15/07/2024
Viele Hobbygärtner schwören auf ihn: den Aussaatkalender nach Maria Thun. Seit Jahrzehnten befasst sich dieser Kalender mit dem Einfluss des Mondes auf Pflanzenwachstum und gärtnerische Tätigkeiten. Doch was steckt hinter diesem Prinzip und wie können Sie es für Ihren eigenen Gemüsegarten nutzen? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die Grundlagen des Mondkalenders nach Maria Thun und zeigt Ihnen, wie Sie die Mondphasen optimal für die Aussaat und Pflege Ihres Gemüses nutzen können.

- Wer war Maria Thun und was ist der Aussaatkalender?
- Die vier Elemente und Pflanzengruppen nach Maria Thun
- Obsigend und Nidsigend: Die Mondbahn verstehen
- Mondphasen vs. Mondbahn: Nicht verwechseln!
- Gemüseanbau und der Mondkalender: Praktische Anwendung
- Beispiel: Paprika säen nach Mondkalender
- Weitere Tipps und Hinweise zum Mondgärtnern
- Fazit: Der Mondkalender als wertvolle Ergänzung
- FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Mondkalender
Wer war Maria Thun und was ist der Aussaatkalender?
Maria Thun (1922-2012) war eine deutsche Autorin und Pionierin der biodynamischen Landwirtschaft und des Mondgartenbaus. Bekannt wurde sie vor allem durch ihren jährlich erscheinenden Aussaatkalender «Aussaattage», der seit 1963 existiert und in über 20 Sprachen übersetzt wird. Thun beschäftigte sich intensiv mit den Schriften Rudolf Steiners, dem Begründer der Anthroposophie, und entwickelte auf dieser Grundlage ihre eigene Methode, die kosmischen Einflüsse auf das Pflanzenwachstum zu verstehen und zu nutzen. Ihr Kalender basiert auf der Beobachtung, dass der Mond in verschiedenen Phasen und Konstellationen unterschiedliche Auswirkungen auf Pflanzen hat. Durch jahrelange Feldversuche und Beobachtungen entwickelte sie ein System, das Gärtnern und Landwirten helfen soll, den optimalen Zeitpunkt für Aussaat, Pflanzung und Ernte zu finden.
Die vier Elemente und Pflanzengruppen nach Maria Thun
Das Ordnungsprinzip von Maria Thun basiert auf den vier Grundelementen Erde, Wasser, Licht/Luft und Wärme/Feuer, die sie mit bestimmten Pflanzenteilen und Tierkreiszeichen in Verbindung brachte. Diese Einteilung dient als Grundlage für die Empfehlungen im Aussaatkalender:
| Grundelement | Wachstumsphase | Tierkreiszeichen | Pflanzen | Beispiele |
|---|---|---|---|---|
| Erde | Wurzel | Stier, Jungfrau, Steinbock | Wurzelpflanzen | Kartoffeln, Sellerie, Radieschen, Karotten, Rote Bete, Pastinaken |
| Wasser | Blatt | Fisch, Krebs, Skorpion | Blattpflanzen | Kohlrabi, Lauch, Petersilie, Salat, Spinat, Mangold, Feldsalat, Kräuter (wie Basilikum, Minze) |
| Licht/Luft | Blüte | Zwilling, Waage, Wassermann | Blütenpflanzen | Blumen (alle Arten), Blumenzwiebeln, Brokkoli, Artischocken, Blumenkohl |
| Wärme/Feuer | Frucht | Widder, Löwe, Schütze | Fruchtpflanzen | Beeren (Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren), Nüsse, Früchte (Äpfel, Birnen, Kirschen), Bohnen, Erbsen, Paprika, Tomaten, Gurken, Zucchini, Kürbis, Mais |
Diese Tabelle zeigt, dass je nach Element und Tierkreiszeichen bestimmte Tage im Mondkalender als besonders günstig für die Bearbeitung der jeweiligen Pflanzengruppe gelten. So sind beispielsweise Wurzeltage ideal für die Aussaat und Pflege von Wurzelgemüse, während Fruchttage für Fruchtgemüse und Blattage für Blattgemüse empfohlen werden. Blütentage sind besonders günstig für Blumen und blühende Pflanzen.
