23/05/2021
Himbeeren sind köstliche und beliebte Früchte, die in keinem Garten fehlen dürfen. Um eine reiche und gesunde Ernte zu erzielen, ist die richtige Pflege entscheidend. Eine Frage, die sich viele Hobbygärtner stellen, ist: Soll man Himbeeren anbinden? Die Antwort lautet: Ja, in den meisten Fällen ist es sehr empfehlenswert, Himbeeren anzubinden. In diesem Artikel erfahren Sie, warum das Anbinden so wichtig ist und welche Methoden sich am besten eignen, um Ihre Himbeersträucher optimal zu unterstützen.

Warum Himbeeren anbinden? Die Vorteile im Überblick
Das Anbinden von Himbeeren bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die sich positiv auf das Wachstum, die Gesundheit und die Ernte Ihrer Pflanzen auswirken:
- Verbesserte Belüftung: Durch das Anbinden werden die Ruten aufrecht gehalten und die Pflanze wird besser belüftet. Dies ist entscheidend, um die Blätter und Früchte nach Regen oder Tau schneller abtrocknen zu lassen. Eine gute Belüftung beugt Pilzkrankheiten und Schimmelbefall vor, die in feuchten und dichten Beständen leicht entstehen können.
- Mehr Sonnenlicht: Aufrecht stehende Ruten fangen mehr Sonnenlicht ein. Sonnenlicht ist essenziell für die Photosynthese und die Reifung der Früchte. Eine bessere Sonneneinstrahlung führt zu einer intensiveren Aromaentwicklung und einer süßeren Ernte. Zudem fördert ausreichend Sonne die Bildung von Blütenknospen für das nächste Jahr.
- Leichtere Ernte: Angebundene Himbeeren sind deutlich einfacher zu ernten. Die Früchte sind besser zugänglich, da die Ruten nicht am Boden liegen oder sich ineinander verschlingen. Dies spart Zeit und Mühe bei der Ernte und reduziert das Risiko, reife Früchte zu übersehen oder zu beschädigen.
- Weniger Schädlinge und Krankheiten: Durch die verbesserte Belüftung und Sonneneinstrahlung wird das Risiko von Schädlingsbefall und Krankheiten reduziert. Schädlinge wie die Himbeerrutenkrankheit oder die Himbeermilbe haben es in gut belüfteten und sonnigen Beständen schwerer, sich auszubreiten.
- Ordnung und Struktur im Garten: Angebundene Himbeeren sehen gepflegter und ordentlicher aus. Sie verleihen dem Garten eine klare Struktur und verhindern, dass die Pflanzen unkontrolliert wuchern und andere Gewächse überwuchern.
Methoden zum Anbinden von Himbeeren: Spalier, V-System und mehr
Es gibt verschiedene Methoden, um Himbeeren anzubinden. Die Wahl der richtigen Methode hängt von der Art der Himbeere (Sommer- oder Herbsthimbeere), dem verfügbaren Platz und Ihren persönlichen Vorlieben ab. Hier sind einige gängige Methoden:
Das Spalier für Sommerhimbeeren
Sommerhimbeeren, die einmal im Jahr tragen, profitieren besonders von einem Spalier. Da sie höhere Ruten entwickeln, benötigen sie eine stabile Stütze. Ein Spalier bietet optimalen Halt und erleichtert die Pflege.
Drahtspalier mit drei Drähten
Dies ist eine sehr gängige und effektive Methode für Sommerhimbeeren:
- Pfosten setzen: Schlagen Sie stabile Pfosten in einem Abstand von etwa drei Metern in den Boden. Die Pfosten sollten etwa zwei Meter hoch sein.
- Drähte befestigen: Spannen Sie drei Querdrähte an den Pfosten. Der erste Draht sollte sich in etwa 70 cm Höhe befinden, der zweite bei 110 cm und der dritte bei 150 cm über dem Boden.
- Ruten anbinden: Binden Sie die kräftigsten Ruten der Himbeere alle zehn Zentimeter an den Drähten fest. Verwenden Sie dafür weiches Bindematerial wie Gartenschnur oder ummantelten Draht, um die Ruten nicht zu verletzen. Achten Sie darauf, das Bindematerial zuerst um den Draht und dann um die Rute zu wickeln.
