Was ist der Katathym-Imaginative Ansatz in der Psychotherapie?

Katathymes Bilderleben: Eintauchen in die innere Bilderwelt

12/03/2026

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Das Katathyme Bilderleben (KIP), auch bekannt als Symboldrama, ist eine tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, die von Hanscarl Leuner in den 1950er Jahren entwickelt wurde. Diese imaginative Methode nutzt die Kraft innerer Bilder und Tagträume, um unbewusste Konflikte und Emotionen zugänglich zu machen und zu bearbeiten. Der Begriff "katathym" leitet sich vom Griechischen ab (kata = gemäß, thymos = Seele) und betont die enge Verbindung zwischen Vorstellungskraft und Gefühlswelt.

Was ist ein katathymes Bilderleben?
katathymes Bilderleben, auch: Symboldrama, von Hanscarl Leuner begründetes systematisches therapeutisches Tagtraum-Verfahren aus dem Bereich der Imaginationstherapien. Der Name "katathym" (kata = gemäß, thymos = Seele) soll die Anhängigkeit imaginativer Vorgänge von Affekten und Emotionen kennzeichnen.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Katathymes Bilderleben?

Im Kern des Katathymen Bilderlebens steht die Annahme, dass unsere inneren Bilder, sowohl spontan auftretende als auch vom Therapeuten angeregte, Spiegelbilder unbewusster Prozesse sind. Der Therapeut gibt dabei sogenannte "Motive" vor, also grundlegende Vorstellungsbilder wie eine Wiese, einen Berg, ein Haus, oder auch komplexere Motive wie eine Begegnung mit einer Bezugsperson oder symbolträchtige Orte wie eine Höhle oder ein Sumpfloch. Der Klient, entspannt liegend oder sitzend, lässt diese Motive in sich wirken und beschreibt die auftauchenden Bilder so detailliert wie möglich.

Die therapeutische Arbeit besteht dann darin, diese Bilder gemeinsam zu "durcharbeiten". Dies kann durch Spiegeln, Konfrontieren, oder durch deutende Hilfestellungen des Therapeuten geschehen. Ziel ist es, dem Klienten zu helfen, konflikthafte Zusammenhänge zu erkennen und zu reflektieren. Das Katathyme Bilderleben ist somit ein Weg, die innere Welt des Klienten auf symbolischer Ebene zu erkunden und zu verändern.

Die Geschichte der Katathym Imaginativen Psychotherapie (KIP)

Der Psychiater und Psychotherapeut Hanscarl Leuner (1919-1996) begann in den späten 1940er Jahren, sich für die therapeutische Anwendung von Imaginationen zu interessieren. Seine frühen Forschungen umfassten auch Experimente mit halluzinogenen Drogen, um psychotische Zustände und damit verbundene imaginative Prozesse zu untersuchen. Er erkannte, dass sowohl durch psychoaktive Substanzen als auch durch Entspannung und suggestive Techniken in Kombination mit symbolischen Motiven aussagekräftige innere Bilder hervorgerufen werden konnten. Für therapeutische Zwecke erwies sich jedoch die zweite Methode als geeigneter, da sie die Selbststeuerung und die Ich-Funktionen des Klienten stärker einbezog.

Mitte der 1950er Jahre präsentierte Leuner erste Forschungsergebnisse zum "experimentellen" Katathymen Bilderleben, das zunächst auch als Symboldrama bezeichnet wurde. Die Bezeichnung Katathymes Bilderleben (KB) setzte sich zunächst durch, bevor 1994 der umfassendere Begriff Katathym Imaginative Psychotherapie (KIP) eingeführt wurde. Dieser Namenswechsel sollte verdeutlichen, dass der einzelne Tagtraum im KB integraler Bestandteil einer umfassenderen psychotherapeutischen Behandlung ist.

Leuner war ein vielseitiger Psychotherapeut, der sich unter anderem mit medizinischer Hypnose und der Analytischen Psychologie nach Carl Gustav Jung auseinandersetzte. Er integrierte Elemente verschiedener psychotherapeutischer Schulen, insbesondere der Psychoanalyse Sigmund Freuds, in sein Verfahren. Das Adjektiv "katathym" entlehnte er der klinischen Psychopathologie, wo es das affektive Moment wahnhafter Phänomene beschreibt. Leuner selbst sah in seinem Katathymen Bilderleben Anknüpfungspunkte zu verschiedenen anderen Ansätzen, darunter das "Bildstreifendenken" von Kretschmer, das "Bildbewusstsein" von Happich, das tiefenentspannte "Bildern" von Frederking, frühe Arbeiten von Silberer zur Symbolik, das Autogene Training (AT) nach J.H. Schultz, die Aktive Imagination nach C.G. Jung und den gelenkten Wachtraum ("rêve éveillé dirigé") von Desoille.

