Set (6 Farben) |
| Pinsel | Rembrandt Set Öl- und Acrylpinsel | Serie 290 Nr. 4-8-12 |
| Pinsel | Rembrandt Set Öl- und Acrylpinsel | Serie 290-291-292 Nr. 10 |
| Papier | Rembrandt Ölpapier | 24 x 32 cm, 300 g, 10 Blatt |
| Malmesser | Talens Malmesser (zum Mischen der Farben) |
| Malmittel | Malmittel Normal 083 Flasche 75 ml |
| Lösungsmittel | Terpentinersatz Geruchlos 089 Flasche 75 ml |
| Firnis | Talens Schlussfirnis Glänzend oder Matt für Ölfarbe 002 Spraydose 400 ml |
Van Gogh Starter Set
| Produktkategorie | Produkt |
|---|---|
| Farben | Van Gogh Starter-Set Ölfarben (6 Farben) |
| Pinsel | Van Gogh Öl- & Acrylpinsel Serie 294 Nr. 6 und Nr. 10 |
| Papier | Van Gogh Block für die Ölmalerei, 240 g, 24 x 32 cm |
| Malmesser | Talens Malmesser (zum Mischen der Farben) |
| Malmittel | Malmittel Normal 083 Flasche 75 ml |
| Lösungsmittel | Terpentinersatz Geruchlos 089 Flasche 75 ml |
| Firnis | Talens Schlussfirnis Glänzend oder Matt für Ölfarbe 002 Spraydose 400 ml |
Wichtige Fragen für Ölmalerei-Einsteiger
Um Ihnen den Start in die Ölmalerei weiter zu erleichtern, haben wir die häufigsten Fragen von Anfängern zusammengefasst:
Welche Farbtöne sind für den Beginn geeignet?
Für den Einstieg in die Ölmalerei sind die Primärfarben (Gelb, Rot, Blau) sowie Weiß ideal. Mit diesen Grundfarben können Sie nahezu alle anderen Farbtöne selbst mischen. Wenn Sie das Mischen zunächst vermeiden möchten, können Sie natürlich auch eine größere Auswahl an vorgefertigten Farbtönen erwerben. Die empfohlenen Starter-Sets enthalten aus diesem Grund bereits die Primärfarben und Weiß.
Welche Pinsel sind für Ölmalerei geeignet?
Die Wahl des richtigen Pinsels hängt stark von der gewünschten Maltechnik, der Bildgröße und dem Detailgrad ab. Es gibt verschiedene Pinselarten, darunter Synthetikpinsel und Echthaarpinsel. Schweineborstenpinsel sind besonders gut geeignet, da sie viel Farbe aufnehmen und wieder abgeben können. Für feinere Details und glatte Flächen sind Rotmarderhaar- oder Kolinsky-Pinsel, mit ihren weicheren Haaren, die bessere Wahl. Kunsthaarpinsel sind vielseitig einsetzbar und eignen sich für verschiedene Maltechniken.
Wie reinige ich Ölmalpinsel richtig?
Ölmalpinsel sollten nicht mit Wasser gereinigt werden. Der erste Schritt der Reinigung besteht darin, überschüssige Farbe mit einem Tuch abzuwischen. Anschließend werden die Pinsel mit einem Lösungsmittel wie Terpentin, Terpentinersatz oder einem speziellen Pinselreiniger für Ölfarben gesäubert. Pinselreiniger sind eine umweltfreundlichere und gesündere Alternative zu schädlichen Lösungsmitteln, da sie die Pinsel gründlich ohne aggressive Chemikalien reinigen.
Was ist Malmittel und wozu brauche ich es?
Malmittel sind in der klassischen Ölmalerei unverzichtbar, da sie die Eigenschaften der Ölfarben gezielt beeinflussen können. Sie ermöglichen es, die Trocknungszeit, den Farbfluss, die Konsistenz, die Transparenz, die Brillanz und den Glanz der Farbe zu verändern. Es gibt verschiedene Arten von Malmitteln, darunter verdünnende Malmittel, Malmittel zur Beschleunigung der Trocknung und sogar Malmittel, die Ölfarben wasserverdünnbar machen. Für den Anfang genügt ein „Malmittel Normal“. Mit zunehmender Erfahrung können Sie Ihr Sortiment erweitern und die vielfältigen Effekte unterschiedlicher Malmittel erkunden.
Wie kann man Ölfarben verdünnen und mit Wasser mischen?
Zum Verdünnen von Ölfarben werden in der Regel Malmittel verwendet. Es gibt jedoch auch wassermischbare Ölfarben, wie z.B. von der Marke Cobra. Diese Farben bieten eine interessante Alternative, da sie die Vorteile der Ölmalerei mit der einfacheren Reinigung mit Wasser verbinden.
