01/02/2025
Der Holunder, lateinisch Sambucus, ist eine vielseitige und faszinierende Pflanze, die in vielen Gärten und Landschaften zu finden ist. Oftmals stellt sich die Frage, ob es sich bei Holunder um einen Strauch oder einen Baum handelt. Die Antwort ist, dass Holunder in der Regel als Strauch wächst, aber unter bestimmten Bedingungen auch baumähnliche Formen annehmen kann. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Holunders, von seiner Verwendung in der Küche und im Garten bis hin zu seiner Rolle in Mythologie und Brauchtum. Erfahren Sie alles Wissenswerte über diese Pflanze des Jahres 2024 und wie Sie den Holunder optimal in Ihrem eigenen Garten integrieren können.

- Holunder: Strauch oder Baum? Eine botanische Einordnung
- Kulinarische Köstlichkeiten aus Holunderblüten und -beeren
- Holunder im Garten: Ein Gewinn für Mensch und Tier
- Holunder pflanzen und pflegen: Tipps für ein gesundes Wachstum
- Holunder als Schutzbaum: Mythos und Brauchtum
- Fazit: Der Holunder – mehr als nur ein Strauch
- Häufig gestellte Fragen zum Holunder
Holunder: Strauch oder Baum? Eine botanische Einordnung
Obwohl Holundersträucher beeindruckende Höhen von bis zu sechs Metern erreichen können, werden sie botanisch eher den Sträuchern zugeordnet. Im Gegensatz zu Bäumen besitzt der Holunder in der Regel mehrere Stämme, die direkt aus dem Boden wachsen, und bildet keine ausgeprägte Baumkrone auf einem einzelnen Stamm. Es gibt zwar auch Sorten und Wuchsformen, die eher baumartig erscheinen, aber die typische Wuchsform des Holunders ist die eines mehrstämmigen, buschigen Strauchs. Für den Hausgarten ist diese Unterscheidung jedoch oft zweitrangig; wichtiger sind die vielfältigen positiven Eigenschaften und Nutzungsmöglichkeiten des Holunders.
Kulinarische Köstlichkeiten aus Holunderblüten und -beeren
Sowohl die Blüten als auch die Früchte des Schwarzen Holunders sind in der Küche vielseitig verwendbar und erfreuen sich großer Beliebtheit. Im Frühsommer, wenn der Holunder in voller Blüte steht, verströmen die weißen Dolden einen betörenden Duft. Diese Blüten sind die Basis für zahlreiche Köstlichkeiten:
- Holunderblütensirup: Ein Klassiker, der aus den frischen Blüten hergestellt wird und mit Wasser verdünnt ein erfrischendes Sommergetränk ergibt. Er eignet sich auch hervorragend zum Aromatisieren von Desserts und Cocktails.
- Holunderblütenküchlein: Die Blütenstände werden durch einen Pfannkuchenteig gezogen und goldbraun ausgebacken. Ein knuspriger und aromatischer Genuss.
- Holunderblütengelee: Ein feines Gelee, das den blumigen Geschmack der Holunderblüten einfängt und sich wunderbar als Brotaufstrich oder zu Käse eignet.
Bei der Verarbeitung der Blüten ist es wichtig, diese möglichst ungewaschen zu verwenden, um das flüchtige Aroma zu bewahren. Vor der Verarbeitung sollten die Blütendolden jedoch sorgfältig ausgeschüttelt und verlesen werden, um eventuelle Insekten zu entfernen.
Im Spätsommer und Herbst reifen dann die Holunderbeeren, die ebenfalls vielseitig in der Küche eingesetzt werden können. Die reifen, blauschwarzen Beeren sind jedoch roh schwach giftig und sollten daher immer gekocht oder anderweitig erhitzt werden. Aus Holunderbeeren lassen sich unter anderem folgende Produkte herstellen:
- Holundersaft: Ein vitaminreicher und wohlschmeckender Saft, der pur getrunken oder als Basis für Mischgetränke verwendet werden kann.
