24/12/2024
Der Anbau von gesunden und ertragreichen Pflaumenbäumen erfordert Engagement und Wissen, insbesondere im Bereich des Pflanzenschutzes. Pflaumen sind anfällig für eine Vielzahl von Schädlingen und Krankheiten, die, wenn sie nicht kontrolliert werden, die Ernte erheblich beeinträchtigen können. Dieser Artikel bietet Ihnen einen umfassenden Überblick über die wichtigsten Schädlinge und Krankheiten, die Pflaumenbäume befallen, und stellt Ihnen effektive Strategien und Pestizide für den Hausgarten vor. Unser Ziel ist es, Ihnen das Wissen und die Werkzeuge an die Hand zu geben, die Sie für einen erfolgreichen Pflaumenanbau benötigen.
Krankheiten von Pflaumenbäumen
Einige Krankheiten können Pflaumenbäume stark beeinträchtigen. Eine frühzeitige Erkennung und Bekämpfung ist entscheidend, um Schäden zu minimieren und die Gesundheit Ihrer Bäume zu erhalten. Es ist wichtig zu verstehen, dass Fungizide präventiv wirken und eine Infektion nicht heilen können, sobald sie aufgetreten ist. Daher ist ein rechtzeitiger und regelmäßiger Einsatz von Fungiziden, kombiniert mit guten Hygienepraktiken, der Schlüssel zum Erfolg.
Braunfäule
Die Braunfäule ist eine der gefürchtetsten Krankheiten bei Steinobst, obwohl sie bei Pflaumen in manchen Regionen weniger verbreitet ist als bei Pfirsichen. Sie wird durch den Pilz Monilinia fruticola verursacht und kann Blüten, Zweige, Triebe und Früchte befallen. Besonders gefährlich ist sie kurz vor der Ernte, wenn reife Früchte sehr anfällig sind.
Der Pilz überwintert in Triebkrebsen, Fruchtmumien und Pedunkeln (Fruchtstielen). Warme, feuchte und nasse Witterung begünstigen die Ausbreitung und Entwicklung der Krankheit. Optimal sind Temperaturen um 24°C, aber auch kühlere Temperaturen ab 4°C und wärmere bis 30°C können die Entwicklung fördern. Stürme und Regen sind ideal für die Sporenverbreitung, da Feuchtigkeit für die Keimung und Infektion notwendig ist.
Symptome der Braunfäule:
- Blüteninfektion (Blütensterben): Blüten werden braun und welken.
- Trieb- und Zweiginfektion: Kleine, bräunliche, eingesunkene Bereiche (Krebsstellen) an Zweigen. Es kann zu Gummifluss kommen.
- Fruchtinfektion: Braune, weiche Flecken auf den Früchten, die sich schnell ausbreiten. Auf der Oberfläche bilden sich grau-aschfarbene Sporenträger.
- Fruchtmumien: Befallene Früchte schrumpfen, trocknen ein und bleiben als Mumien am Baum hängen oder fallen zu Boden.
Bekämpfung der Braunfäule:
- Sanitäre Maßnahmen: Entfernen und vernichten Sie Fruchtmumien, Triebkrebse und befallene Zweige vor dem Frühjahr.
- Fungizide: Regelmäßige Spritzungen mit Fungiziden sind notwendig, besonders bei feuchter Witterung. Empfohlene Fungizide sind Captan, Chlorothalonil, Myclobutanil und Propiconazol. Beginnen Sie die Spritzungen ab der Blüte und wiederholen Sie sie in regelmäßigen Abständen bis zur Ernte.
Schorf
Der Schorf, verursacht durch den Pilz Cladosporium carpophilum, ist eine weitere Pilzkrankheit, die Pflaumenbäume befallen kann. Obwohl er hauptsächlich optische Schäden verursacht, können die Schorfflecken Eintrittspforten für die Braunfäule sein. Starker Befall kann auch zum Aufplatzen der Früchte führen.
Der Pilz überwintert in Triebläsionen. Sporen werden durch Luft und Wasser verbreitet und benötigen mindestens 24 Stunden hohe Luftfeuchtigkeit zur Keimung.
