Ist Infrarot gut für Pflanzen?

Infrarotlicht für Pflanzen: Freund oder Feind?

08/02/2026

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Die richtige Beleuchtung ist ein entscheidender Faktor für das gesunde Wachstum und die üppige Blüte von Pflanzen. Neben dem bekannten blauen und roten Lichtspektrum rückt ein oft unterschätzter Bestandteil des Lichts in den Fokus: das Infrarotlicht. Doch ist Infrarotlicht wirklich gut für Pflanzen oder birgt es vielleicht sogar Gefahren? Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung von Infrarotlicht in der Pflanzenbeleuchtung und gibt Ihnen wertvolle Einblicke für den optimalen Einsatz von Wärmelampen.

Wie wirkt eine Infrarotheizung auf den Körper?
Wohltuende Wärme: Die von Infrarotheizungen erzeugte Wärme ähnelt der Wärme der Sonne – sie erwärmt die Haut oberflächlich und wird zumeist als sehr angenehm empfunden. Zugleich fördert die Infrarotwärme die Durchblutung, wodurch Verspannungen gelindert und Schmerzen verringert werden können.
Inhaltsverzeichnis

Was ist Infrarotlicht überhaupt?

Infrarotlicht ist ein Teil des Sonnenlichtspektrums und umfasst Wellenlängen von etwa 700 bis 1400 Nanometern (nm). Wir unterscheiden hauptsächlich das Nahinfrarot (700-1400 nm), das für Pflanzen eine wichtige Rolle spielt, und das langwellige Infrarot. Letzteres, mit noch längeren Wellenlängen, wird primär als Wärmestrahlung wahrgenommen und hat für die Fotosynthese eine geringere Bedeutung. Es ist wichtig zu verstehen, dass Infrarotlicht nicht gleich Infrarotlicht ist – die Wellenlänge bestimmt maßgeblich seine Wirkung auf Pflanzen.

Infrarotlicht als Wärmestrahlung: Ein zweischneidiges Schwert

Langwelliges Infrarotlicht kennen wir vor allem als Wärmequelle. Im Gegensatz zu kurzwelliger Strahlung dringt es nicht tief in das Wasser der Pflanzen ein, sondern erwärmt es an der Oberfläche. Diese Erwärmung kann die Transpiration der Pflanzen anregen. Transpiration ist der Prozess, bei dem Pflanzen Wasser über ihre Blätter verdunsten. Durch die Wärme des Infrarotlichts wird dieser Prozess beschleunigt. Eine gesteigerte Transpiration hat mehrere positive Effekte:

  • Verbesserte CO2-Aufnahme: Wenn Pflanzen transpirieren, öffnen sich ihre Spaltöffnungen (Stomata), um Wasserdampf abzugeben. Gleichzeitig können sie so mehr Kohlendioxid (CO2) aus der Luft aufnehmen, das ein essentieller Bestandteil der Fotosynthese ist.
  • Effizienterer Wasserhaushalt: Durch die erhöhte Transpiration wird Wasser schneller aus dem Boden aufgenommen, was den Wasserhaushalt der Pflanze optimiert und den Stoffwechsel ankurbelt.
  • Steigerung der Fotosynthese (indirekt): Indem Infrarotlicht die CO2-Aufnahme und den Wasserhaushalt verbessert, kann es indirekt die Fotosyntheserate steigern.

Allerdings ist Vorsicht geboten! Eine übermäßige Erwärmung durch Infrarotlicht kann auch negative Folgen haben. Wenn die Pflanze zu heiß wird, insbesondere in Kombination mit niedriger Luftfeuchtigkeit, können die Spaltöffnungen sich schließen, um den Wasserverlust zu reduzieren. Dies führt jedoch auch zu einer Reduzierung der CO2-Aufnahme und kann die Fotosynthese zum Stillstand bringen. Im schlimmsten Fall kann die Pflanze sogar geschädigt werden. Daher ist es entscheidend, die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Auge zu behalten, wenn Infrarotlampen eingesetzt werden.

Der Emerson-Effekt: Nahinfrarot als Schlüssel zur Fotosynthese

Die wichtigste Rolle des Infrarotlichts für Pflanzen liegt im Bereich des Nahinfrarots, insbesondere bei Wellenlängen von etwa 700 bis 750 nm. Hier kommt der sogenannte Emerson-Effekt (oder Enhancement-Effekt) ins Spiel. Dieser Effekt beschreibt die synergistische Wirkung von Licht unterschiedlicher Wellenlängen auf die Fotosynthese.

