04/11/2024
Romatomaten erfreuen sich großer Beliebtheit, sowohl im Supermarktregal als auch im heimischen Garten. Ihre fleischige Konsistenz und der geringe Wassergehalt machen sie zur idealen Wahl für Saucen, Suppen und vieles mehr. Aber wie hoch wachsen diese praktischen Tomaten eigentlich? Und was ist bei Anbau und Pflege zu beachten? In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte rund um die Romatomate, von der Sortenvielfalt bis hin zu wertvollen Anbautipps.

Was sind Romatomaten eigentlich?
Romatomaten, auch bekannt als Flaschen- oder Eiertomaten, sind eine Gruppe von Tomatensorten, die sich durch ihre charakteristische eiförmige bis länglich-flaschenförmige Gestalt auszeichnen. Ursprünglich in den 1950er Jahren in den USA entstanden, haben sie sich aufgrund ihrer hervorragenden Eigenschaften für die Verarbeitung und ihren aromatischen Geschmack weltweit etabliert. Im Vergleich zu saftigeren Sorten wie Fleischtomaten besitzen Romatomaten weniger Feuchtigkeit, dafür aber ein dickeres Fruchtfleisch, eine festere Haut und weniger Samen. Diese Eigenschaften machen sie zu perfekten Kandidaten für die Herstellung von Pasten, Saucen, Ketchup und anderen Konserven. Oft werden sie als ganze Rispen im Handel angeboten, was ihre Attraktivität für Konsumenten noch erhöht.

Wie hoch werden Romatomaten?
Die Frage nach der Höhe von Romatomaten lässt sich nicht pauschal beantworten, da sie von der jeweiligen Sorte und den Anbaubedingungen abhängt. Im Allgemeinen erreichen Romatomaten eine moderate Höhe von etwa 160 Zentimetern. Sie ähneln im Wuchsverhalten den Stabtomaten, was bedeutet, dass sie einen Haupttrieb bilden und Seitentriebe ausbilden, die regelmäßig ausgegeizt werden sollten. Einige Sorten können etwas kompakter wachsen, besonders Buschtomaten-Varianten wie die ‘Roma VF’, während andere, insbesondere indeterminiert wachsende Sorten, unter optimalen Bedingungen auch etwas höher werden können. Für den Anbau im Garten ist es wichtig zu wissen, dass Romatomaten in der Regel eine Stütze benötigen, um ihr Gewicht zu tragen und ein gesundes Wachstum zu gewährleisten.
Beliebte Romatomaten-Sorten im Überblick
Die Vielfalt an Romatomaten-Sorten ist beachtlich und bietet für jeden Geschmack und Anwendungsbereich die passende Wahl. Hier sind einige der beliebtesten Sorten:
- ‘Roma VF’: Eine klassische, krankheitsresistente Sorte, die sich durch ihre Kompaktheit und Robustheit auszeichnet. Die Buchstaben „VF“ im Namen weisen auf die Resistenz gegen Verticillium- und Fusarium-Welke hin. Sie ist ideal für den Freilandanbau und liefert zuverlässig Erträge.
- ‘Marzino F1’: Eine Mini-Romatomate mit kleinen, süßen Früchten, die sich hervorragend als Naschtomate oder für Salate eignen. Ihre kompakten Rispen machen sie auch optisch attraktiv. Im Gegensatz zu typischen Romatomaten ist sie eher eine süße Cherrytomate im Romatomaten-Format.
- ‘Striped Roman’: Eine auffällige Flaschentomate mit orange-rot geflammten Früchten. Sie ist eine Verarbeitungstomate par excellence, da sie sehr fleischig und samenarm ist. Ihr Geschmack ist süß und aromatisch.
- ‘Ukrainian Purple’: Eine dunkelrot-bräunliche Eiertomate aus der Ukraine, die sich durch ihre Kältetoleranz auszeichnet. Sie ist eine gute Wahl für den Freilandanbau in kühleren Regionen und liefert ab Ende Juli eine reiche Ernte an würzig-süßen Früchten.
- ‘Old Ivory Egg’: Eine seltene, hellgelbe Eiertomate mit einem fruchtig-süßen Geschmack. Da ihre Früchte zum Aufplatzen neigen, bevorzugt sie einen geschützten Standort unter einem Regendach. Sie bringt eine interessante Farbvielfalt in den Tomatengarten.
