21/10/2022
Gartenkalk ist ein beliebtes Hilfsmittel für Hobbygärtner, um den Boden zu verbessern und das Pflanzenwachstum zu fördern. Doch Vorsicht: Nicht alle Pflanzen profitieren von einer Kalkgabe. Einige Gewächse bevorzugen saure Böden und reagieren empfindlich auf Kalk. In diesem Artikel erfahren Sie, welche Pflanzen Sie nicht kalken sollten, warum das so ist und wie Sie den Kalkbedarf Ihres Gartens richtig einschätzen.

- Was ist Gartenkalk und warum wird er eingesetzt?
- Welche Kalkarten gibt es und welche ist die richtige?
- Wie erkenne ich, ob mein Boden Kalk benötigt?
- Pflanzen, die keinen Kalk vertragen: Saure-Boden-Liebhaber
- Der optimale pH-Wert für verschiedene Böden
- Richtige Kalkmenge und Zeitpunkt der Anwendung
- Häufig gestellte Fragen zum Thema Kalken und Pflanzen
- Fazit: Kalken mit Bedacht ist der Schlüssel zum Erfolg
Was ist Gartenkalk und warum wird er eingesetzt?
Gartenkalk, chemisch gesehen Calciumcarbonat, ist ein wichtiger mineralischer Baustein für Pflanzen. Er liefert den Nährstoff Calcium, der für den Aufbau von Zellwänden unerlässlich ist. Kalk kann den Boden auf vielfältige Weise positiv beeinflussen:
- Verbesserung der Bodenstruktur: Kalk macht schwere Böden lockerer und feinkrümeliger, wodurch die Belüftung und Wasserdurchlässigkeit verbessert werden.
- pH-Wert-Regulierung: Kalk neutralisiert Säuren im Boden und hebt den pH-Wert an. Dies ist besonders auf sauren Böden wichtig, da viele Pflanzen einen neutralen bis leicht alkalischen pH-Wert bevorzugen.
- Förderung der Nährstoffverfügbarkeit: Ein optimaler pH-Wert sorgt dafür, dass viele Nährstoffe für die Pflanzen besser verfügbar sind.
- Anregung des Bodenlebens: Kalk fördert die Aktivität nützlicher Mikroorganismen im Boden, die für die Zersetzung organischer Substanz und die Nährstoffumwandlung wichtig sind.
Trotz dieser Vorteile ist es wichtig zu verstehen, dass Kalk nicht für jeden Boden und jede Pflanze geeignet ist. Eine falsche Anwendung kann sogar schädlich sein.
Welche Kalkarten gibt es und welche ist die richtige?
Im Handel sind verschiedene Arten von Gartenkalk erhältlich. Die Unterschiede liegen vor allem in der Zusammensetzung und der Wirkungsgeschwindigkeit:
| Kalkart | Eigenschaften | Geeignet für |
|---|---|---|
| Kohlensaurer Kalk | Wirkt langsam und schonend, enthält Calciumcarbonat. | Humusreiche Böden, zur langfristigen pH-Wert-Erhöhung. |
| Dolomitkalk | Kohlensaurer Kalk mit zusätzlichem Magnesium. | Böden mit Magnesiummangel, besonders bei gleichzeitigem Kalkbedarf. |
| Kalkmergel | Enthält neben kohlensaurem Kalk auch Ton. | Sandige Böden, verbessert die Wasserspeicherfähigkeit. |
| Algenkalk | Natürlicher Kalk aus abgestorbenen Rotalgen, enthält Spurenelemente. | Humusreiche Böden, nährstoffreich, wirkt langsam. |
| Branntkalk/Ätzkalk/Gelöschter Kalk | Wirkt sehr schnell und aggressiv, kann Boden und Pflanzen schädigen. | Landwirtschaftliche Schwerböden, nicht für Hobbygärten empfohlen. |
Für den Hausgarten ist kohlensaurer Kalk oder Dolomitkalk in den meisten Fällen die beste Wahl. Branntkalk und Co. sollten vermieden werden, da sie bei falscher Anwendung schnell zu Problemen führen können.
Wie erkenne ich, ob mein Boden Kalk benötigt?
Bevor Sie zum Kalkstreuer greifen, sollten Sie unbedingt den Kalkbedarf Ihres Bodens ermitteln. Eine Bodenanalyse gibt Ihnen genaue Auskunft über den pH-Wert und den Nährstoffgehalt. Für eine erste Einschätzung können Sie auch auf sogenannte Zeigerpflanzen achten. Pflanzen, die saure Böden bevorzugen und bei Kalkmangel auftreten, sind beispielsweise:
- Ackerschachtelhalm
- Hundskamille
- Moos
- Sauerampfer
- Hasenklee
- Stiefmütterchen
Pflanzen, die kalkhaltige Böden bevorzugen und auf einen hohen pH-Wert hindeuten, sind unter anderem:
- Brennnessel
- Wegwarte
- Löwenzahn
- Hirtentäschel
Ein einfacher Bodentest aus dem Gartenfachhandel liefert Ihnen schnell und unkompliziert den pH-Wert Ihres Bodens. Dieser Test ist in der Regel ausreichend, um den Kalkbedarf zu bestimmen.
