Was bewirkt Molybdän in der Pflanze?

Molybdänmangel bei Pflanzen: Erkennen & Beheben

31/07/2024

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Molybdän ist ein essentielles Spurenelement, das zwar nur in geringsten Mengen von Pflanzen benötigt wird, aber eine entscheidende Rolle für deren Gesundheit und Wachstum spielt. Ein Molybdänmangel kann sich negativ auf verschiedene Stoffwechselprozesse auswirken und zu sichtbaren Symptomen an den Pflanzen führen. Dieser Artikel beleuchtet umfassend, wie Sie einen Molybdänmangel erkennen, behandeln und zukünftig vermeiden können, um die Vitalität Ihrer Pflanzen zu sichern.

Wie äußert sich Molybdänmangel bei Pflanzen?
Symptome eines Molybdänmangels Ohne ausreichend Molybdän akkumulieren Pflanzen Nitrat in ihren Blättern, können es aber nicht zur Proteinproduktion für normales Wachstum nutzen. Die Pflanze verkümmert, und die Blätter zeigen Symptome von Stickstoffmangel, indem sie zwischen den Blattadern eine blassgrüne oder gelblich-grüne Farbe annehmen (Abbildung 1).
Inhaltsverzeichnis

Was ist Molybdän und warum ist es wichtig für Pflanzen?

Molybdän ist ein Mikronährstoff, der für Pflanzen in erster Linie im Stickstoffstoffwechsel unverzichtbar ist. Es ist ein wichtiger Bestandteil von Enzymen wie der Nitratreduktase und der Nitrogenase. Die Nitratreduktase ist für die Umwandlung von Nitrat (NO3-) in Nitrit (NO2-) verantwortlich, einem wichtigen Schritt im Stickstoffkreislauf der Pflanze. Die Nitrogenase hingegen spielt eine zentrale Rolle bei der Stickstofffixierung durch Knöllchenbakterien in Leguminosen. Ohne ausreichend Molybdän können Pflanzen Stickstoff aus Nitrat nicht effizient nutzen und Leguminosen können den Stickstoff aus der Luft nicht ausreichend fixieren.

Wie äußert sich Molybdänmangel bei Pflanzen? Symptome erkennen

Die Symptome eines Molybdänmangels können denen eines Stickstoffmangels ähneln, da Molybdän für die Stickstoffverwertung unerlässlich ist. Typische Anzeichen sind:

  • Blasse, gelbliche Blätter (Chlorose): Besonders ältere Blätter können zwischen den Blattadern gelb werden, während die Adern selbst zunächst grün bleiben. Dies ähnelt dem Erscheinungsbild eines Stickstoffmangels.
  • Verkümmerter Wuchs: Pflanzen bleiben im Wachstum zurück und entwickeln sich nicht optimal.
  • Nitratanreicherung: In den Blättern kann es zu einer Anreicherung von Nitrat kommen, da die Pflanze es aufgrund des Molybdänmangels nicht effizient umwandeln kann.
  • Verbrannte Blattränder: In fortgeschrittenen Stadien können die Blattränder vertrocknen und wie verbrannt aussehen.
  • Bei Leguminosen: Schlechte oder ausbleibende Knöllchenbildung an den Wurzeln und damit verbundene Stickstofffixierungsprobleme. Dies führt zu Stickstoffmangelerscheinungen, obwohl Stickstoff im Boden vorhanden sein könnte.
  • Bei Getreide: Pflanzen können schlaff und kraftlos wirken.
  • Deformierte Blätter: In manchen Fällen können sich die Blätter verformen oder einrollen.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome je nach Pflanzenart variieren können und auch mit anderen Nährstoffmängeln verwechselbar sind. Eine genaue Diagnose ist daher entscheidend.

Ursachen von Molybdänmangel: Saure Böden als Hauptproblem

Der häufigste Grund für Molybdänmangel ist ein zu niedriger pH-Wert des Bodens. In sauren Böden (pH-Wert unter 5,5) wird Molybdän weniger pflanzenverfügbar. Molybdän liegt im Boden als Molybdat-Anion vor, welches in sauren Bedingungen an positiv geladene Stellen von Bodenmineralien gebunden wird und somit für die Pflanzenwurzeln schwerer zugänglich ist. Sandige Böden neigen generell zu geringeren Molybdänkonzentrationen als tonhaltige Böden.

Welcher Dünger enthält Molybdän?
Lebosol®-Molybdän ist ein Blattdünger, der speziell für die Versorgung von Pflanzen mit dem Spurenelement Molybdän entwickelt wurde.

Diagnose von Molybdänmangel: Wie sicher erkennen?

