Wann wird GPS erntet?

GPS-Silage: Definition, Vorteile & Nutzung

17/11/2021

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In der modernen Landwirtschaft spielt die effiziente Futtergewinnung eine entscheidende Rolle. Eine Methode, die zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die Herstellung von Ganzpflanzensilage, kurz GPS. Doch was genau verbirgt sich hinter diesem Begriff? Dieser Artikel beleuchtet die Definition, die vielfältigen Vorteile und die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten von GPS-Silage.

Inhaltsverzeichnis

Was ist GPS-Silage? Eine Definition

Der Begriff GPS-Silage steht für Ganzpflanzensilage. Im landwirtschaftlichen Kontext bezeichnet dies Gärfuttermittel, die aus ganzen Getreidepflanzen oder großsamigen Leguminosen gewonnen werden. Es ist wichtig zu betonen, dass, obwohl Gras- und Kleesilagen streng genommen auch unter die Definition „Silage aus den gesamten oberirdischen Teilen einer Pflanze“ fallen würden, diese in der Regel nicht als GPS-Silage bezeichnet werden. Der Fokus liegt hier klar auf Getreide und Leguminosen.

Was bedeutet GPS-Silage?
Ganzpflanzensilage (GPS) ist ein durch Gärung (Silieren) konserviertes Grünfuttermittel oder dient als Ausgangsstoff (Substrat) zur Gewinnung von Biogas. Hierbei wird die gesamte oberirdische Biomasse der Pflanze geerntet.

Konkrete Beispiele für GPS-Silagen sind:

  • Roggen-GPS
  • Gerste-GPS
  • Triticale-GPS
  • GPS aus Artenmischungen, beispielsweise Hafer-Gerste-Erbsen-GPS

Auch bei Maissilage kann der Begriff Ganzpflanzensilage verwendet werden, vor allem dann, wenn man den Unterschied zu Silagen hervorheben möchte, die lediglich aus Teilen der Maispflanze bestehen, wie beispielsweise Lieschkolbensilage (LKS) oder Corn-Cob-Mix (CCM).

Herstellung von GPS-Silage

Die Herstellung von GPS-Silage beginnt mit dem Anbau der entsprechenden Pflanzen. Getreidearten wie Roggen, Gerste, Weizen und Triticale, aber auch Leguminosen oder Mischungen daraus, werden angebaut. Der entscheidende Faktor für die spätere Qualität der Silage ist der Erntezeitpunkt. Dieser wird so gewählt, dass die Pflanze einen optimalen Reifegrad erreicht hat, bei dem sowohl der Energiegehalt als auch die Verdaulichkeit maximiert sind. In der Regel liegt dieser Zeitpunkt im Stadium der Teigreife des Getreides.

Wo kann man in FS17 Silage verkaufen?
Silage kannst du an der Biogasanlage und beim Tierhändler verkaufen – du erhältst dafür deutlich mehr Geld als beim Verkauf deiner regulären Ernte. Tipp! Du vervierfachst den Verkaufswert von Gras und Mais, indem du daraus Silage machst.

Nach der Ernte mit einem Feldhäcksler wird das Erntegut zerkleinert und idealerweise mit Siliermitteln behandelt, um den Gärprozess zu unterstützen und die Qualität der Silage zu verbessern. Anschließend wird das Häckselgut in einem Silo verdichtet und luftdicht verschlossen. Dieser luftdichte Abschluss ist essenziell, da er die für die Silierung notwendigen anaeroben Bedingungen schafft. Unter Luftabschluss beginnen Milchsäurebakterien mit der Fermentation der Kohlenhydrate im Pflanzenmaterial, wodurch Milchsäure entsteht. Diese Säure senkt den pH-Wert und konserviert das Futter, wodurch es haltbar gemacht wird.

Nutzung von GPS-Silage in der Landwirtschaft

GPS-Silage findet in der Landwirtschaft vielfältige Anwendungsmöglichkeiten, die sowohl die Tierernährung als auch die Energiegewinnung betreffen.

Als Grundfutter für Wiederkäuer

Die Hauptanwendung von GPS-Silage liegt in der Fütterung von Wiederkäuern, insbesondere von Rindern. Sie dient als hochwertiges Grundfutter und stellt eine wichtige Energie- und Nährstoffquelle dar. In der Rinderfütterung wird GPS-Silage häufig als Teil einer Totalen Mischration (TMR) eingesetzt, die neben Silage auch andere Futterkomponenten wie Heu, Stroh und Kraftfutter enthält. Vereinzelt wird GPS-Silage auch in der Fütterung anderer Nutztierarten, wie beispielsweise Zuchtsauen, zur Ergänzung der Rationen verwendet.

