Für was verwendet man Mauermörtel?

Mauermörtel richtig mischen: So gelingt's!

04/03/2022

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Wer selbst Hand anlegt und mauern möchte, steht vor der Frage: Mauermörtel selber mischen oder Fertigmörtel kaufen? Das Selbermischen ist nicht nur kostengünstiger, sondern ermöglicht es Ihnen auch, die Konsistenz und Menge des Mörtels exakt an Ihre Bedürfnisse anzupassen. Dieser Artikel führt Sie detailliert durch den Prozess des Mörtelmischens, von der Auswahl der richtigen Materialien bis hin zu praktischen Tipps für ein optimales Ergebnis.

Welcher Mauermörtel ist der beste?
Zementmörtel (Mörtelgruppe III) ist am höchsten belastbar und damit für bewehrtes Mauerwerk und Pfeiler die richtige Wahl. Die vielseitigste Sorte ist Kalkzementmörtel der Mörtelgruppen II und IIa. Er bildet den besten Kompromiss zwischen beiden erstgenannten Gruppen - er ist leicht zu verarbeiten und widerstandsfähig.
Inhaltsverzeichnis

Die Grundlagen: Was ist Mauermörtel und welche Zutaten braucht man?

Mauermörtel ist ein Baustoff, der verwendet wird, um Steine, Ziegel oder andere Bauelemente miteinander zu verbinden. Er besteht im Wesentlichen aus drei Hauptbestandteilen:

  • Bindemittel: Dies ist der wichtigste Bestandteil, der für die Festigkeit des Mörtels verantwortlich ist. Häufig verwendete Bindemittel sind Zement, Kalk oder eine Mischung aus beidem (Zementkalkmörtel).
  • Gesteinskörnung: In der Regel wird Sand verwendet, der dem Mörtel Volumen und Stabilität verleiht. Die Korngröße des Sandes ist entscheidend für die Verarbeitungseigenschaften.
  • Wasser: Wasser ist notwendig, um die chemische Reaktion des Bindemittels (Hydratation) auszulösen und den Mörtel verarbeitbar zu machen.

Je nach Anwendungsbereich und gewünschten Eigenschaften können dem Mauermörtel noch weitere Zusatzstoffe beigemischt werden, wie beispielsweise:

  • Luftporenbildner: Verbessern die Frostbeständigkeit und Verarbeitung.
  • Verzögerer: Verlängern die Verarbeitungszeit bei höheren Temperaturen.
  • Beschleuniger: Verkürzen die Abbindezeit bei niedrigen Temperaturen.

Welcher Mörtel ist der richtige? Die Wahl des Bindemittels

Die Wahl des richtigen Bindemittels hängt vom jeweiligen Bauvorhaben und den Anforderungen an den Mörtel ab. Hier ein kurzer Überblick über die gängigsten Arten:

  • Zementmörtel: Besteht hauptsächlich aus Zement und Sand. Er zeichnet sich durch eine hohe Festigkeit und schnelle Abbindezeit aus. Ideal für tragende Wände und Bereiche, die hohen Belastungen ausgesetzt sind. Allerdings ist er weniger flexibel und anfälliger für Risse als Kalkmörtel.
  • Kalkmörtel: Besteht aus Kalk und Sand. Er ist diffusionsoffen, feuchtigkeitsregulierend und elastischer als Zementmörtel. Gut geeignet für Altbausanierung und ökologisches Bauen. Er bindet langsamer ab und erreicht eine geringere Festigkeit als Zementmörtel.
  • Zementkalkmörtel: Eine Mischung aus Zement, Kalk und Sand. Vereint die Vorteile beider Bindemittel: gute Festigkeit, bessere Elastizität als reiner Zementmörtel und verbesserte Verarbeitungseigenschaften. Ein vielseitiger Mörtel für viele Anwendungen.
  • Trasszementmörtel: Enthält Trass, ein vulkanisches Gestein, das die Eigenschaften des Zementmörtels verbessert. Er ist besonders widerstandsfähig gegen Ausblühungen und aggressive Umwelteinflüsse. Empfohlen für feuchte Umgebungen und Natursteinmauerwerk.