Obsigend und Nidsigend: Die Mondbahn verstehen
Neben den vier Elementen spielt auch die Mondbahn im Aussaatkalender eine wichtige Rolle. Hierbei werden die Begriffe «obsigend» (aufsteigend) und «nidsigend» (absteigend) verwendet. Diese Begriffe beschreiben die Position des Mondes im Verhältnis zu den Fixsternen. Ein «obsigender» Mond steht Nacht für Nacht etwas höher am Himmel, während ein «nidsigender» Mond jede Nacht etwas tiefer steht. Diese Bewegung der Mondbahn hat laut Maria Thun Einfluss auf die Saftströme in den Pflanzen. Während des «obsigenden» Mondes sollen die Kräfte eher in den oberirdischen Pflanzenteilen wirken, was diese Phase günstig für Aussaat und Pflanzung oberirdisch wachsender Pflanzen macht. Der «nidsigende» Mond hingegen soll die Kräfte in die Wurzeln lenken, was diese Phase ideal für die Ernte und Bodenbearbeitung macht.
Mondphasen vs. Mondbahn: Nicht verwechseln!
Es ist wichtig, die Mondbahn (obsigend/nidsigend) nicht mit den Mondphasen (zunehmend/abnehmend) zu verwechseln. Die Mondphasen beschreiben die sichtbare Beleuchtung des Mondes durch die Sonne, von Neumond über zunehmenden Mond, Vollmond bis zum abnehmenden Mond und wieder zurück zum Neumond. Obwohl Mondphasen und Mondbahn unterschiedliche Phänomene sind, werden sie im Kontext des Mondkalenders oft gemeinsam betrachtet und können sich in ihren Empfehlungen ergänzen. Traditionell wird der zunehmende Mond eher mit Wachstum und Aufnahme in Verbindung gebracht, während der abnehmende Mond eher mit Abgabe und Festigung assoziiert wird.
Gemüseanbau und der Mondkalender: Praktische Anwendung
Wie können Sie den Mondkalender nun konkret für Ihren Gemüsegarten nutzen? Hier sind einige grundlegende Empfehlungen:
- Aussaat: Beachten Sie die Empfehlungen für die jeweilige Pflanzengruppe (Wurzel-, Blatt-, Blüten-, Fruchtpflanzen) und wählen Sie die entsprechenden Tage im Mondkalender für die Aussaat. Für oberirdisch wachsende Pflanzen kann der obsigende Mond günstig sein, während für Wurzelgemüse der nidsigende Mond in der Erntephase relevant werden kann.
- Pflanzung: Ähnlich wie bei der Aussaat können Sie auch bei der Pflanzung von Setzlingen auf die entsprechenden Pflanzengruppentage achten.
- Pflegearbeiten: Auch für Pflegearbeiten wie Jäten, Hacken oder Düngen können Sie den Mondkalender konsultieren. Für das Jäten und Unkrautbekämpfen wird oft der abnehmende Mond empfohlen, da in dieser Phase das Unkraut weniger stark nachwachsen soll.
- Ernte: Für die Ernte von Lagergemüse wird oft der nidsigende Mond als günstig angesehen, da die Pflanzen in dieser Phase weniger Wasser enthalten sollen und somit länger haltbar sind.
Beispiel: Paprika säen nach Mondkalender
Nehmen wir als Beispiel die Paprika, eine Fruchtpflanze. Laut Maria Thun sollte Paprika an Fruchtagen gesät werden. Der bereitgestellte Text nennt für das Jahr 2023 folgende Fruchttage im Februar und März:
- 06. – 08.02.
- 17. – 18.02.
- 25. – 26.02.
- 05. – 08.03.
- 16. – 17.03.
- 24. – 25.03.
Wenn Sie also Paprika nach dem Mondkalender säen möchten, wären diese Tage im Februar und März 2023 ideal gewesen. Natürlich sind dies nur Empfehlungen und es gibt viele Faktoren, die das Pflanzenwachstum beeinflussen. Der Mondkalender soll als zusätzliche Hilfe und Orientierung dienen.