Welche Pflanzen für GPS?
BEISPIELE FÜR GANZPFLANZENSILAGEN:Weizen-GPS.Gerste-GPS.Triticale-GPS.Roggen-GPS.Hafer-Ackerbohnen-GPS (Anteil Ackerbohnen nicht > 75%!)Hafer-Gerste-Erbsen-GPS (bei Sortenwahl der Erbsen unbedingt auf die Bitterkeit achten!)Hafer-Kleegras-GPS.GPS-Gemenge verschiedene Getreide kombiniert mit Leguminosen und Gräsern.

Als Substrat in Biogasanlagen

Neben der Tierfütterung hat sich GPS-Silage auch als wertvolles Substrat in Biogasanlagen etabliert. In diesen Anlagen wird die Silage vergärt, wodurch Biogas entsteht, das zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt werden kann. Im Vergleich zur Maissilage, die das am häufigsten verwendete Substrat in Biogasanlagen darstellt, weist GPS-Silage im Durchschnitt geringere Biogasausbeuten pro Hektar Anbaufläche auf. Dennoch bietet sie einige entscheidende Vorteile.

GPS-Silage vs. Maissilage in Biogasanlagen

Obwohl Maissilage in der Regel höhere Biogaserträge pro Hektar liefert, gewinnt GPS-Silage in Biogasanlagen zunehmend an Bedeutung. Dies liegt an verschiedenen Faktoren, die GPS-Silage zu einer attraktiven Alternative oder Ergänzung machen:

MerkmalGPS-SilageMaissilage
Biogasausbeute pro HektarGeringer (im Durchschnitt)Höher (im Durchschnitt)
Risikostreuung im AnbauHochGeringer
Ausweitung der FruchtfolgeMöglichEingeschränkt
Methanertrag (standortabhängig)Kann Mais erreichen oder übertreffenHoher Standardertrag
Anteil in deutschen BiogasanlagenKnapp die Hälfte (jedoch meist geringe Anteile)Dominierend

Die Risikostreuung im Anbau ist ein wesentlicher Vorteil von GPS-Silage. Verschiedene Getreidearten und Mischungen können angebaut werden, wodurch das Risiko von Ernteausfällen durch Witterungseinflüsse oder Schädlinge reduziert wird. Zudem ermöglicht der Anbau von GPS-Pflanzen eine Ausweitung der Fruchtfolge, was positive Auswirkungen auf die Bodengesundheit und die Biodiversität hat. Standortabhängig kann GPS-Silage in Bezug auf den Methanertrag durchaus mit Maissilage mithalten oder diese sogar übertreffen, insbesondere in Regionen, in denen Maisanbau klimatisch oder bodenkundlich weniger optimal ist.

In Deutschland nutzen knapp die Hälfte der Biogasanlagen Getreide-Ganzpflanzensilagen als Gärsubstrat. Allerdings machen GPS-Silagen aus Getreide an der Gesamtmasse der eingesetzten Nachwachsenden Rohstoffe nur einen vergleichsweise geringen Anteil von etwa acht Prozent aus.

Was bedeutet GPS-Silage?
Ganzpflanzensilage (GPS) ist ein durch Gärung (Silieren) konserviertes Grünfuttermittel oder dient als Ausgangsstoff (Substrat) zur Gewinnung von Biogas. Hierbei wird die gesamte oberirdische Biomasse der Pflanze geerntet.

Vorteile des GPS-Anbaus

Der Anbau von GPS-Pflanzen bietet neben der Futter- und Energiesicherung weitere agronomische Vorteile:

