26/02/2023
Immergrün, auch bekannt als Vinca, ist ein beliebter Bodendecker, der in vielen Gärten zu finden ist. Seine immergrünen Blätter und zarten Blüten machen ihn zu einer attraktiven und pflegeleichten Wahl. Doch wie winterhart ist das Immergrün wirklich? Diese Frage ist besonders für Gartenliebhaber in Regionen mit kalten Wintern von großer Bedeutung. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über die Winterhärte von Großem und Kleinem Immergrün, die Unterschiede zwischen den Arten und wertvolle Tipps zur Überwinterung.

- Was ist Immergrün? Herkunft und Eigenschaften
- Großes Immergrün vs. Kleines Immergrün: Unterschiede und Merkmale
- Ist Immergrün winterhart? Die Winterhärte im Detail
- Immergrün Sorten und ihre Winterhärte
- Immergrün richtig pflanzen für eine gute Winterhärte
- Pflege von Immergrün im Winter
- Häufig gestellte Fragen zur Winterhärte von Immergrün
- Fazit: Immergrün – ein winterharter und attraktiver Bodendecker
Was ist Immergrün? Herkunft und Eigenschaften
Das Immergrün gehört zur Gattung Vinca und umfasst zwei bekannte Arten: das Große Immergrün (Vinca major) und das Kleine Immergrün (Vinca minor). Beide stammen ursprünglich aus Südeuropa und sind heute auch in Asien und sogar vereinzelt in Deutschland als Neophyten zu finden. Sie gehören zur Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae) und sind, wie der Name schon sagt, immergrün. Das bedeutet, dass sie ihre Blätter auch im Winter behalten und somit ganzjährig für eine grüne Fläche im Garten sorgen.
Beide Immergrün-Arten zeichnen sich durch einen kriechenden Wuchs aus. Sie sind mehrjährig und bilden an ihren verholzenden Trieben ständig neue Wurzeln. Die Blüten sind fünfzählig und meist violett, wobei es zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Blütenfarben gibt. Die Blütezeit erstreckt sich von März bis Juni, und die Blüten sind eine wertvolle Nahrungsquelle für Insekten wie Hummeln, Bienen, Wespen und Schmetterlinge. Auch Ameisen besuchen die Pflanzen und tragen zur Samenverbreitung bei. Wichtig zu wissen ist, dass Immergrün einen Milchsaft enthält und zu den giftigen Pflanzen zählt.
Großes Immergrün vs. Kleines Immergrün: Unterschiede und Merkmale
Obwohl beide Arten zur Gattung Immergrün gehören, gibt es einige Unterschiede zwischen Großem und Kleinem Immergrün:
| Merkmal | Großes Immergrün (Vinca major) | Kleines Immergrün (Vinca minor) |
|---|---|---|
| Trieblänge | Bis zu 1 m | Bis zu 2 m |
| Blattgröße | Größer, ledrig, dunkelgrün | Kleiner, ledrig, oberseits glänzend grün, unterseits gelb |
| Blütengröße | Bis zu 5 cm Durchmesser | 2 bis 3 cm Durchmesser |
| Wuchshöhe | Bis zu 30 cm | Bis zu 15 cm |
| Winterhärte | Bis ca. -17 °C | Bis ca. -28 °C |
| Standort | Schatten bis Halbschatten bevorzugt | Sonne bevorzugt |
Wie die Tabelle zeigt, ist das Kleine Immergrün deutlich winterhärter als das Große Immergrün. Dies ist ein wichtiger Faktor bei der Wahl der richtigen Art für Ihren Garten, insbesondere in kälteren Regionen.
Ist Immergrün winterhart? Die Winterhärte im Detail
Die Frage nach der Winterhärte von Immergrün lässt sich differenziert beantworten. Grundsätzlich sind beide Arten als winterhart einzustufen, jedoch gibt es Unterschiede in ihrer Frosttoleranz.
