16/03/2022
Die Weiße Rose ist eine der bekanntesten deutschen Widerstandsgruppen gegen den Nationalsozialismus. Ihre Flugblätter und Aktionen gegen das NS-Regime sind bis heute ein Symbol für Mut und Zivilcourage. Doch wer waren die Menschen, die hinter dieser Bewegung standen? In diesem Artikel stellen wir Ihnen die fünf Gründer der Weißen Rose vor und beleuchten ihre individuellen Geschichten und ihren gemeinsamen Kampf für Freiheit und Gerechtigkeit.

Hans Scholl: Der Idealist
Hans Scholl wurde am 22. September 1918 in Ingersheim/Württemberg geboren. Schon in jungen Jahren zeigte er eine Begeisterung für gemeinschaftliche Erlebnisse und trat 1933 der Hitlerjugend (HJ) bei. Anfänglich war er von den Aktivitäten und der Kameradschaft in der HJ angetan, doch seine Begeisterung ließ bald nach. Er fühlte sich zunehmend zu den freiheitlichen Idealen der "Bündischen Jugend" hingezogen, einer Jugendbewegung, die sich durch Unabhängigkeit und Naturnähe auszeichnete. Seine Mitgliedschaft in einem der heimlich agierenden Bünde führte 1937 zu seiner Verhaftung und Anklage.
Nach dem Abitur begann Hans Scholl ein Medizinstudium in München. Dort fand er Gleichgesinnte und schloss Freundschaften mit Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf. Diese Begegnungen waren prägend für seinen weiteren Weg. Über einen Bekannten aus Ulm lernte er Carl Muth kennen, den Herausgeber der mittlerweile verbotenen katholischen Monatszeitschrift "Hochland". Muths konservativ-katholische Weltanschauung und die regimekritischen Vorlesungen des Philosophieprofessors Kurt Huber beeinflussten Hans Scholl nachhaltig und bestärkten ihn in seiner kritischen Haltung gegenüber dem NS-Regime.
Gemeinsam mit Alexander Schmorell verfasste Hans Scholl die ersten Flugblätter der Weißen Rose. Im Sommer 1942 wurden sie zusammen mit Willi Graf zur Front nach Russland abkommandiert. Die dortigen Erlebnisse und die Gräuel des Krieges verstärkten ihren Entschluss, aktiv gegen das Regime vorzugehen. Nach ihrer Rückkehr nach München im November 1942 intensivierten sie ihre Widerstandsaktivitäten.
Bewegt von der verheerenden Niederlage der deutschen Armee in Stalingrad verteilte Hans Scholl am 18. Februar 1943 gemeinsam mit seiner Schwester Sophie das sechste Flugblatt in der Münchener Universität. Bei dieser waghalsigen Aktion wurden sie entdeckt, verhaftet und nur vier Tage später zum Tode verurteilt und hingerichtet. Hans Scholl war zu diesem Zeitpunkt 24 Jahre alt. Seine letzten Worte, die er kurz vor seiner Hinrichtung rief, lauteten: "Es lebe die Freiheit!" Diese Worte sind bis heute ein eindringliches Vermächtnis seines mutigen Widerstands.
Alexander Schmorell: Der Kosmopolit
Alexander Schmorell wurde 1917 in Orenburg in Russland geboren. Seine russische Herkunft prägte ihn tief und er betrachtete Russland stets als seine geistige Heimat. Nach dem Tod seiner Mutter zog sein deutschstämmiger Vater 1921 mit ihm nach München. Alexander beschäftigte sich intensiv mit russischer Kunst und Literatur und pflegte eine tiefe Verbundenheit zu seinem Geburtsland.
Nach dem Abitur wurde Alexander Schmorell zum Wehrdienst eingezogen. Er stellte vergeblich einen Antrag auf Entlassung aus dem Militär, da er sich dem Kriegsdienst verweigerte. Trotzdem begann er zunächst in Hamburg und später in München ein Medizinstudium. In München entdeckte er auch seine Begeisterung für Bildhauerei und Zeichnen.
Der Einsatz an der Ostfront im Zweiten Weltkrieg stellte für Alexander Schmorell eine besondere Zerreißprobe dar. Er musste in deutscher Uniform an einem Vernichtungskrieg gegen sein geistiges Heimatland Russland teilnehmen. Trotz dieser schwierigen Situation gelang es ihm, Kontakt zu russischen Landsleuten aufzunehmen und seine Verbundenheit zu Russland aufrechtzuerhalten.
Nach der Verhaftung von Hans und Sophie Scholl versuchte Alexander Schmorell unterzutauchen. Er wurde jedoch steckbrieflich gesucht und am 24. Februar 1943 während eines Bombenangriffs in einem Luftschutzkeller erkannt und verraten. Am 19. April 1943 wurde er gemeinsam mit Willi Graf und Kurt Huber vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Alexander Schmorell war 25 Jahre alt, als er am 13. Juli 1943 durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Seine tiefe Verbundenheit zu Russland und seine kosmopolitische Weltanschauung prägten seinen Widerstand gegen das NS-Regime.
