04/01/2025
Lavendel ist eine beliebte Pflanze, die mit ihremDuft und ihren wunderschönen Blüten viele Gärten und Balkone bereichert. Doch damit der Lavendel seine volle Pracht entfalten kann, bedarf es der richtigen Pflege, insbesondere des regelmäßigen Schnitts. Dieser Artikel gibt Ihnen eine umfassende Anleitung zum Schneiden und Pflegen von Lavendel, einschließlich der besonderen Lavendel-Baumform 'Mundstead'.

Warum ist der richtige Lavendelschnitt wichtig?
Der Schnitt ist ein entscheidender Faktor für die Gesundheit und Schönheit Ihres Lavendels. Ein regelmäßiger Schnitt sorgt nicht nur dafür, dass die Pflanze in Form bleibt und nicht auseinanderfällt, sondern fördert auch einen kompakten Wuchs und eine üppige Blütenpracht. Ohne Schnitt neigt Lavendel dazu, von unten zu verkahlen und weniger Blüten zu bilden. Durch den richtigen Schnitt wird die Pflanze angeregt, neue Triebe zu bilden und sich buschiger zu entwickeln.
Der richtige Zeitpunkt für den Lavendelschnitt
Beim Lavendel gilt eine einfache Faustregel: drei Schnitte im Jahr sind ideal, um die Pflanze vital und blühfreudig zu halten. Diese Schnitte erfolgen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Jahr, um verschiedene Ziele zu erreichen:
- Frühjahrsschnitt (März/April): Dies ist der wichtigste Schnitt, der den Grundstein für ein gesundes Wachstum legt.
- Sommerschnitt (Juli/August): Nach der ersten Blüte wird der Lavendel erneut geschnitten, um eine zweite Blüte anzuregen.
- Herbstschnitt (September/Oktober): Ein leichter Rückschnitt im Herbst bereitet den Lavendel auf den Winter vor.
Anleitung zum Lavendelschneiden: Schritt für Schritt
1. Der Frühjahrsschnitt: Der Formschnitt
Der Frühjahrsschnitt ist der Formschnitt. Er wird durchgeführt, sobald die ersten neuen Triebe erscheinen, in der Regel im März oder April. Achten Sie darauf, nicht zu früh zu schneiden, da späte Fröste die frischen Triebe schädigen können. Beim Frühjahrsschnitt können Sie mutig sein und den Lavendel kräftig zurückschneiden, aber vermeiden Sie es unbedingt, ins alte Holz zu schneiden. Das alte Holz ist der verholzte Teil der Pflanze, der keine neuen Triebe mehr bildet. Ein Schnitt ins alte Holz kann dazu führen, dass der Lavendel nicht mehr austreibt. Schneiden Sie den Lavendel idealerweise um etwa ein Drittel zurück, wobei Sie darauf achten, dass noch grüne Blätter an den Trieben verbleiben. Dieser Schnitt fördert die Verzweigung und sorgt für einen buschigen Wuchs.
Tipp: Wenn Sie in einer Region mit langen Frostperioden im Frühjahr wohnen, sollten Sie den ersten Schnitt etwas schwächer ansetzen und den Lavendel erst nach der ersten Blüte richtig in Form schneiden. So vermeiden Sie Frostschäden an den frischen Trieben.
2. Der Sommerschnitt: Der Blütenschnitt
Der Sommerschnitt erfolgt nach der ersten Blüte, meist im Juli oder August. Hierbei geht es vor allem darum, die verblühten Blütenstiele zu entfernen. Sie können die Blütenstiele einfach mit einer Gartenschere oder Heckenschere abschneiden. Schneiden Sie die Stiele direkt unterhalb des Blütenstandes ab. Dieser Schnitt regt den Lavendel zu einer zweiten, wenn auch oft schwächeren, Blüte im Spätsommer an. Schneiden Sie den Lavendel bei diesem Schnitt nicht zu tief zurück, da dies die Zeit bis zur zweiten Blüte verlängern kann. Es reicht aus, wirklich nur die Blütenstiele zu entfernen.
3. Der Herbstschnitt: Der leichte Rückschnitt
Der Herbstschnitt ist ein leichter Rückschnitt, der im September oder Oktober durchgeführt wird. Hierbei werden nochmals einige wenige Triebspitzen entfernt, um den Lavendel auf den Winter vorzubereiten. Dieser Schnitt sollte sehr moderat ausfallen, da ein zu starker Rückschnitt im Herbst die Frosthärte der Pflanze beeinträchtigen kann. In kalten Wintern kann es durchaus vorkommen, dass Lavendel etwas zurückfriert. Ein zu starker Herbstschnitt könnte dies verstärken. Ziel des Herbstschnitts ist es eher, die Pflanze etwas aufzuräumen und vorzubereiten, als sie stark zu beschneiden.
