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Felsstürze in der Schweiz: Eine wachsende Bedrohung

14/01/2021

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Die Schweiz, ein Land bekannt für seine atemberaubende Berglandschaft, steht vor einer wachsenden Herausforderung: Felsstürze und Erdrutsche nehmen zu. Der Klimawandel und das Schmelzen des Permafrosts destabilisieren die Berge und bedrohen Gebäude und Infrastruktur. Mehr als 60 Prozent aller Schweizer Gebäude sind bereits durch die Folgen dieser Veränderungen gefährdet, was zu hohen Kosten für Schutzmaßnahmen führt.

Inhaltsverzeichnis

Brienz: Ein Dorf in ständiger Bewegung

Das Bergdorf Brienz im Kanton Graubünden ist ein besonders besorgniserregendes Beispiel. Im Juni 2023 ereignete sich hier ein gewaltiger Bergsturz, bei dem riesige Geröllmassen den Ort nur knapp verfehlten. Die rund hundert Einwohner mussten evakuiert werden. Doch die Gefahr ist damit nicht gebannt. Unter Brienz rutscht der Hang weiterhin bedenklich schnell. Christian Gartmann, Leiter des Krisenmanagements, berichtet von Messungen von 2,40 Metern pro Jahr, was 20 Zentimetern pro Monat entspricht. Diese Bewegung verursacht enorme Spannungen im Untergrund und führt zu sichtbaren Schäden im ganzen Dorf. Risse ziehen sich durch Straßen, Wiesen senken sich ab und einige Häuser sind bereits schief.

Wo war der Felssturz in der Schweiz?
Das Bündner Bergdorf Brienz kommt nicht zur Ruhe: Im Juni 2023 kam es dort zu einem Felssturz. Gewaltige Geröllmassen - ungefähr so viel wie 2.000 Einfamilienhäuser - verfehlten den kleinen Ort nur knapp. Das Dorf mit seinen rund hundert Einwohnern wurde evakuiert.

Die Hoffnung der Brienzer liegt nun auf einem Entwässerungsstollen, dessen Bau in den nächsten drei Jahren geplant ist. Dieser Stollen soll das Wasser aus dem Hang ableiten und so den Druck mindern. Christian Ernst, stellvertretender Projektleiter, erklärt, dass das Ziel darin besteht, die Rutschung im besten Fall zu stoppen. Die Kosten für dieses Projekt sind immens und belaufen sich auf fast 80 Millionen Schweizer Franken. Sollte der Stollen erfolgreich sein, würde auch die unterhalb von Brienz verlaufende wichtige Bahnstrecke profitieren, die ebenfalls von den Rutschungen betroffen ist. Die Rhätische Bahn muss die Gleise zweimal wöchentlich auf Verformungen überprüfen, da der Bergrutsch die Gleise jährlich um bis zu 1,60 Meter in Richtung Fluss verschiebt, was zusätzliche Kosten verursacht.

Bondo: Narben eines gewaltigen Bergsturzes

Auch sieben Jahre nach dem verheerenden Bergsturz in Bondo im Kanton Graubünden sind die Wunden noch sichtbar. Im Jahr 2017 brachen große Teile des Berges Piz Cengalo ab und rissen eine Mischung aus Geröll und Schlamm ins Tal. Acht Wanderer verloren dabei ihr Leben. Die Bewohner konnten sich in letzter Minute retten und in Sicherheit bringen. Manuela Filli, eine Bewohnerin von Bondo, kehrte nach drei Monaten in ihr Haus zurück, hegt aber weiterhin Sorgen: "Ich habe schon überlegt, ob es sich lohnt, hierzubleiben. Schließlich kann wieder was runterkommen vom Berg." Neue Schutzmaßnahmen, die seit vier Jahren gebaut werden, geben ihr jedoch etwas Beruhigung. Brücken, Straßen, Häuser und ein größeres Auffangbecken sind Teil dieser Maßnahmen, die insgesamt 53 Millionen Schweizer Franken kosten. Gemeindevizepräsident Ueli Weber stellt jedoch die Frage, ob sich die Schweiz solche umfassenden Schutzmaßnahmen in Zukunft überall noch leisten kann.

Wo war der Felssturz in der Schweiz?
Das Bündner Bergdorf Brienz kommt nicht zur Ruhe: Im Juni 2023 kam es dort zu einem Felssturz. Gewaltige Geröllmassen - ungefähr so viel wie 2.000 Einfamilienhäuser - verfehlten den kleinen Ort nur knapp. Das Dorf mit seinen rund hundert Einwohnern wurde evakuiert.

Der Fall Bondo hat auch ein juristisches Nachspiel. Die Bündner Staatsanwaltschaft hat fünf Personen wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung angeklagt, da ein Gutachten zu dem Schluss kommt, dass die Behörden das Tal hätten sperren müssen, da sich der Bergsturz bereits Wochen vorher angekündigt hatte.

Kandersteg: Dorf in Alarmbereitschaft am Spitzen Stein

Ein weiteres besorgniserregendes Beispiel ist Kandersteg. Oberhalb des Bergdorfes, am Spitzen Stein, taut der Permafrost ebenfalls schnell auf. Hier ist sogar fünfmal so viel Gestein in Bewegung wie damals am Piz Cengalo in Bondo. Das Bergmassiv bewegt sich seit Jahrzehnten, aber in den letzten sechs Jahren hat sich die Geschwindigkeit auf bis zu 70 Zentimeter pro Tag beschleunigt. Hans Angerer, der am Oeschinensee unterhalb des Bergmassivs einen Bootsverleih betreibt, berichtet, dass Teile des Sees wegen Steinschlaggefahr abgesperrt sind. Der Berg gelte als der am besten überwachte der Schweiz, doch die Gefahr bleibt real. "Heute, morgen, nächste Woche oder nächstes Jahr - irgendwann wird was runterkommen", sagt Angerer. Für den Ernstfall existiert ein Alarmierungsplan, der eine schnelle Evakuierung der gefährdeten Zone vorsieht.