Ist Infrarot gut für Pflanzen?
Durch das Infrarotlicht kann die Pflanze mehr CO2 und Wasser für den Prozess der Fotosynthese aufnehmen, während die Transpiration gleichzeitig ihren Wasserhaushalt und ihren Stoffwechsel reguliert. Damit wird indirekt die Fotosynthese-Produktion gesteigert.

Die Fotosynthese ist ein komplexer Prozess, bei dem Pflanzen Lichtenergie nutzen, um Kohlendioxid und Wasser in Zucker (Glukose) und Sauerstoff umzuwandeln. Dieser Prozess findet in den Chloroplasten der Pflanzenzellen statt und ist auf zwei Photosysteme (Photosystem I und Photosystem II) angewiesen. Jedes Photosystem absorbiert Licht bei unterschiedlichen Wellenlängen optimal.

Der Emerson-Effekt besagt, dass die Fotosyntheserate deutlich höher ist, wenn Pflanzen gleichzeitig mit Licht in zwei verschiedenen Wellenlängenbereichen bestrahlt werden: etwa 650 nm (rotes Licht) und 720 nm (Nahinfrarot). Diese simultane Bestrahlung sorgt dafür, dass beide Photosysteme optimal ausgelastet werden. Photosystem II absorbiert vor allem rotes Licht, während Photosystem I besser auf langwelliges rotes und nahinfrarotes Licht reagiert. Wenn nur eine Wellenlänge vorhanden ist, kann eines der Photosysteme „überlastet“ werden, während das andere unterfordert ist, was die Effizienz der Fotosynthese reduziert.

Durch die Kombination von rotem Licht und Nahinfrarotlicht wird sichergestellt, dass beide Photosysteme gleichzeitig arbeiten können, was zu einer maximalen Fotosyntheserate und somit zu einem gesteigerten Pflanzenwachstum führt. Daher ist die Bestrahlung mit Nahinfrarotlicht im Bereich von 700-750 nm ein wichtiger Aspekt für eine effiziente Pflanzenbeleuchtung.

Das richtige Mischungsverhältnis: Rot und Infrarot im Einklang

Neben dem Emerson-Effekt spielt das Verhältnis von rotem und infrarotem Licht eine entscheidende Rolle für die Form und das Wachstum der Pflanzen. Rotes Licht ist essentiell für die Blüten- und Fruchtbildung. Wird jedoch ausschließlich rotes Licht verwendet, kann es zu einem Phänomen namens Vergeilung (Etiolation) kommen. Dabei wachsen die Pflanzen übermäßig in die Länge, entwickeln lange, dünne Triebe und bleiben instabil. Dies geschieht, weil die Pflanze in Ermangelung von anderem Licht versucht, so schnell wie möglich das Licht zu erreichen.

Was ist das besondere an Infrarot?
Als Infrarot bezeichnet man Strahlen, die auf dem elektromagnetischen Spektrum eine Wellenlänge von 780 Nanometer bis einen Millimeter haben. Diese IR-Strahlen können vom menschlichen Auge nicht wahrgenommen werden, auch wenn die von den Strahlen ausgehende Wärme spürbar ist.

Infrarotlicht kann in einem ausgewogenen Mischungsverhältnis diesem Vergeilen entgegenwirken. Es trägt dazu bei, dass die Pflanzen kompakter und buschiger wachsen. Das genaue Mischungsverhältnis von rotem und infrarotem Licht hängt von der Pflanzenart und dem gewünschten Wachstumsstadium ab. Viele moderne LED-Pflanzenlampen bieten bereits ein optimiertes Spektrum, das sowohl rotes als auch infrarotes Licht in einem idealen Verhältnis enthält, um ein gesundes und kräftiges Wachstum zu fördern.

Der Afterburn-Effekt: Infrarotlicht vor der Dunkelphase

Ein weiterer interessanter Aspekt ist der sogenannte Afterburn-Effekt. Dieser beschreibt die positive Wirkung von warmweißem und infrarotem Licht, das etwa 1-2 Stunden vor der eigentlichen Dunkelphase der Pflanze eingesetzt wird. Es wird vermutet, dass diese Lichtkombination den Sonnenuntergang simuliert und die Pflanze auf die bevorstehende Dunkelheit vorbereitet.