Sophie Scholl: Die Mutige
Sophie Scholl, die jüngere Schwester von Hans Scholl, war die einzige Frau im engsten Kreis der Weißen Rose. Heute ist sie eine der bekanntesten Persönlichkeiten des deutschen Widerstands. Ihre Entschlossenheit und ihr Mut, sich dem NS-Regime entgegenzustellen, haben sie zu einem Vorbild für viele Menschen gemacht. Von den Filmen, die über die Widerstandsgruppe gedreht wurden, beschäftigen sich mehrere hauptsächlich mit Sophie Scholl, was ihre zentrale Rolle und Bedeutung innerhalb der Weißen Rose unterstreicht.
Obwohl der bereitgestellte Text keine detaillierten Informationen zu Sophie Scholls Werdegang und Motivation liefert, ist ihre Rolle als aktive Teilnehmerin an den Aktionen der Weißen Rose und ihre gemeinsame Verhaftung und Hinrichtung mit ihrem Bruder Hans unbestreitbar. Sie teilte die Überzeugung ihrer Mitstreiter, dass das NS-Regime unrechtmäßig und verbrecherisch war und dass Widerstand notwendig war. Sophie Scholls Jugend und ihr weiblicher Hintergrund machten ihren Mut und ihre Entschlossenheit im Widerstand gegen das NS-Regime besonders bemerkenswert.
Christoph Probst: Der Familienvater
Christoph Probst war ein enger Freund von Hans Scholl aus München. Der Text liefert zwar keine detaillierten biografischen Informationen zu ihm, doch seine Zugehörigkeit zum inneren Kreis der Weißen Rose ist belegt. Es ist bekannt, dass Christoph Probst bereits verheiratet war und Kinder hatte, was seinen Entschluss zum Widerstand noch außergewöhnlicher macht, da er damit nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Familie riskierte. Seine Freundschaft zu Hans Scholl und die gemeinsamen Überzeugungen führten ihn in den Widerstand gegen das NS-Regime.
Willi Graf: Der Gewissenhafte
Willi Graf war ebenfalls ein enger Freund von Hans Scholl aus München und gehörte zum Kern der Weißen Rose. Wie Hans Scholl und Alexander Schmorell wurde auch Willi Graf im Sommer 1942 zur Front nach Russland abkommandiert. Die dortigen Kriegserlebnisse bestärkten auch ihn in seiner Ablehnung des NS-Regimes und seinem Entschluss zum Widerstand. Nach seiner Rückkehr nach München beteiligte er sich aktiv an den Aktionen der Weißen Rose.
Willi Graf wurde gemeinsam mit Alexander Schmorell und Kurt Huber am 19. April 1943 vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt. Er wurde am 12. Oktober 1943 hingerichtet. Willi Graf zeichnete sich durch seine Gewissenhaftigkeit und seine tiefe christliche Überzeugung aus. Diese Werte waren Triebfeder seines Widerstands gegen die menschenverachtende Ideologie des Nationalsozialismus.
Fazit
Hans und Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf – diese fünf jungen Menschen bildeten den Kern der Weißen Rose. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe und Persönlichkeiten verband sie der gemeinsame Wunsch nach Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde. Ihr mutiger Widerstand gegen das NS-Regime, der letztendlich mit ihrem Leben bezahlt wurde, macht sie zu wichtigen Figuren der deutschen Geschichte und zu Vorbildern für Zivilcourage und Widerstand gegen Unrecht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wer genau waren die 5 Gründer der Weißen Rose?
- Die 5 Gründer der Weißen Rose waren Hans Scholl, Sophie Scholl, Alexander Schmorell, Christoph Probst und Willi Graf.
- Was waren die Ziele der Weißen Rose?
- Die Weiße Rose setzte sich für den Sturz des NS-Regimes und die Wiederherstellung von Freiheit und Demokratie in Deutschland ein. Sie prangerten in ihren Flugblättern die Verbrechen des Regimes und den sinnlosen Krieg an und riefen zum Widerstand auf.
- Wie wurden die Mitglieder der Weißen Rose gefasst?
- Hans und Sophie Scholl wurden am 18. Februar 1943 in der Universität München bei der Verteilung des sechsten Flugblatts entdeckt und verhaftet. Alexander Schmorell wurde später verraten und festgenommen. Christoph Probst und Willi Graf wurden ebenfalls verhaftet.
- Welche Strafe erhielten die Gründer der Weißen Rose?
- Hans Scholl, Sophie Scholl und Christoph Probst wurden bereits am 22. Februar 1943 zum Tode verurteilt und noch am selben Tag hingerichtet. Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber wurden später ebenfalls zum Tode verurteilt und hingerichtet.
- Warum ist die Weiße Rose heute noch relevant?
- Die Weiße Rose ist bis heute relevant, weil sie ein wichtiges Beispiel für Zivilcourage und Widerstand gegen Unrecht ist. Ihre Geschichte erinnert uns daran, dass es auch in dunklen Zeiten möglich ist, sich für Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen. Sie sind Vorbilder für den Einsatz für demokratische Werte und gegen totalitäre Tendenzen.
