03/11/2023
Klee, oft als bescheidenes Gewächs übersehen, birgt eine überraschende Vielfalt und zahlreiche Vorteile für Garten und Gesundheit. Ob als Glücksbringer zu Silvester, als pflegeleichter Bodendecker im Garten oder als Heilpflanze – Klee ist viel mehr als nur ein grünes Blatt. Dieser Artikel beleuchtet die unterschiedlichen Kleearten, gibt praktische Tipps zur Pflege und zeigt, wie Sie Klee optimal in Ihrem Garten nutzen können.

Glücksklee: Mehr als nur ein Silvestergeschenk
Der Glücksklee (Oxalis tetraphylla) ist besonders zu Silvester und Neujahr ein beliebtes Geschenk. Oft wird er nach den Feiertagen entsorgt, doch das ist schade. Mit der richtigen Pflege kann dieser Klee über Jahre hinweg Freude bereiten und sogar im Sommer blühen. Entgegen der weitläufigen Meinung hat Glücksklee botanisch gesehen keine vier Blätter, sondern ein viergeteiltes Laubblatt. Seine Symbolkraft als Glücksbringer ist jedoch ungebrochen.
Standort und Pflege von Glücksklee im Topf
Glücksklee ist eine mehrjährige Pflanze, die etwa 20 Zentimeter hoch wird. In unseren Breiten ist er jedoch nicht winterhart und wird daher meist als Zimmerpflanze gehalten. Er bevorzugt einen hellen Standort, der nicht zu warm sein sollte. Ideal ist eine hohe Luftfeuchtigkeit und eine Zimmertemperatur zwischen 10 und 18 Grad Celsius. Achten Sie auf eine regelmäßige Bewässerung, wobei die Erde stets leicht feucht, aber nicht nass sein sollte. Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Während der Wachstumsperiode empfiehlt es sich, den Glücksklee etwa alle zwei Wochen mit etwas Flüssigdünger zu versorgen.
Glücksklee im Garten und Beet
Sobald keine Frostgefahr mehr besteht und die Temperaturen dauerhaft über 10 Grad Celsius liegen, kann Glücksklee ins Beet gepflanzt oder im Topf nach draußen gestellt werden. Ein halbschattiger Standort ohne Staunässe ist optimal. Im Herbst, vor dem ersten Frost, muss die Pflanze wieder ins Haus geholt werden, um zu überwintern.
Glücksklee zur Blüte bringen
Um den Glücksklee zur Blüte zu animieren, benötigt er eine Ruhephase. Pflanzen, die um den Jahreswechsel verschenkt werden, blühen meist nicht, da sie diese Ruhephase nicht hatten. Wenn Sie sich im Sommer Blüten wünschen, reduzieren Sie ab August die Wassergaben allmählich. Die Blätter welken und ziehen sich bis zum Herbst zurück. Zur Überwinterung lagern Sie die Zwiebeln während der Vegetationsruhe kühl und frostfrei, ähnlich wie Dahlien. Nach der Ruhezeit können die Zwiebeln etwa fünf Zentimeter tief in neue Erde gepflanzt werden. Eine Überwinterung im Topf ist ebenfalls möglich. Bei im Winter gekauften Pflanzen kann die Ruhephase von März bis April eingelegt werden. Reduzieren Sie dafür das Gießen stark und stellen Sie die Pflanze kühl.

Kleearten im Überblick: Von Weißklee bis Hornklee
Klee (Trifolium) ist eine vielfältige Gattung innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler mit rund 250 verschiedenen Arten. Er kann sowohl als nützlicher Bodendecker als auch als Zierpflanze im Garten dienen. Im Folgenden werden einige der bekanntesten Kleearten vorgestellt:
Weißklee (Trifolium repens)
Weißklee ist eine heimische Art, die häufig auf Rasenflächen vorkommt und durch seine weißen Blütenköpfe gekennzeichnet ist. Er bildet meist dreiteilige Blätter, gelegentlich auch den begehrten vierblättrigen Klee, der als Glückssymbol gilt. Weißklee ist anpassungsfähig und wächst auch auf stickstoffarmen Böden, da er Stickstoff aus der Luft binden kann. In der Landwirtschaft wird er als Gründüngung eingesetzt, während er im Garten sowohl als Zierpflanze als auch zur Bodenverbesserung dient. Er blüht von Mai bis Oktober und zieht Bienen und Hummeln an.
