31/07/2024
Himbeeren sind eine beliebte und köstliche Obstsorte, die in keinem Garten fehlen sollte. Mit ihrem süßen und leicht säuerlichen Geschmack sind sie nicht nur pur ein Genuss, sondern auch vielseitig in der Küche einsetzbar, sei es in Marmeladen, Kuchen oder Desserts. Der Anbau von Himbeeren im eigenen Garten ist nicht kompliziert und mit der richtigen Pflege können Sie sich über eine reiche Ernte freuen. Dieser Artikel bietet Ihnen eine umfassende Anleitung, wie Sie Ihre Himbeeren optimal pflegen, vom Pflanzen bis zur Ernte.

Sortenvielfalt und Unterschiede
Bevor wir uns der Pflege widmen, ist es wichtig, die verschiedenen Himbeersorten zu kennen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sommerhimbeeren und Herbsthimbeeren. Diese Unterscheidung ist entscheidend für den richtigen Schnitt und die Erntezeit.
Sommerhimbeeren
Sommerhimbeeren tragen ihre Früchte an den zweijährigen Ruten. Das bedeutet, dass die Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind, im aktuellen Jahr Früchte tragen und danach absterben. Die Erntezeit für Sommerhimbeeren liegt meist im Juni und Juli. Beliebte Sorten sind 'Malling Promise', 'Schönemann' oder 'Meeker'.
Herbsthimbeeren
Herbsthimbeeren hingegen fruchten an den diesjährigen Ruten. Die neuen Triebe, die im Frühjahr aus dem Boden sprießen, tragen noch im selben Jahr Früchte. Die Erntezeit beginnt etwas später, in der Regel ab August und kann sich bis in den Oktober hineinziehen. Bekannte Herbsthimbeersorten sind 'Autumn Bliss', 'Polka' oder 'Himbo Top'. Der Vorteil von Herbsthimbeeren ist, dass sie weniger anfällig für den Himbeerkäfer sind, da die Blütezeit später liegt.
Der ideale Standort für Himbeeren
Der richtige Standort ist entscheidend für das Gedeihen Ihrer Himbeerpflanzen. Himbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto aromatischer werden die Früchte. Ein warmer, geschützter Platz, beispielsweise an einer Hauswand, ist ideal.
Der Boden sollte humos, locker und wasserdurchlässig sein. Staunässe vertragen Himbeeren überhaupt nicht, da dies schnell zu Wurzelfäule führen kann. Schwere Lehmböden sind daher ungeeignet. Verbessern Sie solche Böden, indem Sie großzügig Sand und Kompost einarbeiten, um die Drainage zu verbessern und den Boden aufzulockern.
Himbeeren bevorzugen einen leicht sauren Boden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 6,5. Sie können den pH-Wert Ihres Bodens mit einem Testkit aus dem Gartenfachhandel überprüfen. Ist der Boden zu alkalisch, können Sie ihn mit Rhododendronerde oder Torf saurer machen.
Ein wichtiger Punkt bei der Standortwahl ist die Fruchtfolge. Pflanzen Sie Himbeeren nicht an einen Ort, an dem zuvor bereits Himbeeren oder andere Rosengewächse wie Erdbeeren, Brombeeren oder Rosen gestanden haben. Es wird empfohlen, eine Anbaupause von mindestens 5 Jahren einzuhalten, um Bodenmüdigkeit und die Übertragung von Krankheiten zu vermeiden.
Himbeeren pflanzen: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die beste Pflanzzeit für Himbeeren ist im Frühjahr (April/Mai) oder im Herbst (September/Oktober). Containerpflanzen können jedoch während der gesamten Vegetationsperiode von April bis September gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist.
- Bodenvorbereitung: Lockern Sie den Boden gründlich auf und entfernen Sie Unkraut und Steine. Heben Sie einen Pflanzgraben aus, der etwa doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen der Himbeerpflanze. Bei schweren Böden ist es ratsam, den Boden mit Sand und Kompost aufzulockern und eine Drainage aus Kies oder Blähton am Grabenboden einzubauen. Für eine bessere Drainage und Erwärmung des Bodens können Sie Himbeeren auf einem Damm pflanzen. Formen Sie dazu einen etwa 30-40 cm hohen Damm aus Beerenerde.