- Holundermarmelade und -gelee: Fruchtige Brotaufstriche mit einem leicht säuerlichen und herben Aroma.
- Holunderlikör und -wein: Alkoholische Getränke mit dem charakteristischen Geschmack der Holunderbeeren.
Für die Holunderernte werden die gesamten Fruchtdolden abgeschnitten, sobald die Beeren vollständig blauschwarz gefärbt sind. Anschließend werden verdorbene oder unreife Beeren aussortiert. Die restlichen Beeren lassen sich leicht mit einer Gabel von den Stielen lösen oder können auch samt Dolden eingefroren und im gefrorenen Zustand abgeschüttelt werden.
Holunder im Garten: Ein Gewinn für Mensch und Tier
Der Holunder ist nicht nur kulinarisch wertvoll, sondern auch eine Bereicherung für jeden naturnahen Garten. Als „Pflanze des Jahres 2024“ unterstreicht er seine Bedeutung für Natur und Mensch. Er ist nicht nur schön anzusehen, sondern bietet auch zahlreichen Tieren wertvollen Lebensraum und Nahrung.

Die Blüten des Holunders sind eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Die Beeren im Herbst werden von Vögeln gerne gefressen und tragen so zur Artenvielfalt im Garten bei. Darüber hinaus dient der dichte Wuchs des Holunders als Nistplatz und Schutz für verschiedene Vogelarten.
Auch für den Gartenbesitzer ist der Holunder eine unkomplizierte und pflegeleichte Pflanze. Er ist robust, anspruchslos und gedeiht an vielen Standorten. Mit seinen zarten weißen Blüten im Frühsommer und den dunklen Beeren im Herbst setzt er zudem attraktive Akzente im Garten.
Holunder pflanzen und pflegen: Tipps für ein gesundes Wachstum
Die beste Pflanzzeit für Holunder ist der Herbst, idealerweise zwischen Oktober und November. Alternativ kann er auch im Frühjahr im März oder April gepflanzt werden. Für kleinere Gärten oder den Balkon gibt es auch spezielle Zwerg- oder Säulenholundersorten, die weniger Platz benötigen.
Der optimale Standort
Holunder bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Im Schatten wächst er zwar auch, bildet aber weniger Blüten aus. Er benötigt ausreichend Platz, da er je nach Sorte bis zu sechs Meter hoch und breit werden kann. An den Boden stellt der Holunder keine besonderen Ansprüche. Optimal ist ein tiefgründiger, nährstoffreicher und eher feuchter Boden. Eine Mischung aus Gartenerde und Kompost ist ideal.

Pflanzanleitung
- Graben Sie ein Pflanzloch, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen der Holunderpflanze.
- Verbessern Sie den Boden mit reifem Kompost oder gut verrottetem Mist.
- Setzen Sie die Pflanze ein und achten Sie darauf, dass der Wurzelballen mit der Erdoberfläche abschließt.
- Gießen Sie die Pflanze nach dem Einsetzen gut an.
Pflegehinweise
Holunder ist sehr pflegeleicht und benötigt nur wenig Aufmerksamkeit. Im ersten Jahr nach der Pflanzung sollte er regelmäßig gegossen werden, besonders in Trockenperioden. Später ist er relativ trockenheitsresistent. Eine Düngung im Frühjahr mit organischem Dünger ist in der Regel ausreichend. Im Herbst kann zusätzlich Kompost um den Strauch verteilt werden.
Ein Schnitt ist beim Holunder nicht zwingend erforderlich. Wenn er zu groß wird oder vergreist, kann er jedoch im Spätwinter oder zeitigen Frühjahr vor dem Austrieb stark zurückgeschnitten werden. Dabei sollten alte und schwache Triebe entfernt werden, um das Wachstum neuer Triebe zu fördern. Um den Holunder klein zu halten, kann er auch regelmäßig zu einem Hochstamm erzogen werden.
