Wer hat den Bayerischen Filmpreis gewonnen?

Bayerischer Filmpreis 2024: Glanzvolle Preisverleihung in München

10/10/2024

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Die bayerische Landeshauptstadt München erstrahlte im Glanz des Films, als am heutigen Abend die 46. Verleihung des Bayerischen Filmpreises stattfand. In einem feierlichen Rahmen wurden Filmschaffende in insgesamt elf Kategorien mit dem begehrten „Pierrot“ ausgezeichnet, der zu den renommiertesten Auszeichnungen der deutschen Filmbranche zählt. Die Gala war gespickt mit Spannung und Emotionen, als die Namen der Preisträger bekannt gegeben wurden, die mit ihren herausragenden Leistungen das Kinojahr maßgeblich geprägt haben.

Wer hat den Bayerischen Filmpreis gewonnen?
Bei der heutigen 46. Verleihung des Bayerischen Filmpreises in München wurden in insgesamt elf Kategorien Filmschaffende mit dem begehrten „Pierrot“ ausgezeichnet. Den Preis als Beste Darstellerin erhielt in diesem Jahr Jella Haase für ihre Rolle in „Chantal im Märchenland“.
Inhaltsverzeichnis

Jella Haase als Beste Darstellerin geehrt

Ein strahlendes Lächeln zeigte Jella Haase, als sie die Auszeichnung als Beste Darstellerin entgegennahm. Die Jury würdigte ihre beeindruckende Leistung in der Rolle der „Chantal“ in „Chantal im Märchenland“. In ihrer Begründung hob die Jury hervor, dass Jella Haase eine außergewöhnliche Schauspielerin sei, die jede Rolle zur Rolle ihres Lebens mache. Ihre Vielseitigkeit und Wandlungsfähigkeit begeistern in sämtlichen Genres. Besonders ihre Verkörperung der Schülerin Chantal in der „Fack ju Göhte“-Reihe habe sie an die Spitze der Erfolgsleiter katapultiert. In „Chantal im Märchenland“ dürfe sie nun alle Facetten ihres Könnens zeigen – von der frechen Göre bis zur selbstbestimmten Kämpferin. Die Jury lobte ihr pointenreiches und körperlich herausforderndes Spiel, ihre perfekte Mimik, Gestik, Bewegung und Sprache, mit der sie ihre Figur in jeder Nuance zum Leben erwecke. Die Spielfreude sei in jeder Szene spürbar und übertrage sich auf das Publikum.

Christoph Maria Herbst als Bester Darsteller ausgezeichnet

Auch Christoph Maria Herbst durfte sich über eine Auszeichnung freuen. Er wurde als Bester Darsteller für seine beeindruckenden Leistungen in gleich drei Filmen geehrt: „Der Buchspazierer“, „Der Spitzname“ und „Ein Fest fürs Leben“. Die Jury betonte in ihrer Laudatio Herbsts sparsames und zurückhaltendes Spiel, das dennoch von großer Intensität sei. Er verkörpere sehr unterschiedliche Charaktere in den Filmen, die alle dem Genre „Unterhaltung“ zuzuordnen seien, welches oft unterschätzt werde, aber so wichtig für Kino und Zuschauer sei. Ob als Familien-Stinkstiefel in „Der Spitzname“, überforderter Wedding-Planner in „Ein Fest fürs Leben“ oder melancholischer „Buchspazierer“ – Herbst eigne sich all diese Figuren künstlerisch an und gestalte sie mit Tiefe und Nuancen. Sein Spiel sei dezent, aber intensiv, und oft sage seine Körpersprache mehr über eine Figur aus als der gesprochene Text. Herbst zeige die Kunst der Unterhaltung, die darin bestehe, Leichtes und Lustiges vielschichtig zu gestalten und dabei auch die Tiefen des Lebens spürbar zu machen.

Preis des Ministerpräsidenten für Uschi Glas

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war die Verleihung des Preises des Ministerpräsidenten an die Schauspiellegende Uschi Glas. Ministerpräsident Dr. Markus Söder würdigte Uschi Glas als Schauspielikone, die seit Jahrzehnten alle Generationen begeistere und für die bayerische Lebensart stehe. Sie habe ewige Klassiker wie „Winnetou“ und die „Pauker“-Filme geprägt, aber auch moderne Erfolge wie „Fack ju Göhte“. Söder betonte, dass Uschi Glas zu den absoluten Publikumslieblingen zähle und dabei immer herzlich und weltoffen geblieben sei. Neben ihrer schauspielerischen Karriere würdigte Söder auch ihr außergewöhnliches soziales Engagement mit ihrem Verein „brotZeit“, der sich für ein gesundes Frühstück für Kinder einsetzt. Die Jurybegründung hob hervor, dass Uschi Glas für das Beste der bayerischen Lebensart stehe und einen eindrucksvollen Lebensweg eingeschlagen habe. Entdeckt wurde sie von Produzent Horst Wendlandt und feierte bereits mit ihrer ersten Hauptrolle in „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ einen großen Erfolg. Legendär wurde sie mit dem Kultfilm „Zur Sache, Schätzchen“. Über Jahrzehnte hinweg war sie im Film und Fernsehen erfolgreich und eroberte mit Filmen wie „Fack ju Göhte“ auch die junge Generation. Ihr soziales Engagement sei ein wesentlicher Teil ihres Lebens und Wirkens.