- Stützsystem errichten: Himbeerruten können bis zu 2 Meter hoch werden und benötigen eine Stütze, um nicht umzuknicken. Errichten Sie vor dem Pflanzen ein Stützsystem. Setzen Sie am Anfang und Ende der Himbeerreihe Holzpfähle. Je nach Reihenlänge benötigen Sie weitere Pfähle im Abstand von 2-2,5 Metern. Spannen Sie zwischen den Pfählen mindestens zwei bis drei Drähte in unterschiedlicher Höhe (z.B. bei 40 cm, 80 cm und 120 cm). An diesen Drähten können Sie die Himbeerruten später befestigen.
- Pflanzen: Wässern Sie die Himbeerpflanzen vor dem Pflanzen gründlich, indem Sie den Topfballen in einen Eimer mit Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Nehmen Sie die Pflanze aus dem Topf und lockern Sie den Wurzelballen etwas auf, um das Anwachsen zu fördern. Setzen Sie die Himbeerpflanze in das Pflanzloch bzw. auf den Damm. Die Oberkante des Wurzelballens sollte mit der Bodenoberfläche abschließen. Halten Sie einen Pflanzabstand von 40-50 cm zwischen den einzelnen Pflanzen in der Reihe ein. Bei Reihenpflanzung sollte der Abstand zwischen den Reihen etwa 1,5 bis 2 Meter betragen. Füllen Sie das Pflanzloch mit Erde auf und drücken Sie diese leicht an.
- Düngen und Angießen: Streuen Sie nach dem Pflanzen etwas Beeren- oder Obstdünger um die Pflanzen, um das Anwachsen zu unterstützen. Gießen Sie die Himbeerpflanzen anschließend großzügig an. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Stroh rund um die Pflanzen hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkrautwuchs zu unterdrücken.
Pflege von Himbeeren im Jahresverlauf
Nach dem Pflanzen benötigen Himbeeren regelmäßige Pflege, um gesund zu wachsen und reichlich Früchte zu tragen.
Bewässerung
Himbeeren benötigen besonders während der Fruchtbildung und in trockenen Perioden ausreichend Wasser. Gießen Sie regelmäßig, vor allem in den Sommermonaten. Der Boden sollte immer leicht feucht sein, aber Staunässe ist unbedingt zu vermeiden. Gießen Sie am besten morgens, damit die Blätter über Tag abtrocknen können und Pilzkrankheiten vorgebeugt wird. Eine Mulchschicht hilft, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und den Gießaufwand zu reduzieren.
Düngung
Himbeeren sind Mittelzehrer und benötigen eine regelmäßige Düngung, um optimal zu wachsen und Früchte zu bilden. Im Frühjahr, nach dem Austrieb, können Sie einen organischen Beerendünger oder Kompost ausbringen. Eine zweite Düngergabe erfolgt nach der Ernte. Verwenden Sie keinen stickstoffbetonten Dünger, da dieser das Wachstum der Blätter fördert, aber die Fruchtbildung beeinträchtigt. Geeignete Dünger sind Hornspäne, Kompost, oder spezielle Beerendünger.
Schnitt von Sommerhimbeeren
Der Schnitt ist ein wichtiger Bestandteil der Himbeerpflege und unterscheidet sich je nach Himbeersorte. Bei Sommerhimbeeren werden direkt nach der Ernte die abgetragenen, zweijährigen Ruten bodennah abgeschnitten. Entfernen Sie auch schwache und überzählige Ruten. Pro Meter Reihe sollten etwa 8-10 kräftige Ruten stehen bleiben. Diese Ruten tragen im nächsten Jahr die Früchte. Die neuen Triebe, die im gleichen Jahr aus dem Boden wachsen, bleiben stehen und werden im nächsten Jahr Früchte tragen. Binden Sie die verbleibenden Ruten an das Stützsystem an.
Schnitt von Herbsthimbeeren
Herbsthimbeeren werden einfacher geschnitten als Sommerhimbeeren. Da sie an den diesjährigen Ruten fruchten, werden im Spätherbst oder Winter (November bis Februar) alle Ruten bodennah abgeschnitten. Im Frühjahr treiben dann neue Ruten aus dem Boden, die im gleichen Jahr wieder Früchte tragen. Dieser radikale Rückschnitt hat den Vorteil, dass Schädlinge und Krankheiten weniger Chancen haben, zu überwintern.