Weitere Tipps und Hinweise zum Mondgärtnern
- Experimentieren und Beobachten: Der Mondkalender sollte nicht als Dogma betrachtet werden. Maria Thun selbst betonte immer wieder die Bedeutung des eigenen Experimentierens und Beobachtens. Testen Sie die Mondphasen in Ihrem eigenen Garten und machen Sie Ihre eigenen Erfahrungen.
- Kombination mit anderen Faktoren: Berücksichtigen Sie neben dem Mondkalender auch andere wichtige Faktoren wie Bodenqualität, Wetterbedingungen, Standort und die individuellen Bedürfnisse der jeweiligen Pflanzen.
- Verschiedene Aussaatkalender: Es gibt neben dem Maria Thun Aussaatkalender auch andere Mondkalender, die teilweise abweichende Empfehlungen geben. Informieren Sie sich und wählen Sie den Kalender, der Ihnen am meisten zusagt.
- Sensibilisierung für Naturrhythmen: Auch wenn die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit des Mondkalenders umstritten ist, kann die Beschäftigung damit dazu beitragen, das Bewusstsein für natürliche Rhythmen und Kreisläufe zu schärfen und die eigene Wahrnehmung für die Natur zu sensibilisieren.
Fazit: Der Mondkalender als wertvolle Ergänzung
Der Aussaatkalender nach Maria Thun bietet eine interessante und traditionelle Perspektive auf den Gemüseanbau. Er kann eine wertvolle Ergänzung für Hobbygärtner sein, die sich intensiver mit den natürlichen Rhythmen auseinandersetzen und ihren Garten im Einklang mit der Natur gestalten möchten. Auch wenn die wissenschaftliche Beweislage nicht eindeutig ist, berichten viele Gärtner von positiven Erfahrungen mit dem Mondkalender. Letztendlich ist es wichtig, den Mondkalender als Anregung und Inspiration zu sehen und die eigenen Erfahrungen im Garten zu sammeln. Probieren Sie es aus und entdecken Sie die Geheimnisse des Mondgartenbaus!
FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Mondkalender
Frage: Funktioniert der Mondkalender wirklich?
Antwort: Die wissenschaftliche Beweislage für die Wirksamkeit des Mondkalenders ist umstritten. Viele wissenschaftliche Studien konnten keine eindeutigen Beweise für die behaupteten Effekte des Mondes auf das Pflanzenwachstum finden. Dennoch berichten viele Gärtner und Landwirte von positiven Erfahrungen und schwören auf die Prinzipien des Mondkalenders. Letztendlich ist es eine Frage des persönlichen Glaubens und der eigenen Erfahrung.
Frage: Wo finde ich einen Maria Thun Aussaatkalender?
Antwort: Der Maria Thun Aussaatkalender «Aussaattage» ist jährlich im Buchhandel und online erhältlich. Es gibt auch verschiedene Apps und Online-Kalender, die auf den Prinzipien von Maria Thun basieren.
Frage: Muss ich mich strikt an den Mondkalender halten?
Antwort: Nein, der Mondkalender sollte als Empfehlung und Orientierungshilfe dienen, nicht als striktes Dogma. Es ist wichtig, auch andere Faktoren wie Wetter, Boden und Pflanzenbedürfnisse zu berücksichtigen und den Kalender an die eigenen Gegebenheiten anzupassen. Das eigene Experimentieren und Beobachten ist ein wichtiger Bestandteil des Mondgärtnerns.
Frage: Was ist der Unterschied zwischen Mondphasen und Mondbahn?
Antwort: Die Mondphasen beschreiben die sichtbare Beleuchtung des Mondes (Neumond, zunehmend, Vollmond, abnehmend). Die Mondbahn (obsigend/nidsigend) beschreibt die Position des Mondes im Verhältnis zu den Fixsternen und seine scheinbare Auf- und Abwärtsbewegung am Himmel. Beide Phänomene werden im Mondkalender berücksichtigt, haben aber unterschiedliche Grundlagen und werden oft für verschiedene gärtnerische Tätigkeiten empfohlen.
