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Blumenerde: Welche Erde ist die Richtige für meine Pflanzen?

13/11/2020

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Wer im Gartenmarkt vor dem Regal mit Blumenerde steht, fühlt sich oft überfordert. Die Auswahl ist riesig, und die Frage drängt sich auf: Brauchen Tomaten auf dem Balkon wirklich spezielle Erde, oder reicht die klassische Blumenerde für alle Pflanzen? Und was hat es mit torffreier Erde auf sich? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Erden und hilft Ihnen, die richtige Wahl für Ihre Pflanzen zu treffen.

Welche Blumenerde für Zimmerpflanzen ohne Trauermücken?
Trauermücken finden in Blumenerden mit einem hohen Kompostanteil optimalen Nährboden, sich zu vermehren. Um das Risiko eines Befalls zu reduzieren, hat der Einheitserde Werkverband eine torffreie Zimmerpflanzenerde ohne Kompost und mit mineralischen statt biologischen Düngern entwickelt.
Inhaltsverzeichnis

Der Klassiker: Blumenerde

Die klassische Blumenerde ist ein Allrounder und eignet sich für viele Pflanzen, ob im Topf, im Balkonkasten oder in der Wohnung. Sie zeichnet sich durch ihre Fähigkeit aus, Wasser gut aufzunehmen und zu speichern. Gerade im Sommer ist das ein großer Vorteil, da Ihre Pflanzen nicht täglich gegossen werden müssen. Diese Wasserspeicherfähigkeit ist oft auf den Zusatz von Torf zurückzuführen. Aus Umweltschutzgründen sollte Torf jedoch vermieden werden. Der Abbau von Torf schädigt Moore, wichtige CO2-Speicher, und setzt klimaschädliche Gase frei. Achten Sie daher beim Kauf auf torffreie Blumenerde. Diese besteht meist aus Holzfasern, Kompost, Kokosfasern und Ton. Der ideale pH-Wert für Blumenerde liegt bei etwa 5,6, leicht sauer also.

Pflanzerde für den Garten

Pflanzerde unterscheidet sich von Blumenerde und ist besonders für den Einsatz im Garten geeignet. Sie ist ideal für Bäume, Sträucher und größere Gartenpflanzen. Der Hauptunterschied liegt in der Zusammensetzung. Pflanzerde enthält mehr Humus und oft auch Kokos- und Holzfasern. Manchmal wird auch Lava beigemischt, die durch ihre poröse Struktur ebenfalls zur Wasserspeicherung beiträgt. Seien Sie vorsichtig bei Pflanzerde, die mit „Guano“ beworben wird. Guano ist Vogelkot und ein guter Dünger, aber seine Gewinnung ist ökologisch bedenklich. Der Abbau zerstört Lebensräume von Seevögeln und verursacht lange Transportwege. Umweltfreundlichere Alternativen sind selbstgemachte Brennnesseljauche oder andere organische Dünger.

Spezialerden: Brauche ich das wirklich?

Für viele Pflanzen gibt es spezielle Erden: Tomatenerde, Rosenerde, Kräutererde, und so weiter. Das Angebot ist riesig, und oft sind diese Spezialerden teurer als normale Blumenerde. Nicht jede Spezialerde ist zwingend notwendig, aber für einige Pflanzen sind sie durchaus sinnvoll. Pflanzen wie Rhododendren und Kamelien benötigen saure Erde, daher ist Moorbeeterde für sie ideal. Für Kakteen und Sukkulenten ist Kakteenerde mit ihrem hohen Sand- und Steinanteil perfekt, da sie gut drainiert und Staunässe verhindert. Auch für viele Orchideen ist spezielles Orchideensubstrat, meist aus Pinienrinde, empfehlenswert, da ihre Wurzeln in normaler Blumenerde faulen würden. Abgesehen von solchen Spezialfällen kommen die meisten Pflanzen aber gut mit hochwertiger Blumen- oder Pflanzerde zurecht, auch wenn die Nährstoffe nicht hundertprozentig optimal abgestimmt sind. Erden für Tomaten, Zitruspflanzen oder fleischfressende Pflanzen sind in der Regel nicht unbedingt erforderlich.

Universalerde: Eine Erde für alle Fälle?