Pflanzen, die keinen Kalk vertragen: Saure-Boden-Liebhaber
Während viele Gartenpflanzen von Kalk profitieren, gibt es eine Reihe von Gewächsen, die saure Böden bevorzugen und Kalk schlecht vertragen. Diese Pflanzen sind an einen niedrigen pH-Wert angepasst und können bei zu viel Kalk Mangelerscheinungen zeigen oder sogar eingehen. Zu den bekanntesten kalkempfindlichen Pflanzen gehören:
- Rhododendren und Azaleen
- Hortensien (besonders blaue Sorten)
- Heidepflanzen
- Blaubeeren
- Preiselbeeren
- Kamelien
Auch im Gemüsebeet gibt es einige kalkempfindliche Sorten, die Sie auf gekalkten Böden nur mit Vorsicht anbauen sollten:
- Tomaten
- Kartoffeln
- Erdbeeren
- Gurken
- Kürbis
- Zucchini
- Paprika
- Bohnen
- Erbsen
- Karotten
- Sellerie
- Petersilie
- Schwarzwurzeln
- Feldsalat
Diese Gemüsesorten gedeihen besser in leicht sauren bis neutralen Böden. Wenn Sie diese Pflanzen anbauen möchten, sollten Sie auf eine Kalkung verzichten oder den Boden nur sehr sparsam kalken.
Der optimale pH-Wert für verschiedene Böden
Der ideale pH-Wert für den Gartenboden hängt von der Bodenart ab:
| Bodenart | Optimaler pH-Wert |
|---|---|
| Reiner Sandboden | ca. 5,5 |
| Lehmiger Sandboden | ca. 6,0 |
| Sandiger Lehmboden | ca. 6,5 |
| Lehmboden | ca. 7,0 |
Abweichungen von diesen Werten geben Ihnen Hinweise auf den Kalkbedarf. Bei einem pH-Wert, der deutlich unter dem Optimalwert liegt, ist eine Kalkung sinnvoll. Liegt der pH-Wert bereits im optimalen Bereich oder sogar darüber, sollten Sie auf Kalk verzichten oder sogar saure Dünger einsetzen.
Richtige Kalkmenge und Zeitpunkt der Anwendung
Die benötigte Kalkmenge hängt von der Bodenart und dem aktuellen pH-Wert ab. Leichte Sandböden benötigen in der Regel weniger Kalk als schwere Lehmböden. Beachten Sie die Dosierungsempfehlungen auf der Verpackung des Kalkprodukts.
Der beste Zeitpunkt für die Kalkung ist im Herbst oder Frühjahr. Vermeiden Sie es, Kalk und Stickstoffdünger gleichzeitig auszubringen, da dies zu Stickstoffverlusten führen kann. Kalken Sie idealerweise im Herbst und düngen Sie im Frühjahr mit Stickstoff.

Verteilen Sie den Kalk gleichmäßig auf der Bodenoberfläche und arbeiten Sie ihn leicht in den Boden ein. Bei Rasenflächen können Sie den Kalk nach dem Vertikutieren ausbringen und einharken.
Häufig gestellte Fragen zum Thema Kalken und Pflanzen
Kann ich alle Gemüsebeete gleichzeitig kalken?
Nein, kalken Sie nicht alle Gemüsebeete gleichzeitig. Beachten Sie die Kalkempfindlichkeit einiger Gemüsesorten und kalken Sie Beete, auf denen diese angebaut werden sollen, nur bei Bedarf und sehr sparsam.
Was passiert, wenn ich zu viel Kalk ausbringe?
Eine Überkalkung kann zu einem zu hohen pH-Wert führen, wodurch bestimmte Nährstoffe wie Eisen für die Pflanzen schlechter verfügbar werden. Dies kann zu Mangelerscheinungen und Wachstumsstörungen führen.
Gibt es Alternativen zu Kalk, um den Boden zu verbessern?
Ja, zur Bodenverbesserung gibt es Alternativen zu Kalk, insbesondere wenn Sie saure Böden für kalkempfindliche Pflanzen erhalten möchten. Organische Substanzen wie Kompost, Rindenmulch oder Torf können die Bodenstruktur verbessern und den pH-Wert leicht senken. Für Rhododendren und Azaleen gibt es spezielle saure Dünger.
Welche Pflanzen lieben kalkhaltige Böden?
Es gibt auch Pflanzen, die kalkhaltige Böden bevorzugen. Dazu gehören viele mediterrane Kräuter wie Lavendel, Rosmarin und Salbei, aber auch einige Gemüsesorten wie Kohl, Mangold und Rote Bete. Diese Pflanzen sind an höhere pH-Werte angepasst und gedeihen auf kalkreichen Böden besonders gut.
Fazit: Kalken mit Bedacht ist der Schlüssel zum Erfolg
Gartenkalk ist ein wertvolles Hilfsmittel für die Gartenpflege, aber es ist wichtig, ihn richtig und bedarfsgerecht einzusetzen. Kennen Sie den pH-Wert Ihres Bodens und die Bedürfnisse Ihrer Pflanzen. Vermeiden Sie eine Überkalkung und berücksichtigen Sie die Kalkempfindlichkeit bestimmter Pflanzen. Mit dem richtigen Wissen und der richtigen Anwendung können Sie die positiven Effekte von Kalk optimal nutzen und Ihren Pflanzen ein gesundes Wachstum ermöglichen.