Mikroklee
Mikroklee ist eine spezielle Züchtung des Weißklees, die sich besonders für Rasenflächen eignet. Er wuchert nicht so stark wie herkömmlicher Weißklee und bildet eine dichte, trittfeste Grasnarbe. Mikroklee sorgt für eine gute Nährstoffversorgung des Bodens, reduziert den Bedarf an Dünger und macht den Rasen pflegeleichter. Er ist eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Rasenmischungen.
Rotklee (Trifolium pratense)
Rotklee ist eine mehrjährige Art mit rosa bis roten Blüten, die auf Wiesen, an Wegrändern und auch im Rasen wächst. Er ist nicht nur attraktiv, sondern auch vielseitig nutzbar. Sowohl Blüten als auch Blätter sind essbar und eignen sich zur Dekoration von Speisen oder für Salate. Rotklee ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen und wird traditionell in der Volksheilkunde verwendet. Er enthält Phytoöstrogene und Gerbstoffe, denen verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben werden. Zudem ist Rotklee eine wichtige Futterpflanze und verbessert den Boden durch Stickstoffbindung.
Perserklee (Trifolium resupinatum)
Perserklee ist ein einjähriger Klee mit violetten Blättern, der ursprünglich aus Südeuropa und Südwestasien stammt. Er wird oft als Untersaat in Getreide- oder Maisfeldern verwendet oder unter Obstbäumen ausgesät. Perserklee dient vor allem der Bodenverbesserung und speichert viel Stickstoff im Boden. Seine Blüten sind bei bestäubenden Insekten sehr beliebt, was ihn zu einer wertvollen Pflanze für Naturgärten macht. Alle Teile des Perserklees sind essbar.

Alexandrinerklee (Trifolium alexandrinum)
Alexandrinerklee ist ebenfalls ein einjähriger Klee, der dem Rotklee ähnelt, aber nicht winterhart ist. Er wird hauptsächlich als Futterpflanze oder Gründüngung verwendet. Wie andere Leguminosen bindet auch Alexandrinerklee Stickstoff aus der Luft. In Blumenwiesen ist er aufgrund seiner Attraktivität für Bienen und andere Bestäuber nützlich. Er bevorzugt Löss- und Lehmböden.
Inkarnatklee (Trifolium incarnatum)
Inkarnatklee stammt aus dem Mittelmeerraum und zeichnet sich durch seinen hohen Zierwert aus. Seine dunklen, runden, aufwärts wachsenden Blütenstände sind auffällig und locken viele Hummeln, Bienen und Schmetterlinge an. Inkarnatklee wird vor allem als Gründüngung verwendet und ist eine eiweißreiche Futterpflanze. Er etabliert sich schnell und unterdrückt unerwünschte Unkräuter.
Hornklee (Lotus corniculatus)
Hornklee ist eine niedrig wachsende, mehrjährige Pflanze mit gelben Blüten, die von Mai bis September blüht. Er ist sehr anpassungsfähig und wächst auf fast allen Böden, auch auf kargen. Hornklee bringt Farbe in den Garten und zieht zahlreiche nützliche Insekten an. Er dient als Wirtspflanze für verschiedene Insekten, darunter der Ikarus-Bläuling. Blätter, Blüten und Stängel sind essbar und werden in der Küche verwendet. In der Landwirtschaft wird Hornklee als Futterpflanze genutzt.
Klee im Garten: Ja oder Nein?
Die Frage, ob Klee im Garten erwünscht ist, spaltet die Meinungen. Für einen gepflegten Zierrasen ist Klee möglicherweise weniger geeignet, da er dem Rasen ein natürlicheres, weniger formelles Aussehen verleiht. Klee kann sich schnell ausbreiten und das Wachstum von Rasengras beeinträchtigen. Es gibt jedoch auch Vorteile von Klee im Garten:
- Natürliches Aussehen: Klee verleiht dem Garten eine natürliche und lebendige Note.
- Pflegeleichter Rasen: Klee reduziert den Pflegeaufwand für den Rasen, da er zur Nährstoffversorgung beiträgt und Dünger spart.
- Bodenverbesserung: Klee verbessert die Bodenstruktur und bindet Stickstoff.
- Bodendecker: Klee wirkt als natürlicher Bodendecker und erschwert Unkraut das Wachstum.
- Trockenheitsresistenz: Klee macht den Rasen widerstandsfähiger gegen Trockenheit.
