Was ist das besondere an Leguminosen?

Leguminosen: Vielfalt, Nutzen und Anbau der Hülsenfrüchte

28/09/2024

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Leguminosen, auch bekannt als Hülsenfrüchtler, sind eine bemerkenswerte und artenreiche Pflanzenfamilie, die in der Welt der Flora eine zentrale Rolle spielt. Ihre Vielseitigkeit und ihre Fähigkeit, Stickstoff aus der Luft zu binden, machen sie sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich von großem Interesse. Dieser Artikel beleuchtet die wichtigsten Aspekte der Leguminosen, von ihrer Definition und ihren charakteristischen Merkmalen bis hin zu ihrer historischen Bedeutung und ihren vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten.

Welche Nachteile haben Leguminosen in Zwischenfruchtmischungen?
Nachteile: Allgemein langsamerer Massenzuwachs, so dass bei gleicher Vegetationszeit weniger Trocken-substanz als z. B. bei Gräser oder Kreuzblütlern gebildet wird; hohe Saatgutkosten; bei den meisten Arten eine schlechte Selbstverträglichkeit; weniger gute Unkrautverdrängung; evtl.
Inhaltsverzeichnis

Was sind Leguminosen? Eine Definition

Leguminosen, wissenschaftlich Fabaceae oder Papilionaceae genannt, bilden eine große und vielfältige Pflanzenfamilie innerhalb der Ordnung der Schmetterlingsblütenartigen (Fabales). Sie umfassen drei Unterfamilien und zeichnen sich durch eine Reihe von besonderen Merkmalen aus. Das wohl bekannteste Merkmal ist die namensgebende Hülsenfrucht, ein Fruchttyp, der ausschließlich in dieser Familie vorkommt. Diese Hülse öffnet sich bei Reife meist entlang der Bauch- und Rückennaht und enthält die Samen der Pflanze.

Die Besonderheit der Stickstofffixierung

Eine der herausragendsten Eigenschaften der Leguminosen ist ihre Fähigkeit zur Stickstofffixierung. Die meisten Arten gehen in ihren Wurzelknöllchen eine Symbiose mit speziellen Bakterien ein, den sogenannten Rhizobien oder Knöllchenbakterien. Diese Bakterien sind in der Lage, Stickstoff aus der Luft zu binden und in eine für Pflanzen verwertbare Form umzuwandeln. Dieser Prozess macht Leguminosen unabhängig vom Stickstoffgehalt des Bodens und ermöglicht es ihnen, auch in stickstoffarmen Umgebungen zu gedeihen. Gleichzeitig reichern sie den Boden auf natürliche Weise mit Stickstoff an, was sie zu wertvollen Pflanzen in der Landwirtschaft macht, insbesondere im Bereich der Gründüngung.

Was zählt zu den Leguminosen?
Beispiele sind etwa Erbsen, Kichererbsen, Bohnen, Azukibohnen, Limabohnen und Linsen, die zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) gehören. Einige Hülsenfrüchte können auch roh gegessen werden (z.B. Zuckererbsen).

Merkmale und Wuchsformen der Leguminosen

Die Vielfalt der Leguminosen zeigt sich auch in ihren Wuchsformen. Sie können als ein- bis zweijährige oder ausdauernde krautige Pflanzen auftreten, aber auch als Sträucher und sogar als imposante Bäume. Einige Arten weisen ein interessantes Verhalten auf: Ihre Sprossachsen vollführen kreisende Bewegungen, meist im Uhrzeigersinn, um sich an Stützstrukturen hochzuwinden. Diese Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standorte und Wachstumsbedingungen trägt zur weiten Verbreitung der Leguminosen bei.

