04/05/2022
Viele Gartenliebhaber schätzen den Lavendel für seine duftenden Blüten und sein silbriges Laub. Wer eine ähnliche Optik, aber mit etwas mehr Robustheit und späterer Blütezeit sucht, sollte die Blauraute (Perovskia), auch bekannt als Silberbusch, in Betracht ziehen. Diese attraktive Pflanze bringt Farbe in den Garten, wenn viele andere Sommerblüher bereits verblüht sind, und ist dabei erstaunlich pflegeleicht.

- Die Blauraute Perovskia: Ein Steckbrief
- Der ideale Standort für die Blauraute
- Der richtige Boden für Perovskia
- Blauraute richtig pflanzen
- Pflege der Blauraute Perovskia
- Blauraute Perovskia schneiden
- Blauraute Perovskia vermehren
- Blauraute überwintern
- Krankheiten und Schädlinge bei der Blauraute
- Fazit: Die Blauraute – eine Bereicherung für jeden Garten
Die Blauraute Perovskia: Ein Steckbrief
Die Blauraute gehört zur Familie der Lippenblütler und stammt ursprünglich aus den Steppengebieten Vorderasiens. Ihre Ähnlichkeit mit Lavendel ist nicht nur optisch, denn sie ist tatsächlich mit Lavendel, Salbei und Thymian verwandt. Hier eine Übersicht der wichtigsten Eigenschaften:
- Blütezeit: Juli bis Oktober – erfreut mit langer Blütezeit im Sommer und Herbst
- Standort: Sonnig – liebt warme und sonnige Plätze
- Boden: Mager und leicht sandig – anspruchslos an den Boden
- Pflanzzeit: Ganzjährig (außer bei Frost), ideal Frühjahr – flexibel in der Pflanzzeit
- Kübelhaltung: Geeignet – auch für Balkon und Terrasse
- Vermehrung: Aussaat, Stecklinge, Teilung – verschiedene Methoden zur Vermehrung
- Gießen: Nur bei Trockenheit – trockenheitsverträglich
- Düngen: Im Frühjahr – mäßige Düngung ausreichend
- Schneiden: Im Frühjahr – wichtiger Pflegeschnitt
- Überwinterung: Winterhart – robust und winterfest
Der ideale Standort für die Blauraute
Die Blauraute ist eine echte Sonnenanbeterin. Je mehr Sonne sie bekommt, desto üppiger wird sie blühen und wachsen. Ein vollsonniger Standort ist daher ideal. Zusätzlich bevorzugt sie einen windgeschützten Platz, obwohl sie generell recht robust ist. Auch im Halbschatten kann die Blauraute wachsen, allerdings fällt die Blütenpracht und das Wachstum dort weniger üppig aus. Wichtig ist, dass der Standort im Winter nicht zu Staunässe neigt. Dies verträgt die Blauraute überhaupt nicht und könnte den Winter nicht überstehen.
Der richtige Boden für Perovskia
Die Blauraute ist sehr anpassungsfähig und stellt keine hohen Ansprüche an den Boden. Sie gedeiht hervorragend auf mageren Böden und ist daher eine ausgezeichnete Wahl für sandige, warme Standorte, auf denen viele andere Pflanzen Schwierigkeiten haben. Ein idealer Boden für die Blauraute sollte folgende Eigenschaften aufweisen:
- Mager und nährstoffarm
- Gerne sandig oder steinig
- Gut durchlässig, um Staunässe zu vermeiden
- Kalkhaltig ist von Vorteil
- Trocken bis mäßig feucht – keine schweren, feuchten Böden
Schwere, lehmige Böden sollten vor der Pflanzung mit Sand und Kies verbessert werden, um die Durchlässigkeit zu erhöhen.
Blauraute richtig pflanzen
Die Blauraute kann prinzipiell ganzjährig gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Die beste Pflanzzeit ist jedoch das Frühjahr. Vor dem Pflanzen ist es wichtig, den Wurzelballen gründlich zu wässern. Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und tauchen Sie den Ballen so lange in ein Gefäß mit Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Dies stellt sicher, dass die Pflanze ausreichend mit Wasser versorgt ist.
Beim Pflanzen selbst sollten Sie folgendes beachten:
- Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so groß ist wie der Wurzelballen.
- Lockern Sie den Boden im Pflanzloch gründlich auf.
- Bei schweren Böden mischen Sie Kies oder Sand unter, um die Durchlässigkeit zu verbessern und den Boden abzumagern.