Symptome des Schorfs:
- Früchte: Velvetartige, olivgrüne Flecken, meist am Stielansatz. Bei starkem Befall können die Flecken zusammenfließen und zum Aufplatzen der Früchte führen.
- Blätter und Zweige: Ähnliche Flecken wie auf den Früchten.
Bekämpfung des Schorfs:
- Fungizide: Spritzungen mit Fungiziden wie Schwefel oder Captan ab dem Zeitpunkt des Blütenblattfalls.
Kräuselkrankheit
Die Kräuselkrankheit wird durch den Pilz Taphrina deformans verursacht. Sie tritt nicht regelmäßig an Pflaumenbäumen auf, kann aber in manchen Jahren zu erheblichen Schäden führen. Fungizide, die gegen andere Krankheiten eingesetzt werden, kontrollieren in der Regel auch die Kräuselkrankheit.
Die Krankheit wird durch milde Temperaturen (9-27°C, optimal 20°C) und feuchte Witterung während des frühen Knospenaustriebs begünstigt. Hohe Luftfeuchtigkeit (über 98%) ist erforderlich.
Symptome der Kräuselkrankheit:
- Blätter: Verdickte, gekräuselte Blätter mit gelblichen bis rötlichen Verfärbungen.
Bekämpfung der Kräuselkrankheit:
- Fungizide: Kupferspritzungen während der Winterruhe und in der Saison. Resistente Sorten sind ebenfalls eine gute Option.
Schrotschusskrankheit
Die Schrotschusskrankheit, verursacht durch den Pilz Wilsonomyces carpophilus, ist in manchen Regionen verbreitet. Der Name leitet sich von den typischen Blattsymptomen ab – kleine, braune Flecken, die herausfallen und ein „Schusslochmuster“ hinterlassen.
Der Pilz beginnt in feuchten Wintermonaten Probleme zu verursachen, wenn Knospen und Zweige aus der vorherigen Saison Sporen produzieren. Er infiziert und tötet ruhende Knospen ab.
Symptome der Schrotschusskrankheit:
- Blätter: Kleine, purpurfarbene Flecken, die sich braun verfärben und schließlich herausfallen, so dass löchrige Blätter entstehen.
- Früchte: Rauhe, korkartige Flecken, meist am Stielansatz.
- Zweige: Kleine Läsionen.
Bekämpfung der Schrotschusskrankheit:
- Fungizide: Eine einzige Spritzung mit Kupferpräparaten oder Bordeauxbrühe vor den Herbst-/Winterregen schützt die ruhenden Knospen. Nach dem Fruchtansatz sind weitere Spritzungen erforderlich, meist mit Captan.
Bakterienfleckenkrankheit
Die Bakterienfleckenkrankheit wird durch das Bakterium Xanthomonas arboricola pv. pruni verursacht. Sie kann in feuchten Klimazonen sehr aggressiv sein. Anfällige Sorten können in solchen Gebieten kaum angebaut werden.
Die Bakterien benötigen freie Feuchtigkeit (Tau, Regen, Bewässerung) zur Vermehrung und Ausbreitung. Windgetriebener Regen verbreitet die Bakterien innerhalb des Baumes und zwischen den Bäumen.
Symptome der Bakterienfleckenkrankheit:
- Blätter: Dunkelgrüne, wassergetränkte Flecken, die sich eckig ausbreiten, da sie von den Blattadern begrenzt werden. Die Flecken können sich später violett verfärben und braun werden und herausfallen.
- Zweige: Krebsstellen an Trieben und Knospen.
- Früchte: Kleine, wassergetränkte, bräunliche Flecken, aus denen Gummifluss austreten kann. Die Flecken können aufplatzen und einsinken.
Bekämpfung der Bakterienfleckenkrankheit:
- Sanitäre Maßnahmen: Entfernung befallener Pflanzenteile.
- Fungizide/Bakterizide: Kupferpräparate oder Antibiotika-Spritzungen. Die Auswahl resistenter Sorten ist der effektivste Weg zur Bekämpfung.
Schwarzer Rindenbrand (Schwarzholzkrankheit)
Der Schwarze Rindenbrand wird durch den Pilz Apiosporina morbosa verursacht. Typisch sind knotenartige Auswüchse an Trieben, Zweigen und Stämmen.