Mörtel mischen: Die richtige Menge und das passende Gefäß

Bevor Sie mit dem Mischen beginnen, müssen Sie die benötigte Menge an Mörtel abschätzen. Dies hängt von der Größe des Mauerwerks und der Dicke der Fugen ab. Als Faustregel gilt: Etwa 20-25 Liter Frischmörtel pro Quadratmeter Mauerwerk (bei einer Steindicke von 11,5 cm). Es ist ratsam, den Mörtel in kleineren Portionen anzumischen, um zu vermeiden, dass er vor der Verarbeitung erhärtet.

Wie viel Mauermörtel pro m2?
Mauermörtel: ca. 28 kg/m² (Steinformat 2 DF bei 11,5 cm Breite); • Putzmörtel: ca. 16 kg/m² pro cm Schichtdicke. Bei den Verbrauchsangaben handelt es sich um Erfahrungs- und Richtwerte, die im Einzelfall abweichen können.

Die Wahl des Mischgefäßes richtet sich nach der Menge des benötigten Mörtels:

  • Kleine Mengen (bis ca. 10 Liter): Eimer, Bottich, Mörtelwanne. Zum Verrühren reicht eine Kelle.
  • Mittlere Mengen (ca. 10-50 Liter): Plane (auf glattem Untergrund). Zum Verrühren benötigen Sie eine Schaufel.
  • Große Mengen (ab ca. 50 Liter):Betonmischer. Erleichtert die Arbeit erheblich und sorgt für eine homogene Mischung.

Mörtel selber mischen: Schritt-für-Schritt-Anleitungen

Kleine Menge Mörtel mischen (Eimer, Bottich, Wanne)

  1. Trockene Zutaten mischen: Geben Sie Sand und Bindemittel (Zement, Kalk oder Zementkalk) im richtigen Mischungsverhältnis in das Gefäß. Die genauen Mischungsverhältnisse finden Sie auf den Verpackungen der Bindemittel oder in Fachliteratur. Vermischen Sie die trockenen Zutaten gründlich mit der Kelle oder Schaufel.
  2. Wasser hinzufügen: Gießen Sie nach und nach vorsichtig Wasser hinzu. Rühren Sie den Mörtel dabei kontinuierlich um, bis eine homogene, feucht-glänzende Masse entsteht. Die Konsistenz sollte erdfeucht bis leicht plastisch sein – ähnlich wie feuchter Sand, der beim Zusammendrücken seine Form behält, aber nicht zerbröselt.
  3. Konsistenz prüfen: Nehmen Sie eine Kelle voll Mörtel auf und halten Sie sie schräg. Der Mörtel sollte langsam von der Kelle gleiten, ohne zu verlaufen oder zu trocken zu sein. Bei Bedarf noch etwas Wasser oder trockene Zutaten hinzufügen, um die Konsistenz anzupassen.

Mittlere Menge Mörtel mischen (Plane)

  1. Sand auf die Plane geben: Kippen oder schaufeln Sie den Sand auf eine saubere Plane auf einem glatten Untergrund. Verteilen Sie den Sand etwas, sodass er keinen zu hohen Haufen bildet.
  2. Bindemittel verteilen: Verteilen Sie Zement und/oder Kalk gleichmäßig auf dem Sand.
  3. Trockene Zutaten vermischen: Vermischen Sie Sand und Bindemittel gründlich mit der Schaufel.
  4. Mulden bilden und Wasser hinzufügen: Teilen Sie die trockene Mischung in mehrere kleine Häufchen auf der Plane auf. Drücken Sie in jeden Haufen eine Mulde. Gießen Sie Wasser in die Mulden.
  5. Mörtel anmischen: Schieben Sie die trockene Mischung mit der Schaufelrückseite von außen nach innen in die Mulden, um das Wasser einzuarbeiten. Vermischen Sie alles gründlich, bis eine homogene Masse entsteht.
  6. Häufchen zusammenführen: Schieben Sie die einzelnen Mörtelhaufen wieder zu einem größeren Haufen zusammen oder verarbeiten Sie sie einzeln nacheinander.