Ursprung und Historische Bedeutung

Die Geschichte der Leguminosen ist eng mit der Geschichte der Menschheit verbunden. Archäologische Funde belegen den Anbau von Leguminosen, insbesondere Erbsen, bereits seit etwa 8000 v. Chr. Die ältesten Funde stammen aus Jericho, was auf eine frühe Bedeutung dieser Pflanzen in der menschlichen Ernährung schließen lässt. Im westlichen Mittelmeerraum verbreiteten sich Leguminosen etwas später, in Spanien beispielsweise erst um 2200 v. Chr. Diese frühe Nutzung unterstreicht die lange Tradition und den Stellenwert der Leguminosen als Nahrungsquelle.

Welche Arten von Leguminosen gibt es?
Die meisten Leguminosenarten wie etwa Klee, Ackerbohnen, Lupinen, Erbsen oder Wicken gehen mit ihren Wurzelknöllchen eine Symbiose mit stickstofffixierenden Bakterien, den „Rhizobien“, ein.

Wirtschaftliche Bedeutung der Leguminosen

Die wirtschaftliche Bedeutung der Leguminosen ist immens und vielfältig. Aufgrund ihres hohen Eiweißgehalts und der vergleichsweise hohen Erträge auf kleinen Flächen sind ihre Früchte und Samen weltweit ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung. Gerade in Zeiten zunehmender Bedeutung einer fleischarmen oder vegetarischen Ernährung sind Leguminosen nahezu unverzichtbar. Zu den bekanntesten und wichtigsten Vertretern gehören:

  • Erbsen
  • Kichererbsen
  • Bohnen (verschiedene Sorten wie Kidneybohnen, Weiße Bohnen, etc.)
  • Azukibohnen
  • Limabohnen
  • Linsen
  • Sojabohnen
  • Erdnüsse

Diese Beispiele, die vorwiegend zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) gehören, zeigen die Bandbreite der genutzten Leguminosen. Einige Arten, wie beispielsweise Zuckererbsen, können sogar roh verzehrt werden.

Neben der direkten Nutzung als Nahrungsmittel spielen Leguminosen auch eine wichtige Rolle in der Tierfutterbereitung und als Gründüngungspflanzen. Man unterscheidet hierbei grob zwischen:

  • Hülsenfrüchten (Körnerleguminosen): Dazu zählen beispielsweise Erbsen, Ackerbohnen, Lupinen, Wicken und Erdnüsse. Sie werden vor allem wegen ihrer proteinreichen Samen angebaut.
  • Kleeartigen Futterpflanzen: Hierzu gehören Luzerne, Rotklee, Esparsette und andere Kleearten. Diese werden primär als Futterpflanzen für Nutztiere genutzt oder zur Gründüngung eingesetzt.

Vor- und Nachteile von Leguminosen in der Gründüngung

Der Einsatz von Leguminosen als Gründüngungspflanzen bietet sowohl Vor- als auch Nachteile, die bei der Anbauplanung berücksichtigt werden sollten. Reinsaaten von Leguminosen haben sich nicht generell als Gründüngungskulturen durchgesetzt, vielmehr hängt die Eignung von spezifischen Kriterien ab.

Welcher Baum macht Schoten?
Judasbaum erscheint vor dem Laubaustrieb und entspringt häufig direkt aus dicken Ästen und Trieben. Dieses Phänomen bei Cercis siliquastrum wird auch als Kauliflorie bezeichnet. Aus diesen Blüten entwickeln sich zum Herbst lange, braune Schoten, die besonders im Winter auffallen.

Vorteile der Leguminosen-Gründüngung:

  • Natürliche Stickstoffbindung: Der größte Vorteil ist die Fähigkeit zur biologischen Stickstofffixierung aus der Luft. Dies reduziert den Bedarf an synthetischen Stickstoffdüngern und schont die Umwelt.
  • Eignung für bestimmte Bodentypen: Einige Leguminosenarten sind besonders gut an bestimmte Bodentypen angepasst. Blaue und Gelbe Lupinen sowie Serradella und Steinklee eignen sich beispielsweise für den Anbau auf sauren Böden. Lupinen sind zudem gut für extrem sandige Böden geeignet.
  • Trockenresistenz: Einige Arten, wie Esparsette, Ägyptischer Klee, Inkarnat-Klee, Perser-Klee, Lupinen, Luzerne, Platterbse, Serradella und Steinklee, zeigen nach dem Aufgang eine gute Trockenresistenz.
  • Winterhärte: Esparsette, Inkarnat-Klee, Luzerne, Steinklee und Winterwicke sind winterhart und können somit auch in kälteren Regionen als Gründüngungspflanzen eingesetzt werden.
  • Geringer Stickstoffbedarf: Aufgrund ihrer Stickstofffixierungsfähigkeit haben Leguminosen einen geringen Eigenbedarf an Stickstoff aus dem Boden.