Die Infektion beginnt im Frühjahr. Sporen werden durch Wind und Spritzwasser verbreitet. Für die Sporenbildung sind mindestens 6 Stunden Regen bei 21°C erforderlich.
Symptome des Schwarzen Rindenbrands:
- Holz: Knotenartige Auswüchse, die anfangs olivgrün sind und später hart und schwarz werden.
Bekämpfung des Schwarzen Rindenbrands:
- Sanitäre Maßnahmen: Großzügiges Ausschneiden der Knoten (mindestens 10 cm ins gesunde Holz). Entfernung wildwachsender Pflaumen und Kirschen in der Umgebung.
- Fungizide: Spritzungen während des aktiven Triebwachstums können die Krankheit unterdrücken.
Taschenkrankheit der Pflaume
Die Taschenkrankheit der Pflaume wird ebenfalls durch einen Taphrina-Pilz verursacht. Sie tritt zwar auf, ist aber in manchen Regionen kein großes Problem. Die Symptome sind an den Früchten am auffälligsten.
Symptome der Taschenkrankheit:
- Früchte: Vergrößerte, runzelige und deformierte Früchte, die innen schwammig oder hohl sind. Getrocknete Früchte werden als „Narrenpflaumen“ oder „Pflaumentaschen“ bezeichnet.
- Blätter und Triebe: Verdrehungen und Kräuselungen können auftreten.
Bekämpfung der Taschenkrankheit:
- Fungizide: Eine einzige Fungizidspritzung im Spätherbst oder vor dem Knospenaustrieb im Frühjahr. Bordeauxbrühe, Chlorothalonil und Kalkschwefel sind wirksam. Resistente Sorten wählen.
Insektenschädlinge von Pflaumenbäumen
Neben Krankheiten können auch Insekten Pflaumenbäume erheblich schädigen. Eine rechtzeitige Identifizierung und Bekämpfung der Schädlinge ist wichtig für eine gute Ernte.
Pflaumenwickler
Der Pflaumenwickler (Conotrachelus nenuphar) ist einer der schädlichsten Schädlinge von Pflaumenbäumen. Die weißen, beinlosen Larven sind die „Würmer“, die man oft in ungeschützten Früchten findet. Die erwachsenen Käfer überwintern in Laubstreu und Bodenmüll in oder in der Nähe des Obstgartens. Sie werden aktiv, wenn die Pflaumenbäume zu blühen beginnen. Die Weibchen legen ihre Eier in die jungen Früchte und verursachen dabei charakteristische, halbmondförmige Einstichstellen.
Schadbild des Pflaumenwicklers:
- Früchte: Halbmondförmige Einstichstellen auf jungen Früchten. Larven fressen im Fruchtfleisch. Befallene Früchte können vorzeitig abfallen oder deformiert sein.
Bekämpfung des Pflaumenwicklers:
- Insektizide: Spritzungen mit Malathion oder Permethrin ab Blütenblattfall. Die ersten Spritzungen nach dem Blütenblattfall sind entscheidend. Regelmäßige Wiederholungen alle 10-14 Tage, bei Regenwetter häufiger.
- Sanitäre Maßnahmen: Aufgesammelte Fallfrüchte vernichten.
Wanzen und Baumwanzen
Verschiedene Arten von Wanzen und Baumwanzen können an Pflaumenfrüchten saugen und Katzenkopfschäden verursachen. Die Schäden entstehen durch das Saugen der Insekten an den jungen Früchten, wodurch das Wachstum an den Saugstellen gestört wird und die Früchte deformiert wachsen.
Schadbild von Wanzen und Baumwanzen:
- Früchte: Deformierte Früchte mit Dellen und Verwachsungen (Katzenkopfschäden).
Bekämpfung von Wanzen und Baumwanzen:
- Insektizide: Spritzungen mit Malathion oder Permethrin im Rahmen der regulären Insektizidbehandlungen.
Orientalischer Fruchtwickler
Die Raupen des Orientalischen Fruchtwicklers (Grapholita molesta) bohren sich in die Triebspitzen von Pflaumenbäumen und verursachen das Absterben der Triebspitzen. Später befallen sie auch die Früchte.
Schadbild des Orientalischen Fruchtwicklers:
- Triebe: Absterben der Triebspitzen.