Winterhärte des Großen Immergrüns (Vinca major)
Das Große Immergrün ist bis zu Temperaturen von etwa -17 °C winterhart. In milden Wintern übersteht es die kalte Jahreszeit in der Regel problemlos. In Regionen mit strengeren Wintern oder bei exponierten Lagen kann es jedoch zu Frostschäden an den Blättern kommen. Diese Schäden sind meist optischer Natur und beeinträchtigen die Pflanze nicht grundsätzlich, können aber das Erscheinungsbild im Frühjahr etwas weniger ansprechend machen. In sehr kalten Regionen kann ein Winterschutz für das Große Immergrün ratsam sein.
Winterhärte des Kleinen Immergrüns (Vinca minor)
Das Kleine Immergrün gilt als besonders winterhart und trotzt Temperaturen von bis zu -28 °C. Es ist deutlich robuster als das Große Immergrün und übersteht auch strenge Winter in der Regel ohne Probleme. Das Kleine Immergrün ist daher eine ausgezeichnete Wahl für Regionen mit kalten Wintern und für Gartenbereiche, die stärker dem Frost ausgesetzt sind.
Frosttrocknis als Gefahr im Winter
Unabhängig von der Art kann für Immergrün im Winter die sogenannte Frosttrocknis zum Problem werden. Dieses Phänomen tritt auf, wenn der Boden gefroren ist und die Pflanzen durch Sonneneinstrahlung Wasser verdunsten, aber aufgrund des gefrorenen Bodens kein Wasser nachziehen können. Dies kann zu Trockenschäden führen, insbesondere bei Immergrün in exponierten Lagen oder unter Wintersonne. Um Frosttrocknis vorzubeugen, kann eine Mulchschicht aus Laub oder Reisig um die Pflanzenbasis helfen, den Boden vor dem Durchfrieren zu schützen und die Verdunstung zu reduzieren. In sehr rauen Lagen kann auch ein Vlies oder Jute als zusätzlicher Schutz sinnvoll sein.
Immergrün Sorten und ihre Winterhärte
Sowohl vom Großen als auch vom Kleinen Immergrün gibt es zahlreiche Sorten, die sich in Blütenfarbe und anderen Merkmalen unterscheiden. Bei den Sorten des Kleinen Immergrüns ist die Vielfalt besonders groß. Einige beliebte Sorten und Hinweise zu ihrer Winterhärte:
Sorten von Vinca minor (Kleines Immergrün):
- ‘Atropurpurea’: Purpurfarbene Blüten, mäßige Winterhärte.
- ‘Anna’: Blaue Blüten, sehr bodendeckend, wahrscheinlich gute Winterhärte.
- ‘Gertrude Jekyll’: Weiße Blüten, sehr winterhart.
- ‘Josefine’: Hellblaue Blüten, kompakt, winterhart.
- ‘Marie’: Blau-violette Blüten, sehr winterhart.
- ‘Bowles’: Große blaue Blüten, auch als Großblütiges Immergrün bekannt, wahrscheinlich gute Winterhärte.
Sorten von Vinca major (Großes Immergrün):
- ‘Alba’: Weiße Blüten, winterhart (bis ca. -17°C).
- ‘Variegata’: Blätter mit cremefarbenem Rand, winterhart (bis ca. -17°C).
Bei der Sortenwahl sollten Sie neben der Blütenfarbe auch die angegebene Winterhärte berücksichtigen, insbesondere wenn Sie in einer Region mit strengen Wintern leben.
Immergrün richtig pflanzen für eine gute Winterhärte
Die richtige Pflanzung kann die Winterhärte von Immergrün positiv beeinflussen. Hier einige Tipps:
- Standortwahl: Wählen Sie für Vinca minor einen sonnigen Standort, für Vinca major einen schattigen bis halbschattigen Standort. Beide Arten vertragen aber auch andere Lichtverhältnisse. Ein geschützter Standort, der nicht starkem Wind ausgesetzt ist, kann die Winterhärte verbessern.
- Bodenbeschaffenheit: Immergrün bevorzugt humose und nährstoffreiche Böden. Sandige oder lehmige Gartenböden sind ideal. Verbessern Sie schwere Böden mit Kompost und sandige Böden mit Bentonit, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen. Ein gut durchlässiger Boden ist wichtig, um Staunässe im Winter zu vermeiden.