- Bei flächiger Bepflanzung setzen Sie etwa fünf Pflanzen pro Quadratmeter.
- Für eine Heckenpflanzung planen Sie etwa drei Pflanzen pro laufendem Meter.
- Legen Sie einen Gießrand um die Pflanze an.
- Gießen Sie die Pflanze nach dem Einsetzen gründlich an.
- In den ersten Wochen nach der Pflanzung sollten Sie regelmäßig gießen, um ein gutes Anwachsen zu fördern.
Pflege der Blauraute Perovskia
Ist der richtige Standort gefunden, ist die Blauraute eine äußerst pflegeleichte Pflanze. Sie ist sowohl beim Wasserbedarf als auch bei der Nährstoffversorgung sehr genügsam und wächst am passenden Platz fast von selbst.
Gießen
In den ersten Wochen nach der Pflanzung ist es wichtig, den Boden feucht zu halten und bei trockener Witterung entsprechend zu gießen. Bei älteren Pflanzen ist Gießen nur bei längeren Trockenperioden notwendig. In Kübeln kultivierte Blaurauten benötigen etwas mehr Wasser als ausgepflanzte Exemplare. Gießen Sie immer nur mäßig und vermeiden Sie unbedingt Staunässe. Bei Kübelhaltung sollten Sie auf Übertöpfe und Untersetzer verzichten, in denen sich Regenwasser sammeln kann.
Düngen
Die Blauraute verträgt einen Überschuss an Nährstoffen ebenso wenig wie einen Überschuss an Wasser. Auch beim Düngen sollte man daher sehr zurückhaltend sein. In der Regel ist bei normal nährstoffreichem Gartenboden keine Düngung notwendig. Bei sehr kargen, sandigen oder steinigen Böden kann es sinnvoll sein, im Frühjahr einmalig mit einem Langzeitdünger zu düngen. Achten Sie darauf, einen Dünger zu wählen, der nicht zu stickstoffbetont ist.
Weitere Pflegetipps
Um die Blauraute in einer ansprechenden Form zu halten, können Sie die Pflanze im unteren Bereich locker mit Bast umwickeln. Dies hilft besonders bei langen Trieben, die nach Regen leicht auseinanderfallen können, und gibt der Pflanze etwas mehr Halt. Versuchen Sie jedoch nicht, den eher locker wachsenden Halbstrauch zu sehr in eine Form zu zwängen. Ein natürlicher, etwas wilderer Wuchs passt gut zur Blauraute.
Blauraute Perovskia schneiden
Auch beim Schnitt ist die Blauraute sehr pflegeleicht. Auf einen Rückschnitt im Herbst sollte unbedingt verzichtet werden, da das Laub einen wichtigen Winterschutz für die Pflanze bietet. Der beste Zeitpunkt für den Rückschnitt ist das frühe Frühjahr, idealerweise zwischen Ende Februar und Anfang März. Der Rückschnitt sollte vor dem Austrieb erfolgen. Sie können die Blauraute ruhig radikal zurückschneiden, bis kurz über dem Boden. Verholzte Triebe können Sie etwa 20 Zentimeter lang lassen. Entfernen Sie dabei beschädigte und abgestorbene Triebe. Sie können die Blauraute in einer geraden oder leicht kugeligen Form schneiden.
Ein regelmäßiger Rückschnitt ist wichtig, da die Blauraute sonst von unten verkahlt und weniger üppig blüht. Die Blüten bilden sich nur am jungen Holz. Ohne Schnitt wird die Blüte daher nachlassen.
Blauraute Perovskia vermehren
Die Blauraute lässt sich auf drei Arten vermehren:
- Durch Aussaat
- Durch Stecklinge
- Durch Teilung
Die Vermehrung durch Aussaat ist am schwierigsten und langwierigsten. Sie erfordert Geduld und ist nicht immer von Erfolg gekrönt. Die Vermehrung durch Stecklinge und Teilung sind deutlich einfacher und empfehlenswerter.