- Früchte: Raupen bohren sich in die Früchte. Austritt von Gummifluss mit Kotresten an den Eintrittsstellen.
Bekämpfung des Orientalischen Fruchtwicklers:
- Insektizide: Spritzungen mit Permethrin oder Malathion. Bei starkem Befall Spritzintervalle verkürzen.
Pfirsichbaumbohrer und Kleiner Pfirsichbaumbohrer
Zwei Arten von Pfirsichbaumbohrern befallen auch Pflaumenbäume: der Pfirsichbaumbohrer (Synanthedon exitiosa) und der Kleine Pfirsichbaumbohrer (Synanthedon pictipes). Die Larven beider Arten bohren unter der Rinde und fressen im Kambium. Der Pfirsichbaumbohrer befällt hauptsächlich den unteren Stammbereich bis zur Wurzelbasis, während der Kleine Pfirsichbaumbohrer eher höher am Stamm und an den unteren Leitästen angreift.
Schadbild von Pfirsichbaumbohrern:
- Stamm und Wurzelbasis: Gummifluss vermischt mit Bohrmehl am Stammfuß. Unter der Rinde fressen Larven Gänge. Starker Befall kann zum Absterben des Baumes führen, besonders bei jungen Bäumen.
Bekämpfung von Pfirsichbaumbohrern:
- Insektizide: Stammspritzungen mit Permethrin im August und September, wenn die Falter fliegen. Zwei bis drei Spritzungen im Abstand von 2-3 Wochen.
- Vorbeugung: Gesunde Bäume, Stammverletzungen vermeiden.
Granulater Ambrosiakäfer
Der winzige Granulate Ambrosiakäfer (Xylosandrus crassiusculus) kann gelegentlich Pflaumenbäume befallen und abtöten. Es ist nicht der Käfer selbst, sondern der von ihm übertragene Pilz, der den Baum schädigt. Der Befall ist schwer zu erkennen, da die Käfer sehr klein sind. Ein typisches Zeichen sind kleine Sägemehlsäulen am Stamm, die wie Zahnstocher aussehen.
Schadbild des Granulaten Ambrosiakäfers:
- Stamm: Kleine Bohrlöcher mit Sägemehlsäulen. Welken und Absterben des Baumes.
Bekämpfung des Granulaten Ambrosiakäfers:
- Vorbeugung: Vorbeugende Stammspritzungen mit Permethrin im Frühjahr, kurz vor dem Knospenaustrieb. Regelmäßige Kontrollen, besonders bei jungen Bäumen. Keine direkte Bekämpfung möglich, befallene Bäume entfernen und verbrennen.
Schildläuse
Starker Befall mit San-José-Schildlaus oder Weißen Pfirsichschildlaus kann Pflaumenbäume stark schädigen. Schildlausbefall ist schwer zu erkennen, da die Insekten klein und unbeweglich sind. Achten Sie auf unregelmäßige, krustige, braune oder weiße Flecken auf Ästen und Zweigen.
Schadbild von Schildläusen:
- Äste und Zweige: Krustige Beläge. Bei starkem Befall Schwächung des Baumes, verminderter Wuchs und Ertrag.
- Früchte: Bei starkem Befall auch auf den Früchten.
Bekämpfung von Schildläusen:
- Hortikulturöle: Spritzungen mit Hortikulturöl im Winter oder frühen Frühjahr (Vor dem Knospenaustrieb) oder im Spätherbst (nach dem Laubfall).
- Insektizide: Spritzungen mit Malathion im Sommer gegen die jungen Larven (Crawler).
Milben
Verschiedene Milbenarten können Pflaumenbäume befallen, insbesondere die Gemeine Spinnmilbe. Starker Befall kann schädlich und schwer zu kontrollieren sein, da es keine wirksamen Akarizide für den Hausgarten gibt.
Schadbild von Milben:
- Blätter: Gescheckte, gelbliche Blätter. Bei starkem Befall feine Gespinste auf der Blattunterseite. Blattfall.
Bekämpfung von Milben:
- Vorbeugung: Vermeiden Sie den Einsatz von Pyrethroid-Insektiziden wie Permethrin, da diese Milbenbefall fördern können.