Universalerde ist, wie der Name schon sagt, vielseitig einsetzbar. Sie eignet sich für Gemüse im Garten und für viele Kübelpflanzen im Haus und auf dem Balkon. Torffreie Universalerde besteht oft aus Rindenhumus, Holzfasern und Kompost und ist bereits vorgedüngt. In den ersten fünf Wochen nach dem Einpflanzen ist daher keine zusätzliche Düngung notwendig. Der pH-Wert von Universalerde ist etwas höher und neutraler als bei Blumenerde, was sie für eine breite Pflanzenvielfalt geeignet macht. Für Pflanzen, die einen sauren Boden bevorzugen, wie Kamelien oder Azaleen, ist Universalerde jedoch nicht ideal. Auch für Aussaaten und Stecklinge ist sie weniger geeignet, hier empfiehlt sich Anzuchterde.

Anzuchterde für junge Pflanzen

Anzuchterde ist speziell für Aussaaten und Stecklinge entwickelt. Sie ist besonders locker und durchlässig durch den hohen Anteil an Humus und Sand. Im Gegensatz zu anderen Erden ist Anzuchterde nährstoffarm. Das ist wichtig, damit junge Pflanzen kräftige Wurzeln bilden, um Nährstoffe zu suchen, anstatt schnell in die Höhe zu schießen. Anzuchterde ist außerdem keimfrei, was das Risiko von Krankheiten und Schädlingsbefall bei jungen, empfindlichen Pflanzen reduziert. Wenn die Jungpflanzen nach einigen Wochen umgetopft werden, können ihre gut entwickelten Wurzeln die Nährstoffe aus normaler Pflanzerde optimal aufnehmen.

Welche Erde für welche Pflanze? Eine Übersicht

ErdeEigenschaftenGeeignet fürBesonderheiten
BlumenerdeWasserspeichernd, oft torfhaltig (torffrei bevorzugen), pH-Wert ca. 5,6Viele Zimmer- und Balkonpflanzen, KübelpflanzenKlassische Allrounder-Erde
PflanzerdeHumusreich, oft mit Holz- und Kokosfasern, gute WasserspeicherungGartenpflanzen, Bäume, SträucherFür größere Pflanzen im Garten
Spezialerden (z.B. Moorbeeterde, Kakteenerde, Orchideensubstrat)Angepasst an die Bedürfnisse bestimmter Pflanzengruppen (pH-Wert, Nährstoffe, Struktur)Spezielle Pflanzen wie Rhododendren, Kakteen, OrchideenFür Pflanzen mit besonderen Ansprüchen
UniversalerdeVielseitig einsetzbar, neutralerer pH-Wert, vorgedüngtGemüse, viele Kübelpflanzen, Zimmerpflanzen (nicht für alle)Praktisch für verschiedene Anwendungen
AnzuchterdeNährstoffarm, locker, keimfreiAussaaten, StecklingeFür die Anzucht junger Pflanzen

Häufige Fragen zum Thema Blumenerde

Ist Blumenerde für alle Pflanzen geeignet?
Nein, Blumenerde ist ein guter Allrounder, aber nicht für alle Pflanzen optimal. Spezielle Pflanzen wie Rhododendren oder Kakteen benötigen spezielle Erden. Für die meisten Zimmer- und Balkonpflanzen ist Blumenerde aber gut geeignet.
Kann ich alte Blumenerde wiederverwenden?
Ja, alte Blumenerde kann wiederaufbereitet werden. Entfernen Sie zunächst Wurzelreste und lockern Sie die Erde auf. Mischen Sie Kompost oder organischen Dünger unter, um die Nährstoffe wieder aufzufüllen. Auch das Untermischen von frischer Erde kann helfen.
Was bedeutet torffreie Erde?
Torffreie Erde verzichtet auf den Bestandteil Torf. Stattdessen werden alternative Materialien wie Holzfasern, Kompost und Kokosfasern verwendet. Torffreie Erde ist umweltfreundlicher, da der Torfabbau Moore schädigt.
Wann brauche ich Spezialerde?
Spezialerde ist empfehlenswert für Pflanzen mit besonderen Ansprüchen, wie z.B. Pflanzen, die saure Erde benötigen (Rhododendren, Kamelien), Sukkulenten oder Orchideen. Auch für Kräuter oder Tomaten gibt es Spezialerden, diese sind aber nicht immer zwingend notwendig.

Die Wahl der richtigen Erde ist ein wichtiger Faktor für das gesunde Wachstum Ihrer Pflanzen. Informieren Sie sich über die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen und wählen Sie die passende Erde, um lange Freude an Ihrem grünen Paradies zu haben.

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