  • Reduzierter Aufwand für die Unkrautregulierung: Durch den dichten Pflanzenbestand wird die Unkrautentwicklung unterdrückt.
  • Geringerer Düngebedarf: Insbesondere der Anbau von Leguminosen in Mischungen reduziert den Bedarf an Stickstoffdünger.
  • Geringere Nährstoffauswaschung: Die ganzjährige Bodenbedeckung durch GPS-Pflanzen reduziert die Auswaschung von Nährstoffen, insbesondere von Nitrat.
  • Verdunstungsschutz: Die Bodenbedeckung trägt auch zum Schutz vor übermäßiger Verdunstung bei, was besonders in trockeneren Regionen von Vorteil ist.
  • Risikostreuung durch Mischanbau: Getreide-Leguminosen-Mischungen bieten eine Risikostreuung, da bei ungünstigen Witterungsverläufen eine Kultur die Ertragseinbußen der anderen teilweise kompensieren kann.
  • Reduzierter Krankheits- und Schädlingsdruck: Mischkulturen können den Befall mit Krankheiten und Schädlingen reduzieren.
  • Verbesserung der Bodenqualität: Der Anbau von GPS-Pflanzen, insbesondere in Mischkulturen, kann die Bodenstruktur und die Bodenfruchtbarkeit verbessern.
  • Möglichkeit des Zwischenfruchtanbaus: Die frühe Ernte von GPS ermöglicht den Anbau von Zwischenfrüchten oder sogar einer zweiten Feldfrucht im gleichen Jahr, sofern die Wasserversorgung ausreichend ist.

Futterqualität von GPS-Silage

Die Futterqualität von GPS-Silage wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Getreideart: Weizen hat in der Regel den höchsten Energiegehalt unter den Getreidearten, gefolgt von Roggen und Triticale.
  • Erntezeitpunkt: Der optimale Erntezeitpunkt ist entscheidend für den Energie- und Stärkegehalt.
  • Korn-Stroh-Verhältnis: Ein höherer Kornanteil führt zu einem höheren Energiegehalt.

Je nach diesen Faktoren kann die GPS-Silage eine Nettoenergie Laktation (NEL) von etwa 4,5 bis 6,7 MJ pro kg Trockenmasse (TM) erreichen. Durch einen höheren Schnitt bei Weizen und Triticale (ca. 20 cm) kann der Strohanteil und damit der Rohfaseranteil reduziert und der Stärkeanteil erhöht werden. Getreidearten ohne Grannen sind in der Regel schmackhafter für die Tiere. Ein Leguminosenanteil in der GPS-Mischung erhöht den Proteingehalt der Futterration.

Fazit

GPS-Silage stellt eine vielseitige und wertvolle Ressource in der modernen Landwirtschaft dar. Sie dient nicht nur als hochwertiges Grundfutter für Wiederkäuer, sondern auch als effizientes Substrat in Biogasanlagen. Der Anbau von GPS-Pflanzen bietet zahlreiche agronomische Vorteile und trägt zur Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft bei. Durch die Wahl der richtigen Pflanzenarten, des optimalen Erntezeitpunkts und einer sorgfältigen Silierung kann eine qualitativ hochwertige GPS-Silage erzeugt werden, die einen wichtigen Beitrag zur Tierernährung und zur Energiegewinnung leisten kann.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu GPS-Silage

Was ist der Unterschied zwischen GPS-Silage und Maissilage?
GPS-Silage wird aus Getreidepflanzen oder Leguminosen hergestellt, während Maissilage aus Maispflanzen gewonnen wird. Maissilage hat in der Regel eine höhere Biogasausbeute pro Hektar, GPS-Silage bietet jedoch Vorteile in Bezug auf Fruchtfolge und Risikostreuung.
Welche Getreidearten eignen sich am besten für GPS-Silage?
Roggen, Gerste, Weizen und Triticale sind gängige Getreidearten für GPS-Silage. Die Wahl der Art hängt von den Standortbedingungen und den gewünschten Futterqualitäten ab.
Wann ist der optimale Erntezeitpunkt für GPS-Silage?
Der optimale Erntezeitpunkt liegt in der Regel im Stadium der Teigreife des Getreides. Dies ist der Zeitpunkt, an dem die Pflanze einen guten Kompromiss zwischen Energiegehalt und Verdaulichkeit aufweist.
Welche Vorteile bietet GPS-Silage in Biogasanlagen?
GPS-Silage ermöglicht eine breitere Fruchtfolge, eine bessere Risikostreuung im Anbau und kann standortabhängig hohe Methanerträge erzielen. Zudem ist sie oft kostengünstiger in der Produktion als Maissilage.
Ist GPS-Silage auch für Bio-Betriebe geeignet?
Ja, GPS-Silage kann auch in Bio-Betrieben eingesetzt werden. Die Vorteile des reduzierten Unkrautdrucks und des geringeren Düngebedarfs sind besonders im ökologischen Landbau relevant.

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