- Hortikulturöle: Spritzungen mit Hortikulturöl im Winter oder frühen Frühjahr gegen überwinternde Eier.
Empfohlene Pflanzenschutzmittel für Pflaumenbäume im Hausgarten
Für den Hausgarten sind verschiedene Pflanzenschutzmittel erhältlich, die sowohl gegen Krankheiten als auch gegen Schädlinge wirksam sind. Es ist wichtig, Produkte zu wählen, die für den Hausgarten zugelassen sind und die Gebrauchsanweisung sorgfältig zu lesen und zu befolgen.
Fungizide
- Captan: Breitbandfungizid gegen verschiedene Pilzkrankheiten wie Schorf und Braunfäule.
- Chlorothalonil: Breitbandfungizid gegen eine Vielzahl von Pilzkrankheiten.
- Kupferfungizide: Wirksam gegen Kräuselkrankheit, Schrotschusskrankheit und Bakterienfleckenkrankheit. Verschiedene Formulierungen verfügbar (Kupferoxychlorid, Kupferhydroxid, etc.). Auf die Dosierung und den pH-Wert des Spritzwassers achten, um Pflanzenschäden zu vermeiden.
- Myclobutanil: Systemisches Fungizid, z.B. Spectracide Immunox, wirksam gegen verschiedene Pilzkrankheiten.
- Propiconazol: Systemisches Fungizid, z.B. Bonide Infuse oder Monterey Fungi-Fighter, wirksam gegen verschiedene Pilzkrankheiten.
- Schwefel: Fungizid gegen Schorf und andere Pilzkrankheiten.
- Kalkschwefel: Wirksam gegen Kräuselkrankheit und Schildläuse (im Winter).
Insektizide
- Hortikulturöle: Zur Bekämpfung von Schildläusen und Milbeneiern im Winter oder frühen Frühjahr.
- Malathion: Breitbandinsektizid, wirksam gegen Pflaumenwickler, Wanzen, Schildläuse und andere Schädlinge. Wichtiger Bestandteil der frühen Spritzungen nach dem Blütenblattfall.
- Permethrin: Pyrethroid-Insektizid mit breitem Wirkungsspektrum, wirksam gegen Pfirsichbaumbohrer, Pflaumenwickler, Wanzen und andere Schädlinge. Einsatz eher in späteren Spritzungen, um Milbenbefall zu vermeiden.
Vorgemischte Obstbaumsprays
Es gibt auch vorgemischte Obstbaumsprays, die Fungizide und Insektizide kombinieren. Diese können eine praktische Option sein, aber überprüfen Sie die Inhaltsstoffe, um sicherzustellen, dass sie die benötigten Wirkstoffe enthalten (z.B. Captan und Malathion).
Spritzplan für Pflaumenbäume
Ein empfohlener Spritzplan für Pflaumenbäume im Hausgarten könnte wie folgt aussehen (bitte beachten Sie die spezifischen Anweisungen auf den Produktetiketten):
| Anwendungszeitpunkt | Mittel pro Liter Wasser | Ziele |
|---|---|---|
| Winterruhe (vor Knospenanschwellen) | Kalkschwefel oder Kupferfungizid (gemäß Etikett) | Kräuselkrankheit, Bakterienfleckenkrankheit, Schildläuse, Milbeneier |
| Verzögerte Winterruhe (1-5% Knospenanschwellen) | Kupferfungizid | Kräuselkrankheit, Taschenkrankheit |
| Blütenbeginn (Rosa- bis 5% Blüte) | Captan (bei Bakterienfleckenkrankheit) oder Chlorothalonil (bei Schwarzholzkrankheit) | Bakterienfleckenkrankheit, Schwarzholzkrankheit |
| Blüte | Captan oder Chlorothalonil (bei Braunfäule oder Schwarzholzkrankheit in der Vorsaison) | Braunfäule, Schwarzholzkrankheit |
| Blütenblattfall bis Beginn der Hülsenspalte | Schwefel oder Captan + Myclobutanil/Propiconazol (gegen Schorf), Kupferfungizid (gegen Bakterienfleckenkrankheit), Malathion (gegen Pflaumenwickler, Wanzen) | Schorf, Schwarzholzkrankheit, Bakterienfleckenkrankheit, Pflaumenwickler, Wanzen |
| Sommerspritzungen (ab Hülsenfruchtfall, alle 10-14 Tage bis zur Ernte) | Captan + Myclobutanil/Propiconazol + Malathion | Braunfäule, Pflaumenwickler, Wanzen |
| Nach der Ernte (Mitte August bis Anfang September) | Permethrin (Stammspritzung) | Pfirsichbaumbohrer |
| Frühe Winterruhe (Spätherbst, nach Laubfall) | Chlorothalonil oder Kalkschwefel, Hortikulturöl (bei Schildläusen/Milben) | Kräuselkrankheit, Taschenkrankheit, Schildläuse, Milbeneier |
Sanitäre Maßnahmen und Anbaupraktiken
Neben chemischen Pflanzenschutzmitteln sind sanitäre Maßnahmen und gute Anbaupraktiken entscheidend für die Gesunderhaltung Ihrer Pflaumenbäume:
- Entfernen Sie abgestorbene Äste, verrottete und mumifizierte Früchte vom Baum und vom Boden.
