Hat es in Island Wald?

Natürliche Bäume in Island: Ein überraschender Blick

23/08/2020

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Island, das Land aus Feuer und Eis, ist bekannt für seine atemberaubenden Landschaften mit Gletschern, Vulkanen und Wasserfällen. Viele stellen sich Island als eine baumlose Tundra vor, doch ist das wirklich die ganze Wahrheit? Die Frage, ob es in Island natürliche Bäume gibt, ist überraschenderweise komplex und führt uns in die faszinierende Geschichte der isländischen Natur.

Gibt es in Island natürliche Bäume?
Island-Birkenwälder sind insofern ungewöhnlich, als sie die einzige einheimische Waldart in Island sind . Alle anderen Waldarten bestehen aus nicht-heimischen Arten wie Fichten und Lärchen. Birkenwälder bestehen überwiegend aus einer einzigen Art: der Moorbirke.
Inhaltsverzeichnis

Die ursprüngliche Bewaldung Islands

Entgegen der landläufigen Meinung war Island nicht immer kahl. Vor der Besiedlung durch die Wikinger im 9. Jahrhundert war Island tatsächlich zu einem erheblichen Teil von Wäldern bedeckt. Schätzungen gehen davon aus, dass zwischen 25% und 40% der Landfläche von Birken- und Weidenwäldern bewachsen waren. Diese Wälder bestanden hauptsächlich aus der Moor-Birke (Betula pubescens), die die vorherrschende Baumart war, sowie verschiedenen Weidenarten. Diese natürlichen Wälder spielten eine wichtige Rolle im Ökosystem und boten Lebensraum für Tiere und schützten den Boden vor Erosion.

Die Entwaldung durch den Menschen

Mit der Ankunft der Wikinger begann eine Periode der massiven Entwaldung. Die Siedler rodeten die Wälder, um Platz für Landwirtschaft und Weideland zu schaffen. Holz wurde auch in großen Mengen für den Bau von Häusern, Schiffen und zur Gewinnung von Holzkohle benötigt. Die Abholzung der Wälder, kombiniert mit der Beweidung durch Schafe und Ziegen, führte zu einer dramatischen Veränderung der isländischen Landschaft. Der empfindliche Boden wurde anfälliger für Erosion, und das Klima, ohnehin schon herausfordernd, wurde durch den Verlust der Wälder weiter verschärft.

Gibt es heute noch natürliche Bäume in Island?

Ja, es gibt sie! Obwohl der Großteil der ursprünglichen Wälder verschwunden ist, haben sich in einigen Gebieten Islands natürliche Baumbestände erhalten. Diese Überreste der ursprünglichen Wälder sind oft klein und fragmentiert, aber sie existieren. Besonders in schwer zugänglichen Gebieten, wie zum Beispiel in Schluchten und an steilen Hängen, konnten sich Birken- und Weidenwälder halten. Diese Gebiete sind ökologisch wertvoll, da sie die genetische Vielfalt der ursprünglichen isländischen Bäume bewahren und als Refugien für die heimische Flora und Fauna dienen.

Heimische Baumarten Islands

Die wichtigsten natürlichen Baumarten in Island sind:

  • Moor-Birke (Betula pubescens): Die dominante Baumart der ursprünglichen isländischen Wälder. Sie ist robust und an das subarktische Klima angepasst.
  • Verschiedene Weidenarten (Salix spp.): Es gibt verschiedene Weidenarten in Island, die ebenfalls Teil der natürlichen Vegetation sind.
  • Eberesche (Sorbus aucuparia): Auch die Eberesche ist in einigen Gebieten Islands heimisch und kann als natürlicher Baum betrachtet werden, obwohl sie weniger verbreitet ist als Birke und Weide.

Es ist wichtig zu betonen, dass viele der Bäume, die man heute in Island sieht, angepflanzt wurden. Seit dem 20. Jahrhundert gibt es in Island umfangreiche Aufforstungsprojekte, um die geschädigten Ökosysteme wiederherzustellen und die Bewaldung zu erhöhen. Dabei werden sowohl heimische als auch eingeführte Baumarten verwendet, wobei der Fokus zunehmend auf der Verwendung heimischer Arten liegt, um die natürliche Artenvielfalt zu fördern.

