Welche anderen Pflanzen sehen wie Mutterkraut aus?

Verwechslungsgefahr: Pflanzen, die Mutterkraut ähneln

29/01/2023

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Das Echte Mutterkraut (Tanacetum parthenium), auch bekannt als Fieberkraut, ist eine traditionelle Heilpflanze mit langer Geschichte. Doch in der vielfältigen Pflanzenwelt gibt es einige Arten, die dem Mutterkraut zum Verwechseln ähnlich sehen. Dieser Artikel hilft Ihnen, Mutterkraut sicher zu identifizieren und von seinen Doppelgängern zu unterscheiden, insbesondere von der Echten Kamille und der Margerite. Wir beleuchten die charakteristischen Merkmale, geben Tipps zum Anbau und zur Pflege und erklären die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten des Mutterkrauts.

Welche anderen Pflanzen sehen wie Mutterkraut aus?
Aus zwei Gründen kann das Mutterkraut leicht mit anderen Pflanzen verwechselt werden: Zum einen sieht es der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) und der Margerite (Leucanthemum vulgare ) zum Verwechseln ähnlich, zum anderen wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch der Alpenliebstöckel (Mutellina adonidifolia) manchmal als „Mutterkraut“ bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis

Mutterkraut und seine botanischen Merkmale

Das Mutterkraut stammt ursprünglich aus Südosteuropa und dem östlichen Mittelmeerraum. Mittlerweile ist es jedoch in weiten Teilen Europas verbreitet und gilt als Archäophyt, also eine Pflanze, die schon lange durch menschlichen Einfluss eingebürgert wurde. Auch in anderen Teilen der Welt, wie Nord-, Mittel- und Südamerika, Ozeanien und Teilen Asiens, ist es anzutreffen, dort jedoch als Neophyt. Die krautige, mehrjährige Pflanze gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) und wird gelegentlich auch als Federkraut bezeichnet.

Lange Zeit gab es Uneinigkeit über die Gattungszugehörigkeit des Mutterkrauts. Es wurde zunächst den Kamillen (Matricaria) zugeordnet, später den Chrysanthemen (Chrysanthemum). Heute wird es jedoch als Unterart der Wucherblumen (Tanacetum) klassifiziert. Mutterkraut wächst aufrecht und buschig, erreicht eine Höhe von 30 bis 80 cm und bildet zarte, gefiederte Blätter von etwa 8 cm Länge. Auffällig ist der starke Duft der Pflanze. Der Stängel ist gerippt und verzweigt sich nach oben hin, während er im unteren Bereich verholzt. Von Mai bis August blüht das Mutterkraut mit kleinen, 1,5 bis 2 cm großen Blüten, die in doldenartigen Ständen oder Rispen angeordnet sind. Charakteristisch ist der gelblich wirkende Blütenkopf aus gelben Röhrenblüten, der von weißen Zungenblüten umrahmt wird.

Die Blüten des Mutterkrauts sind eine wertvolle Nahrungsquelle für verschiedene Wildbienenarten, darunter die Mörtelbiene (Colletes daviesanus) und die Wucherblumen-Maskenbiene (Hylaeus nigritus). Auch Honigbienen und Fliegen besuchen die Blüten gerne, was Mutterkraut zu einer bienenfreundlichen Pflanze macht. Die Früchte des Mutterkrauts sind kleine, gerippte Achänen mit einem Pappus, der die Verbreitung durch Wind oder Tiere ermöglicht.

Verwechslungsgefahr mit ähnlichen Pflanzen

Das Mutterkraut kann leicht mit anderen Pflanzen verwechselt werden, vor allem aufgrund seiner Ähnlichkeit mit der Echten Kamille (Matricaria chamomilla) und der Margerite (Leucanthemum vulgare). Zusätzlich wird auch die Alpen-Mutterwurz (Mutellina adonidifolia) umgangssprachlich manchmal als "Mutterkraut" bezeichnet, was zu weiterer Verwirrung führen kann.

Unterscheidung zur Echten Kamille

Die Echte Kamille (Matricaria chamomilla) ähnelt dem Mutterkraut auf den ersten Blick sehr. Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist jedoch der Blütenboden. Beim Mutterkraut ist dieser flach, während er bei der Kamille einen gewölbten, kegelförmigen Kopf bildet, der innen hohl ist. Auch der Duft der Kamillenblüte ist intensiver und charakteristischer als der des Mutterkrauts. Zudem sind die weißen Zungenblüten der Kamille länger als die des Mutterkrauts.

Was sind die Nachteile von Mutterkraut?
Nebenwirkungen können Übelkeit, Verdauungsprobleme und Blähungen sein. Das Kauen der frischen Blätter kann zu Wunden und Reizungen im Mund führen. Menschen, die empfindlich auf Ambrosia und verwandte Pflanzen reagieren, können allergisch auf Mutterkraut reagieren.