Was ist ein katathymes Bilderleben?
katathymes Bilderleben, auch: Symboldrama, von Hanscarl Leuner begründetes systematisches therapeutisches Tagtraum-Verfahren aus dem Bereich der Imaginationstherapien. Der Name "katathym" (kata = gemäß, thymos = Seele) soll die Anhängigkeit imaginativer Vorgänge von Affekten und Emotionen kennzeichnen.

Das Horusauge, das Logo der KIP, symbolisiert den "heilsamen Blick nach innen". Leuner wollte damit andeuten, dass die KIP Dimensionen anspricht, die über rein verbal-kognitive Methoden hinausgehen. Die Methode nutzt den Zwischenbereich zwischen bewusster Reflexion und unbewussten Fantasien therapeutisch. Imaginationsforscher Singer und Pope bezeichneten Leuners Methode als die "wohl systematischste unter den europäischen Ansätzen zur mentalen Imagination und zum Tagtraum". Leuner legte großen Wert auf die Lehrbarkeit seiner Methode, die anfänglich in Grund-, Mittel- und Oberstufe unterteilt wurde, heute jedoch meist in eine Grund- und Aufbaustufe.

Nach der experimentellen Phase entwickelte Leuner das KB konsequent zu einer klinisch anwendbaren Methode. Er begeisterte Kollegen verschiedener psychotherapeutischer Richtungen für das KB, was zur Entstehung vielfältiger Anwendungsbereiche führte. So entstanden spezielle Ansätze für Familientherapie, Kinder- und Jugendlichentherapie, Paartherapie, Gruppentherapie, psychosomatische Erkrankungen und Traumafolgestörungen. 1974 gründete Leuner die "Arbeitsgemeinschaft für Katathymes Bilderleben und imaginative Verfahren in der Psychotherapie" (AGKB), die später zur "Deutschen Gesellschaft für Katathym Imaginative Psychotherapie" (DGKIP) wurde. Auch in der ehemaligen DDR wurde die Methode weiterentwickelt und gelehrt.

Heute ist die KIP international verbreitet und wird in vielen europäischen Ländern gelehrt und angewendet. Die gesetzlichen Grundlagen und der Stellenwert der KIP variieren von Land zu Land. In Deutschland wird die KIP als eine besondere Methode der tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie anerkannt und kann von approbierten Ärzten und Psychologen mit entsprechender Weiterbildung angewendet werden. In Österreich gilt die KIP als eigenständige Psychotherapieform und ist auch für andere Berufsgruppen nach entsprechender Ausbildung zugänglich.

Wie funktioniert Katathymes Bilderleben?

Die KIP basiert auf neurobiologischen und kognitionswissenschaftlichen Erkenntnissen über das Gedächtnis, Emotionen, Imagination und Symbolisierung.

Neurobiologische Grundlagen

Das Gehirn ist ein plastisches Organ, das sich ständig an neue Erfahrungen anpasst. Neuroplastizität ermöglicht es, neuronale Strukturen und Funktionen durch Wiederholung und Redundanz nachhaltig zu verändern. Frühe implizite Lernprozesse, die vor dem bewussten Gedächtnis stattfinden, prägen Beziehungserfahrungen und bilden die Grundlage für das Selbstempfinden. Das Limbische System spielt eine zentrale Rolle bei der emotionalen Bewertung von Situationen und ist mit dem präfrontalen Cortex (PFC) verbunden, der für Handlungsplanung und -steuerung wichtig ist. Das Autobiografische Gedächtnis speichert bewusste und sprachlich fassbare Erinnerungen (Episodisches Gedächtnis), die jedoch stets auch mit impliziten, nicht-sprachlichen Inhalten in Verbindung treten und bei jedem Abruf in der Gegenwart neu geformt werden. Die KIP nutzt die Neuroplastizität, um durch Imaginationen und deren Wiederholung positive Veränderungen im Gedächtnis und im Erleben zu bewirken.

Was ist ein KIP?
Katathym Imaginative Psychotherapie ist eine vom Gesetzgeber und den Krankenkassen anerkannte Methode in Österreich, die sich über einen tiefenpsychologischen Ansatz den Problemen der Klienten annähert. Die Besonderheit der KIP liegt neben der klassischen Gesprächstherapie in der Arbeit mit Imaginationen.

