Welche Kräuter sollte man bei Kinderwunsch meiden?

Kinderwunschtee: Welche Kräuter fördern die Fruchtbarkeit?

02/10/2024

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Der Wunsch nach einem Kind ist für viele Paare ein zentraler Lebenswunsch. Wenn es jedoch nicht sofort klappt, kann dies zu Frustration und emotionalem Stress führen. Viele Paare suchen dann nach natürlichen Wegen, um ihre Fruchtbarkeit zu unterstützen. Kräutertees, insbesondere der sogenannte Kinderwunschtee, erfreuen sich in diesem Zusammenhang großer Beliebtheit. Doch welche Tees sind wirklich hilfreich und welche Kräuter sollte man besser meiden? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über Teesorten bei Kinderwunsch und hilft Ihnen, informierte Entscheidungen auf Ihrem Weg zum Wunschkind zu treffen.

Welche Kräuter sollte man bei Kinderwunsch meiden?
DIESE KRÄUTER & TEES BEI KINDERWUNSCH LIEBER MEIDENFenchel.Frauenwurzel.Wacholder.Kamille.Salbei.Sennesblätter.Klette.Katzenminze.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Kinderwunschtee und wie kann er helfen?

Kinderwunschtee ist keine spezifische Teesorte, sondern vielmehr ein Sammelbegriff für verschiedene Kräuterteemischungen, die traditionell zur Unterstützung der weiblichen und männlichen Fruchtbarkeit eingesetzt werden. Die Idee dahinter ist, dass bestimmte Kräuter auf natürliche Weise den Zyklus regulieren, die Durchblutung fördern und die Gebärmutter auf eine Schwangerschaft vorbereiten können. Es ist wichtig zu verstehen, dass Kinderwunschtee kein Wundermittel ist und keine medizinische Behandlung ersetzen kann. Er kann jedoch eine wertvolle und vergleichsweise günstige ergänzende Maßnahme sein, um die Chancen auf eine Schwangerschaft auf natürliche Weise zu erhöhen.

Himbeerblättertee: Der Klassiker für die Gebärmutter

Himbeerblättertee ist wohl einer der bekanntesten und am häufigsten empfohlenen Tees bei Kinderwunsch. Traditionell wird er eingesetzt, um den Muttermund weich zu machen und die Beckenmuskulatur zu entspannen. Ihm wird auch eine zyklusregulierende und durchblutungsfördernde Wirkung nachgesagt. Die enthaltenen Gerbstoffe, Flavonoide und geringen Mengen an Vitamin C sollen positiv auf die Gebärmutter wirken und sie optimal auf eine Einnistung vorbereiten.

Wie wirkt Himbeerblättertee genau?

Himbeerblättertee enthält Inhaltsstoffe, die zusammenziehend (adstringierend) und gerbend wirken. Diese Eigenschaften können dazu beitragen, die Gebärmutterschleimhaut zu stärken und zu schützen. Zusätzlich wird vermutet, dass Himbeerblättertee die Durchblutung im Beckenbereich fördert, was die Versorgung der Gebärmutter und Eierstöcke verbessern kann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Himbeerblättertee auch Wehen auslösen kann, da er die Gebärmutter kontrahiert. Aus diesem Grund wird er nur in der ersten Zyklushälfte empfohlen, also vom ersten Tag der Periode bis zum Eisprung.

Anwendung und Dosierung von Himbeerblättertee

Für eine optimale Wirkung sollten Sie Himbeerblättertee in der ersten Zyklushälfte trinken. Beginnen Sie am ersten Tag Ihrer Periode und trinken Sie ihn für etwa 14 Tage. Empfohlen werden zwei Tassen täglich. Für die Zubereitung verwenden Sie zwei Teelöffel Himbeerblätter pro Tasse. Übergießen Sie die Blätter mit sprudelnd kochendem Wasser und lassen Sie den Tee 6 bis 10 Minuten ziehen. Achten Sie auf eine gute Arzneibuchqualität des Tees, um sicherzustellen, dass er ausreichend Wirkstoffe enthält.

Nebenwirkungen und Kritik an Himbeerblättertee

Aufgrund der gerbenden Eigenschaften kann Himbeerblättertee in seltenen Fällen zu Verstopfung führen. Ein häufig geäußerter Kritikpunkt ist, dass der Tee oft für seinen hohen Eisen- und Calciumgehalt gelobt wird. Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass diese Nährstoffe hauptsächlich in den Himbeerfrüchten und nicht in den Blättern enthalten sind. Auch die Menge an Pflanzenteilen, die für einen Teeaufguss verwendet wird, ist zu gering, um eine signifikante Aufnahme dieser Mineralien zu gewährleisten. Ebenso wenig enthält Himbeerblättertee in nennenswerter Menge sogenannte „Phyto-Hormone“, sodass eine direkte Wirkung auf den Hormonhaushalt unwahrscheinlich ist.

