Ist Knoblauchhederich essbar?

Pflanzen mit Knoblauchduft: Wunderlauch & Co.

06/09/2020

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Welche Pflanze ähnelt dem Knoblauch und verströmt diesen charakteristischen Duft, wenn man durch den Wald streift oder im Garten arbeitet? Die Antwort ist vielfältiger als man denkt, denn neben dem bekannten Bärlauch gibt es noch weitere Pflanzen, die uns mit ihrem knoblauchartigen Aroma überraschen. In diesem Artikel tauchen wir ein in die Welt der Pflanzen mit Knoblauchduft, stellen Ihnen den faszinierenden Wunderlauch und die vielseitige Knoblauchsrauke genauer vor und geben Ihnen wertvolle Tipps zur Unterscheidung und Verwendung dieser aromatischen Gewächse.

Welche Pflanze kann die Knoblauchsrauke verwechseln?
Unerfahrene Kräutersammler:innen verwechseln die Knoblauchsrauke gern mit Gundermann oder Brennnesseln. Wie du die Brennnessel ausschließen kannst, ist vermutlich selbsterklärend, denn die Blätter der Knoblauchsrauke brennen nicht, wenn man sie anfasst. Gundermann (Glechoma hederacea) hat eine ähnliche Blattform.
Inhaltsverzeichnis

Der geheimnisvolle Wunderlauch (Allium paradoxum)

Vielleicht sind Sie schon einmal im Frühling durch einen Laubwald spaziert und haben einen deutlichen Knoblauchduft wahrgenommen, obwohl Sie weit und breit keinen klassischen Knoblauch entdecken konnten. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie dem Wunderlauch begegnet sind. Dieser auch als „Berliner Lauch“ oder „Seltsamer Lauch“ bekannte Exot ist in weiten Teilen Europas eingebürgert und erfreut sich wachsender Beliebtheit, sowohl in der Küche als auch im Garten.

Merkmale und Unterscheidung vom Bärlauch

Auf den ersten Blick mag der Wunderlauch mit seinem grasartigen Laub tatsächlich an ein kräftiges Gras erinnern. Doch der charakteristische Knoblauchgeruch beim Zerreiben der Blätter verrät seine Zugehörigkeit zur Familie der Lauchgewächse. Im direkten Vergleich zum bekannteren Bärlauch fallen die Unterschiede jedoch schnell ins Auge:

  • Blätter: Der Wunderlauch besitzt schmale, glänzend grüne, grasähnliche Blätter, während der Bärlauch breitere, elliptische Blätter aufweist.
  • Blüte: Die Blüte des Wunderlauchs ist meist eine einzelne, weiße Blüte, die aus einem Hochblatt hervorwächst. Der Bärlauch hingegen präsentiert einen üppigen Blütenstand mit zahlreichen sternförmigen Einzelblüten.
  • Vermehrung: Der Wunderlauch vermehrt sich hauptsächlich über Brutzwiebeln, die an der Pflanze entstehen und abfallen. Der Bärlauch bildet Samen und Zwiebeln im Boden.

Trotz der Unterschiede sind beide Pflanzen essbar und verströmen den typischen Knoblauchduft. Eine Verwechslung wäre also nicht weiter schlimm, zumal der Bärlauch sogar ein etwas intensiveres Aroma besitzt.

Welche Pflanze schmeckt wie Knoblauch?
KRÄUTER MIT KNOBLAUCHAROMAAlliaria petiolata – Knoblauchsrauke. ...Allium sativum var. ...Allium spec. ' ...Allium tuberosum 'Kobold' – Kleiner Schnitt-Knoblauch. ...Allium tuberosum 'Monstrosum' – Riesen-Schnitt-Knoblauch. ...Allium ursinum – Bärlauch. ...Tulbaghia violacea – Zimmerknoblauch, Südseeknoblauch.

Verwechslungsgefahr mit dem Maiglöckchen

Eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht auf den ersten Blick zwischen Wunderlauch und Maiglöckchen, besonders wenn beide noch nicht blühen. Die Blätter ähneln sich in ihrer Form. Doch hier hilft der Geruchstest: Maiglöckchen riechen nicht nach Knoblauch, sondern angenehm blumig. Zudem sind Maiglöckchen giftig und sollten auf keinen Fall verzehrt werden! Achten Sie daher immer auf den Knoblauchgeruch, wenn Sie Wildkräuter sammeln.

