Ist das Kleeblatt eine Blume?

Klee: Mehr als nur Glücksbringer im Garten

29/10/2020

Rating: 3.7 (9529 votes)

Oftmals übersehen wir ihn im Rasen oder betrachten ihn als Unkraut, doch Klee ist mehr als das. Aber ist Klee eigentlich eine Blume? Botanisch gesehen gehört Klee zur Familie der Hülsenfrüchtler und ist somit eine Blütenpflanze. In diesem Artikel tauchen wir tief in die Welt des Klees ein, erkunden seine Vielfalt, seine symbolische Bedeutung und geben praktische Tipps zur Pflege des beliebten Glücksklees.

Wie pflege ich Glücksklee?
Wie die meisten Zimmerpflanzen braucht der Glücksklee nur mäßig viel Wasser. Die Erde sollte immer abtrocknen, bevor Sie ihn gießen, Staunässe sollten Sie vermeiden. Wird das Pflänzchen zu viel gegossen, fangen die Zwiebeln zu faulen an. In diesem Fall kann der Glücksbringer leider nicht mehr gerettet werden.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Klee botanisch gesehen?

Klee, wissenschaftlich bekannt als Trifolium, ist eine Gattung innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Diese vielfältige Pflanzengattung ist vor allem in Eurasien beheimatet. Die meisten Kleearten sind ausdauernde, krautige Pflanzen, die durch ihre wechselständigen, dreiteiligen Laubblätter charakterisiert sind. Diese dreiteiligen Blätter sind so typisch für Klee, dass sie oft als sein Erkennungsmerkmal gelten.

Doch Klee ist nicht nur botanisch interessant, er ist auch kulturell tief verwurzelt. In vielen Kulturen trägt Klee eine symbolische Bedeutung. Im Christentum beispielsweise steht das dreiblättrige Kleeblatt für die Dreifaltigkeit. Das berühmte vierblättrige Kleeblatt hingegen gilt weltweit als Symbol für Glück und wird oft als Talisman verehrt. Die Suche nach einem vierblättrigen Kleeblatt ist seit Generationen ein beliebter Zeitvertreib, und sein Fund wird oft als besonderes Glück angesehen.

Die faszinierende Vielfalt der Kleearten

Die Gattung Trifolium allein umfasst beeindruckende 245 Arten von echtem Klee. Diese Vielfalt zeigt sich in unterschiedlichen Formen, Farben und Lebensräumen. Neben dem echten Klee gibt es jedoch noch weitere Pflanzengattungen, die im allgemeinen Sprachgebrauch ebenfalls als Klee bezeichnet werden. Dazu gehören:

  • Schneckenklee (Medicago): Mit etwa 50 Arten weltweit vertreten.
  • Steinklee (Melilotus): Umfasst rund 20 Arten, oft in trockenen, kalkhaltigen Böden zu finden.
  • Sauerklee (Oxalis): Eine sehr große Gattung mit etwa 800 Arten, die weltweit verbreitet sind.

Wenn wir all diese Gattungen zusammenzählen, sprechen wir umgangssprachlich von mehr als 1200 Pflanzenarten, die unter den Begriff „Klee“ fallen. In Europa sind vor allem zwei Arten weit verbreitet und bekannt:

  • Wiesenklee (Trifolium pratense): Ein wichtiger Bestandteil von Wiesen und Weiden, bekannt für seine roten Blütenköpfe.
  • Weißklee (Trifolium repens): Häufig im Rasen und auf Weiden anzutreffen, mit weißen Blütenköpfen.

Diese Vielfalt zeigt, dass „Klee“ ein sehr umfassender Begriff ist, der eine große Bandbreite an Pflanzen umfasst, die alle ihre eigenen Besonderheiten und ökologischen Rollen haben.

Wie lange hält Klee im Topf?
Eine Überwinterung im Topf ist auch möglich. Bei einem im Winter gekauften Klee kann die etwa achtwöchige Vegetationsruhe von März bis April erfolgen. Dafür das Gießen stark reduzieren und die Pflanze beziehungsweise Zwiebeln kühl stellen.

Das Geheimnis des vierblättrigen Kleeblatts

Warum finden wir manchmal Kleeblätter mit vier statt der üblichen drei Blätter? Die Antwort liegt in einer Genmutation. Normalerweise sind Kleeblätter dreiteilig, das heißt, sie bestehen aus drei einzelnen Blattspreiten. Wenn ein Kleeblatt jedoch vier oder sogar fünf oder sechs Blattspreiten aufweist, ist dies das Ergebnis einer genetischen Veränderung. Diese Mutationen sind relativ selten, weshalb das Finden eines vierblättrigen Kleeblatts als etwas Besonderes und Glück bringendes gilt.

