01/05/2024
Der Echte Lorbeer (Laurus nobilis) ist weit mehr als nur ein dekorativer Strauch im Garten. Seine aromatischen Blätter sind ein unverzichtbares Gewürz in Küchen weltweit und verleihen zahlreichen Gerichten eine besondere Note. Ursprünglich aus Vorderasien stammend, hat der Lorbeerbaum seinen Weg in viele Gärten und Küchen gefunden und erfreut sich großer Beliebtheit. Doch was macht den Echten Lorbeer so besonders? Und wie können Sie ihn selbst erfolgreich anbauen und nutzen?
Was ist Echter Lorbeer?
Der Echte Lorbeer, oft einfach nur Lorbeer genannt, ist ein immergrüner Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Lorbeergewächse (Lauraceae). Er ist bekannt für seine ledrigen, lanzettförmigen Blätter, die ein intensives, würziges Aroma besitzen. Im Gegensatz zu manchen Zierlorbeer-Arten sind die Blätter des Laurus nobilis essbar und werden seit der Antike als Gewürz geschätzt.

Lorbeer in der Küche: Ein aromatisches Multitalent
Die Verwendung von Lorbeerblättern in der Küche ist vielfältig und traditionsreich. Besonders in der mediterranen Küche ist Lorbeer ein fester Bestandteil vieler Rezepte. Er gehört zum klassischen „Bouquet garni“, einem Kräutersträußchen, das Suppen, Eintöpfen und Saucen ein feines Aroma verleiht. Traditionell besteht ein Bouquet garni aus Petersilie, Thymian und Lorbeer.
Lorbeerblätter sind sowohl getrocknet als auch frisch erhältlich, wobei frische Blätter ein noch intensiveres Aroma besitzen. Achten Sie beim Kauf von getrockneten Lorbeerblättern auf eine olivgrüne Farbe; braune Blätter können auf eine mindere Qualität hinweisen. Gemahlener Lorbeer ist weniger empfehlenswert, da er schnell sein Aroma verliert und bitter werden kann.
Wichtige Hinweise zur Verwendung:
- Dosierung: Verwenden Sie Lorbeerblätter sparsam, da ihr Aroma sehr intensiv ist. Oft genügt ein halbes oder ganzes Blatt, um ein Gericht zu würzen.
- Mitkochen, nicht mitessen: Lorbeerblätter werden in der Regel mitgekocht und vor dem Servieren aus dem Gericht entfernt, da sie zäh und nicht angenehm zu essen sind.
- Vielseitigkeit: Lorbeer harmoniert hervorragend mit kräftigen Fleisch- und Fischgerichten, Suppen, Eintöpfen, Saucen, Marinaden und sogar Gemüsegerichten.
Rezept-Ideen mit Lorbeer:
- Klassische Bolognese-Sauce: Ein Lorbeerblatt verleiht der Sauce Tiefe und Würze.
- Herzhafte Eintöpfe: Ob Linsen-, Kartoffel- oder Bohneneintopf – Lorbeer ist ein Muss.
- Marinaden für Wild und Geflügel: Lorbeer sorgt für ein aromatisches Ergebnis.
- Fischsud: Ein Lorbeerblatt im Fischsud rundet den Geschmack ab.
Anbau und Pflege des Echten Lorbeers
Wenn Sie den Echten Lorbeer nicht nur in der Küche verwenden, sondern auch in Ihrem Garten oder auf dem Balkon anpflanzen möchten, gibt es einiges zu beachten. Der Lorbeer ist zwar relativ pflegeleicht, aber einige Punkte sind für ein gesundes Wachstum entscheidend.
Standort und Boden
Der Echte Lorbeer bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Je sonniger der Standort, desto aromatischer werden die Blätter. Der Boden sollte durchlässig und nährstoffreich sein. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da sie zu Wurzelfäule führen kann.
Pflanzung im Garten oder Kübel
Lorbeer kann sowohl im Garten ausgepflanzt als auch im Kübel gehalten werden. Die Pflanzzeit ist idealerweise im Frühjahr oder Herbst. Bei der Pflanzung im Garten achten Sie auf ausreichend Platz, da der Lorbeerbaum mit der Zeit größer wird. Für die Kübelhaltung wählen Sie einen ausreichend großen Topf mit Drainagelöchern.
Umpflanzen: Sollte Ihr Lorbeer umgepflanzt werden müssen, ist der beste Zeitpunkt dafür das Frühjahr nach den Frösten oder bis Ende September. Ein Rückschnitt um etwa ein Drittel beim Umpflanzen fördert das Anwachsen.