Welcher Tee ist tabu in der Schwangerschaft?
Tee aus Eisenkraut bzw. Zitronenverbene, Kreuzkümmel, Wermutkraut, Frauenmantel, Brombeerblättern oder Schafgarbe wirkt wehenfördernd. Daher sollten Sie ihn während der Schwangerschaft lieber nicht trinken. Hibiskus ist in vielen Teemischungen enthalten.

Frauenmanteltee: Die Frauenpflanze für den Zyklus

Frauenmanteltee ist ein weiterer traditioneller Tee, der bei Kinderwunsch gerne eingesetzt wird. Er gilt als wahre „Frauenpflanze“ und soll bei vielen typischen Frauenproblemen helfen. Bei Kinderwunsch wird ihm eine zyklusregulierende Wirkung zugeschrieben und er soll sich positiv auf die Einnistung auswirken sowie die Schwangerschaft schützen können. Auch Frauenmanteltee wird aufgrund seiner durchblutungsfördernden Wirkung vorrangig in der ersten Zyklushälfte empfohlen.

Wirkung und Inhaltsstoffe von Frauenmanteltee

Frauenmantelkraut enthält ebenfalls Gerbstoffe und Flavonoide, die zusammenziehend und gerbend wirken. Die Gerbstoffe können die Gebärmutterschleimhaut schützen und wirken leicht entzündungshemmend. Traditionell wird Frauenmanteltee bei Menstruationsbeschwerden, Zyklusunregelmäßigkeiten und eben auch bei Kinderwunsch eingesetzt. Es wird angenommen, dass er den Zyklus harmonisiert und die Gebärmutter stärkt.

Anwendung und Dosierung von Frauenmanteltee

Trinken Sie Frauenmanteltee ebenfalls in der ersten Zyklushälfte, idealerweise zwei Tassen täglich. Verwenden Sie zwei Teelöffel Frauenmantelkraut pro Tasse und übergießen Sie es mit sprudelnd kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen, um die Wirkstoffe optimal zu lösen. Auch hier empfiehlt sich die Verwendung von Arzneibuchqualität.

Nebenwirkungen und Kritik an Frauenmanteltee

Ähnlich wie Himbeerblättertee kann auch Frauenmanteltee aufgrund seiner gerbenden Eigenschaften zu Verstopfung führen. Es ist wichtig zu beachten, dass Frauenmanteltee ebenfalls eine durchblutungsfördernde Wirkung hat und möglicherweise vorzeitige Wehen auslösen könnte. Daher ist es ratsam, bei bestehender Schwangerschaft oder Unsicherheit bezüglich der Anwendung von Frauenmanteltee mit Ihrem Frauenarzt Rücksprache zu halten.

Weitere Teesorten, die bei Kinderwunsch helfen können

Neben Himbeerblätter- und Frauenmanteltee gibt es noch weitere Kräutertees, die traditionell bei Kinderwunsch empfohlen werden:

  • Mönchspfeffertee: Mönchspfeffer kann helfen, den Menstruationszyklus zu regulieren und den Eisprung zu fördern. Er wirkt sich positiv auf den Hormonhaushalt aus und kann den Prolaktinspiegel senken. Mönchspfeffer wird meist in Form von Tabletten oder Tropfen eingenommen, kann aber auch als Tee getrunken werden. Achtung: Mönchspfeffer sollte nur nach Rücksprache mit einem Arzt eingenommen werden, insbesondere bei bestimmten Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme.
  • Schafgarbenkrauttee: Schafgarbe wirkt krampflösend, entzündungshemmend und durchblutungsfördernd. Sie wird bei Menstruationsbeschwerden und auch bei Kinderwunsch eingesetzt. Auch Schafgarbentee sollte nur in der ersten Zyklushälfte getrunken werden. Achtung: Bei Korbblütlerallergie (z.B. Arnika, Kamille, Ringelblumen) sollte Schafgarbentee vermieden werden.
  • Lavendelblütentee: Lavendel wirkt beruhigend, entspannend und krampflösend. Stress und Anspannung können sich negativ auf den Kinderwunsch auswirken. Lavendeltee kann helfen, Stress abzubauen und die Entspannung zu fördern, was sich positiv auf die Fruchtbarkeit auswirken kann.
  • Melissenblättertee: Melisse hat ähnliche Eigenschaften wie Lavendel. Sie wirkt beruhigend, entspannend und krampflösend. Zusätzlich ist Melisse verdauungsfördernd und blähungstreibend. Auch Melissenblättertee kann bei Kinderwunsch zur Entspannung beitragen.
  • Vanille, Rosmarin und Basilikum: Diese Kräuter und Gewürze werden manchmal Kinderwunschtees zugesetzt, da sie eine luststeigernde Wirkung haben sollen. Rosmarin und Basilikum sollten jedoch aufgrund des enthaltenen Estragols nur sparsam verwendet werden.