Affekte, Emotionen, Gefühle

Affekte sind intensive biologisch-psychologische Reaktionen auf äußere oder innere Reize. Emotionen vermitteln zwischen Wahrnehmung und Handlung und bewerten Situationen hinsichtlich ihrer positiven oder negativen Auswirkungen. Gefühle entstehen durch die sprachliche und bewusste Verarbeitung von Affekten und Emotionen. Verbal orientierte Therapien erreichen Emotionen und Affekte über die Kommunikation über Gefühle. Körper- und bewegungsbezogene Therapien sowie die KIP nutzen jedoch auch andere Zugangswege, insbesondere die Imagination als affektgetragenes Bilderleben und das Symbol als vermittelndes Element.

Imagination und Symbol

Die Imagination in der KIP ist ein dialogisch begleiteter Tagtraum. Sie unterscheidet sich von Nachttraum, Fantasieren und Visualisieren durch die Willenskomponente und den Bewusstseinsgrad. Informationen aus allen Sinneskanälen und Körperwahrnehmungen werden in einer amodalen Form zusammengeführt und mit emotionalen und kognitiven Informationen vernetzt, was die Symbolbildung ermöglicht. Imaginationen entstehen aus der gegenwärtigen Situation, greifen Vergangenes auf oder weisen in die Zukunft. Sie sind sinnlich, plastisch, farbig und mehrdimensional, werden als innere Realität erlebt, bleiben aber von der äußeren Realität abgrenzbar. Im Gegensatz zu reinen Gedanken weisen sie ein unwillkürliches, spontanes Element auf.

Ein Symbol ist ein "Zeichen, dem der Geist Bedeutung zuspricht" (Cassirer). Es steht für etwas dahinter Liegendes und wird zum Träger von Bedeutungen. Symbole in der Imagination sind sinnlich und anschaulich, real präsent oder in der Vorstellung existierend. Sie sind tief im Empfinden für körperliche und affektive Vorgänge verankert und vielschichtig in ihrer Bedeutung. Sie vermitteln Bedeutungen, die über das beobachtete Phänomen hinausweisen und entfalten Wirkungen, die nicht primär in Worte zu fassen sind.

Symbolisierung im Tagtraum

Symbolisieren bedeutet das Umsetzen komplexer Zusammenhänge in die Sprache des Symbols. Die Fähigkeit zur Symbolisierung ist angeboren, muss aber im Laufe der Entwicklung erworben werden. In der Imagination kann das Symbol die Vergangenheit verdichten, verschlüsseln oder auf Zukünftiges hinweisen. Der Therapeut prüft im Therapieprozess, ob die vorgestellten Inhalte für das imaginierende Subjekt, seine Bezugspersonen, die Übertragung oder für Übergangsphänomene symbolisch stehen. Der Motivvorschlag des Therapeuten wirkt wie ein vorgegebenes Symbol und aktiviert Ressourcen und Probleme, die im Tagtraum bearbeitet werden können (Episodenaktivierung). Patienten mit beeinträchtigter Symbolisierungsfähigkeit können durch Imaginationen im Rahmen der KIP gefördert werden. Die Mentalisierung, also die Fähigkeit, sich selbst und andere als fühlende, denkende Wesen zu verstehen, wird durch die KIP ebenfalls gefördert.

Ablauf einer Katathym Imaginativen Psychotherapie

Die KIP ist in den psychodynamischen Gesamtprozess eingebettet und folgt einer typischen Struktur:

  1. Motivfindung: Der Therapeut wählt ein passendes Motiv aus, das als symbolischer Anstoß für den Tagtraum dient. Dies können Standardmotive (Wiese, Berg, Haus etc.), ressourcenorientierte Motive (zur Stabilisierung) oder konfliktorientierte Motive (zur Konfrontation) sein. Das Motiv ist ein Vorschlag, die Entwicklung der Imagination bestimmt der Patient.
  2. Setting und Entspannungsphase: Die KIP findet im Liegen oder Sitzen mit geschlossenen Augen statt. Eine Entspannungsphase bereitet den Klienten auf die Imagination vor.
  3. Therapeutische Begleitung: Während der Imagination bleiben Therapeut und Patient im sprachlichen Austausch. Der Therapeut begleitet den Tagtraum mit klärenden Fragen (Wer? Wo? Was? Wie?), sinnesorientierten Fragen (Sehen, Hören, Fühlen), gefühlsorientierten Fragen, tempoorientierenden Interventionen, lösungsorientierten Fragen, konfrontativen oder ermunternden Interventionen. Die therapeutische Haltung ist grundsätzlich gewährend und schützend.
  4. Ende der Imagination: Die Dauer der Imagination variiert (10-25 Minuten, in Einzelfällen bis zu 40 Minuten, bei Kindern kürzer). Die Imagination wird mit der Aufforderung beendet, ein stimmiges Ende zu finden, die Szene verblassen zu lassen und die Sinne wieder nach außen zu richten.
  5. Nachbereitung: Unmittelbar nach der Imagination findet ein kurzes Nachgespräch statt. Standardmäßig wird der Patient aufgefordert, ein Bild zum Tagtraum zu malen oder ein Protokoll anzufertigen. Auch andere kreative Gestaltungsformen sind möglich. In den Folgestunden wird die Imagination anhand der Gestaltungsformen und im Gespräch nachbereitet. Die Frequenz der Imaginationen variiert (etwa alle 3-4 Therapiestunden, in Krisen oder bei Kindern auch häufiger).