Wie lange dauert die Trocknung von Ölfarben?
Ölfarben trocknen deutlich langsamer als beispielsweise Acrylfarben oder Aquarellfarben. Dies bietet Ihnen mehr Zeit, die Farben auf der Leinwand zu bearbeiten und zu vermischen. Die genaue Trocknungszeit hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Umgebungstemperatur, der Art des verwendeten Öls und der Schichtdicke. Bei normaler Schichtdicke kann die Trocknung bis zu einem Jahr dauern, bei dünnen Schichten einige Monate weniger und bei sehr dicken Schichten sogar mehrere Jahre. Die Trocknungszeit kann durch Malmittel beeinflusst werden. Lösungsmittel beschleunigen die Trocknung, während die Zugabe von Öl (wobei Leinöl schneller trocknet als Distel- oder Mohnöl) sie verlangsamt.

Wie ist ein Ölbild aufgebaut?
Der Aufbau eines Ölbildes und die Vorgehensweise beim Malen mit Ölfarbe lassen sich grob in drei Phasen unterteilen:
- Vorbereitung des Maluntergrunds (Grundierung)
- Auftragen der Farbe (in Schichten oder „Alla Prima“)
- Auftragen des Firnisses (Versiegelung zum Schutz und für die Haltbarkeit)
Diese Vorgehensweise trägt maßgeblich zur Haltbarkeit des Kunstwerks bei.
Welchen Maluntergrund kann man für Ölfarben verwenden?
Ölfarben sind sehr vielseitig und haften auf vielen Oberflächen, darunter Stoff, Holz, Glas, Stein und Papier. Besonders beliebt sind Leinwände und Ölpapier, oft auch wegen ihrer bereits erfolgten Grundierung. Eine Grundierung des Maluntergrunds ist jedoch generell empfehlenswert, da sie den Untergrund schützt, die Haftung der Farbe verbessert und die Haltbarkeit des Bildes erhöht. Gerade für Anfänger ist Ölpapier eine ausgezeichnete Wahl, da es direkt verwendet werden kann und das Ausprobieren der Ölmalerei ohne großen Aufwand ermöglicht. Keilrahmen sind in verschiedenen Größen und Bespannungen (Baumwolle oder Leinen) erhältlich.
Wie grundiere ich einen Maluntergrund für Ölfarben?
Für die Grundierung von Malgründen in der Ölmalerei wird Gesso verwendet. Gesso, ein Begriff italienischen Ursprungs, bedeutet „Kreide“ oder „Gips“ und besteht aus Gips, Kreide, Farbpigmenten und Bindemittel. Es bereitet verschiedene Materialien optimal auf die Aufnahme von Farben, insbesondere Ölfarben, vor. Gesso eignet sich für alle staub-, fettfreien und saugfähigen Untergründe wie Papier, Stoff und Holz. Es kann bei Bedarf mit Acrylfarbe eingefärbt werden. Für den direkten Einstieg sind vorgrundierte Ölpapiere, wie z.B. Rembrandt Ölpapiere, sehr praktisch. Für langlebige Kunstwerke ist jedoch auch bei Papier eine Grundierung empfehlenswert.
Welche Maltechniken gibt es in der Ölmalerei?
In der Ölmalerei werden hauptsächlich zwei Techniken unterschieden: „Alla Prima“ (Nass-in-Nass) und die Schichtenmalerei.
„Alla Prima“ – Nass-in-Nass
„Alla Prima“ bedeutet, dass das Bild „nass-in-nass“ gemalt wird. Die Farben werden nicht nur auf der Palette, sondern auch direkt auf dem Bild gemischt und nass nebeneinander und übereinander aufgetragen. Das Bild besteht in der Regel aus nur einer Farbschicht und muss fertiggestellt werden, solange die Farbe noch feucht ist. Bei dieser Technik kann die Farbe pur oder mit einem Mal- oder Verdünnungsmittel verwendet werden.
Schichtenmalerei
Die Schichtenmalerei baut das Bild in mehreren Farbschichten auf. Jede nachfolgende Schicht wird erst aufgetragen, wenn die vorherige Schicht ausreichend getrocknet ist. Ein wichtiges Prinzip der Schichtenmalerei ist die „Fett-über-Mager“-Regel: Jede nachfolgende Schicht muss einen höheren Ölanteil enthalten als die darunterliegende. Die erste Schicht wird „mager“ aufgetragen, d.h. mit wenig Öl, und mit Terpentinersatz oder Terpentin verdünnt. Beim Trocknen entsteht ein poröser Farbfilm, der das Öl der nachfolgenden, „fetteren“ Schicht aufsaugt und so eine gute Haftung gewährleistet. Zu viel Öl in den oberen Schichten kann jedoch zu Runzelbildung beim Trocknen führen. Die „Fett-über-Mager“-Regel kann auf verschiedene Weisen umgesetzt werden, z.B. durch schrittweise Verringerung des Lösungsmittelanteils in jeder Schicht oder durch Verwendung von Malmitteln.