Es ist wichtig zu wissen, dass Pflanzen, die im Blumenhandel als „vierblättriger Klee“ angeboten werden, oft zu vierblättrigen Arten der Gattung Sauerklee (Oxalis) gehören. Ein bekanntes Beispiel ist der Glücksklee (Oxalis deppei). Dieser wird speziell wegen seiner vier Blätter kultiviert und verkauft, besonders beliebt als kleines Geschenk zu Silvester oder anderen Anlässen, bei denen man Glück wünschen möchte. Es handelt sich also nicht um eine Mutation des dreiblättrigen Klees, sondern um eine andere Art mit natürlich vierblättrigen Blättern.

Klee im Garten: Freund oder Feind?

Im Garten, besonders auf Spiel- und Liegewiesen, wird Klee oft als unerwünscht angesehen. Ein Hauptgrund dafür ist, dass Klee Bienen und andere Insekten anzieht. Dies kann auf einer Wiese, auf der man barfuß läuft oder spielt, zu einer erhöhten Gefahr von Bienenstichen führen. Aus diesem Grund versuchen viele Gartenbesitzer, Klee aus ihrem Rasen zu entfernen.

Wie lange hält Glücksklee im Topf?
Bei entsprechender Pflege kann der Glücksklee für viele Jahre als Zimmerpflanze überdauern. Nicht zu verwechseln ist Oxalis mit dem heimischen Weißklee.

Es gibt verschiedene Methoden, um die Ausbreitung von Klee im Rasen zu kontrollieren oder ihn zu entfernen. Vorbeugend kann man darauf achten, die Gräser durch eine ausreichende Nährstoffversorgung gesund und kräftig zu halten. Ein dichter, gesunder Rasen bietet Klee weniger Raum, um sich auszubreiten. Wenn sich Klee jedoch bereits großflächig im Rasen etabliert hat, gibt es verschiedene Bekämpfungsmethoden:

  • Vertikutieren: Durch das Vertikutieren des Rasens wird die Grasnarbe angeritzt und Klee sowie Rasenfilz entfernt. Dies kann helfen, Klee zu reduzieren, sollte aber im Frühjahr oder Herbst durchgeführt werden, um den Rasen nicht zu sehr zu strapazieren.
  • Abdecken mit einer Plane: Bei größeren Kleenestern kann es helfen, diese für einige Wochen mit einer Abdeckplane abzudecken. Durch den Lichtentzug wird das Wachstum des Klees gehemmt. Allerdings leiden auch die Gräser unter dieser Methode, erholen sich aber in der Regel besser als der Klee.

Es ist wichtig zu beachten, dass chemische Unkrautvernichter zwar Klee effektiv bekämpfen können, aber auch negative Auswirkungen auf die Umwelt und andere Pflanzen haben können. Mechanische Methoden wie Vertikutieren oder Abdecken sind oft umweltfreundlichere Alternativen.

Glücksklee: Der Glücksbringer im Topf

Der Glücksklee (Oxalis deppei) ist ein beliebter Glücksbringer, besonders zu Anlässen wie Geburtstag oder Jahreswechsel. Seine vier Blätter machen ihn zu einem symbolträchtigen Geschenk. Doch wie lange hält dieses symbolische Glück eigentlich an? Und wie pflegt man Glücksklee richtig, damit er nicht gleich nach kurzer Zeit eingeht?

Viele Menschen sind überrascht, wenn ihr Glücksklee schon am ersten Abend die Blätter hängen lässt. Das ist jedoch kein Grund zur Sorge, sondern ein natürliches Verhalten dieser Pflanze. Glücksklee „schläft“ nachts, indem er seine Blätter zusammenklappt. Am nächsten Tag entfaltet er sie bei ausreichend Licht wieder.

Oftmals hält Glücksklee im Wohnzimmer nur wenige Wochen. Dies liegt meist an ungünstigen Bedingungen wie zu warmer Raumluft, trockener Heizungsluft und unzureichendem Licht. Um Glücksklee länger am Leben zu erhalten, sind folgende Punkte wichtig:

Standort und Pflege von Glücksklee in der Wohnung

  • Heller, kühler Standort: Ideal sind Temperaturen zwischen 15 und 18 °C, zum Beispiel in einem temperierten Wintergarten oder an einem Fenster im Schlafzimmer. Vermeiden Sie direkte Heizungsluft und zu warme Räume.
  • Ausreichend Licht: Bei Lichtmangel bilden sich lange, helle und weiche Triebe (Geilwuchs). Dies ist ein Zeichen dafür, dass die Pflanze mehr Licht benötigt.
  • Richtig gießen: Verwenden Sie abgestandenes Wasser mit Zimmertemperatur. Die Erde sollte immer leicht feucht sein, aber Staunässe vermeiden. Lassen Sie die Erde zwischen den Wassergaben leicht antrocknen, aber nie vollständig austrocknen.

