Entkalktes Gießwasser: Ein Lebenselixier für Ihre Pflanzen

30/03/2022

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Regelmäßiges Gießen ist essenziell für das Wohlergehen unserer Zimmerpflanzen. Oftmals greifen wir dabei ganz unbedarft zum Leitungswasser. Doch Wasser ist nicht gleich Wasser. Je nach Region und Zusammensetzung kann unser Leitungswasser eine hohe Konzentration an Mineralien wie Kalzium und Magnesium aufweisen, was den Härtegrad des Wassers bestimmt. Ein zu hoher Härtegrad kann jedoch problematisch für viele Zimmerpflanzen sein. Um Schäden zu vermeiden und das optimale Wachstum zu fördern, ist es ratsam, das Gießwasser zu entkalken. In diesem Artikel erfahren Sie, warum das Entkalken so wichtig ist und wie Sie Ihr Gießwasser ganz einfach aufbereiten können.

Ist destilliertes Wasser für Pflanzen geeignet?
Grundsätzlich lassen sich Grünpflanzen mit jeglichem Wasser gießen, das sie mit den nötigen Mineralien und sonstigen Inhaltsstoffen versorgt. Das heißt, destilliertes Wasser ist für Pflanzen ungeeignet, wie das für den Menschen der Fall ist.
Inhaltsverzeichnis

Warum Gießwasser entkalken? Die Bedeutung für gesunde Pflanzen

Herkömmliches Leitungswasser ist in vielen Haushalten zu kalkhaltig oder kann sogar Schwermetalle und keimtötende Stoffe enthalten. Dies kann insbesondere für junge und empfindliche Zimmerpflanzen schädlich sein und sogar die Anzucht von Stecklingen erschweren. Das Problem liegt im Kalk: Hartes Wasser erhöht mit der Zeit den pH-Wert der Pflanzenerde, wodurch diese alkalisch wird. In alkalischem Boden können viele Pflanzenarten Nährstoffe nicht mehr effizient aufnehmen, was zu Mangelerscheinungen und letztendlich zum Eingehen der Pflanze führen kann. Um dem entgegenzuwirken, ist es wichtig, die Pflanzen regelmäßig umzutopfen und idealerweise entkalktes Wasser zum Gießen zu verwenden. Ein wichtiger Grundsatz dabei ist: Je höher der Härtegrad des Wassers, desto höher der pH-Wert – das Wasser ist also alkalischer.

Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass nicht alle Zimmerpflanzen gleichermaßen empfindlich auf hartes Wasser reagieren. Einige Arten sind toleranter als andere. Besonders empfindlich auf Kalk reagieren jedoch Pflanzen wie:

  • Alokasien
  • Orchideen
  • Kamelien
  • Farne
  • Rhododendren

Diese Pflanzen bevorzugen ein leicht saures Substrat und sollten daher unbedingt mit entkalktem Wasser gegossen werden. Für die meisten Zimmerpflanzen wird eine Wasserhärte von maximal 10 °dH oder ein pH-Wert von etwa 6 empfohlen. Um den pH-Wert Ihres Leitungswassers zu bestimmen, können Sie ein einfaches pH-Test-Kit aus dem Fachhandel verwenden. Die Anwendung ist unkompliziert: Füllen Sie die Testphiole mit dem zu testenden Wasser, fügen Sie einige Tropfen Indikatorlösung hinzu, verschließen Sie die Phiole und schütteln Sie sie gut. Den pH-Wert können Sie anschließend anhand des Farbvergleichs mit der beiliegenden Farbskala ablesen.

pH-Werte und ihre Bedeutung für Pflanzen

Der pH-Wert ist ein Maß für den Säure- oder Basengehalt einer Lösung und spielt eine entscheidende Rolle für die Nährstoffaufnahme von Pflanzen. Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick über die verschiedenen pH-Bereiche und ihre Bedeutung:

pH-WertBedeutung
kleiner 3,5sehr stark sauer
3,5 bis 4,0stark sauer
4,1 bis 4,5sauer (kalkarm)
4,5 bis 6,3schwach sauer
6,4 bis 7,3neutral
7,4 bis 8,0alkalisch

Die meisten Zimmerpflanzen bevorzugen einen leicht sauren bis neutralen pH-Wert im Substrat, idealerweise im Bereich von 5,5 bis 6,5. Ein zu hoher pH-Wert (alkalischer Bereich) kann die Aufnahme wichtiger Nährstoffe wie Eisen, Phosphor und Mangan behindern, während ein zu niedriger pH-Wert (saurer Bereich) zu einer Übersäuerung des Bodens führen kann.

So entkalken Sie Ihr Gießwasser: Verschiedene Methoden

Bevor Sie mit dem Entkalken beginnen, sollten Sie zunächst den Härtegrad Ihres Leitungswassers bestimmen. Dies können Sie entweder bei Ihrem zuständigen Wasserversorger erfragen oder selbst mit Indikatorflüssigkeiten oder Teststäbchen ermitteln. Diese Indikatoren werden einfach ins Wasser gegeben, und anhand der Farbveränderung lässt sich die Wasserhärte ablesen. Es gibt auch subtilere Anzeichen für hartes Wasser, die Sie mit etwas Beobachtungsgabe erkennen können. Kalkringe an Töpfen oder eine weißliche Schicht auf den Pflanzenblättern sowie mineralische Ablagerungen auf der Blumenerde sind deutliche Hinweise auf zu hartes Wasser. Auch Ablagerungen im Wasserkocher können ein Indikator sein. Wenn Sie solche Anzeichen bemerken, ist es wahrscheinlich, dass Ihr Leitungswasser zu viele Mineralien enthält und vor dem Gießen entkalkt werden sollte.