Vermehrung durch Stecklinge
Die Vermehrung durch Stecklinge erfolgt am besten im Frühjahr, beispielsweise beim jährlichen Rückschnitt. Schneiden Sie Stecklinge von einjährigen Trieben. Die Stecklinge sollten mindestens zwei Knospen haben. Entfernen Sie die unteren Blätter und lassen Sie maximal drei Blätter am Trieb. Ritzen Sie die Rinde der Stecklinge direkt über der Schnittstelle ein oder entfernen Sie sie ganz. Setzen Sie die Stecklinge entweder in Töpfe auf der Fensterbank oder direkt ins Freiland. Bei Anzucht im Topf verwenden Sie mit etwas Sand vermischte Anzuchterde. Im Freiland sollte der Boden locker und gut durchlässig sein. Stecken Sie die Stecklinge zu etwa einem Drittel in die Erde und halten Sie sie leicht feucht. Bei Anzucht im Topf decken Sie die Stecklinge mit Folie ab und lüften Sie regelmäßig, um Schimmelbildung zu vermeiden. Wenn sich die ersten neuen Blätter bilden, ist der Steckling angewachsen. Ausgepflanzt werden können die Stecklinge ins Freiland, sobald die Blätter ausgewachsen sind. Nach dem Auspflanzen müssen sie einige Wochen feucht gehalten und bei trockener Witterung gegossen werden.
Vermehrung durch Teilung
Die Teilung ist eine einfache und effektive Methode zur Vermehrung. Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist das Frühjahr oder der Herbst. Graben Sie den Wurzelballen der Blauraute vorsichtig aus. Teilen Sie den Wurzelballen mit einem scharfen Messer oder Spaten. Teilen Sie nur gesunde Pflanzen. Desinfizieren Sie das Werkzeug vorher, um keine Pilze und Krankheiten zu übertragen. Entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile im Wurzelbereich. Pflanzen Sie die geteilten Pflanzen an einem geeigneten Standort wieder ein und gießen Sie sie gründlich an. In den ersten Wochen sollten Sie die Pflanzen feucht halten und gegebenenfalls gießen.
Blauraute überwintern
Die Blauraute ist bis zu Temperaturen von -20° C frosthart und kann in der Regel problemlos im Freiland überwintert werden. Bei starkem Frost kann es vorkommen, dass die Pflanze bis zum Boden zurückfriert, treibt aber im Frühjahr wieder aus. Lassen Sie das Laub als Winterschutz unbedingt an der Pflanze und schneiden Sie es erst im Frühjahr zurück. Nach dem Austrieb im Frühjahr kann es nötig sein, die jungen Triebe vor Spätfrösten zu schützen. Decken Sie die Blauraute bei Bedarf mit Laub oder Reisig ab oder schützen Sie sie durch Anhäufeln.
Wird die Blauraute im Kübel kultiviert, muss der Wurzelballen vor dem Durchfrieren geschützt werden. Stellen Sie das Pflanzgefäß an einen geschützten Ort, idealerweise an eine Hauswand. Stellen Sie den Kübel auf einen Holzklotz oder ein Stück Styropor, um ihn vom kalten Boden zu isolieren. Wickeln Sie den Kübel mit Jute oder einem Vlies ein. Bedecken Sie den Wurzelballen gegebenenfalls mit Laub. Achten Sie darauf, dass das Pflanzgefäß nicht nur vor Wind, sondern auch vor Regen geschützt ist, da die Blauraute keine Winternässe verträgt. Gießen Sie die Blauraute im Winter nur an frostfreien Tagen sehr wenig.
Krankheiten und Schädlinge bei der Blauraute
Die Blauraute ist sehr robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Spezielle Krankheiten oder Schädlinge sind nicht bekannt. Das größte Problem für die Blauraute ist Staunässe, insbesondere im Winter. Achten Sie daher von Anfang an auf einen Standort, der nicht zu Winternässe neigt und an dem die Blauraute in einem trockenen und durchlässigen Boden überwintern kann. Bei anhaltenden Regenfällen und sehr nassen Wintern können Sie den Boden um den Wurzelbereich mit locker aufgeschichteten Tannenzweigen schützen.
Fazit: Die Blauraute – eine Bereicherung für jeden Garten
Die Blauraute Perovskia ist eine wunderschöne und pflegeleichte Pflanze, die mit ihrer lavendelähnlichen Optik und ihrer langen Blütezeit bis in den Herbst hinein begeistert. Ihre silbergrauen Blätter und die blauen Blütenähren harmonieren wunderbar mit anderen Herbstfarben und bringen Struktur und Farbe in den Garten, wenn viele andere Pflanzen bereits verblüht sind. Der aromatische Duft der Blauraute ist nicht nur für uns Menschen angenehm, sondern zieht auch viele Insekten an und macht sie zu einer wertvollen Bienen- und Insektenweide. Ob im Beet, im Kübel oder als Hecke – die Blauraute ist eine vielseitige und attraktive Bereicherung für jeden Garten und eine ausgezeichnete Alternative oder Ergänzung zum Lavendel.