Lavendel als Baum: Der Lavandula angustifolia 'Mundstead' Stamm
Neben dem klassischen Lavendel gibt es auch besondere Züchtungen, wie den Lavendelbaum Lavandula angustifolia 'Mundstead' Stamm. Diese Sorte zeichnet sich durch ihren aufrechten Wuchs und ihre Stammform aus, die an einen kleinen Baum erinnert. Der 'Mundstead' Stamm ist besonders beliebt als Kübelpflanze für Terrassen und Balkone, macht aber auch im Gartenbeet als Solitär eine gute Figur. Seine blauvioletten, ährenförmigen Blüten erscheinen von Juli bis September und verströmen einen angenehmen Duft. Das nadelähnliche Laub ist immergrün und sorgt auch im Winter für einen attraktiven Anblick.
Pflege des Lavendelbaums 'Mundstead'
Der Lavendelbaum 'Mundstead' ist relativ pflegeleicht, benötigt aber einige spezifische Bedingungen, um optimal zu gedeihen:
Standort und Boden
Als mediterrane Pflanze liebt der Lavendelbaum einen sonnigen Standort. Je sonniger der Standort, desto üppiger blüht er und desto intensiver ist sein Duft. Der Boden sollte gut durchlässig und humusarm sein. Staunässe verträgt der Lavendelbaum überhaupt nicht. Ideal ist ein sandig-kiesiger Boden. Ein windgeschützter Standort ist von Vorteil, aber nicht zwingend notwendig.

Gießen und Düngen
Der Lavendelbaum ist trockenheitsverträglich und benötigt nur mäßige Wassergaben. Gießen Sie ihn erst, wenn die oberste Erdschicht abgetrocknet ist. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Auch im Winter benötigt der Lavendelbaum etwas Wasser, aber deutlich weniger als im Sommer. Achten Sie darauf, dass der Boden auch im Winter nicht völlig austrocknet. Nach dem Anwachsen im zweiten Jahr freut sich der Lavendelbaum über eine Gabe Lavendeldünger im Frühjahr. Dieser spezielle Dünger ist auf die Bedürfnisse von Lavendel abgestimmt und fördert das Wachstum und die Blütenbildung.
Überwinterung
Der Lavendelbaum 'Mundstead' ist winterhart bis etwa -15°C. In Regionen mit sehr kalten Wintern oder bei Kübelpflanzung ist ein Winterschutz ratsam. Umwickeln Sie den Kübel mit Jute oder Vlies und stellen Sie ihn an einen geschützten Ort, z.B. an eine Hauswand. Die Erde im Kübel sollte mit Tannengrün abgedeckt werden, um sie vor dem Austrocknen und Durchfrieren zu schützen. Im Garten ausgepflanzte Lavendelbäume benötigen in der Regel keinen Winterschutz, es sei denn, es werden extrem tiefe Temperaturen erwartet.
Schnitt des Lavendelbaums
Auch der Lavendelbaum profitiert von regelmäßigen Schnitten. Der Schnitt erfolgt im Prinzip genauso wie beim klassischen Lavendel: ein Formschnitt im Frühjahr und ein Blütenschnitt im Sommer. Achten Sie beim Schnitt des Lavendelbaums besonders auf die Stammform. Schneiden Sie die Krone so, dass die Baumform erhalten bleibt. Entfernen Sie regelmäßig abgestorbene oder kranke Triebe.
Häufig gestellte Fragen zum Lavendel
Ist Lavendel winterhart?
Ja, die meisten Lavendelsorten sind winterhart, einschließlich des Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) und des Lavendelbaums 'Mundstead'. Sie vertragen Temperaturen bis etwa -15°C. In sehr kalten Regionen oder bei Kübelpflanzung ist jedoch ein Winterschutz empfehlenswert.
Wie oft muss Lavendel geschnitten werden?
Ideal sind drei Schnitte im Jahr: im Frühjahr (Formschnitt), im Sommer (Blütenschnitt) und im Herbst (leichter Rückschnitt). Diese regelmäßigen Schnitte fördern einen kompakten Wuchs und eine üppige Blütenpracht.
Kann Lavendel ein Baum sein?
Ja, es gibt Lavendelsorten, die als Baum gezogen werden, wie der Lavandula angustifolia 'Mundstead' Stamm. Diese Lavendelbäume haben einen aufrechten Wuchs und eine Stammform, die an einen kleinen Baum erinnert.
Was tun, wenn Lavendel nicht blüht?
Wenn Lavendel nicht blüht, kann dies verschiedene Ursachen haben: falscher Standort (zu schattig), falscher Boden (zu nährstoffreich oder staunass), falscher Schnitt (zu spät oder zu stark), oder Wassermangel. Überprüfen Sie die Standortbedingungen und die Pflege des Lavendels und passen Sie sie gegebenenfalls an.
Mit der richtigen Pflege und dem regelmäßigen Schnitt wird Ihr Lavendel, ob klassisch oder als Baumform, zu einem wahren Blickfang in Ihrem Garten oder auf Ihrem Balkon. Genießen Sie den Duft und die Schönheit dieser wunderbaren Pflanze!