Vergleichstabelle: Mutterkraut vs. Echte Kamille

MerkmalMutterkraut (Tanacetum parthenium)Echte Kamille (Matricaria chamomilla)
BlütenbodenFlachGewölbt, kegelförmig, hohl
DuftStark, aber weniger charakteristischIntensiv, charakteristisch
ZungenblütenKürzerLänger

Unterscheidung zur Margerite

Die Margerite (Leucanthemum vulgare) lässt sich vor allem anhand ihrer Blätter vom Mutterkraut unterscheiden. Die Margerite bildet grob gezähnte Grundblätter in Rosettenform und Blätter mit wenigen Zähnen oder glatten Rändern im oberen Bereich. Im Gegensatz dazu sind die Blätter des Mutterkrauts gefiedert und gelappt. Auch die Blüten der Margerite sind in der Regel größer und haben reinweiße Zungenblüten, während die Blüten des Mutterkrauts einen gelblichen Farbton aufweisen können.

Vergleichstabelle: Mutterkraut vs. Margerite

MerkmalMutterkraut (Tanacetum parthenium)Margerite (Leucanthemum vulgare)
BlätterGefiedert, gelapptGrob gezähnt (Grundblätter), wenig gezähnt bis glatt (obere Blätter)
BlütengrößeKleiner (1,5-2 cm)Größer
ZungenblütenfarbeWeißlich, leicht gelblichReinweiß

Ist Mutterkraut ein Unkraut?

Auch wenn Mutterkraut oft als Unkraut bezeichnet wird, ist dies nicht korrekt. Es wird seit Jahrtausenden als Heilpflanze genutzt und gezielt in Heil- und Bauerngärten angebaut. Seine robuste Natur und die Fähigkeit zur Selbstaussaat können jedoch dazu führen, dass es sich in manchen Gärten stark ausbreitet. Dennoch ist Tanacetum parthenium kein Unkraut im eigentlichen Sinne und hat einen hohen Zierwert im Beet.

Beliebte Mutterkraut-Sorten

Durch Züchtung und natürliche Selektion sind einige interessante Mutterkraut-Sorten entstanden:

  • 'Golden Moss': Auch bekannt als Gold-Mutterkraut, zeichnet sich diese Sorte durch ganzjährig leuchtend gelbgrüne Blätter aus. Die Blüten sind typisch für Mutterkraut, mit gelben Köpfchen und weißen Zungenblüten. 'Golden Moss' bleibt mit maximal 20 cm Höhe relativ klein und verträgt sonnige Standorte und Temperaturen bis -20 °C.
  • 'Aureum': Das Gelblaubige Mutterkraut 'Aureum' ähnelt 'Golden Moss', hat aber eine weniger intensive Gelbfärbung der Blätter. Wuchs und Blüten entsprechen dem typischen Mutterkraut. 'Aureum' erreicht eine Höhe von bis zu 80 cm und ist gut winterhart.
  • 'Pleniflorus': Das Gefüllte Mutterkraut 'Pleniflorus' fällt durch seine üppigen, gefüllten Blüten auf, die sich optisch von den anderen Sorten unterscheiden. Es erreicht unter guten Bedingungen ebenfalls eine Höhe von bis zu 80 cm und blüht von Juni bis September. Temperaturen bis -18 °C sind für 'Pleniflorus' kein Problem.

Mutterkraut pflanzen und pflegen

Mutterkraut lässt sich problemlos im eigenen Garten anbauen. Es bevorzugt lehmige, nährstoffreiche Böden mit mäßiger Feuchtigkeit. Ein neutraler pH-Wert ist ideal, aber auch sandige oder kiesige Böden sind akzeptabel. Der Boden sollte nicht austrocknen, aber auch Staunässe ist zu vermeiden. Mutterkraut gedeiht in voller Sonne, kann aber auch an halbschattigen Standorten wachsen.

Im Frühjahr sind vorgezogene Pflanzen im Gartencenter erhältlich, die direkt ins Beet gepflanzt werden können. Pflanzen Sie 2 bis 4 Pflanzen pro Quadratmeter in vorbereitete Pflanzlöcher, wobei die Pflanzen nicht tiefer gesetzt werden sollten als zuvor im Topf. Leichtes Andrücken und anschließendes Angießen fördern das Anwachsen.

Alternativ kann Mutterkraut ab März in Vorkultur gezogen werden. Verwenden Sie dafür eine hochwertige Aussaaterde mit reduziertem Nährstoffgehalt, um das Wurzelwachstum zu fördern. Die Samen werden nur auf die Erde gelegt, leicht angedrückt und nicht mit Erde bedeckt. Nach dem Angießen kann das Anzuchtgefäß mit einer transparenten Folie abgedeckt werden, um ein Mini-Gewächshaus zu schaffen. Bei etwa 15 °C keimen die Samen an einem hellen Ort nach 2 bis 3 Wochen. Ab April kann Mutterkraut auch direkt ins Freiland gesät werden.