- Triebe kürzen: Biegen Sie über den obersten Draht hinauswachsende Triebe zurück und befestigen Sie sie. Im Frühjahr werden die Ruten auf etwa 1,80 Meter zurückgeschnitten.
- Auslichten nach der Ernte: Entfernen Sie nach der Ernte die abgetragenen und überzähligen Ruten bodennah. Binden Sie gleichzeitig die neuen Jungruten an das Spalier.
Gittersystem für Sommerhimbeeren
Das Gittersystem erfordert etwas mehr Aufwand beim Aufbau, erspart Ihnen aber das mühsame Anbinden der einzelnen Ruten:
- Pfosten setzen: Setzen Sie zwei Reihen von Pfosten im Abstand von 75 cm zueinander und mit einem Reihenabstand von etwa drei Metern. Die Pfosten sollten etwa zwei Meter hoch sein.
- Drahtgitter spannen: Befestigen Sie zwei Paar parallele Drähte auf 75 cm und 150 cm Höhe an den Pfosten. Spannen Sie weitere Drähte auf gleicher Höhe zwischen den benachbarten Pfosten der Reihen und überkreuzend zum jeweils nächsten Pfosten gegenüber. So entsteht ein engmaschiges Gitter aus Drähten.
- Ruten durchwachsen lassen: Die Himbeerruten wachsen durch das Drahtgitter hindurch und werden von diesem gestützt. Ein Anbinden ist in der Regel nicht erforderlich.
- Auslichten: Schneiden Sie überlange und abgetragene Ruten nach der Ernte knapp über dem Boden ab, wie beim Drahtspalier.
Spalier für Herbsthimbeeren
Herbsthimbeeren, die zweimal im Jahr tragen oder im Spätsommer/Herbst reifen, sind etwas weniger anspruchsvoll beim Anbinden. Sie bleiben oft etwas niedriger und können notfalls auch ohne Rankhilfe wachsen. Ein Spalier kann aber auch bei Herbsthimbeeren die Erträge erhöhen und die Pflege erleichtern.
Einfaches Drahtspalier für Herbsthimbeeren
Ein einfaches Spalier mit einem oder zwei Drähten genügt oft für Herbsthimbeeren:
- Pfosten setzen: Schlagen Sie etwa 1,50 Meter lange Pfosten in den Boden.
- Drähte spannen: Spannen Sie horizontale Drähte in etwa 1,20 Meter Höhe an den Pfosten. Je nach Bedarf können Sie auch zwei Drähte in unterschiedlicher Höhe spannen.
- Ruten durchwachsen lassen: Lassen Sie die Herbsthimbeerruten ohne Anbinden durch das Spalier wachsen. Sie werden hauptsächlich an den Seitentrieben der zweijährigen Ruten fruchten.
- Auslichten im Frühjahr: Lichten Sie im Frühjahr alle alten und abgetragenen Ruten bodennah aus, um die jungen, fruchtenden Ruten zu stärken.
Das V-Spalier für Sommer- und Herbsthimbeeren
Das V-Spalier ist eine vielseitige Option, die sowohl für Sommer- als auch für Herbsthimbeeren geeignet ist. Es bietet eine gute Belüftung und ermöglicht ein einfaches Ernten.

- Pfosten V-förmig setzen: Schlagen Sie die Pfosten in einer Reihe V-förmig in den Boden, sodass die beiden Seiten nach außen zeigen.
- Spanndrähte befestigen: Befestigen Sie an jedem Pfosten zwei Spanndrähte in etwa 75 cm und 150 cm Höhe.
- Ruten anbinden: Binden Sie die blühenden und fruchtenden Ruten an den Drähten an.
- Neue Ruten durchwachsen lassen: Die neuen Ruten wachsen zwischen den beiden Schenkeln des V-Spaliers gerade nach oben und stören nicht bei der Ernte.
Himbeeren am Pfahl ziehen
Für sehr kleine Gärten oder die Kultivierung im Kübel ist das Ziehen am Pfahl eine platzsparende Alternative. Diese Methode eignet sich besonders für einzelne Himbeerpflanzen.
- Stabiler Pfahl: Setzen Sie einen stabilen Pfahl neben die Himbeerpflanze. Der Pfahl sollte ausreichend hoch sein, um die erwartete Wuchshöhe der Himbeere zu unterstützen.