Gießen und Düngen
Gerade in den Sommermonaten und bei Kübelpflanzen ist regelmäßiges Gießen wichtig, besonders an heißen Tagen. Achten Sie jedoch darauf, dass keine Staunässe entsteht. In den Wintermonaten sollte weniger gegossen werden.
Düngen Sie den Lorbeer während der Wachstumsperiode (Frühjahr bis Sommer) regelmäßig mit einem Kübelpflanzendünger oder einem organischen Dünger. Im Winter ist keine Düngung erforderlich.
Überwinterung
Der Echte Lorbeer ist nicht winterhart in unseren Breiten. Bei Frostgefahr muss er geschützt werden. Kübelpflanzen sollten an einen hellen und kühlen, aber frostfreien Ort (z.B. Garage, Wintergarten) gebracht werden. Im Garten ausgepflanzte Lorbeerbäume benötigen bei strengen Frösten einen Winterschutz, z.B. durch Abdeckung mit Vlies oder Jute.
Schnitt
Lorbeer ist schnittverträglich und kann bei Bedarf in Form geschnitten werden. Der beste Zeitpunkt für einen Schnitt ist das Frühjahr. Entfernen Sie dabei abgestorbene oder kranke Zweige und lichten Sie die Krone bei Bedarf aus.
Schädlinge und Krankheiten
Lorbeer ist relativ robust gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Gelegentlich können Blattläuse oder Schildläuse auftreten. Bei Bedarf können diese mit natürlichen Mitteln bekämpft werden. Braune Blätter sind oft ein Zeichen für Trockenheit. Achten Sie daher auf eine ausreichende Wasserversorgung, besonders in Trockenperioden.
Lorbeer als Heilpflanze und mehr
Neben seiner kulinarischen Verwendung hat Lorbeer auch eine lange Tradition als Heilpflanze. In der Volksmedizin werden Lorbeerblätter und Lorbeeröl bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt.

Heilwirkungen (traditionell):
- Verdauungsfördernd: Lorbeer kann bei Blähungen und Verdauungsbeschwerden helfen.
- Antiseptisch: Der Rauch verbrannter Lorbeerblätter wirkt antiseptisch.
- Wundheilend: Lorbeeröl soll eine wundheilende Wirkung haben.
Wissenswertes:
- In der Antike wurden Lorbeerblätter auch für rituelle Zwecke verwendet. Der Verzehr größerer Mengen kann zu Bewusstseinsstörungen führen.
- Lorbeerzweige und -kränze waren in der Antike ein Symbol für Ruhm und Ehre.
Fragen und Antworten zum Echten Lorbeer
Frage: Wann ist die beste Zeit, um Lorbeer umzupflanzen?
Antwort: Sie können Lorbeer entweder bis Ende September oder im Frühjahr nach den starken Frösten bis Ende April umpflanzen. Ein Rückschnitt um 1/3 ist dabei empfehlenswert.
Frage: Kann man Lorbeer im Kübel halten?
Antwort: Ja, Echter Lorbeer eignet sich sehr gut für die Kübelhaltung. Achten Sie auf einen ausreichend großen Kübel und eine gute Drainage.
Frage: Warum bekommt mein Lorbeer braune Blätter?
Antwort: Braune Blätter sind meist ein Zeichen für Trockenheit. Gießen Sie Ihren Lorbeer regelmäßig, besonders in warmen Perioden.
Frage: Sind die Lorbeerpflanzen in Gärtnereien essbar? Werden sie mit Pestiziden behandelt?
Antwort: Ja, der Echte Lorbeer (Laurus nobilis) ist essbar. Auch essbare Pflanzen können behandelt werden, jedoch mit verträglichen Mitteln, die bis zum Verkauf abgebaut werden. Sie können die Blätter bedenkenlos in der Küche verwenden.
Fazit
Der Echte Lorbeer ist eine Bereicherung für jeden Garten und jede Küche. Seine aromatischen Blätter verleihen Gerichten eine unverwechselbare Note, und sein immergrünes Laub sorgt für Struktur im Garten oder auf dem Balkon. Mit der richtigen Pflege ist der Lorbeer ein langlebiger und vielseitiger Begleiter, der nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch überzeugt.