Der therapeutische Prozess in der KIP durchläuft verschiedene Phasen: Diagnostik und Beziehungsaufbau, Ressourcenorientierung und Strukturaufbau, Konfliktbearbeitung und Konfrontation, Rückblick und Ausblick, Abschied.

Was bedeutet
Der Begriff „katatym“ bedeutet: Aus dem Gefühl heraus. Es geht also um spontan entstehende innere Bilder, die die Seele das Patienten gewissermaßen aus sich selbst heraus erschafft, die unbewusst entstehen. Zwar werden Imaginationen in etlichen Psychotherapiemethoden verwendet.

Psychodynamische Konzepte in der KIP

Die KIP nutzt psychodynamische Konzepte wie Symbolisierung, Primär- und Sekundärprozess (aus der Traumdeutung Freuds). Im Unterschied zum Nachttraum ist die Imagination in der KIP ko-kreativ und steuerbar. Unbewusstes wird im aktiven Austausch symbolisiert und narrativ zugänglich gemacht. Episodenaktivierung wichtiger Beziehungserfahrungen ermöglicht den Zugang zu vorher nicht verbalisierbaren Gefühlen. Die KIP ermöglicht symbolische Katharsis und Affektregulierung. Sie bietet Möglichkeiten, Selbstwirksamkeit zu üben und Ressourcen zu aktivieren. Die KIP kann als Erarbeitung eines "Übergangsraumes" (Winnicott) verstanden werden und fördert Mentalisierung und Symbolisierungsfähigkeit. Die "Deutung mit Metapher" (Balint) ermöglicht eine persönliche Verankerung therapeutischer Erkenntnisse.

Für wen ist Katathymes Bilderleben geeignet?

Die KIP ist indiziert bei einer Vielzahl von psychischen Störungen und Problemen, sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen. Die Indikationsstellung orientiert sich an einer diagnostischen Trias: neurotische Störungen, ich-strukturelle Störungen und traumabedingte Störungen.

Indikationen bei Erwachsenen:

  • Akute und chronische Belastungsreaktionen (z.B. Erschöpfungsdepression, Burn-out-Syndrom)
  • Neurotische Symptome und Strukturen (z.B. Phobien, Angstneurosen, depressive Struktur)
  • Ich-strukturelle Störungen und Persönlichkeitsstörungen (bei erhaltener sozialer Anpassungsfähigkeit)
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)
  • Psychosomatische Erkrankungen (z.B. Anorexia nervosa, Asthma bronchiale, Colitis ulcerosa, Arterieller Hypertonie)
  • Somatopsychische Störungen (z.B. nach Krebserkrankungen, Unfallfolgen)

Indikationen bei Kindern und Jugendlichen:

  • Akute Belastungsreaktion (z.B. frisches Trauma, Elterntrennung)
  • Posttraumatische Belastungsreaktion
  • Depressive Syndrome, Angst- und Zwangsstörungen (z.B. Trennungsangst, Prüfungsangst)
  • Psychosomatische Erkrankungen (z.B. Neurodermitis, Asthma bronchiale, Enuresis, Anorexia nervosa)
  • Adoleszentenkrisen (z.B. Ablösungskrisen, Identitätskrisen)
  • Familientherapeutische Interventionen, Elternarbeit

Kontraindikationen:

  • Akute hirnorganische Störungen (z.B. Enzephalitis)
  • Schwere kognitive Einschränkungen (z.B. Demenz, schwere intellektuelle Beeinträchtigung)
  • Schwere soziale Anpassungsstörungen (z.B. Dissozialität)
  • Akute affektive und psychotische Störungen (z.B. schwere depressive Phase)
  • Abhängigkeitserkrankungen mit fortgesetztem Suchtverhalten (z.B. Polytoxikomanie)