Herkunft und Verbreitung

Ursprünglich stammt der Wunderlauch aus der Kaukasusregion. Von dort aus gelangte er in Botanische Gärten und entwich von dort in die freie Natur. Heute ist er in weiten Teilen Europas verbreitet, vor allem in Flussauen, Laubwäldern und Parks. Besonders in städtischen Gebieten wie Berlin, Hamburg, Köln oder Wien ist er häufig anzutreffen.

Verwendung in der Küche

Der Wunderlauch ist ein vielseitiges Küchenkraut. Sein zarter, knoblauchartiger Geschmack eignet sich hervorragend für die kalte Küche, da die Blätter beim Erhitzen schnell an Aroma verlieren. Beliebte Verwendungen sind:

  • Pesto:Wunderlauch-Pesto ist eine köstliche Alternative zu klassischem Bärlauch-Pesto.
  • Frischkäse und Kräuterbutter: Fein gehackter Wunderlauch verleiht Frischkäse und Kräuterbutter eine frische, würzige Note.
  • Salate: Junge Wunderlauch-Blätter können Salate bereichern.
  • Suppen und Saucen: Kurz vor dem Servieren können Suppen und Saucen mit Wunderlauch verfeinert werden.

Wunderlauch im Garten

Auch im Garten kann der Wunderlauch eine Bereicherung sein, besonders in halbschattigen Bereichen. Allerdings sollte man seine Ausbreitungsfreude nicht unterschätzen. Durch die zahlreichen Brutzwiebeln kann er sich schnell vermehren und unter Umständen andere Pflanzen verdrängen. Eine Kultivierung im Kübel kann daher eine gute Alternative sein, um die Ausbreitung zu kontrollieren. Beachten Sie jedoch, dass der Wunderlauch nicht immer blüht, was seinen Zierwert etwas mindern kann.

Welche Pflanze ähnelt dem Knoblauch?
Riecht es im Wald also nach Knoblauch, wächst dort Wunderlauch oder Bärlauch. Der Wunderlauch unterscheidet sich durch seine schmalen, fast grasartigen Blätter vom breitblättrigen Bärlauch. Eine Verwechslung wäre aber nicht schlimm. Beide Arten sind essbar, wobei der Bärlauch etwas würziger schmeckt.

Die Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) – Würzkraut mit Heilkraft

Eine weitere Pflanze, die mit ihrem Knoblauchduft überrascht, ist die Knoblauchsrauke. Obwohl sie botanisch nicht mit dem Knoblauch verwandt ist, sondern zur Familie der Kreuzblütler gehört, erinnert ihr Aroma stark an Knoblauch und Bärlauch. Die Knoblauchsrauke ist nicht nur ein schmackhaftes Wildkraut, sondern auch eine traditionelle Heilpflanze.

Merkmale und Unterscheidung von Doppelgängern

Die Knoblauchsrauke ist eine krautige Pflanze, die bis zu 100 cm hoch werden kann. Ihre Merkmale sind:

  • Blätter: Herzförmige, gezackte Blätter, die beim Zerreiben nach Knoblauch riechen.
  • Blüten: Kleine, weiße Kreuzblüten, die zwischen April und August erscheinen.
  • Wuchs: Aufrechter Wuchs mit einem vierkantigen Hauptspross.

Eine Verwechslungsgefahr besteht für unerfahrene Sammler mit Gundermann und Brennnesseln. Brennnesseln lassen sich leicht durch ihre Brennhaare ausschließen. Gundermann hat zwar ähnliche Blattformen, aber eine andere Wuchsart und blüht mit lila Lippenblüten, während die Knoblauchsrauke weiße Kreuzblüten besitzt. Auch hier gilt: Der Knoblauchgeruch der Knoblauchsrauke ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal.

Verbreitung und Standort

Die Knoblauchsrauke ist in Europa heimisch und wächst bevorzugt in Wäldern, an Wegrändern, Bachufern und generell an halbschattigen, nährstoffreichen Standorten.

Welche Pflanze ähnelt dem Knoblauch?
Riecht es im Wald also nach Knoblauch, wächst dort Wunderlauch oder Bärlauch. Der Wunderlauch unterscheidet sich durch seine schmalen, fast grasartigen Blätter vom breitblättrigen Bärlauch. Eine Verwechslung wäre aber nicht schlimm. Beide Arten sind essbar, wobei der Bärlauch etwas würziger schmeckt.

