24/12/2021
Wer seinen Garten oder Balkon langfristig und mit wenig Aufwand begrünen möchte, kommt an Stauden nicht vorbei. Diese vielseitigen Pflanzen, auch bekannt als mehrjährige Pflanzen, sind wahre Alleskönner und bieten eine unglaubliche Vielfalt an Farben, Formen und Blütezeiten. Doch was genau macht Stauden aus und warum sind sie so beliebt?
Was sind Stauden? – Mehrjährige Pflanzen im Detail
Der Begriff „Staude“ bezeichnet im Gartenbau mehrjährige Pflanzen, die im Gegensatz zu Bäumen und Sträuchern nicht verholzen. Das bedeutet, dass der oberirdische Teil der Pflanze, also Stängel, Blätter und Blüten, in der Regel im Herbst abstirbt oder sich zurückzieht. Der unterirdische Teil, meist in Form von Wurzeln, Rhizomen, Zwiebeln oder Knollen, überlebt jedoch den Winter und treibt im Frühjahr erneut aus. Dieser Lebenszyklus, der sich Jahr für Jahr wiederholt, macht Stauden zu einer dauerhaften und nachhaltigen Bereicherung für jeden Garten.

Im Unterschied zu einjährigen Pflanzen, die innerhalb einer Vegetationsperiode keimen, blühen, Samen bilden und absterben, und zweijährigen Pflanzen, die zwei Jahre für ihren Lebenszyklus benötigen, bieten Stauden den Vorteil, dass sie einmal gepflanzt, über viele Jahre Freude bereiten. Dies spart nicht nur Zeit und Arbeit beim jährlichen Neubepflanzen, sondern schont auch Ressourcen und schont den Geldbeutel.
Die faszinierende Vielfalt der Stauden
Die Welt der Stauden ist schier unendlich. Es gibt sie in unzähligen Arten und Sorten, die sich in Wuchsform, Blütenfarbe, Blütezeit, Standortansprüchen und Verwendungsmöglichkeiten unterscheiden. Diese immense Vielfalt ermöglicht es, für jeden Gartenstil, jeden Standort und jeden Geschmack die passenden Stauden zu finden.
Wuchsformen und Lebensformen
Stauden lassen sich grob nach ihren Wuchsformen und Lebensformen einteilen. Man unterscheidet beispielsweise:
- Horstbildende Stauden: Diese Stauden wachsen in kompakten Horsten, die sich im Laufe der Jahre langsam vergrößern. Beispiele hierfür sind Frauenmantel, Storchschnabel und viele Gräser.
- Ausläuferbildende Stauden: Diese Stauden bilden unterirdische oder oberirdische Ausläufer und können sich so flächig ausbreiten. Beispiele sind Giersch (in der Zierform), Minze und manche Bodendecker.
- Kletterstauden: Einige Stauden sind in der Lage zu klettern und Mauern, Zäune oder Pergolen zu begrünen. Bekannte Beispiele sind Waldrebe (Clematis) und Blauregen (Wisteria).
- Zwiebel- und Knollenstauden: Diese Stauden überdauern den Winter in Form von Zwiebeln oder Knollen im Boden. Zu dieser Gruppe gehören beispielsweise Tulpen, Narzissen, Krokusse und Dahlien.
Blütenfarben und Blütezeiten
Die Farbpalette der Staudenblüten ist nahezu unbegrenzt. Von strahlendem Weiß über leuchtendes Gelb, Orange, Rot und Rosa bis hin zu tiefem Blau und Violett ist alles vertreten. Auch bei den Blütezeiten gibt es eine enorme Bandbreite. Es gibt Frühjahrsblüher, Sommerblüher, Herbstblüher und sogar Winterblüher. Durch die geschickte Kombination verschiedener Stauden mit unterschiedlichen Blütezeiten lässt sich ein Garten gestalten, der das ganze Jahr über in abwechslungsreichen Farben erstrahlt.