Nachteile der Leguminosen-Gründüngung:

  • Langsamerer Massenzuwachs: Im Allgemeinen wachsen Leguminosen langsamer und produzieren in der gleichen Vegetationszeit weniger Trockenmasse als beispielsweise Gräser oder Kreuzblütler.
  • Hohe Saatgutkosten: Das Saatgut von Leguminosen kann vergleichsweise teuer sein.
  • Schlechte Selbstverträglichkeit: Die meisten Leguminosenarten weisen eine schlechte Selbstverträglichkeit auf, was den Anbau in Fruchtfolgen beeinflusst.
  • Weniger gute Unkrautverdrängung: Leguminosen bieten oft eine weniger effektive Unkrautverdrängung als andere Gründüngungspflanzen.
  • Potenzielle Nitratbelastung des Grundwassers: Bei der Einarbeitung einer Leguminosen-Gründüngung im Herbst kann es unter bestimmten Bedingungen zu einer erhöhten Nitratbelastung des Grundwassers kommen.

Es ist wichtig, diese Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen und die Auswahl der Leguminosenart an die spezifischen Bedingungen und Ziele anzupassen. Neben Reinsaaten werden auch Gemengesaaten, also Mischungen verschiedener Pflanzenarten, zunehmend diskutiert und in der Praxis eingesetzt. Diese Mischungen können die Vorteile verschiedener Pflanzenfamilien kombinieren und die Nachteile einzelner Arten ausgleichen.

Fazit: Leguminosen – Vielseitige Pflanzen mit Zukunftspotenzial

Leguminosen sind eine faszinierende und äußerst vielseitige Pflanzenfamilie mit einer langen Geschichte und einer großen Bedeutung für Mensch und Umwelt. Ihre Fähigkeit zur Stickstofffixierung, ihre vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten in der Ernährung, Landwirtschaft und als Gründüngungspflanzen sowie ihre Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Standorte machen sie zu wertvollen Ressourcen. Die kontinuierliche Forschung und Weiterentwicklung im Bereich der Leguminosen, beispielsweise durch genomische Studien wie die von Varshney et al. (2013) zur Kichererbse, tragen dazu bei, ihr Potenzial weiter zu erschließen und ihre Rolle in nachhaltigen Anbausystemen zu stärken.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu Leguminosen

FrageAntwort
Was sind Leguminosen?Leguminosen sind eine Pflanzenfamilie (Fabaceae), die sich durch Hülsenfrüchte und die Fähigkeit zur Stickstofffixierung auszeichnet.
Was ist das Besondere an Leguminosen?Ihre Fähigkeit zur Stickstofffixierung durch Symbiose mit Bakterien und ihr hoher Eiweißgehalt.
Welche Arten von Leguminosen gibt es?Man unterscheidet Hülsenfrüchte (Körnerleguminosen) wie Erbsen und Bohnen sowie kleeartige Futterpflanzen wie Luzerne und Klee.
Welche Vorteile haben Leguminosen in der Gründüngung?Natürliche Stickstoffbindung, Eignung für bestimmte Böden, Trockenresistenz, Winterhärte.
Welche Nachteile haben Leguminosen in der Gründüngung?Langsamerer Massenzuwachs, hohe Saatgutkosten, schlechte Selbstverträglichkeit, weniger gute Unkrautverdrängung.

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