Kulinarische und medizinische Verwendung

Alle Teile der Knoblauchsrauke sind essbar. Besonders die jungen Blätter und Triebe im Frühjahr sind zart und aromatisch. Verwendungen in der Küche sind:

  • Salate und Rohkost: Die Blätter verleihen Salaten eine würzige Note.
  • Pesto und Kräuterquark: Ähnlich wie Wunderlauch und Bärlauch eignet sich die Knoblauchsrauke für Pesto und Kräuterquark.
  • Warme Gerichte: Auch in warmen Gerichten kann die Knoblauchsrauke verwendet werden, sollte aber erst kurz vor Ende der Garzeit hinzugefügt werden, um das Aroma zu erhalten.

Darüber hinaus besitzt die Knoblauchsrauke auch Heilwirkungen. Sie enthält Senfölglycoside, Vitamin A und C, Saponine und Gerbstoffe. Traditionell wird sie bei Entzündungen, Erkältungen, zur Entgiftung und Wundheilung eingesetzt.

Weitere Pflanzen mit Knoblaucharoma

Neben Wunderlauch und Knoblauchsrauke gibt es noch weitere Pflanzen, die ein Knoblaucharoma verströmen, wenn auch oft weniger intensiv:

  • Bärlauch (Allium ursinum): Der Klassiker unter den Knoblauchpflanzen, mit kräftigem Aroma.
  • Schnitt-Knoblauch (Allium tuberosum): Eine Zierlauch-Art mit mildem Knoblaucharoma, ideal für den Garten.
  • Zimmerknoblauch (Tulbaghia violacea): Auch Südseeknoblauch genannt, eine Kübelpflanze mit Knoblauchduft.
  • Knoblauch (Allium sativum): Der allseits bekannte Speiseknoblauch, dessen Duft und Geschmack unverkennbar sind.

Vergleichstabelle: Wunderlauch, Knoblauchsrauke, Bärlauch

MerkmalWunderlauch (Allium paradoxum)Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)Bärlauch (Allium ursinum)
BlätterSchmal, grasartigHerzförmig, gezacktBreit, elliptisch
BlütenMeist einzelne, weißKleine, weiße KreuzblütenSternförmige, weiße Blütenstände
GeruchDeutlich knoblauchartigKnoblauchartig, senfartigIntensiv knoblauchartig
GeschmackKnoblauchartig, mildKnoblauchartig, würzigKnoblauchartig, kräftig
VerwendungKalte Küche, Pesto, FrischkäseSalate, Pesto, HeilpflanzePesto, Suppen, Dips
VerbreitungEuropa, oft städtischEuropa, Wälder, WegränderEuropa, Wälder, feuchte Standorte

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Sind alle Pflanzen mit Knoblauchduft essbar?
Nein, nicht alle. Achten Sie auf die genaue Bestimmung der Pflanze und verwechseln Sie sie nicht mit giftigen Doppelgängern wie dem Maiglöckchen. Im Zweifel lieber auf den Verzehr verzichten.
Wo finde ich diese Pflanzen?
Wunderlauch und Bärlauch wachsen häufig in Laubwäldern, besonders in feuchten Auenwäldern. Die Knoblauchsrauke ist ebenfalls in Wäldern, aber auch an Wegrändern und Bachufern zu finden.
Wann ist die beste Erntezeit?
Die beste Erntezeit für Wunderlauch, Bärlauch und Knoblauchsrauke ist im Frühjahr, vor der Blüte. Dann sind die Blätter am zartesten und aromatischsten.
Wie kann ich diese Pflanzen sicher erkennen?
Der Knoblauchgeruch ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal. Achten Sie zusätzlich auf die Blattform, Blüten und den Standort. Nutzen Sie Bestimmungsbücher oder Apps zur Pflanzenidentifikation, wenn Sie unsicher sind.

Fazit

Die Welt der Pflanzen mit Knoblauchduft ist faszinierend und vielfältig. Wunderlauch, Knoblauchsrauke und Bärlauch sind nicht nur aromatische Küchenkrauter, sondern auch wertvolle Wildpflanzen, die es zu entdecken gilt. Mit etwas Aufmerksamkeit und dem richtigen Wissen können Sie diese duftenden Schätze der Natur sicher erkennen und in Ihrer Küche oder Ihrem Garten nutzen. Achten Sie jedoch immer auf eine sichere Bestimmung und sammeln Sie verantwortungsbewusst, um die Bestände zu schützen und die Natur zu bewahren.

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