- ‘Amish Paste’: Eine indeterminierte, samenfeste Sorte mit unregelmäßig geformten Früchten und einer Reifezeit von etwa 85 Tagen. Eine beliebte, traditionelle Wahl für Liebhaber von alten Sorten.
- ‘Granadero’: Eine indeterminierte Hybride mit hoher Ertragsleistung und Resistenzen gegen verschiedene Tomatenkrankheiten. Sie reift in etwa 75 Tagen und ist eine robuste und zuverlässige Sorte.
- ‘San Marzano’: Die berühmte San Marzano ist eine indeterminierte, samenfeste Sorte, die als eine der besten Pastatomaten gilt. Sie benötigt etwa 85 Tage bis zur Reife und zeichnet sich durch ihren intensiven Geschmack aus.
- ‘Plum Regal’: Eine determinierte Hybride mit Resistenzen gegen viele gängige Tomatenkrankheiten, darunter auch Kraut- und Braunfäule. Sie reift in etwa 75 Tagen und ist eine gute Wahl für Regionen mit feuchtem Klima.
- ‘Sunrise Sauce’: Eine determinierte Hybride mit orangefarbenen Früchten und einer kurzen Reifezeit von nur 57 Tagen. Sie eignet sich besonders gut für den Anbau im Topf und ist ideal für Gärtner mit begrenztem Platz.
Romatomaten richtig pflanzen
Der Anbau von Romatomaten ist unkompliziert und ähnelt dem anderer Tomatensorten. Hier sind die wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Pflanzung:
Der richtige Zeitpunkt
Romatomaten sind frostempfindlich und sollten daher erst nach den letzten Frösten ins Freie gepflanzt werden. In der Regel ist dies Mitte Mai der Fall. Im Gewächshaus kann die Pflanzung bereits Anfang Mai erfolgen. Achten Sie auf eine Bodentemperatur von mindestens 18°C für ein optimales Wachstum.
Der ideale Standort
Wählen Sie einen sonnigen Standort mit mindestens sechs bis acht Stunden direkter Sonneneinstrahlung pro Tag. Der Boden sollte locker, humos und gut durchlässig sein. Eine Anreicherung mit Kompost vor der Pflanzung verbessert die Bodenstruktur und Nährstoffversorgung. Achten Sie auf eine Fruchtfolge und vermeiden Sie den Anbau von Tomaten auf Flächen, auf denen im Vorjahr bereits Tomaten oder andere Nachtschattengewächse (wie Kartoffeln, Paprika oder Auberginen) standen.
Pflanzabstand und Pflanztiefe
Der Pflanzabstand richtet sich nach der Wuchsform der Sorte. Determinierte Sorten können etwas enger (30-60 cm Abstand), indeterminierte Sorten benötigen mehr Platz (60-90 cm Abstand). Die Reihen sollten etwa 1,2 bis 1,8 Meter auseinander liegen. Pflanzen Sie Romatomaten tief, idealerweise so tief, dass nur noch die obersten Blätter herausschauen. Tomaten bilden an den unterirdischen Stängelabschnitten zusätzliche Wurzeln, was zu kräftigeren Pflanzen führt.
Stütze und Anbindung
Romatomaten benötigen eine Stütze, um ihr Gewicht zu tragen und ein Umknicken zu verhindern. Verwenden Sie Tomatenstäbe, Spiralstäbe oder Tomatenkäfige. Binden Sie die Pflanzen regelmäßig an der Stütze fest, um ihnen Halt zu geben.

Pflege von Romatomaten: Gießen, Düngen, Ausgeizen
Die richtige Pflege ist entscheidend für eine reiche Tomatenernte. Hier sind die wichtigsten Pflegemaßnahmen für Romatomaten:
Gießen
Romatomaten benötigen eine gleichmäßige Wasserversorgung, besonders während der Fruchtbildung. Gießen Sie regelmäßig und durchdringend, idealerweise direkt an die Wurzeln, um die Blätter trocken zu halten und Pilzkrankheiten vorzubeugen. Vermeiden Sie Staunässe und lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben leicht antrocknen. Eine Mulchschicht aus Stroh oder Rasenschnitt hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und das Unkrautwachstum zu reduzieren.