Standortansprüche und Verwendungsmöglichkeiten
Jede Staudenart hat ihre eigenen Ansprüche an den Standort. Einige bevorzugen sonnige, trockene Plätze, während andere im Schatten und auf feuchtem Boden besser gedeihen. Es gibt Stauden für Beete, Rabatten, Steingärten, Wassergärten, Gehölzränder und sogar für den Balkonkasten oder Topf. Die richtige Auswahl der Stauden in Bezug auf den Standort ist entscheidend für ein gesundes Wachstum und eine üppige Blüte.
Vorteile von Stauden im Garten
Stauden bieten zahlreiche Vorteile, die sie zu einer idealen Wahl für jeden Garten machen:
- Langlebigkeit: Einmal gepflanzt, erfreuen Stauden über viele Jahre hinweg mit ihrer Schönheit.
- Pflegeleichtigkeit: Im Vergleich zu vielen anderen Pflanzen sind Stauden relativ pflegeleicht. Einmal etabliert, benötigen sie in der Regel nur wenig Aufmerksamkeit.
- Vielfalt: Die riesige Auswahl an Stauden ermöglicht eine individuelle Gartengestaltung für jeden Geschmack und jeden Standort.
- Nachhaltigkeit: Stauden sind eine nachhaltige Wahl, da sie den Boden bedecken, Erosion verhindern und Lebensraum für Insekten und andere Tiere bieten.
- Winterhärte: Die meisten Stauden sind winterhart und überstehen auch kalte Winter problemlos.
- Ganzjährige Struktur: Auch wenn der oberirdische Teil der Stauden im Winter abstirbt, bieten viele von ihnen auch im Winter eine attraktive Struktur im Garten, beispielsweise durch ihre Fruchtstände oder ihre wintergrünen Blätter.
Beliebte Stauden für Garten und Balkon
Die Auswahl an Stauden ist riesig, daher hier eine kleine Auswahl beliebter und bewährter Stauden für verschiedene Standorte und Verwendungszwecke:
Sonnenliebende Stauden für Beete und Rabatten
- Sonnenhut (Echinacea): Robust, blühfreudig und in vielen Farben erhältlich.
- Lavendel (Lavandula): Duftend, insektenfreundlich und pflegeleicht.
- Schafgarbe (Achillea): Trockenheitsverträglich und mit langer Blütezeit.
- Katzenminze (Nepeta): Anspruchslos, insektenfreundlich und mit silbrigen Blättern.
- Fetthenne (Sedum): Sukkulent, trockenheitsverträglich und mit attraktiven Herbstblüten.
Schattenliebende Stauden für Gehölzränder und schattige Beete
- Funkien (Hosta): Vielfältige Blattformen und -farben, ideal für schattige Plätze.
- Elfenblume (Epimedium): Zarte Blüten und attraktives Laub, winterhart und robust.
- Tränendes Herz (Dicentra spectabilis): Romantische Blütenform und üppiger Wuchs.
- Astilbe (Prachtspiere): Federartige Blütenstände in verschiedenen Farben, bevorzugt feuchten Boden.
- Waldmeister (Galium odoratum): Bodendeckend, duftend und ideal für schattige Plätze unter Bäumen.
Stauden für den Balkonkasten und Topf
Auch auf dem Balkon oder der Terrasse müssen Sie nicht auf die Schönheit von Stauden verzichten. Es gibt viele Stauden, die sich gut für die Kultivierung im Topf eignen, beispielsweise:
- Polsterphlox (Phlox subulata): Bodendeckend, blühfreudig und ideal für Hängekästen.
- Blaukissen (Aubrieta): Frühjahrsblüher mit leuchtend blauen Blüten.
- Steinkraut (Alyssum saxatile): Gelb blühend, trockenheitsverträglich und pflegeleicht.
- Glockenblumen (Campanula): Verschiedene Arten und Sorten, geeignet für sonnige und halbschattige Standorte.