Lasieren
Unabhängig von der gewählten Maltechnik (Alla Prima oder Schichtenmalerei) kann eine abschließende Lasurschicht aufgetragen werden. Eine Lasur ist eine transparente Farbschicht, die verschiedene Zwecke erfüllen kann: Sie kann die darunterliegenden Farben leicht verändern, ohne sie zu überdecken, oder einen Emaille-artigen Effekt und tiefere Farbtöne erzeugen. Lasurschichten sollten keine Pinselspuren zeigen, da die darunterliegenden Schichten durchscheinen sollen. Für Lasuren sind spezielle Lasurmalmittel empfehlenswert, die einen guten Farbfluss gewährleisten. Auch hier gilt die „Fett-über-Mager“-Regel: Die Lasurschicht muss „fetter“ sein als die darunterliegende Farbschicht.

Wie trocknen und bewahrt man Ölbilder auf?
Die Trocknung von Ölfarben ist ein chemischer Prozess, der Sauerstoff und Licht benötigt. Dieser langsame Prozess ist der Grund für die lange Trocknungszeit von Ölfarben. Niedrige Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit können die Trocknung negativ beeinflussen. Fertiggestellte Ölbilder sollten daher in einem Raum mit ausreichend Licht (ohne direkte Sonneneinstrahlung), bei Zimmertemperatur und geringer Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Wichtig: Ein Ölbild muss vor dem Firnissen vollständig getrocknet sein!
Warum sollte man ein Ölbild firnissen?
Firnisse für Ölfarben bestehen aus einer Lösung von Harz in einem Lösungsmittel. Sie dienen dem Schutz der Farbschicht vor Staub, Schmutz und Umwelteinflüssen und beeinflussen den Glanzgrad des Bildes. Ein guter Firnis sollte reversibel sein, d.h. er sollte auch nach Jahren mit einem Lösungsmittel wieder entfernt werden können, ohne die Farbschicht zu beschädigen.
Retuschierfirnis
Retuschierfirnis wird verwendet, um matte Stellen im Bild auszugleichen, die entstehen können, wenn zu viel Öl von unteren Schichten aufgesaugt wurde. Durch das dünne Auftragen von Retuschierfirnis auf die angetrockneten, matten Stellen kehren Glanz und Farbe zurück. Zusätzlich verhindert Retuschierfirnis, dass die nächste Farbschicht zu viel Öl verliert. In dünner Schicht ist Retuschierfirnis porös und bildet einen Haftgrund für nachfolgende Farbschichten. Er kann auch als vorläufiger Schlussfirnis auf noch nicht vollständig getrockneten Bildern verwendet werden, um einen gleichmäßigen Glanz zu erzielen und das Bild vor Verschmutzung zu schützen. Nach vollständiger Trocknung kann der endgültige Schlussfirnis über den Retuschierfirnis aufgetragen werden. Wichtig: Retuschierfirnis immer sehr dünn auftragen!
Schlussfirnis
Nachdem die Ölfarbe vollständig getrocknet ist, sollte ein Schlussfirnis aufgetragen werden. Dieser verlangsamt den Alterungsprozess der Farbe, bestimmt den endgültigen Glanzgrad und schützt die Farbe vor Verunreinigungen. Vor dem Firnissen sollten Bild, Firnis, Pinsel und Behälter Zimmertemperatur haben. Bei sehr geschlossenen Farbschichten (z.B. durch hohen Malmittelanteil) kann es sinnvoll sein, das Bild vor dem Firnissen mit einem Tuch und etwas Terpentinersatz abzuwischen. Es gibt glänzende und matte Firnisse. Bei der Verwendung von mattem Firnis oder Mischungen mit mattem Firnis sollte der Firnis abschließend in eine Richtung verstrichen werden, um einen gleichmäßigen Glanzgrad zu erzielen. Matter Firnis sollte idealerweise nur in einer Schicht aufgetragen werden, während Sprühfirnisse in mehreren Schichten aufgetragen werden können.
Umgang mit Schadstoffen: Terpentin und Alternativen
Lösungsmittel wie Terpentin und Terpentinersatz werden in der Ölmalerei verwendet, um Farben zu verdünnen, getrocknete Farbe anzulösen und Pinsel zu reinigen. Sie verdunsten an der Luft. Terpentin wird oft verwendet, um Ölfarben direkt aus der Tube zu verdünnen und hat eine schnellere Trocknungszeit als Terpentinersatz. Es kann auch zur Herstellung eigener Farben mit Farbpigmenten verwendet werden. Da Terpentin toxisch ist, greifen viele Künstler zu Alternativen wie Terpentinersatz, Ölen oder lösungsfreien Pinselreinigern. Bei der Verwendung von Terpentin ist eine gute Belüftung des Arbeitsraumes unerlässlich. Terpentinreste, Tücher mit Terpentin und terpentinhaltige Ölfarbe sollten in geeigneten Behältern gesammelt und fachgerecht entsorgt werden.