Pflanzenschutz
Himbeeren sind relativ robust, können aber von verschiedenen Schädlingen und Krankheiten befallen werden. Zu den häufigsten Schädlingen gehören die Himbeermilbe, die Himbeerblattlaus und der Himbeerkäfer (bei Sommerhimbeeren). Krankheiten sind beispielsweise die Rutensterben, die Himbeerrutenkrankheit und Grauschimmel.
Achten Sie auf eine gute Pflanzenhygiene, indem Sie abgefallene Blätter und Früchte regelmäßig entfernen. Sorgen Sie für eine gute Durchlüftung der Pflanzen durch einen regelmäßigen Schnitt. Bei Befall mit Schädlingen können Sie biologische Pflanzenschutzmittel einsetzen. Bei Pilzkrankheiten ist es wichtig, für eine gute Belüftung zu sorgen und gegebenenfalls Fungizide einzusetzen. In vielen Fällen reicht es jedoch aus, befallene Pflanzenteile rechtzeitig zu entfernen.
Ernte
Die Erntezeit für Himbeeren ist je nach Sorte und Standort unterschiedlich. Sommerhimbeeren werden im Juni und Juli geerntet, Herbsthimbeeren von August bis Oktober. Reife Himbeeren sind weich, lassen sich leicht vom Stiel lösen und haben eine intensive Farbe. Pflücken Sie die Himbeeren vorsichtig, da sie sehr druckempfindlich sind. Ernten Sie regelmäßig, um die Fruchtbildung anzuregen und zu verhindern, dass die Früchte überreif werden oder von Vögeln und Insekten angefressen werden. Himbeeren sind nicht lange haltbar und sollten am besten frisch verzehrt oder direkt verarbeitet werden. Sie können Himbeeren aber auch gut einfrieren oder zu Marmelade, Saft oder Likör verarbeiten.
Vergleichstabelle: Sommer- vs. Herbsthimbeeren
| Merkmal | Sommerhimbeeren | Herbsthimbeeren |
|---|---|---|
| Fruchtbildung | An zweijährigen Ruten | An diesjährigen Ruten |
| Erntezeit | Juni/Juli | August-Oktober |
| Schnitt | Abgetragene Ruten nach der Ernte entfernen | Alle Ruten im Spätherbst/Winter bodennah schneiden |
| Anfälligkeit für Himbeerkäfer | Höher | Geringer |
| Pflegeaufwand | Etwas aufwendiger (Schnitt) | Einfacher (Schnitt) |
Häufig gestellte Fragen zur Himbeerpflege (FAQ)
- Wann ist die beste Pflanzzeit für Himbeeren?
- Die beste Pflanzzeit ist im Frühjahr (April/Mai) oder im Herbst (September/Oktober). Containerpflanzen können von April bis September gepflanzt werden.
- Welchen Standort bevorzugen Himbeeren?
- Himbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit einem humosen, lockeren und wasserdurchlässigen Boden.
- Wie oft muss ich Himbeeren gießen?
- Himbeeren benötigen besonders während der Fruchtbildung und in trockenen Perioden regelmäßige Wassergaben. Der Boden sollte immer leicht feucht sein.
- Wie schneide ich Himbeeren richtig?
- Der Schnitt hängt von der Himbeersorte ab. Sommerhimbeeren werden nach der Ernte geschnitten, wobei die abgetragenen Ruten entfernt werden. Herbsthimbeeren werden im Spätherbst oder Winter komplett bodennah geschnitten.
- Muss ich Himbeeren düngen?
- Ja, Himbeeren sind Mittelzehrer und benötigen regelmäßige Düngergaben im Frühjahr und nach der Ernte. Verwenden Sie einen Beerendünger oder Kompost.
- Kann ich Himbeeren im Topf anbauen?
- Ja, Himbeeren können auch im Topf angebaut werden. Wählen Sie einen ausreichend großen Topf (mindestens 20 Liter) und verwenden Sie Beerenerde. Achten Sie auf eine gute Drainage und regelmäßige Bewässerung und Düngung.
Mit diesen Tipps und Tricks steht einer reichen Himbeerernte nichts mehr im Wege. Viel Spaß beim Gärtnern und Genießen!