- Entfernen Sie Laub, Rinde, Zweige und Pflanzenreste in der Nähe der Bäume.
- Schneiden Sie verdickte Zweige an Pflaumen aus (Schwarzholzkrankheit).
- Führen Sie einen fachgerechten Baumschnitt durch, um eine gute Belüftung und Lichtdurchlässigkeit zu gewährleisten.
- Schützen Sie den Stamm- und Wurzelhalsbereich vor mechanischen Verletzungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches ist das beste Pestizid für Pflaumenbäume?
Es gibt nicht *das eine beste* Pestizid für Pflaumenbäume. Ein effektiver Pflanzenschutz basiert auf einem integrierten Ansatz, der verschiedene Strategien kombiniert. Dazu gehören:
- Vorbeugende Maßnahmen: Auswahl resistenter Sorten, gute Standortbedingungen, fachgerechter Baumschnitt, sanitäre Maßnahmen.
- Regelmäßige Kontrollen: Frühe Erkennung von Schädlingen und Krankheiten.
- Gezielter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln: Auswahl des geeigneten Mittels je nach Schädling oder Krankheit und Entwicklungsstadium des Baumes. Beachten Sie die Spritzpläne und Produktetiketten.
Für die Insektenbekämpfung sind Spritzungen mit Malathion und Permethrin wichtig, insbesondere gegen Pflaumenwickler und Pfirsichbaumbohrer. Gegen Pilzkrankheiten spielen Captan, Chlorothalonil, Kupferfungizide, Myclobutanil und Propiconazol eine wichtige Rolle.
Kann ich auf Spritzungen verzichten, wenn ich bereit bin, einige Schäden und geringere Erträge zu akzeptieren?
Ja, das ist möglich. Wenn Sie bereit sind, einige Schäden und einen geringeren Ertrag zu akzeptieren, können Sie die Anzahl der Spritzungen reduzieren. Die wichtigsten Spritzungen für die Insektenbekämpfung sind die 3-4 Spritzungen gegen den Pflaumenwickler ab Blütenblattfall und die Stammspritzungen gegen den Pfirsichbaumbohrer im August/September. Bei den Pilzkrankheiten sind die wichtigsten Behandlungen die Spritzungen in der Winterruhe und während der Blütezeit. Sie können Fungizidspritzungen reduzieren, indem Sie weniger Sommerspritzungen in Trockenperioden durchführen. Beachten Sie jedoch, dass sich Krankheiten und Schädlinge bei unzureichendem Schutz stark ausbreiten können und langfristige Schäden verursachen können.
Fazit
Der Pflanzenschutz für Pflaumenbäume erfordert Wissen und Engagement. Durch die Kombination von sanitären Maßnahmen, guten Anbaupraktiken und dem gezielten Einsatz geeigneter Pflanzenschutzmittel können Sie Ihre Bäume gesund erhalten und eine reiche Ernte erzielen. Achten Sie auf die spezifischen Bedürfnisse Ihrer Bäume und die regionalen Gegebenheiten und passen Sie Ihren Pflanzenschutzplan entsprechend an. Lesen und befolgen Sie immer die Anweisungen auf den Produktetiketten, um eine sichere und effektive Anwendung zu gewährleisten.