Weitere Preisträger des Bayerischen Filmpreises 2024

Neben den bereits genannten Auszeichnungen wurden weitere Preise in verschiedenen Kategorien verliehen:

  • Family Entertainment: Der Preis in der Kategorie Family Entertainment, dotiert mit 10.000 Euro, ging an blue eyes Fiction GmbH & Co. KG für den Film „Woodwalkers“. Die Jury lobte den Film als außergewöhnliches Kinoerlebnis für die ganze Familie, das die Zuschauer in eine magische Welt entführe und eine Abenteuergeschichte über Freundschaft und Mut erzähle. Besonders hervorgehoben wurden die eindrucksvollen Naturaufnahmen und die gelungene Mischung aus Phantasie, Abenteuer und echten Tieren.
  • Bester Nachwuchsfilm:Aaron Arens erhielt den Preis für den Besten Nachwuchsfilm (dotiert mit 10.000 Euro) für „Sonnenplätze“. Die Jury lobte die Leichtigkeit des Films, sein Timing, seine Tiefe und seinen Humor. „Sonnenplätze“ vermittle auf unterhaltsame Weise handwerkliches Geschick und lasse Schauspielstars neben Nachwuchs und Newcomern gleichwertig aufspielen.
  • Newcomer Regie:Mareike Engelhardt wurde mit dem Preis Newcomer Regie (dotiert mit 10.000 Euro) für „Rabia“ ausgezeichnet. Ihr Spielfilmdebüt thematisiere das Schicksal der sogenannten Bräute des Islamischen Staates. Die Jury würdigte den Film als beeindruckendes Werk über die Realität terroristischer Netzwerke, das auf jahrelanger Recherche und persönlichen Gesprächen basiere und ein spannungsreiches und sensibles Portrait junger Frauen zeichne.
  • Bildgestaltung:Judith Kaufmann erhielt den Preis für die Beste Bildgestaltung (dotiert mit 10.000 Euro) für „Die Herrlichkeit des Lebens“. Die Jury lobte ihre meisterhafte visuelle, poetische und atmosphärische Umsetzung des Films, der ein zärtliches Kafka-Bild zeichne. Ihre Bildgestaltung sei getragen von tiefer Sensibilität und schaffe ein intimes Kammerspiel, das die Zuschauer in die inneren Welten der Charaktere eintauchen lasse.
  • Regiepreis: Der Regiepreis (dotiert mit 10.000 Euro) ging an Ayşe Polat für den Film „Im toten Winkel“. Die Jury würdigte Polats Spiel mit Perspektiven in dem Film, der ein politischer Thriller und eine erschütternde Familiengeschichte zugleich sei. Polat gelinge es, die vielen unterschiedlichen Betrachtungsweisen in Balance zu bringen und ein Kopfkino vom Feinsten zu schaffen.
  • Dokumentarfilmpreis: Den Dokumentarfilmpreis teilten sich Hans Block und Moritz Riesewieck (jeweils 5.000 Euro) für „Eternal You“. Der Film thematisiere die Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz und dem Versuch, Kontakt zu Verstorbenen aufzunehmen. Die Jury lobte den Film als zutiefst gegenwärtig und relevant, der die komplexen Wechselwirkungen zwischen menschlichen Emotionen und geschäftlichen Interessen beleuchte und die Grundlagen künstlicher Intelligenz verständlicher mache.
  • Drehbuchpreis:Matthias Glasner erhielt den Drehbuchpreis (dotiert mit 10.000 Euro) für „Sterben“. Die Jury würdigte Glasners schonungsloses und emotionales Drehbuch, das den Prozess des Sterbens und die damit verbundenen Herausforderungen für die Familie thematisiere. „Sterben“ sei ein Film, der weh tue und Dinge ausspreche, die man nicht gerne höre, aber die mitten ins Herz treffen.

Der Bayerische Filmpreis: Eine Institution der Filmförderung

Der Bayerische Filmpreis, der seit 1979 vergeben wird, hat sich zu einer bedeutenden Institution in der deutschen Filmbranche entwickelt. Mit einem Preisgeld von insgesamt 300.000 Euro zählt er zu den höchstdotierten Auszeichnungen. Die Preise werden in elf Kategorien auf Vorschlag einer zwölfköpfigen Fachjury vergeben, die sich in diesem Jahr aus renommierten Branchenexperten wie Mychael Berg, Daniel Curio (Vorsitz), Dorothee Erpenstein und Prof. Bettina Reitz zusammensetzte. Der Bayerische Filmpreis würdigt nicht nur herausragende künstlerische Leistungen, sondern fördert auch die Vielfalt und Qualität des deutschen Filmschaffens. Die Verleihungsgala in München war somit ein Fest des Kinos und eine Hommage an die Kreativität und Leidenschaft der Filmschaffenden.

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