- Pflanzzeitpunkt: Pflanzen Sie Immergrün idealerweise im Frühjahr. So haben die Pflanzen ausreichend Zeit, vor dem Winter gut anzuwachsen und Wurzeln zu bilden. Eine Herbstpflanzung ist ebenfalls möglich, erfordert aber in den ersten Wintermonaten möglicherweise etwas mehr Aufmerksamkeit und Schutz.
- Pflanzabstand: Achten Sie auf den richtigen Pflanzabstand (ca. 40 cm für Vinca major, etwas weniger für Vinca minor). Eine dichte Pflanzung kann den Boden besser bedecken und somit auch etwas Schutz vor Frost bieten.
Pflege von Immergrün im Winter
Immergrün ist generell pflegeleicht, aber auch im Winter gibt es einige Punkte zu beachten, um die Winterhärte zu unterstützen:
- Gießen: An frostfreien Tagen sollten Sie Immergrün mäßig gießen, besonders wenn der Winter trocken ist. Vermeiden Sie jedoch Staunässe.
- Düngen: Im Winter sollte Immergrün nicht gedüngt werden. Die Pflanzen befinden sich in einer Ruhephase und benötigen keine zusätzlichen Nährstoffe. Die letzte Düngung sollte im Spätsommer erfolgen.
- Rückschnitt: Ein Rückschnitt ist im Winter nicht notwendig. Ein leichter Rückschnitt kann im Frühjahr erfolgen, um Frostschäden zu entfernen und die Verzweigung anzuregen.
- Winterschutz: In sehr kalten Regionen oder bei empfindlicheren Sorten kann ein Winterschutz sinnvoll sein. Eine Mulchschicht aus Laub oder Reisig schützt die Wurzeln vor Frost. Bei Bedarf können Sie die Pflanzen zusätzlich mit Vlies oder Jute abdecken, besonders bei starker Wintersonne oder Wind.
Häufig gestellte Fragen zur Winterhärte von Immergrün
- Ist Immergrün immergrün und winterhart?
- Ja, Immergrün ist immergrün und behält seine Blätter auch im Winter. Beide Arten, Vinca minor und Vinca major, sind grundsätzlich winterhart, wobei Vinca minor deutlich frosttoleranter ist als Vinca major.
- Welches Immergrün ist winterhärter, Kleines oder Großes Immergrün?
- Das Kleine Immergrün (Vinca minor) ist winterhärter als das Große Immergrün (Vinca major). Vinca minor verträgt Temperaturen bis -28°C, während Vinca major bis etwa -17°C winterhart ist.
- Braucht Immergrün Winterschutz?
- In den meisten Regionen benötigt Immergrün keinen Winterschutz. In sehr kalten Regionen oder bei exponierten Lagen kann eine Mulchschicht zum Schutz vor Frosttrocknis sinnvoll sein. Empfindlichere Sorten des Großen Immergrüns können bei Bedarf mit Vlies geschützt werden.
- Was tun bei Frostschäden an Immergrün?
- Frostschäden an Immergrün sind meist optischer Natur. Im Frühjahr können Sie beschädigte Blätter zurückschneiden. In der Regel treibt Immergrün wieder gut aus.
- Kann Immergrün im Topf überwintern?
- Ja, Immergrün kann auch im Topf überwintern. Achten Sie darauf, dass der Topf frostfest ist und schützen Sie ihn bei Bedarf mit Jute oder Vlies. Gießen Sie an frostfreien Tagen mäßig. Ein geschützter Standort, z.B. an einer Hauswand, ist von Vorteil.
Fazit: Immergrün – ein winterharter und attraktiver Bodendecker
Immergrün ist eine ausgezeichnete Wahl für Gartenliebhaber, die einen pflegeleichten und winterharten Bodendecker suchen. Das Kleine Immergrün (Vinca minor) ist besonders robust und frosttolerant und eignet sich hervorragend für Regionen mit kalten Wintern. Auch das Große Immergrün (Vinca major) ist winterhart, jedoch etwas empfindlicher gegenüber strengen Frösten. Mit der richtigen Standortwahl, Pflanzung und Pflege können Sie sich viele Jahre an der Schönheit und Winterhärte des Immergrüns erfreuen und einen ganzjährig grünen Gartenbereich gestalten.