Glücksklee im Freien weiterkultivieren

Unter optimalen Bedingungen kann Glücksklee bis zum späten Frühling in der Wohnung halten und danach im Freien jahrelang Freude bereiten, da er mehrjährig ist. Allerdings ist er nicht winterhart und muss vor dem ersten Frost wieder ins Haus geholt werden.

  • Umtopfen im Frühling: Im April, wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind, topfen Sie den Glücksklee in einen größeren Topf mit gut durchlässiger Erde um. Mischen Sie etwas Sand oder spezielle Pflanzerde unter die Blumenerde, um die Drainage zu verbessern.
  • Aussetzen ins Freie ab Mai: Nach den Eisheiligen (Mitte Mai) kann der Glücksklee einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Freien einnehmen. Er kann entweder im Topf bleiben oder an einen geschützten Platz im Garten gepflanzt werden.
  • Überwintern der Zwiebeln: Vor den ersten Frösten im Herbst muss der Glücksklee ausgegraben werden. An den Wurzeln haben sich Brutzwiebeln gebildet. Lagern Sie die Wurzeln samt Zwiebelchen an einem trockenen Ort. Sobald die Wurzeln eingeschrumpft sind, lassen sich die Brutzwiebeln entfernen. Diese werden trocken aufbewahrt und können im kommenden späten Frühling erneut in den Garten oder in einen Topf gepflanzt werden.
  • Düngen: Düngen Sie Glücksklee während der Wachstumsperiode von April bis September etwa alle 3-4 Wochen mit einem Flüssigdünger.
  • Blütezeit und Pflege während des Sommers: Ab Juli/August bis zum Herbst erfreut Glücksklee mit zierlichen rosa bis roten Blüten. Entfernen Sie regelmäßig verdorrte Blätter und verwelkte Blüten, um die Pflanze gesund und attraktiv zu halten und die Bildung neuer Blüten zu fördern.

5 goldene Regeln für die Pflege von Glücksklee

Zusammenfassend lassen sich die wichtigsten Pflegetipps für Glücksklee in fünf goldene Regeln fassen:

  1. Gesunde Pflanzen kaufen: Achten Sie beim Kauf darauf, dass der Glücksklee kurze, kräftige Stiele hat. Lange Stiele deuten auf Lichtmangel und zu warme Lagerung hin.
  2. Heller Standort: Glücksklee benötigt viel Licht, aber keine pralle Mittagssonne. Ein heller Fensterplatz ohne direkte Sonneneinstrahlung ist ideal.
  3. Mäßig gießen: Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht, aber vermeiden Sie Staunässe. Lassen Sie die oberste Erdschicht zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
  4. Kühle Temperaturen: Glücksklee bevorzugt kühlere Temperaturen zwischen 15 und 18 °C. Vermeiden Sie zu warme Räume und Heizungsluft.
  5. Mehrjährig genießen: Glücksklee ist mehrjährig und kann mit der richtigen Pflege jedes Jahr aufs Neue Freude bereiten. Überwintern Sie die Zwiebeln und pflanzen Sie sie im Frühling wieder ein.

Häufig gestellte Fragen zu Klee und Glücksklee

Ist Klee eine Blume?
Ja, botanisch gesehen gehört Klee zur Familie der Hülsenfrüchtler und ist eine Blütenpflanze.
Warum hat Klee manchmal vier Blätter?
Vierblättrige Kleeblätter entstehen durch eine Genmutation. Sie sind selten und gelten daher als Glückssymbol.
Wie entfernt man Klee aus dem Rasen?
Klee kann durch Vertikutieren oder Abdecken mit einer Plane aus dem Rasen entfernt werden. Vorbeugend hilft ein gesunder, dichter Rasen.
Wie lange hält Glücksklee?
Glücksklee kann mit der richtigen Pflege mehrere Wochen in der Wohnung halten und bei Überwinterung der Zwiebeln sogar jahrelang Freude bereiten.
Wie pflege ich Glücksklee richtig?
Glücksklee benötigt einen hellen, kühlen Standort, mäßige Wassergaben und sollte im Winter als Zwiebel überwintert werden. Achten Sie auf gesunde Pflanzen beim Kauf und vermeiden Sie Staunässe.

Fazit: Klee – mehr als nur ein grünes Blättchen

Klee ist viel mehr als nur ein grünes Blättchen im Rasen. Er ist eine vielfältige Pflanzengattung mit botanischer, kultureller und symbolischer Bedeutung. Ob als unscheinbarer Wiesenklee, als Glücksbringer Glücksklee oder als seltenes vierblättriges Kleeblatt – Klee begleitet uns in vielen Formen. Mit der richtigen Pflege kann der Glücksklee sogar zu einem langlebigen Begleiter werden und uns Jahr für Jahr mit seinen zarten Blättern und Blüten erfreuen. Möge auch Ihr Glück lange, lange halten!

Go up