12/11/2021
Der Mai ist ein Wonnemonat nicht nur für uns Menschen, sondern auch für die Schmetterlinge. Wenn die Natur in voller Blüte steht und die Temperaturen steigen, erwacht das Leben in allen Ecken und Winkeln. Auch die farbenprächtigen Falter flattern nun wieder vermehrt durch Gärten, Wiesen und Wälder. Doch welche Schmetterlingsarten können wir eigentlich im Mai besonders gut beobachten? Und was macht diese Zeit so besonders für die geflügelten Schönheiten?
Welche Schmetterlinge flattern im Mai?
Der Mai ist ein idealer Monat, um verschiedene Schmetterlingsarten in der Natur zu beobachten. Einige der auffälligsten und häufigsten Tagfalter, die Sie jetzt entdecken können, sind:
- Aurorafalter
- Tagpfauenauge
- Schwalbenschwanz
Diese drei Arten sind nicht nur wunderschön anzusehen, sondern auch relativ häufig und in verschiedenen Lebensräumen anzutreffen. Lernen wir diese Frühlingsboten doch einmal genauer kennen:
Der Aurorafalter: Ein Frühlingsbote in Orange und Weiß
Der Aurorafalter (Anthocharis cardamines) ist ein typischer Frühlingsbote und bereits seit April in unseren Gärten und Wäldern unterwegs. Seinen Namen verdankt er den leuchtend orangefarbenen Flügelspitzen der Männchen. Die Weibchen sind etwas dezenter gefärbt und haben lediglich einen schwarzen Fleck an der Flügelspitze, weshalb sie leicht mit anderen Weißlingen verwechselt werden können. Beide Geschlechter weisen jedoch grüne Sprenkel auf der Flügelunterseite auf, die ihnen eine gute Tarnung im grünen Blätterwerk bieten.

Im Mai ist der Aurorafalter besonders aktiv mit der Eiablage beschäftigt. Die spindelförmigen, weißen Eier werden einzeln an die Blütenstiele von Kreuzblütlern wie dem Wiesen-Schaumkraut oder der Knoblauchrauke abgelegt. Diese Pflanzen dienen den später schlüpfenden Raupen als Nahrungsgrundlage. Die Raupen selbst sind wahre Meister der Tarnung: Blaugrün gefärbt mit weißen Streifen, sind sie auf den Blütenstielen nur schwer zu entdecken.
Die Entwicklung des Aurorafalters ist bemerkenswert: Nach der Verpuppung im Juli überwintert die elfenbeinfarbene Gürtelpuppe und kann sogar zweimal überwintern, bevor der Falter im Frühjahr schlüpft. So sichert sich der Aurorafalter das optimale Zeitfenster für seine Flugzeit im Frühjahr.
Das Tagpfauenauge: Augenflecken als Schutzschild
Das Tagpfauenauge (Aglais io) ist wohl einer der bekanntesten und auffälligsten Schmetterlinge in unseren Breiten. Seine großen, namensgebenden Augenflecken auf den Flügeln dienen ihm als Schutz vor Fressfeinden. Fühlen sich Tagpfauenaugen bedroht, klappen sie die Flügel auf und präsentieren die auffälligen Flecken, die potenzielle Angreifer abschrecken sollen.
Die ersten Tagpfauenaugen des Jahres fliegen bereits von April bis Mai. Die Weibchen legen dann ihre Eier in großen Gelegen von 50 bis 100 Stück an die Blattunterseite von Brennnesseltrieben ab. Die Raupen schlüpfen somit direkt in ihrer Nahrungsquelle und entwickeln sich in Gruppen.

Tagpfauenaugen überwintern als ausgewachsene Schmetterlinge und gehören somit zu den wenigen Arten, die auch im Winter in geschützten Bereichen wie Dachböden oder Kellern zu finden sind. Schon an warmen Tagen im März tanken sie Energie an den Blüten von Weidenkätzchen, Seidelbast oder Huflattich.
Das Tagpfauenauge ist ein echter Allrounder und in verschiedenen Lebensräumen anzutreffen, von lichten Wäldern über Parks bis hin zu Gärten. Es ist sogar zweimal im Jahr aktiv: Eine zweite Generation schlüpft im August und fliegt bis in den Oktober hinein.
Der Schwalbenschwanz: Ein Gigant unter den heimischen Faltern
Der Schwalbenschwanz (Papilio machaon) ist einer unserer größten Tagfalter und beeindruckt mit einer Flügelspannweite von bis zu acht Zentimetern. Sein Name leitet sich von den schwanzartigen Fortsätzen an den Hinterflügeln ab, die an den Schwanz einer Rauchschwalbe erinnern.
Das Muster des Schwalbenschwanzes ist unverwechselbar: Gelb und schwarz gezeichnet, mit einer blauen Binde und roten Augenflecken, ist er ein wahrer Blickfang. Zur Paarungszeit versammeln sich die Schmetterlinge sogar um Geländeerhebungen wie Bergkuppen, um Partner zu finden.