- Bestäuberfreundlich: Blühender Klee lockt Bienen, Hummeln und andere bestäubende Insekten an und fördert die Artenvielfalt.
- Zierwert: Viele Kleearten haben attraktive Blüten und Blätter.
- Nahrungsquelle für Nützlinge: Klee dient als Nahrungsquelle für Nützlinge.
- Essbare Blüten: Viele Kleearten haben essbare Blüten.
- Feuchtigkeitshaushalt: Klee verbessert den Feuchtigkeitshaushalt des Bodens.
Rotkleeblüten: Heilwirkung und Anwendung
Rotklee wird in der Volksheilkunde seit langem für seine potenziellen gesundheitlichen Vorteile geschätzt. Ihm werden verschiedene Wirkungen zugeschrieben, obwohl die wissenschaftliche Beweislage oft noch dünn ist. Rotklee enthält Vitamine (B1, B3, C) und Mineralstoffe (Magnesium, Kalzium, Kalium), sowie Isoflavone, die als Phytoöstrogene wirken können.

Mögliche Wirkungen von Rotklee
- Wechseljahresbeschwerden: Isoflavone im Rotklee ähneln Östrogenen und könnten helfen, Beschwerden wie Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schlafstörungen während der Wechseljahre zu lindern. Die Studienlage ist hierzu jedoch nicht eindeutig.
- Krebshemmende Wirkung: Es gibt Hinweise, dass Isoflavone krebshemmende Eigenschaften haben könnten, indem sie den programmierten Zelltod von Krebszellen fördern. Klinische Studien, die dies belegen, fehlen jedoch noch.
- Knochen-, Haar- und Hautgesundheit: Rotklee wird auch ein positiver Einfluss auf die Knochen-, Haar- und Hautgesundheit nachgesagt.
Es ist wichtig zu betonen, dass viele der angeblichen Wirkungen von Rotklee nicht wissenschaftlich erwiesen sind. Gesundheitsexperten raten zur Vorsicht bei der Anwendung von Rotklee als Heilmittel und weisen darauf hin, dass weitere Forschung erforderlich ist.
Anwendung von Rotklee
Rotklee kann auf verschiedene Arten angewendet werden:
- Rotklee zum Essen: Die Blüten sind essbar und können Salate und Suppen bereichern. Rotkleesprossen sind ebenfalls eine gesunde Salatbeilage.
- Rotklee-Tee: Für Rotklee-Tee übergießen Sie einen Teelöffel getrocknete Blüten mit 250 ml kochendem Wasser und lassen ihn 10 Minuten ziehen. Bis zu vier Tassen täglich können getrunken werden.
- Rotklee-Kapseln: Von der Einnahme hochkonzentrierter Rotklee-Präparate in Kapselform wird aufgrund möglicher Risiken und unzureichender Forschung abgeraten.
Sind Kleeblüten essbar?
Ja, viele Kleeblüten sind essbar und können eine interessante Ergänzung zu Salaten, Suppen oder anderen Gerichten sein. Besonders die Blüten von Rotklee und Hornklee werden häufig in der Küche verwendet. Sie haben einen leicht süßlichen, honigartigen Geschmack und sind reich an Nährstoffen.
Fazit
Klee ist eine vielseitige und unterschätzte Pflanze mit zahlreichen Vorteilen. Ob als Glücksbringer, pflegeleichter Bodendecker, Gründüngung oder Heilpflanze – Klee bereichert Garten und Gesundheit. Entdecken Sie die Vielfalt des Klees und nutzen Sie seine positiven Eigenschaften für sich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wie lange hält Klee im Topf?
- Glücksklee ist mehrjährig und kann bei richtiger Pflege mehrere Jahre im Topf leben. Wichtig sind ein geeigneter Standort, regelmäßige Wassergaben und eine Ruhephase im Winter.
- Ist Klee eine Blume?
- Ja, Klee gehört zur Familie der Hülsenfrüchtler und bildet Blüten aus. Die Blütenstände variieren je nach Kleeart in Farbe und Form.
- Sind Kleeblüten essbar?
- Ja, viele Kleeblüten, insbesondere von Rotklee und Hornklee, sind essbar und können in der Küche verwendet werden.
- Wie pflege ich Glücksklee richtig?
- Glücksklee benötigt einen hellen, kühlen Standort, regelmäßige Wassergaben (ohne Staunässe) und eine Ruhephase im Winter. Im Sommer kann er ins Freie gestellt werden.