Kräuter und Tees, die Sie bei Kinderwunsch lieber meiden sollten

Es gibt auch Kräuter und Tees, die bei Kinderwunsch vermieden werden sollten. Einige davon können sogar schädlich sein oder die Einnistung erschweren:

  • Salbeitee: Salbei enthält Thujon, das in hoher Dosierung toxisch ist und Krämpfe verursachen kann. Salbei kann die Einnistung erschweren und in der Schwangerschaft zu Abort oder Fehlgeburt führen. Salbeitee sollte während des Kinderwunsches und der Schwangerschaft gänzlich gemieden werden.
  • Weitere Tees und Zutaten, die gemieden werden sollten (ohne wissenschaftliche Belege): Fenchel, Frauenwurzel, Wacholder, Kamille, Sennesblätter, Klette, Katzenminze, Selleriesamen, Zimt. Für diese Kräuter gibt es keine fundierten wissenschaftlichen Belege, die eine negative Wirkung auf die Fruchtbarkeit bestätigen. Dennoch werden sie in manchen Quellen als „bedenklich“ aufgeführt. Im Zweifelsfall ist es ratsam, auf Nummer sicher zu gehen und diese Tees vorsichtshalber zu meiden.

Wichtige Hinweise zur Anwendung von Kinderwunschtees

Beachten Sie folgende wichtige Punkte bei der Anwendung von Kinderwunschtees:

  • Tees ersetzen keine Folsäure: Eine ausreichende Folsäureversorgung ist essenziell für eine gesunde Schwangerschaft. Beginnen Sie idealerweise 6 bis 12 Monate vor der geplanten Schwangerschaft mit der Einnahme von Folsäurepräparaten.
  • Tee ist nicht gleich Tee: Achten Sie auf die Qualität des Tees. Arzneibuchqualität garantiert einen höheren Gehalt an wirksamen Bestandteilen.
  • Dosierung beachten: Arzneitees sollten aufgrund ihrer starken Wirkung sparsam getrunken werden. Bei Kinderwunsch bzw. Schwangerschaft/Stillzeit nicht mehr als 2-4 Tassen am Tag.
  • Salbeitee meiden:Salbeitee sollte während des Kinderwunsches, der Schwangerschaft und der Stillzeit gänzlich gemieden werden.

Fragen & Antworten aus dem Apothekenalltag

Hier sind einige häufig gestellte Fragen zum Thema Kinderwunsch und Tees, die in Apotheken immer wieder auftauchen:

Ich wünsche mir ein Kind. Ab wann sollte ich mit der Pille aufhören?
Je früher desto besser! Der Körper benötigt Zeit, um den Wirkstoff der Pille abzubauen. Ideal ist es, die Pille bereits 12 Monate vor der geplanten Schwangerschaft abzusetzen, mindestens aber 6 Monate vorher. Diese Zeit können Sie nutzen, um Ihren Folsäurespiegel aufzubauen. Auch Ihr Partner kann seine Spermienqualität durch die richtige Ernährung verbessern.
Wir versuchen es jetzt schon seit einem halben Jahr, aber bekommen einfach kein Baby. Ist das normal?
Ja, das ist durchaus normal. Die meisten Paare benötigen mehr als 12 Monate, um schwanger zu werden. Ein Besuch beim Facharzt kann organische Ursachen ausschließen. Bewahren Sie Geduld und versuchen Sie, Stress zu vermeiden, da dieser sich negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken kann.
Was kann ich alles tun, um vielleicht schneller schwanger zu werden?
Neben der Einnahme von Nährstoffen (Folsäure, Zink, Selen etc.) können Kinderwunschtees eine unterstützende Maßnahme sein. Ovulationstests helfen, den Eisprung zu bestimmen. Bestimmte Stellungen beim Geschlechtsverkehr (liegend, Becken leicht erhöht) können die Chancen erhöhen. Spezielle Gleitgels können die Spermienvitalität verbessern. Ein gesundes Scheidenmilieu ist wichtig für das Überleben der Spermien. Eine Scheidenkur mit Milchsäure oder spezielle Probiotika können helfen, das Scheidenmilieu zu optimieren.

Meine exklusive Kinderwunschtee-Mischung

Hier ist eine Mischung, die Sie selbst zusammenstellen können:

Zutaten:

  • 15 g Himbeerblättertee
  • 15 g Schafgarbenkraut (bei Allergie: stattdessen Frauenmantel verwenden)
  • 30 g Lavendelblüten
  • Optional: 20 g Mönchspfefferfrüchte oder Mönchspfeffertropfen

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten (außer Mönchspfeffer) vermischen.
  2. Pro Tasse zwei Teelöffel der Mischung in einen Teefilter geben.
  3. Bei Bedarf Mönchspfefferfrüchte hinzufügen oder Tropfen direkt vor Verzehr einträufeln.
  4. Mit sprudelnd kochendem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen.
  5. Mit echtem Vanillezucker süßen (kein Vanillin).
  6. Während der ersten Zyklushälfte 1x täglich, immer zur gleichen Zeit trinken.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Sprechen Sie bei Kinderwunsch und Fragen zu Kräutertees immer mit Ihrem Arzt oder Apotheker.

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