Große Menge Mörtel mischen (Betonmischer)

  1. Betonmischer vorbereiten: Stellen Sie den Betonmischer auf einen ebenen und sicheren Untergrund. Schalten Sie ihn ein, damit die Trommel rotiert.
  2. Wasser einfüllen: Geben Sie etwa zwei Drittel der benötigten Wassermenge in den rotierenden Mischer.
  3. Trockene Zutaten abwechselnd hinzufügen: Schaufeln Sie abwechselnd Sand und Bindemittel (Zement, Kalk oder Zementkalk) in den Mischer. So wird eine bessere Durchmischung gewährleistet.
  4. Restliches Wasser hinzufügen: Gießen Sie das restliche Wasser langsam hinzu, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.
  5. Mischen lassen: Lassen Sie den Betonmischer so lange rotieren, bis eine gleichmäßig feuchte und glänzende Masse entstanden ist. Die Mischzeit beträgt in der Regel etwa 3-5 Minuten.
  6. Mörtel entladen: Kippen Sie den Betonmischer, um den fertigen Mörtel zu entladen. Verarbeiten Sie den Mörtel zügig.

Trockenmörtel: Die bequeme Alternative

Für kleinere Mauerarbeiten oder wenn es schnell gehen soll, ist Trockenmörtel eine praktische Alternative. Hier sind Sand, Bindemittel und gegebenenfalls Zusatzstoffe bereits im richtigen Verhältnis vorgemischt. Sie müssen lediglich Wasser hinzufügen und den Mörtel anrühren.

Welcher Mauermörtel ist der beste?
Zementmörtel (Mörtelgruppe III) ist am höchsten belastbar und damit für bewehrtes Mauerwerk und Pfeiler die richtige Wahl. Die vielseitigste Sorte ist Kalkzementmörtel der Mörtelgruppen II und IIa. Er bildet den besten Kompromiss zwischen beiden erstgenannten Gruppen - er ist leicht zu verarbeiten und widerstandsfähig.

So verwenden Sie Trockenmörtel:

  1. Gefäß vorbereiten: Wählen Sie ein passendes Gefäß (Eimer, Bottich, etc.) in der benötigten Größe.
  2. Trockenmörtel einfüllen: Schütten Sie die benötigte Menge Trockenmörtel in das Gefäß.
  3. Wasser hinzufügen: Gießen Sie nach und nach die auf der Verpackung angegebene Menge Wasser hinzu.
  4. Mörtel anrühren: Verrühren Sie den Trockenmörtel mit der Kelle oder Schaufel gründlich, bis eine homogene und verarbeitungsfertige Masse entsteht.

Vorteile von Trockenmörtel:

  • Einfache und schnelle Verarbeitung.
  • Exakte Mischungsverhältnisse garantiert.
  • Geringerer Aufwand für Lagerung und Transport.

Nachteile von Trockenmörtel:

  • Teurer als selbstgemischter Mörtel.
  • Weniger Flexibilität bei der Anpassung der Mischungsverhältnisse.