Herausforderungen für das Wachstum natürlicher Bäume in Island

Island bietet Bäumen von Natur aus keine einfachen Bedingungen. Die Herausforderungen sind vielfältig:

  • Kaltes Klima: Island hat ein subarktisches Klima mit kurzen Sommern und langen, kalten Wintern. Die Vegetationsperiode ist kurz, und das Baumwachstum ist langsam.
  • Vulkanischer Boden: Der Boden in Island ist oft jung, vulkanisch und nährstoffarm. Dies stellt besondere Ansprüche an die Bäume.
  • Wind: Island ist sehr windig, was das Wachstum von Bäumen erschwert und zu Austrocknung führen kann.
  • Beweidung: Auch heute noch stellt die Beweidung durch Schafe und andere Tiere eine Herausforderung für die natürliche Regeneration von Wäldern dar.

Die Bedeutung von Wäldern in Island

Die Wiederherstellung und der Schutz von Wäldern in Island sind von großer Bedeutung aus verschiedenen Gründen:

  • Ökologische Bedeutung: Wälder tragen zur Bodenerhaltung bei, verhindern Erosion, verbessern die Wasserqualität und bieten Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Sie spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem.
  • Klimaschutz: Wälder sind wichtige Kohlenstoffspeicher und tragen zur Reduzierung von Treibhausgasen in der Atmosphäre bei. Aufforstungsprojekte sind daher ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.
  • Wirtschaftliche Bedeutung: Wälder können nachhaltig bewirtschaftet werden und Holz und andere Forstprodukte liefern. Auch der Tourismus profitiert von attraktiven Waldlandschaften.
  • Soziale Bedeutung: Wälder haben einen Erholungswert und tragen zur Lebensqualität bei. Sie sind wichtige Orte für Freizeitaktivitäten und Naturerlebnisse.

Tabellarische Übersicht: Natürliche vs. Angepflanzte Bäume in Island

MerkmalNatürliche BäumeAngepflanzte Bäume
HerkunftHeimisch, seit der EiszeitEingeführt, seit dem 20. Jhdt. verstärkt
ArtenMoor-Birke, Weidenarten, EberescheSowohl heimische als auch nicht-heimische Arten (z.B. Kiefern, Fichten, Lärchen)
VerbreitungFragmentiert, in Restbeständen und schwer zugänglichen GebietenWeit verbreitet durch Aufforstungsprojekte
ZweckErhalt der Biodiversität, genetische RessourcenAufforstung, Bodenschutz, Holzwirtschaft, Klimaschutz

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Waren die Wikinger für die Entwaldung Islands verantwortlich?
Ja, die Wikinger und die nachfolgende Besiedlung spielten eine entscheidende Rolle bei der Entwaldung Islands durch Rodung und Beweidung.
Welche ist die häufigste natürliche Baumart in Island?
Die Moor-Birke (Betula pubescens) ist die häufigste und wichtigste natürliche Baumart Islands.
Werden in Island nur heimische Bäume angepflanzt?
Nein, in Island werden sowohl heimische als auch eingeführte Baumarten angepflanzt. Der Trend geht jedoch zunehmend zur Verwendung heimischer Arten.
Kann man in Island „richtige“ Wälder sehen?
Ja, in Island gibt es zunehmend wieder Wälder, sowohl natürliche Restbestände als auch angepflanzte Wälder. Diese sind zwar oft nicht so ausgedehnt wie in anderen Ländern, aber sie sind vorhanden und werden immer wichtiger.
Was kann man tun, um die Wälder in Island zu schützen?
Man kann Aufforstungsprojekte unterstützen, sich für eine nachhaltige Landwirtschaft einsetzen und generell umweltbewusst handeln.

Fazit

Die Antwort auf die Frage, ob es in Island natürliche Bäume gibt, lautet also eindeutig: Ja! Obwohl der Großteil der ursprünglichen Wälder verschwunden ist, existieren natürliche Baumbestände weiterhin und spielen eine wichtige Rolle im isländischen Ökosystem. Durch Aufforstungsprojekte und den Schutz der verbliebenen natürlichen Wälder wird daran gearbeitet, die Bewaldung Islands wieder zu erhöhen und die wertvollen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Funktionen von Wäldern in dieser einzigartigen Landschaft zu stärken. Island ist mehr als nur Eis und Feuer – es ist auch ein Land, in dem das Grün der Bäume langsam aber stetig zurückkehrt.

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