Düngung
Romatomaten sind Starkzehrer und benötigen eine ausreichende Nährstoffversorgung. Eine Grunddüngung mit Kompost bei der Pflanzung ist empfehlenswert. Während der Wachstumsphase und Fruchtbildung sollte regelmäßig nachgedüngt werden. Verwenden Sie einen speziellen Tomatendünger oder einen organischen Gemüsedünger. Achten Sie auf eine ausgewogene Nährstoffzusammensetzung mit ausreichend Kalium für die Fruchtbildung.
Ausgeizen
Bei den meisten Romatomaten-Sorten ist das Ausgeizen empfehlenswert. Entfernen Sie regelmäßig die Seitentriebe (Geiztriebe), die in den Blattachseln wachsen. Dies fördert die Bildung weniger, aber größerer und früher reifender Früchte und sorgt für eine bessere Belüftung der Pflanzen. Lassen Sie bei Bedarf ein bis zwei tiefsitzende Seitentriebe stehen, um die Erntemenge zu erhöhen, besonders bei buschigeren Sorten.
Mulchen
Eine Mulchschicht unter den Tomatenpflanzen bietet viele Vorteile. Sie reduziert die Verdunstung und hält den Boden feucht, unterdrückt das Unkrautwachstum, schützt die Früchte vor Schmutz und fördert das Bodenleben. Verwenden Sie organisches Mulchmaterial wie Stroh, Rasenschnitt oder Holzhäcksel.
Ernte und Verwendung von Romatomaten
Romatomaten sind erntereif, wenn sie eine gleichmäßige rote Farbe erreicht haben und sich noch fest anfühlen. Die Erntezeit erstreckt sich in der Regel vom Sommer bis in den Herbst. Schneiden Sie die Früchte mit einem scharfen Messer oder einer Schere ab, um die Pflanze nicht zu beschädigen.

Aufgrund ihres festen Fruchtfleisches und des geringen Wassergehalts sind Romatomaten ideal für die Verarbeitung. Sie eignen sich hervorragend für:
- Tomatensaucen und Pasten
- Suppen und Eintöpfe
- Ketchup und Relishes
- Pizza- und Pastabeläge
- Konserven und eingelegte Tomaten
Aber auch frisch im Salat oder auf dem Brot schmecken Romatomaten köstlich. Ihrer kulinarischen Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!
Romatomaten im Topf anbauen
Auch auf dem Balkon oder der Terrasse lassen sich Romatomaten problemlos im Topf anbauen. Wählen Sie dafür determinierte, kompakte Sorten und verwenden Sie ausreichend große Töpfe (mindestens 10 Liter Volumen). Eine gute Drainage ist wichtig, um Staunässe zu vermeiden. Verwenden Sie eine hochwertige Tomaten- oder Gemüseerde und düngen Sie regelmäßig. Tomaten im Topf benötigen mehr Aufmerksamkeit bei der Wasserversorgung, da die Erde schneller austrocknet. Ein sonniger Standort und eine Stützhilfe sind auch im Topf wichtig für ein erfolgreiches Wachstum.
Häufig gestellte Fragen zu Romatomaten
Sind Mini-Romatomaten gut?
Ja, Mini-Romatomaten wie die Sorte ‘Marzino F1’ sind ausgezeichnet. Sie bieten den typischen Romatomaten-Geschmack in kleiner, handlicher Form. Sie eignen sich hervorragend zum Naschen, für Salate oder als Dekoration.
Wo pflanzt man Roma-Tomaten am besten?
Romatomaten gedeihen am besten an einem sonnigen, warmen und geschützten Standort im Garten oder Gewächshaus. Ein humoser, gut durchlässiger Boden ist ideal. Auch der Anbau im Topf auf Balkon oder Terrasse ist möglich.
Sind Romatomaten selbstbefruchtend?
Ja, Romatomaten sind selbstbefruchtend. Für die Befruchtung ist kein Wind oder Insekten notwendig, obwohl diese den Prozess unterstützen können.
Wie kann man Romatomaten vermehren?
Samenfeste Romatomaten-Sorten können durch Aussaat der eigenen Samen vermehrt werden. Hybride Sorten (F1) sollten jedoch immer mit neuem Saatgut gezogen werden, da die Nachkommen nicht sortenrein sein müssen.
Mit diesen Informationen und Tipps steht einer erfolgreichen Romatomaten-Ernte im eigenen Garten nichts mehr im Wege. Probieren Sie es aus und genießen Sie den unvergleichlichen Geschmack selbst angebauter Romatomaten!