Es gibt verschiedene Methoden, um Ihr Gießwasser zu entkalken:

1. Verdünnen mit destilliertem Wasser

Eine einfache Methode ist das Verdünnen des Leitungswassers mit destilliertem Wasser. Destilliertes Wasser ist kalkfrei und enthält keine Mineralien. Mischen Sie es im Verhältnis 1:1 oder 1:2 (destilliertes Wasser zu Leitungswasser) und überprüfen Sie den pH-Wert mit einem Test-Kit, um das optimale Mischungsverhältnis für Ihre Pflanzen zu finden. Achtung: Verwenden Sie kein reines destilliertes Wasser zum Gießen, da es keine Nährstoffe enthält, die für das Pflanzenwachstum wichtig sind. Es dient lediglich zur Verdünnung und Reduzierung des Kalkgehalts.

Welche Pflanzen mögen kalkhaltiges Wasser?
DIESE PFLANZEN MÖGEN KALK UND EINE LEICHT ALKALISCHE ERDE:Gemüse: Kohl, Möhren und andere Rüben, Zwiebeln und Lauch, Kartoffeln.Kräuter: Oregano, Lavendel, Salbei oder Schnittlauch.Obst: Himbeeren, Erdbeeren, Stachelbeeren, Weintrauben, Obstbäume wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen, Pfirsiche & Co.

2. Abkochen des Wassers

Das Abkochen des Leitungswassers ist eine weitere Möglichkeit, den Kalkgehalt zu reduzieren. Beim Erhitzen fällt der Kalk aus und setzt sich am Boden des Gefäßes ab. Lassen Sie das Wasser nach dem Abkochen abkühlen und gießen Sie es vorsichtig ab, sodass der Kalkrückstand im Topf verbleibt. Diese Methode ist zwar einfach, aber nicht so effektiv wie andere Methoden, da nicht der gesamte Kalk entfernt wird.

3. Natürliche Zusätze: Essig, Rindenmulch & Co.

Die Zugabe von natürlichen Zusätzen wie Essig, Rindenmulch, Torf oder Nadelbaumkompost kann den pH-Wert des Gießwassers senken und es somit leicht ansäuern. Essig sollte jedoch sehr sparsam verwendet werden (nur wenige Tropfen pro Liter Wasser), da eine Überdosierung schädlich für die Pflanzen sein kann. Rindenmulch, Torf und Nadelbaumkompost können dem Gießwasser in einem Säckchen beigegeben werden, um es langsam anzusäuern. Diese Methoden erfordern jedoch etwas Fingerspitzengefühl und sind nicht immer einfach zu dosieren.

4. Chemische Zusätze: pH-Senker

Im Fachhandel sind spezielle pH-Senker erhältlich, die speziell für die Entkalkung von Gießwasser entwickelt wurden. Diese Produkte, wie beispielsweise der pH-Senker von Biobizz, enthalten in der Regel Säuren, die den pH-Wert des Wassers effektiv senken. Die Anwendung ist in der Regel einfach und die Dosierung wird auf der Verpackung angegeben. Für fortgeschrittene Pflanzenliebhaber gibt es auch chemische Zusätze wie Schwefel- oder Oxalsäure. Achtung: Bei der Verwendung chemischer Zusätze ist Vorsicht geboten, da eine falsche Dosierung die Pflanzen schädigen kann. Lesen Sie die Anweisungen sorgfältig durch und verwenden Sie diese Produkte nur, wenn Sie sich sicher in der Anwendung sind. Für Anfänger sind natürliche Methoden oder Wasserfilter oft die sicherere Wahl.

5. Wasserfilter: Die bequeme Lösung

Die einfachste und bequemste Methode zur Entkalkung von Gießwasser ist die Verwendung eines Wasserfilters. Gängige Wasserfilter, wie sie auch für Trinkwasser verwendet werden, ermöglichen eine effektive Entsalzung des Gießwassers und sind in der Regel auch für sehr hartes Wasser geeignet. Sie basieren auf dem Prinzip des Ionenaustauschs, bei dem Kalzium- und Magnesiumionen gegen Natrium- oder Wasserstoffionen ausgetauscht werden. Dadurch wird das Wasser weicher und für die meisten Zimmerpflanzen verträglich. Das gefilterte Wasser eignet sich auch hervorragend zum Besprühen von Pflanzen, da es keine Kalkflecken auf den Blättern hinterlässt. Wasserfilter sind zwar in der Anschaffung etwas teurer, sparen aber langfristig Zeit und Aufwand und liefern zuverlässig entkalktes Gießwasser in der richtigen Qualität.

Vorteile von entkalktem Gießwasser auf einen Blick

Die Verwendung von entkalktem Gießwasser bietet zahlreiche Vorteile für Ihre Zimmerpflanzen:

  • Gesundes Wachstum: Pflanzen können Nährstoffe optimal aus dem Boden aufnehmen.
  • Optimaler pH-Wert: Das Substrat behält einen idealen pH-Wert für die jeweilige Pflanzenart.
  • Keine Kalkablagerungen: Verhindert unschöne Kalkflecken auf der Blumenerde und den Blättern.
  • Schönere Pflanzen: Führt zu vitaleren und attraktiveren Zimmerpflanzen.
  • Kostengünstige Alternative: Regenwasser ist eine kostenlose und schonende Alternative, wenn verfügbar.
  • Geringer Aufwand: Fertige Produkte aus dem Handel oder Wasserfilter machen die Entkalkung einfach.

Investieren Sie in die Gesundheit Ihrer Zimmerpflanzen und verwenden Sie entkalktes Wasser zum Gießen. Ihre Pflanzen werden es Ihnen mit üppigem Wachstum und leuchtenden Farben danken!

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