Wie erkennt man ein echtes Ölgemälde?
Die Frage nach der Echtheit eines Ölgemäldes beschäftigt viele Kunstinteressierte. Angesichts der zunehmenden Zahl von Kunstfälschungen ist es wichtig, Methoden zur Echtheitsprüfung zu kennen. Es gibt verschiedene Verfahren, um ein Ölgemälde auf seine Authentizität zu untersuchen:
Prüfung mit Licht und Röntgenstrahlen
Die Untersuchung mit Licht verschiedener Wellenlängen und Röntgenstrahlen ermöglicht eine zerstörungsfreie Analyse des Kunstwerks. Bereits die Betrachtung unter normalem Licht und mit einer Lupe kann Aufschluss über die Oberflächenstruktur geben und z.B. pastose Malerei von Druckgrafiken unterscheiden. UV-Licht (Schwarzlicht) dringt in das Ölbild ein und macht Materialien und Inhaltsstoffe sichtbar, die im normalen Licht unsichtbar sind. Die Fluoreszenz bestimmter Stellen kann Rückschlüsse auf die verwendeten Materialien und die Zusammensetzung der Ölfarben geben. Infrarotlicht unterschiedlicher Wellenlängen macht verschiedene Tiefenebenen sichtbar und kann z.B. Skizzen oder übermalte Farbschichten erkennen lassen. Röntgenstrahlen liefern Informationen über Alter, Herkunft, Materialien und Maltechniken. Früher verwendetes Bleiweiß wird unter Röntgenstrahlung sichtbar und kann den plastisch-räumlichen Aufbau des Gemäldes identifizieren. Die Analyse der Malweise ist oft aufschlussreicher für die Zuordnung zu einem Künstler als die Komposition.
Chemische Analysen
Chemische Analysen von winzigen Farbproben spielen eine wichtige Rolle bei der Echtheitsprüfung. Moderne Verfahren wie die Röntgenfluoreszenzanalyse ermöglichen sogar Analysen ohne Materialproben. Die Suche nach Substanzen, die zum angeblichen Entstehungszeitpunkt des Gemäldes noch nicht bekannt waren, ist ein wichtiger Ansatz. Beispielsweise wurde in einem vermeintlichen Rembrandt-Selbstbildnis Cadmiumgelb gefunden, ein Pigment, das erst ab 1830 in der Malerei verwendet wurde. Das Vorhandensein synthetischer Farbstoffe wie Zinkweiß oder Metalloxide wie Kobaltblau deutet ebenfalls auf eine Entstehung im 18. oder 19. Jahrhundert hin. Vergleichsproben können auch die Herkunft der Farbpigmente bestimmen. So enthielt Bleiweiß aus Italien beispielsweise weniger Antimon und Silber als Bleiweiß aus den Niederlanden.
Visuelle Prüfung
Manchmal kann die bloße visuelle Prüfung eines Gemäldes Hinweise auf eine Fälschung liefern. Dabei ist es wichtig, den Stil des Gemäldes zu betrachten und zu prüfen, ob er zum Zeitgeist der Epoche passt. Auch die dargestellten Gegenstände können Hinweise geben. Viele Pflanzen, Tiere, Lebensmittel, Werkzeuge und Alltagsgegenstände lassen sich historisch datieren. Das Auftreten von Tomaten auf einem Gemälde schließt beispielsweise eine Entstehung im frühen Mittelalter aus, da Tomaten in Europa erst seit etwa 1500 bekannt sind und erst ab dem 18. Jahrhundert als Lebensmittel genutzt wurden.
Es ist wichtig zu beachten, dass keine Methode eine absolute Garantie für die Echtheit eines Ölgemäldes bieten kann. Auch wenn keine Fälschungsmerkmale gefunden werden, ist dies kein endgültiger Beweis für die Authentizität. Dies gilt insbesondere für Fälschungen, die zeitnah zum Original entstanden sind.
Die Ölmalerei ist eine faszinierende und lohnende Kunstform, die sowohl Anfängern als auch erfahrenen Künstlern unzählige kreative Möglichkeiten bietet. Mit den richtigen Materialien, etwas Übung und diesem Leitfaden als Unterstützung steht Ihrem Einstieg in die Welt der Ölfarben nichts mehr im Wege. Lassen Sie Ihrer Kreativität freien Lauf und entdecken Sie die Freude am Malen!