Um einen Molybdänmangel sicher zu diagnostizieren, gibt es verschiedene Methoden:

  • Bodenanalyse: Eine Bodenanalyse kann den pH-Wert und den Gehalt an pflanzenverfügbarem Molybdän im Boden ermitteln. Dies gibt einen ersten Hinweis auf ein mögliches Mangelrisiko.
  • Pflanzenanalyse (Blattanalyse): Eine Blattanalyse ist genauer, da sie den tatsächlichen Molybdängehalt in der Pflanze misst. Dies kann einen akuten Mangel bestätigen.
  • Foliarapplikationstest: Eine einfache Methode ist die Anwendung eines Molybdändüngers auf einen Teil der Pflanzen (Blattdüngung). Wenn sich die behandelten Pflanzen innerhalb weniger Tage oder Wochen sichtbar erholen und gesünder aussehen, während unbehandelte Pflanzen weiterhin Symptome zeigen, ist ein Molybdänmangel sehr wahrscheinlich.

Behandlung von Molybdänmangel: Düngung und Bodenverbesserung

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Molybdänmangel zu beheben:

1. Kalkung des Bodens

Die Kalkung des Bodens, um den pH-Wert auf über 5,5 zu erhöhen, ist eine langfristige Lösung. Durch die Erhöhung des pH-Wertes wird Molybdän aus seinen Bindungen im Boden freigesetzt und für Pflanzen besser verfügbar. Allerdings wirkt Kalkung langsam und es kann einige Monate dauern, bis eine deutliche Verbesserung der Molybdänversorgung eintritt. Kalkung ist besonders sinnvoll, wenn der Boden generell sauer ist und auch aus anderen Gründen (z.B. Verbesserung der Bodenstruktur, Verfügbarkeit anderer Nährstoffe) gekalkt werden sollte.

2. Molybdändüngung

Die direkte Anwendung von Molybdändünger ist eine schnellere Methode, um einen akuten Mangel zu beheben. Molybdändünger sind in verschiedenen Formen erhältlich:

  • Natriummolybdat und Ammoniummolybdat: Dies sind wasserlösliche Formen, die sich gut für die Blattdüngung oder die Ausbringung über das Gießwasser eignen. Natriummolybdat löst sich besonders leicht in kaltem Wasser.
  • Molybdäntrioxid: Diese Form ist weniger wasserlöslich und wird häufig Düngemitteln wie Superphosphat zugesetzt. Sie ist weniger geeignet für Spritzanwendungen.

Anwendungsmethoden für Molybdändünger:

  • Saatgutbehandlung: Eine geringe Menge Molybdän kann dem Saatgut vor der Aussaat zugefügt werden, um die Keimlinge von Anfang an zu versorgen.
  • Blattdüngung: Eine schnelle und effektive Methode, um einen akuten Mangel zu beheben. Molybdändünger wird als Lösung auf die Blätter gesprüht.
  • Bodenausbringung: Molybdändünger kann direkt in den Boden eingearbeitet oder um die Pflanzenbasis herum ausgebracht werden.

Welcher Dünger enthält Molybdän?

Viele Mehrnährstoffdünger enthalten Spurenelemente, darunter auch Molybdän, wenn auch oft in geringen Mengen. Spezielle Spurenelementdünger oder Molybdän-Einzeldünger sind ebenfalls erhältlich und enthalten in der Regel höhere Konzentrationen an Molybdän. Achten Sie beim Kauf auf die Inhaltsangaben auf der Verpackung.

Dosierung beachten: Da Molybdän ein Spurenelement ist, sind nur sehr geringe Mengen erforderlich. Eine Überdosierung kann sogar schädlich sein, insbesondere für Weidetiere (siehe Abschnitt unten). Halten Sie sich daher unbedingt an die Dosierungsempfehlungen des Herstellers.

Wie behandelt man Molybdänmangel bei Pflanzen?
(a) Gemischt mit Düngemittel . Ammoniummolybdat oder Natriummolybdat, 1 kg/ha. (b) Saatbettanwendung bei Kulturen wie Blumenkohl, Brokkoli, Kohl und Tomaten. 40 g Ammoniummolybdat oder Natriummolybdat in 50 l Wasser auflösen und etwa ein bis zwei Wochen vor dem Umpflanzen auf jeweils 10 m² Saatbett aufgießen.