Während der Dunkelphase finden wichtige Stoffwechselprozesse statt, bei denen die Pflanze die während der Fotosynthese gewonnene Energie umsetzt und Wachstumsprozesse in Gang setzt. Der Afterburn-Effekt scheint diese Prozesse zu optimieren und somit das Wachstum und den Ertrag der Pflanzen zusätzlich zu steigern. Obwohl die genauen Mechanismen noch nicht vollständig erforscht sind, deuten Studien darauf hin, dass der Afterburn-Effekt eine vielversprechende Methode sein kann, um die Effizienz der Pflanzenbeleuchtung zu verbessern.

Sind Infrarotstrahler sicher für Pflanzen?
Da die Wärme unserer Infrarot-Röhrenheizungen die Wärme der Sonne simuliert, fördert sie gesundes Pflanzenwachstum durch die Verbesserung der Bodenbedingungen . Gleichzeitig wird Feuchtigkeit von der Pflanzenoberfläche entfernt, wodurch das Krankheitsrisiko verringert wird.

LEDs mit Infrarotlicht: Moderne Pflanzenbeleuchtung

Moderne LED-Pflanzenlampen, die Infrarotlicht mit einer Wellenlänge von mindestens 710 nm emittieren können, wie beispielsweise die NOVA P Serie, bieten zahlreiche Vorteile für die Pflanzenzucht. Sie nutzen die positiven Eigenschaften des Infrarotlichts, um das Wachstum und die Gesundheit der Pflanzen zu fördern.

Vorteile von LEDs mit Infrarotlicht:

  • Gezielte Wärmestrahlung: Infrarot-LEDs können Wärme gezielt abgeben, um die Transpiration anzuregen und den Stoffwechsel zu verbessern, ohne die Pflanze zu überhitzen (bei richtiger Dosierung).
  • Optimiertes Lichtspektrum: Viele LED-Pflanzenlampen bieten ein vollständiges Lichtspektrum, das neben Infrarot auch blaues, rotes und andere Spektralbereiche enthält, um alle Bedürfnisse der Pflanze zu erfüllen.
  • Energieeffizienz: LEDs sind im Allgemeinen sehr energieeffizient und verbrauchen weniger Strom als herkömmliche Pflanzenlampen, was die Betriebskosten senkt.
  • Lange Lebensdauer: LEDs haben eine lange Lebensdauer, was den Wartungsaufwand reduziert und die langfristigen Kosten senkt.

Durch den Einsatz von LED-Pflanzenlampen mit Infrarotlicht können Sie nicht nur das Wachstum und den Ertrag Ihrer Pflanzen optimieren, sondern auch Energie und Kosten sparen.

Überblick über die Funktionen von Infrarotlicht in der Pflanzenbeleuchtung

  • Wärmestrahlung: Regt die Transpiration an, verbessert die CO2-Aufnahme und den Wasserhaushalt, kann indirekt die Fotosynthese steigern (bei korrekter Anwendung).
  • Emerson-Effekt: Nahinfrarotlicht (700-750 nm) in Kombination mit rotem Licht maximiert die Fotosyntheserate durch Auslastung beider Photosysteme.
  • Wachstumsregulation: Infrarotlicht im richtigen Verhältnis zu rotem Licht verhindert Vergeilung und fördert kompaktes Wachstum.
  • Afterburn-Effekt: Warmweißes und infrarotes Licht vor der Dunkelphase kann Wachstum und Ertrag steigern, indem es die Pflanze auf die Dunkelphase vorbereitet.

Fazit: Infrarotlicht – Ein wertvoller Partner für gesundes Pflanzenwachstum

Infrarotlicht ist kein Feind, sondern ein wertvoller Partner für gesundes Pflanzenwachstum, wenn es richtig eingesetzt wird. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Fotosynthese, der Transpiration und der Wachstumsregulation. Moderne LED-Pflanzenlampen mit Infrarotlicht bieten eine effiziente und effektive Möglichkeit, die positiven Eigenschaften des Infrarotlichts für die Pflanzenzucht zu nutzen. Achten Sie jedoch stets auf ein ausgewogenes Lichtspektrum, die richtige Dosierung und die Kontrolle von Temperatur und Luftfeuchtigkeit, um die besten Ergebnisse zu erzielen und die Gesundheit Ihrer Pflanzen zu gewährleisten.

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