- Ruten anbinden: Binden Sie die Himbeerruten regelmäßig am Pfahl fest, während sie wachsen. Verwenden Sie weiches Bindematerial und binden Sie die Ruten locker an, um das Wachstum nicht einzuschränken.
Allgemeine Pflegetipps für Himbeeren
Unabhängig von der gewählten Anbindemethode gibt es einige grundlegende Pflegetipps, die für alle Himbeeren gelten:
- Standort: Wählen Sie einen sonnigen und windgeschützten Standort für Ihre Himbeeren.
- Boden: Himbeeren bevorzugen humose und leicht saure Böden mit einem pH-Wert zwischen 5 und 6,5. Verbessern Sie schwere Böden mit Kompost und Sand.
- Bewässerung: Himbeeren benötigen eine gleichmäßige Wasserversorgung, besonders während der Fruchtbildung. Gießen Sie regelmäßig, besonders in trockenen Perioden. Vermeiden Sie aber Staunässe. Als Faustregel gilt: Gießen, wenn die oberste Bodenschicht abzutrocknet.
- Düngung: Düngen Sie Himbeeren im Frühjahr mit Kompost oder einem organischen Beeren- oder Gemüsedünger.
- Vogelschutz: Schützen Sie Ihre Himbeeren rechtzeitig vor der Ernte mit Netzen vor Vögeln, die die reifen Früchte gerne naschen.
- Ernte: Himbeeren sind erntereif, wenn sie eine kräftige Farbe haben und sich leicht vom Strauch lösen lassen.
- Schnitt: Führen Sie regelmäßige Schnittmaßnahmen durch, um die Gesundheit und Ertragskraft Ihrer Himbeeren zu erhalten. Der Schnittzeitpunkt und die Schnittmethode variieren je nach Himbeerart (Sommer- oder Herbsthimbeere).
Fazit: Anbinden lohnt sich für gesunde und ertragreiche Himbeeren
Das Anbinden von Himbeeren ist zwar etwas mehr Arbeit, zahlt sich aber in vielerlei Hinsicht aus. Es fördert die Gesundheit der Pflanzen, verbessert die Belüftung und Sonneneinstrahlung, erleichtert die Ernte und trägt zu einer reicheren und qualitativ besseren Ernte bei. Ob Spalier, V-System oder Pfahl – wählen Sie die Methode, die am besten zu Ihrem Garten und Ihren Bedürfnissen passt. Mit der richtigen Pflege und Unterstützung werden Ihre Himbeeren prächtig gedeihen und Ihnen viele Jahre lang Freude bereiten.
Häufig gestellte Fragen zum Anbinden von Himbeeren (FAQ)
- Wann ist der beste Zeitpunkt, um Himbeeren anzubinden?
- Der beste Zeitpunkt zum Anbinden ist im Frühjahr, wenn die neuen Ruten zu wachsen beginnen. Sie können die Ruten nach und nach anbinden, während sie in die Höhe wachsen.
- Welches Bindematerial ist am besten geeignet?
- Verwenden Sie weiches und flexibles Bindematerial wie Gartenschnur, ummantelten Draht oder spezielle Pflanzenbinder. Vermeiden Sie scharfkantige Materialien, die die Ruten beschädigen könnten. Auch frische Weidenruten sind eine natürliche und gute Alternative.
- Muss man alle Himbeersorten anbinden?
- Sommerhimbeeren profitieren in der Regel mehr vom Anbinden als Herbsthimbeeren, da sie höhere Ruten entwickeln. Auch bei Herbsthimbeeren kann ein Spalier aber vorteilhaft sein, um die Erträge zu steigern und die Pflege zu erleichtern. Im Kübel oder bei wenig Platz ist das Anbinden am Pfahl besonders praktisch.
- Kann man Himbeeren auch ohne Rankhilfe ziehen?
- Ja, Herbsthimbeeren können notfalls auch ohne Rankhilfe wachsen. Allerdings liegen die Ruten dann oft am Boden, was die Belüftung verschlechtert und die Ernte erschwert. Mit einer Rankhilfe erzielen Sie in der Regel bessere Ergebnisse.
- Wie oft muss man Himbeeren anbinden?
- Einmaliges Anbinden im Frühjahr reicht in den meisten Fällen aus. Kontrollieren Sie aber regelmäßig, ob das Bindematerial noch ausreichend Halt bietet und passen Sie es gegebenenfalls an, wenn die Ruten weiter wachsen.