Holunder ist relativ widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Gelegentlich können Blattläuse auftreten, die aber in der Regel keine größeren Schäden verursachen und mit biologischen Mitteln bekämpft werden können.
Holunder als Schutzbaum: Mythos und Brauchtum
Um den Holunder ranken sich zahlreiche Mythen und Bräuche. In vielen Kulturen gilt er als Schutzbaum für Haus und Hof. In der germanischen Mythologie wird er mit der Göttin Holda (auch Holle oder Hollermutter genannt) in Verbindung gebracht, einer wohltätigen Muttergöttin, die für Licht, Leben und Weisheit steht. Ihr Baum, der Holunder, soll mit heilenden Kräften und einem wohltätigen Geist erfüllt sein.

Aus diesem Glauben entwickelten sich verschiedene Bräuche:
- Schutz für Vieh: Riegel von Stalltüren wurden aus Holunderholz gefertigt, um das Vieh vor Unheil zu schützen.
- Abwehr von Maulwürfen: Holunderzweige wurden in die Felder gesteckt, um Maulwürfe fernzuhalten.
- Opfergaben: Dem Holunderbusch wurden Opfergaben wie Wasser, Milch, Bier, Brot oder Kuchen dargebracht, um den Hausgeist zu besänftigen.
- Familienplanung: Junge Mädchen schüttelten zur Sommersonnenwende den Holunderbusch, um die Richtung zu erfahren, aus der ihr zukünftiger Bräutigam kommen würde.
Der Holunder wurde auch als heiliger Baum verehrt, der nicht ohne triftigen Grund gefällt werden durfte. Wer dies tat, musste mit Unglück oder Krankheit rechnen. Holunderholz durfte zudem nicht verbrannt werden, da dies ebenfalls Unglück bringen sollte.
Auch im Lebenszyklus spielte der Holunder eine Rolle. Neugeborene Kinder wurden dem Holunderbusch vorgestellt, und Verstorbene wurden auf ihrem letzten Weg von Holunderzweigen begleitet. Grüne Holunderzweige auf dem Sarg galten als Zeichen, dass die „Hollermutter“ ihre Hand im Spiel hatte und der Verstorbene in den Himmel gekommen war.
Fazit: Der Holunder – mehr als nur ein Strauch
Der Holunder ist weit mehr als nur ein gewöhnlicher Strauch. Er ist eine vielseitige Pflanze mit kulinarischen, ökologischen und kulturellen Werten. Ob als Lieferant für köstliche Blüten und Beeren, als Lebensraum für Tiere im Garten oder als mystischer Schutzbaum in alten Traditionen – der Holunder bereichert unser Leben auf vielfältige Weise. Mit seiner Pflegeleichtigkeit und Anspruchslosigkeit ist er eine ideale Pflanze für jeden Garten und eine wunderbare Möglichkeit, die Natur in ihrer ganzen Fülle zu erleben.
Häufig gestellte Fragen zum Holunder
- Ist Holunder giftig?
- Die reifen Beeren des Schwarzen Holunders sind roh schwach giftig und sollten nur gekocht oder erhitzt verzehrt werden. Holunderblüten sind nicht giftig und können roh verarbeitet werden.
- Wann ist die beste Pflanzzeit für Holunder?
- Die beste Pflanzzeit ist im Herbst (Oktober/November) oder im Frühjahr (März/April).
- Welchen Standort bevorzugt Holunder?
- Holunder bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen nährstoffreichen, feuchten Boden.
- Wie pflegeleicht ist Holunder?
- Holunder ist sehr pflegeleicht und benötigt nur wenig Aufmerksamkeit. Regelmäßiges Gießen im ersten Jahr und gelegentliches Düngen sind in der Regel ausreichend.
- Kann man Holunder klein halten?
- Ja, durch regelmäßigen Schnitt oder die Erziehung zum Hochstamm kann man Holunder klein halten.