- Gräser (z.B. Ziergras, Lampenputzergras): Bringen Struktur und Bewegung in den Balkonkasten.
Tabelle: Stauden für verschiedene Standorte
| Standort | Beispiele für Stauden |
|---|---|
| Sonnig | Sonnenhut, Lavendel, Schafgarbe, Fetthenne |
| Halbschattig | Funkien, Astilbe, Glockenblumen |
| Schattig | Elfenblume, Waldmeister, Tränendes Herz |
| Balkon (sonnig) | Polsterphlox, Steinkraut, Gräser |
| Balkon (halbschattig) | Glockenblumen, Funkien (kleinere Sorten) |
Pflegetipps für Stauden
Obwohl Stauden als pflegeleicht gelten, gibt es einige grundlegende Pflegetipps, die Sie beachten sollten, um ein gesundes Wachstum und eine üppige Blüte zu fördern:
- Standortwahl: Achten Sie bei der Auswahl der Stauden auf die jeweiligen Standortansprüche (Sonne, Schatten, Bodenbeschaffenheit).
- Pflanzung: Pflanzen Sie Stauden am besten im Frühjahr oder Herbst. Graben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch und lockern Sie den Boden gut auf.
- Gießen: Gießen Sie Stauden regelmäßig, besonders in Trockenperioden. Staunässe sollte jedoch vermieden werden.
- Düngen: Düngen Sie Stauden im Frühjahr mit einem organischen Dünger oder Kompost. Eine zusätzliche Düngung im Sommer kann die Blüte fördern.
- Rückschnitt: Schneiden Sie verblühte Blütenstände regelmäßig zurück, um die Bildung neuer Blüten zu fördern und die Selbstaussaat zu verhindern. Im Herbst oder Frühjahr können Sie die oberirdischen Teile der Stauden bodennah zurückschneiden.
- Teilung: Viele Stauden können nach einigen Jahren geteilt werden, um sie zu verjüngen und zu vermehren. Die Teilung erfolgt am besten im Frühjahr oder Herbst.
- Winterschutz: Die meisten Stauden sind winterhart und benötigen keinen besonderen Winterschutz. Empfindlichere Arten können jedoch mit einer Laubdecke oder Reisig geschützt werden. Topfstauden sollten frostfrei überwintert werden.
Häufig gestellte Fragen zu Stauden (FAQ)
- Was ist der Unterschied zwischen einjährigen und mehrjährigen Pflanzen (Stauden)?
- Einjährige Pflanzen leben nur eine Vegetationsperiode, während Stauden mehrere Jahre leben und jedes Jahr wieder austreiben.
- Wie lange leben Stauden?
- Die Lebensdauer von Stauden ist unterschiedlich. Einige Arten leben nur wenige Jahre, während andere Jahrzehnte alt werden können.
- Wann ist die beste Zeit, um Stauden zu pflanzen?
- Die beste Pflanzzeit für Stauden ist im Frühjahr oder Herbst.
- Benötigen Stauden Winterschutz?
- Die meisten Stauden sind winterhart und benötigen keinen besonderen Winterschutz im Beet. Topfstauden sollten jedoch frostfrei überwintert werden.
- Wie vermehre ich Stauden?
- Stauden können auf verschiedene Weise vermehrt werden, beispielsweise durch Teilung, Stecklinge oder Aussaat.
Fazit: Stauden – die perfekten Pflanzen für einen dauerhaft schönen Garten
Stauden sind eine Bereicherung für jeden Garten und Balkon. Ihre Vielfalt, Langlebigkeit und Pflegeleichtigkeit machen sie zu idealen Pflanzen für Gartenliebhaber, die Wert auf eine dauerhafte und abwechslungsreiche Begrünung legen. Entdecken Sie die faszinierende Welt der Stauden und verwandeln Sie Ihren Außenbereich in ein blühendes Paradies!