Ab Mitte Mai beginnt die Eiablage der Schwalbenschwanz-Weibchen. Sie sind wählerisch bei der Wahl ihrer Futterpflanzen und bevorzugen Doldenblütler wie die Wilde Möhre oder auch die Gartenmöhre. Die Raupen, die aus den Eiern schlüpfen, durchlaufen verschiedene Entwicklungsstadien. Junge Raupen sind schwarz mit orangen Punkten und einem weißen Sattelfleck, während ältere Raupen entweder grün oder gelblich-weiß gefärbt sind.
Im Juni sind die Raupen des Schwalbenschwanzes häufig an Doldenblütlern zu finden, wo sie sich für die Verpuppung stärken.
Wo kann man Schmetterlinge im Mai beobachten?
Um Schmetterlinge im Mai erfolgreich zu beobachten, ist es hilfreich, ihre Lebensräume und Vorlieben zu kennen. Generell gilt: Schmetterlinge lieben gutes Wetter. Trockenheit, Sonnenschein und Windstille sind ideale Bedingungen für die Beobachtung.
In der Stadt bieten Grünanlagen und Kleingartenanlagen gute Möglichkeiten, Schmetterlinge zu entdecken. Hier sind zwar eher häufige Arten wie Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge, Zitronenfalter oder Kohlweißling anzutreffen, aber auch diese sind wunderschön und tragen zur Artenvielfalt bei.

Wer auf der Suche nach einer größeren Vielfalt ist, sollte naturnahe Lebensräume aufsuchen. Feuchte Wiesen, Moore, Wälder oder Gebirge beherbergen oft eine beeindruckende Anzahl unterschiedlicher Schmetterlingsarten. Besonders artenreich sind nährstoffarme Flächen, da hier spezialisierte Pflanzen wie Salbei oder Kartäusernelke eine Chance haben und somit auch spezialisierte Schmetterlingsarten.
Auch naturnahe Bauerngärten können wahre Schmetterlingsparadiese sein, wenn sie eine vielfältige Bepflanzung mit Nektar- und Futterpflanzen bieten.
Schmetterlinge in Gefahr: Was können wir tun?
Leider sind viele Schmetterlingsarten in Deutschland und auch in Baden-Württemberg bedroht. Der Verlust von Lebensräumen, der Klimawandel und naturfeindliche Monokulturen in der Land- und Forstwirtschaft setzen den Faltern stark zu. Umso wichtiger ist es, dass wir uns für den Schutz der Schmetterlinge einsetzen.
Jeder kann einen Beitrag leisten, um Schmetterlingen zu helfen:
- Schaffen Sie einen schmetterlingsfreundlichen Garten: Pflanzen Sie heimische, nektarreiche Blütenpflanzen und Raupenfutterpflanzen. Verzichten Sie auf Pestizide.
- Unterstützen Sie den Naturschutz: Engagieren Sie sich in Naturschutzorganisationen oder spenden Sie für den Schmetterlingsschutz.
- Achten Sie auf Ihren Konsum: Kaufen Sie regionale und ökologische Produkte, um eine naturfreundlichere Landwirtschaft zu fördern.
- Informieren Sie sich und andere: Je mehr Menschen über die Bedeutung von Schmetterlingen und ihre Gefährdung Bescheid wissen, desto größer ist die Chance, dass sich etwas ändert.
Fazit: Den Mai mit offenen Augen genießen und Schmetterlinge entdecken
Der Mai ist die perfekte Zeit, um die faszinierende Welt der Schmetterlinge zu erkunden. Ob Aurorafalter, Tagpfauenauge oder Schwalbenschwanz – es gibt viel zu entdecken in der Natur. Nehmen Sie sich Zeit für Spaziergänge im Grünen, beobachten Sie die bunten Falter und lernen Sie mehr über ihre Lebensweise. Und denken Sie daran: Jeder von uns kann einen Beitrag zum Schutz dieser wertvollen Insekten leisten, damit wir uns auch in Zukunft an der Vielfalt der Schmetterlinge im Mai erfreuen können.
Häufig gestellte Fragen zu Schmetterlingen im Mai
- Welche Schmetterlinge sind typisch für den Mai?
- Im Mai können Sie besonders gut Aurorafalter, Tagpfauenaugen und Schwalbenschwänze beobachten. Auch andere Frühlingsboten wie Zitronenfalter oder Kleiner Fuchs sind aktiv.
- Wo finde ich Aurorafalter?
- Aurorafalter sind in Gärten, Wäldern und an Waldrändern anzutreffen. Suchen Sie nach ihnen in der Nähe von Wiesen-Schaumkraut oder Knoblauchrauke.
- Wie erkenne ich ein Tagpfauenauge?
- Das Tagpfauenauge ist leicht an seinen großen Augenflecken auf den Flügeln zu erkennen. Es ist ein relativ großer Schmetterling mit einer braun-rötlichen Grundfärbung.
- Welche Pflanzen locken Schwalbenschwänze an?
- Schwalbenschwänze bevorzugen Doldenblütler wie Wilde Möhre oder Gartenmöhre als Futterpflanzen für ihre Raupen. Auch blütenreiche Wiesen sind attraktive Lebensräume.
- Was kann ich tun, um Schmetterlinge zu schützen?
- Schaffen Sie einen schmetterlingsfreundlichen Garten mit heimischen Blütenpflanzen und Raupenfutterpflanzen. Verzichten Sie auf Pestizide und unterstützen Sie den Naturschutz.