In Kandersteg wurden bereits bis zu zehn Meter hohe Schutzdämme errichtet, um auf einen möglichen Abgang am Spitzen Stein vorbereitet zu sein. Die Lage wird täglich neu beurteilt, und Gebiete und Wanderwege werden kurzfristig gesperrt. Auch hier wurden in den letzten drei Jahren Millionen Schweizer Franken in Schutzmaßnahmen investiert. Im Flussbett sind extra stabile Auffangnetze aus Metall verbaut. Gemeindepräsident René Maeder erinnert sich an anfängliche Kritik an den hohen Kosten, doch angesichts der beschleunigten Rutschbewegung am Berg sehen auch Kritiker die Notwendigkeit der Maßnahmen ein.

Wem gehört die Monte Rosa Hütte?
Monte-Rosa-HütteMonte-Rosa-Hütte SAC-HütteErbauerSchweizer Alpen-ClubBesitzerSAC Monte RosaErbaut1894–1895; Neubau: 1939/40, 2008–2009BautypHütte

Ursachen für die Zunahme von Felsstürzen

Der Hauptgrund für die Zunahme von Felsstürzen und Erdrutschen in der Schweiz ist der Klimawandel. Steigende Temperaturen führen zum Auftauen des Permafrosts. Permafrost ist dauerhaft gefrorener Boden, der in hohen Lagen und Gebirgsregionen vorkommt und die Stabilität von Berghängen maßgeblich beeinflusst. Wenn der Permafrost schmilzt, verliert der Boden seine Festigkeit, und die Berge werden instabil. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit von Bergstürzen und Murenabgängen.

Zusätzlich spielen veränderte Niederschlagsmuster eine Rolle. Heftigere Regenfälle und extreme Wetterereignisse können Berghänge zusätzlich destabilisieren und Erdrutsche auslösen. Die Kombination aus schmelzendem Permafrost und extremeren Wetterbedingungen verschärft die Gefahr von Naturkatastrophen in den Schweizer Alpen erheblich.

Kosten und Schutzmaßnahmen

Die Schweiz investiert Millionen in den Schutz vor Erdrutschen und Bergstürzen. Die Kosten für Schutzmaßnahmen wie Entwässerungsstollen, Schutzdämme, Auffangnetze und den Bau von Auffangbecken sind enorm. Die Projekte in Brienz, Bondo und Kandersteg zeigen, dass es sich um sehr kostspielige, aber notwendige Investitionen handelt, um Menschen und Infrastruktur zu schützen.

Wie schwierig ist es, den Monte Rosa zu besteigen?
Dies ist eine Tour für Fortgeschrittene . Für die Teilnahme benötigen Sie Fitnesslevel 3 und Techniklevel 3 (siehe unsere Fitness-/Erfahrungsrichtlinien unten). Um die Monte Rosa-Woche genießen zu können, benötigen Sie Erfahrung im alpinen Klettern auf längeren PD-AD-Routen, einschließlich Klettern im Fels und der Verwendung von Eispickel und Steigeisen.

Die Beispiele zeigen auch, dass Prävention und Überwachung entscheidend sind. Durch eine kontinuierliche Überwachung der Berghänge und eine frühzeitige Erkennung von Gefahren können rechtzeitig Evakuierungen und Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. Trotzdem bleibt ein Restrisiko bestehen, da Naturkatastrophen unberechenbar sein können.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was sind die Hauptursachen für die Zunahme von Felsstürzen in der Schweiz?
Die Hauptursache ist der Klimawandel, der zum Schmelzen des Permafrosts führt. Auch veränderte Niederschlagsmuster und extreme Wetterereignisse tragen dazu bei.
Welche Regionen der Schweiz sind besonders betroffen?
Bergregionen wie Graubünden, Wallis und das Berner Oberland sind besonders anfällig für Felsstürze und Erdrutsche.
Welche Schutzmaßnahmen werden ergriffen?
Zu den Schutzmaßnahmen gehören der Bau von Entwässerungsstollen, Schutzdämmen, Auffangnetzen und Auffangbecken. Zudem wird die Überwachung der Berghänge intensiviert.
Sind die Schutzmaßnahmen ausreichend?
Die Schutzmaßnahmen reduzieren das Risiko erheblich, können aber Naturkatastrophen nicht vollständig verhindern. Ein Restrisiko bleibt immer bestehen.
Wer trägt die Kosten für die Schutzmaßnahmen?
Die Kosten werden hauptsächlich von der öffentlichen Hand getragen, also von Bund, Kantonen und Gemeinden.

Fazit

Felsstürze und Erdrutsche stellen eine wachsende Bedrohung für die Schweiz dar. Der Klimawandel verschärft die Situation und erfordert umfassende Schutzmaßnahmen. Die Beispiele Brienz, Bondo und Kandersteg zeigen, wie ernst die Lage ist und wie wichtig es ist, in Prävention und Überwachung zu investieren, um die Bevölkerung und die Infrastruktur bestmöglich zu schützen. Trotz der hohen Kosten sind diese Maßnahmen unerlässlich, um die Sicherheit in den Schweizer Bergregionen zu gewährleisten.

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