Wichtige Tipps und Tricks für das Mörtelmischen

  • Saubere Werkzeuge und Gefäße verwenden: Verunreinigungen können die Qualität des Mörtels beeinträchtigen.
  • Qualitativ hochwertige Zutaten verwenden: Achten Sie auf die Qualität von Sand und Bindemittel. Verwenden Sie gewaschenen Bausand mit der richtigen Körnung (0-4 mm).
  • Mischungsverhältnisse genau beachten: Halten Sie sich an die empfohlenen Mischungsverhältnisse für das jeweilige Bindemittel und den Anwendungsbereich.
  • Wasser dosiert hinzufügen: Geben Sie das Wasser langsam und in kleinen Mengen hinzu, um eine optimale Konsistenz zu erreichen.
  • Mörtel zügig verarbeiten: Frisch angemischter Mörtel sollte innerhalb von 1-2 Stunden verarbeitet werden, bevor er erhärtet.
  • Werkzeuge nach Gebrauch sofort reinigen: Entfernen Sie Mörtelreste von Werkzeugen und Gefäßen, bevor sie aushärten.
  • Sicherheitshinweise beachten: Tragen Sie beim Umgang mit Zement und Kalk Handschuhe und eine Schutzbrille, um Haut- und Augenreizungen zu vermeiden.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zum Thema Mauermörtel mischen

Kann ich Kies anstelle von Sand zum Mörtelmischen verwenden?

Nein, wenn Sie Kies anstelle von Sand verwenden, erhalten Sie Beton, keinen Mörtel. Beton ist deutlich härter und weniger flexibel als Mörtel. Für Mörtel benötigen Sie Sand mit einer feineren Körnung. Wenn Sie Beton herstellen möchten, verwenden Sie Kies der Körnung 0/16.

Welche Korngröße sollte der Sand zum Mörtelmischen haben?

Für Mauermörtel empfiehlt sich Sand mit einer Korngröße von maximal 4 Millimetern. Zu grober Sand kann die Verarbeitung erschweren und zu einem weniger homogenen Mörtel führen. Idealerweise verwenden Sie gewaschenen Bausand der Körnung 0-4 mm.

Warum ist Zementmörtel so widerstandsfähig?

Die Härte von Zementmörtel beruht auf dem Mineral Klinker im Zement. Bei der Hydratation (Reaktion mit Wasser) bilden sich Kristalle, die sich fest miteinander verbinden und so dem Mörtel seine hohe Festigkeit verleihen. Dieser Prozess wird Kristallisation oder Hydratation genannt.

Wie genau muss ich die Wassermenge beim Mörtelmischen einhalten?

Die Wassermenge beim Mörtelmischen ist nicht auf den Milliliter genau zu bestimmen. Eine geringfügige Variation ist in der Regel unproblematisch. Etwas mehr Wasser macht den Mörtel leichter verarbeitbar, etwas weniger macht ihn zäher. Achten Sie jedoch darauf, die Konsistenz durch kleine Anpassungen zu optimieren und nicht zu stark vom Richtwert abzuweichen. Zu viel Wasser kann den Mörtel schwächen, zu wenig kann ihn unbrauchbar machen.

Wozu werden Zusatzstoffe im Mörtel verwendet? Benötige ich sie beim Mauermörtel?

Zusatzstoffe im Mörtel dienen dazu, bestimmte Eigenschaften zu verbessern oder an spezielle Anforderungen anzupassen. Beispielsweise können Kunstharze die Haftung und Flexibilität erhöhen. Für einfachen Mauermörtel im Hausgebrauch sind Zusatzstoffe in der Regel nicht notwendig. Sie werden eher bei speziellen Anwendungen wie Sanierungsmörtel oder Hochleistungsmörtel eingesetzt.

Fazit: Mit dem richtigen Wissen zum Mauermeister

Mauermörtel selber mischen ist kein Hexenwerk, erfordert aber etwas Übung und das richtige Wissen über Materialien und Verarbeitungstechniken. Mit dieser ausführlichen Anleitung und den praktischen Tipps sind Sie bestens gerüstet, um Ihre Mauerprojekte erfolgreich umzusetzen. Ob kleine Reparaturen oder größere Bauvorhaben – mit selbstgemischtem Mörtel sparen Sie nicht nur Kosten, sondern haben auch die volle Kontrolle über die Qualität und Eigenschaften Ihres Baustoffs. Und denken Sie daran: Übung macht den Meister! Je öfter Sie Mörtel mischen, desto besser werden Sie ein Gefühl für die richtige Konsistenz und Verarbeitung bekommen.

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