Wirkung und Wirksamkeit von Katathymem Bilderleben

Die KIP wirkt auf verschiedenen Ebenen:

  • Bewusstmachung und Veränderung unbewusster Konflikte: Durch die Symbolisierung im Tagtraum werden unbewusste Konflikte zugänglich und können im therapeutischen Prozess bearbeitet werden.
  • Veränderung impliziten Beziehungswissens: Die KIP ermöglicht es, im impliziten Modus zu arbeiten und neue emotionale Beziehungserfahrungen im Hier und Jetzt zu vermitteln. Pathogene unbewusste Vorwegnahmen können korrigiert werden.
  • Förderung von Mentalisierung und Symbolisierung: Durch die therapeutische Begleitung und Interaktion auf der Bildebene werden Kompetenzen in Mentalisierung und Symbolisierung gefördert.
  • Befriedigung primärer Bedürfnisse: Die KIP ermöglicht es, unerfüllte primäre Bedürfnisse und Bindungswünsche auf symbolischer Ebene nachzuholen und korrigierende emotionale Beziehungserfahrungen zu machen (archaische Bedürfnisbefriedigung).
  • Entfaltung von Fantasie und Kreativität: Die KIP fördert die Fantasie und Kreativität des Patienten und ermöglicht neue Perspektiven und Lösungsansätze (dritte Wirkdimension).

Wissenschaftliche Evidenz

Die Wirksamkeit der KIP wird durch zahlreiche Fallberichte, Prozessforschungsstudien und Ergebnisforschungsstudien belegt. Frühe Studien zeigten positive Effekte bei psychosomatischen Erkrankungen wie Anorexia nervosa, gynäkologischen Erkrankungen und Colitis ulcerosa. Prozessforschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten und Therapeuten in Imaginationen erlebnisnäher und emotional resonanter miteinander kommunizieren. Ergebnisforschungsstudien belegen positive Veränderungen in der psychischen Belastung, im Umgang mit anderen Menschen und bei Symptomen wie Depression, Angst und Somatisierung. Naturalistische Studien und Längsschnittstudien zeigen, dass die KIP eine nachhaltige Verbesserung des psychischen und somatischen Zustands der Patienten bewirken kann. Aktuelle Forschung untersucht, welche Patienten von einer KIP-Behandlung besonders profitieren und welche spezifischen Wirkfaktoren dabei relevant sind.

Häufig gestellte Fragen zum Katathymen Bilderleben (FAQ)

Was bedeutet "katathym"?
Der Begriff "katathym" bedeutet "aus dem Gefühl heraus" und betont die Verbindung zwischen Vorstellungskraft und Gefühlswelt. Katathyme Bilder entstehen spontan aus der Seele des Patienten heraus.
Wie läuft eine KIP-Therapie ab?
Eine KIP-Therapie beinhaltet Gespräche und die Arbeit mit Imaginationen. Der Patient wird in einen entspannten Zustand versetzt und vom Therapeuten durch einen Tagtraum begleitet. Die auftauchenden Bilder werden anschließend besprochen und nachbereitet, oft auch durch Malen oder andere kreative Medien.
Für wen ist KIP geeignet?
KIP ist geeignet für Erwachsene, Kinder und Jugendliche mit verschiedenen psychischen Problemen, insbesondere bei Neurosen, Angststörungen, PTBS und psychosomatischen Erkrankungen. Es ist ein schonendes Verfahren, das den Zugang zu inneren Bildern und Ressourcen ermöglicht.
Gibt es Risiken oder Nebenwirkungen?
Für bestimmte Patienten, insbesondere solche mit schizophrenen Erkrankungen oder Wahnerkrankungen, kann KIP kontraindiziert sein, da sie bereits von inneren Bildern überflutet werden können. In diesen Fällen kann KIP destabilisierend wirken. Eine sorgfältige Indikationsstellung ist daher wichtig.
Wo kann ich mehr über KIP erfahren oder einen Therapeuten finden?
Weitere Informationen und Therapeutenlisten finden Sie auf der Website der Deutschen Gesellschaft für Katathym Imaginative Psychotherapie (DGKIP): https://www.dgkip.de/

Das Katathyme Bilderleben bietet einen faszinierenden und wirksamen Weg, die innere Bilderwelt zu erkunden und für therapeutische Zwecke zu nutzen. Es ermöglicht einen tiefen Zugang zu unbewussten Prozessen und bietet vielfältige Möglichkeiten zur Veränderung und Heilung.

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