Molybdän und Tierhaltung: Vorsicht bei Überdosierung

Eine übermäßige Molybdändüngung kann dazu führen, dass Pflanzen zu viel Molybdän aufnehmen. Dies kann insbesondere für Weidetiere problematisch sein. Zu hohe Molybdänkonzentrationen im Futter können bei Tieren zu Kupfermangel führen, da Molybdän die Kupferaufnahme im Pansen beeinträchtigt. In Gebieten, in denen Kupfermangel bei Nutztieren bekannt ist oder ein Risiko besteht, sollte die Molybdändüngung besonders vorsichtig erfolgen und gegebenenfalls mit einer Kupferergänzung kombiniert werden. Die Gesamtmolybdänanwendungen auf sauren Böden sollten begrenzt werden, um bei späterer Kalkung keine gesundheitsschädlichen Konzentrationen für Weidetiere freizusetzen.

Pflanzen mit erhöhtem Molybdänbedarf

Obwohl alle Pflanzen Molybdän benötigen, haben einige Pflanzenarten einen besonders hohen Bedarf. Dazu gehören:

  • Leguminosen (z.B. Erbsen, Bohnen, Klee, Luzerne): Aufgrund ihrer symbiotischen Stickstofffixierung benötigen Leguminosen mehr Molybdän als andere Pflanzenarten.
  • Kreuzblütler (z.B. Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Raps): Auch diese Pflanzenfamilie hat einen vergleichsweise hohen Molybdänbedarf.

Bei diesen Pflanzenarten ist es besonders wichtig, auf eine ausreichende Molybdänversorgung zu achten, insbesondere auf sauren Böden.

Optimaler pH-Wert für Molybdänverfügbarkeit

Die Verfügbarkeit von Molybdän im Boden ist stark pH-Wert-abhängig. Im Gegensatz zu den meisten anderen Mikronährstoffen, deren Verfügbarkeit bei leicht sauren pH-Werten am höchsten ist, erreicht Molybdän seine maximale Verfügbarkeit bei neutralen bis leicht alkalischen pH-Werten (pH 7-8,5). Ein pH-Wert von 6,5 oder höher ist für eine gute Molybdänversorgung ideal.

Wie behandelt man Molybdänmangel bei Pflanzen?
(a) Gemischt mit Düngemittel . Ammoniummolybdat oder Natriummolybdat, 1 kg/ha. (b) Saatbettanwendung bei Kulturen wie Blumenkohl, Brokkoli, Kohl und Tomaten. 40 g Ammoniummolybdat oder Natriummolybdat in 50 l Wasser auflösen und etwa ein bis zwei Wochen vor dem Umpflanzen auf jeweils 10 m² Saatbett aufgießen.

Molybdänüberschuss: Selten, aber möglich

Ein Molybdänüberschuss ist in der Praxis eher selten, aber nicht ausgeschlossen. Zu hohe Molybdänkonzentrationen im Boden (über 2 ppm pflanzenverfügbares Molybdän) können toxisch auf Pflanzen wirken und auch die Futterqualität beeinträchtigen. Eine übermäßige und unnötige Düngung mit Molybdän sollte daher vermieden werden.

Fazit: Molybdänmangel erkennen, beheben und vorbeugen

Molybdänmangel kann das Pflanzenwachstum erheblich beeinträchtigen und zu Ernteausfällen führen. Durch die Beachtung der Boden-pH-Werte, regelmäßige Bodenanalysen und eine bedarfsgerechte Düngung mit Molybdän können Sie einen Mangel vermeiden und die Gesundheit und Vitalität Ihrer Pflanzen sicherstellen. Achten Sie besonders auf Pflanzen mit erhöhtem Molybdänbedarf wie Leguminosen und Kreuzblütler und seien Sie vorsichtig bei der Molybdändüngung in Gebieten mit Weidetierhaltung.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Molybdänmangel

Was sind die typischen Symptome von Molybdänmangel?
Gelbliche Blätter (Chlorose), verkümmerter Wuchs, Stickstoffmangelerscheinungen, verbrannte Blattränder, bei Leguminosen schlechte Knöllchenbildung, bei Getreide schlaffe Pflanzen.
Welche Dünger enthalten Molybdän?
Viele Mehrnährstoffdünger, spezielle Spurenelementdünger und Molybdän-Einzeldünger. Achten Sie auf die Inhaltsangaben.
Wie behandelt man Molybdänmangel?
Durch Kalkung des Bodens (langfristig) oder durch direkte Molybdändüngung (schnell wirksam) über Blattdüngung, Bodenausbringung oder Saatgutbehandlung.
Ist Molybdän schädlich für Tiere?
In übermäßigen Mengen kann Molybdän bei Weidetieren zu Kupfermangel führen. Daher sollte die Molybdändüngung in Weidegebieten vorsichtig erfolgen.

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