Mutterkraut ist generell pflegeleicht. Nur bei längeren Trockenperioden ist Gießen erforderlich. Verblühte Blütenstände sollten vor der Samenreife entfernt werden, um eine unkontrollierte Selbstaussaat zu verhindern. Für eine gezielte Selbstaussaat können einzelne Blütenstände an der Pflanze belassen werden. Verwelkte Triebe können kräftig zurückgeschnitten werden, um einen buschigen Wuchs zu fördern. Eine Düngung ist bei einjähriger Kultur nicht notwendig. Bei mehrjähriger Kultur kann im Frühjahr etwas Kompost oder Mist um die Pflanzen verteilt werden.

Ist Bertram das Gleiche wie Mutterkraut?
Bertram wird auch Mutterkraut genannt und ähnelt äußerlich sehr der Kamille. Er schmeckt allerdings viel schärfer. Verwendet wird lediglich die Wurzel, die im Herbst geerntet wird.

Winterhärte und Überwinterung

Mutterkraut ist winterhart und kann Temperaturen bis -12 °C, manche Sorten sogar bis -20 °C vertragen. Es wird oft als einjährige Sommerblume gepflanzt, kann aber problemlos mehrjährig kultiviert werden. Vor dem Winter sollten die oberirdischen Pflanzenteile zurückgeschnitten werden. Ein Winterschutz mit Vlies oder Strohmatte ist empfehlenswert, um die Pflanze vor kalten Winden und intensiver Wintersonne zu schützen. Achten Sie auf eine luft- und feuchtigkeitsdurchlässige Abdeckung, um Staunässe und Schimmelbildung zu vermeiden. An frostfreien Tagen sollte Mutterkraut leicht gegossen werden.

Ernte, Verwendung und Heilwirkung

Die Erntezeit für Mutterkraut ist von Juni bis Oktober, sobald die Blüten vollständig geöffnet sind. Die Blüten werden knapp unterhalb des Blütenkopfes mit den Fingern oder einer Gartenschere abgeschnitten. Mutterkraut ist seit dem ersten Jahrhundert als Heilpflanze bekannt. Im Mittelalter wurde es vor allem wegen seiner fiebersenkenden und kopfschmerzlindernden Wirkung eingesetzt, was seinen Namen erklärt. Der deutsche Name "Mutterkraut" leitet sich von seiner Verwendung bei Schwangerschaftsbeschwerden, zur Wehenförderung und Geburtserleichterung ab. In hoher Dosierung wurde es im Mittelalter auch zur Abtreibung verwendet. In geringerer Dosierung und innerlich als Tee, Tinktur oder Extrakt kann Mutterkraut gegen Rheuma helfen oder Entzündungen hemmen. Langfristig eingenommen soll es Migräneanfälle vorbeugen, gegen Darmparasiten helfen und die Verdauung fördern. Äußerlich angewendet kann Mutterkraut die Haut reinigen und als Insektenschutzmittel wirken. Als Haarspülung kann es auch gegen Läuse eingesetzt werden.

Neben seiner Heilwirkung ist Mutterkraut auch eine attraktive Zierpflanze im Garten, besonders in Kombination mit anderen blühenden Stauden wie Rosen. Auch als Schnittblume in der Vase macht es eine gute Figur.

Ist Mutterkraut giftig?

Im Allgemeinen ist Mutterkraut nicht giftig, kann aber in hoher Dosierung bei Schwangeren abtreibend wirken. Alle oberirdischen Pflanzenteile enthalten Inhaltsstoffe, die als Kontaktallergene gelten. Menschen mit einer Korbblütlerallergie können auf den Stoff Parthenolid reagieren. Für die meisten Tiere ist die Pflanze ungefährlich, jedoch ist Mutterkraut für Kaninchen giftig und sollte nicht an sie verfüttert werden.

Fazit

Mutterkraut ist eine vielseitige Pflanze mit heilenden und dekorativen Eigenschaften. Obwohl es Verwechslungsgefahren mit ähnlichen Pflanzen wie Kamille und Margerite gibt, lassen sich diese durch genaue Beobachtung der botanischen Merkmale gut unterscheiden. Mit der richtigen Pflege und Beachtung der möglichen Risiken ist Mutterkraut eine Bereicherung für jeden Garten und eine wertvolle Heilpflanze.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Mutterkraut

Ist Mutterkraut winterhart?
Ja, Mutterkraut ist winterhart und kann Temperaturen bis zu -20°C vertragen, abhängig von der Sorte.
Wie unterscheidet man Mutterkraut von Kamille?
Der Blütenboden der Kamille ist gewölbt und hohl, der des Mutterkrauts flach. Kamille duftet intensiver und hat längere Zungenblüten.
Ist Mutterkraut giftig?
Für Menschen in normalen Mengen nicht giftig, kann aber bei Schwangeren in hoher Dosierung abtreibend wirken und allergische Reaktionen auslösen. Für Kaninchen ist es giftig.
Kann man Mutterkraut als Tee trinken?
Ja, Mutterkraut kann als Tee getrunken werden und soll bei Kopfschmerzen, Migräne und Entzündungen helfen.
Welche Pflanzen ähneln Mutterkraut?
Die größten Ähnlichkeiten bestehen zur Echten Kamille (Matricaria chamomilla) und zur Margerite (Leucanthemum vulgare).

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