03/11/2024
Die Himbeersaison ist für viele Gartenliebhaber in der Schweiz ein Höhepunkt des Jahres. Der süsse und aromatische Geschmack frisch geernteter Himbeeren ist unvergleichlich und macht die Mühe des Anbaus mehr als wett. Doch wann genau ist die beste Zeit, um Himbeeren in der Schweiz zu ernten, und was gibt es bei den verschiedenen Sorten zu beachten? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die Himbeersaison, die Unterschiede zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren sowie wertvolle Tipps für eine erfolgreiche Ernte im eigenen Garten.

Sommer- vs. Herbsthimbeeren: Ein Überblick
Bei Himbeeren unterscheidet man traditionell zwischen zwei Haupttypen: den Sommerhimbeeren und den Herbsthimbeeren. Diese Unterscheidung ist entscheidend für den Erntezeitpunkt und die Pflege der Pflanzen. Der Hauptunterschied liegt im Fruchttrieb und somit im Zeitpunkt der Reife.
Sommerhimbeeren: Früchte am zweijährigen Trieb
Sommerhimbeeren tragen ihre Früchte, wie der Name schon sagt, im Sommer. Dies geschieht an den zweijährigen Trieben. Das bedeutet, dass die Ruten, die im Vorjahr gewachsen sind, im aktuellen Jahr Früchte tragen. Im Frühjahr treiben diese Ruten aus und entwickeln Blüten und schliesslich die begehrten Himbeeren. Nach der Ernte im Sommer sterben diese zweijährigen Ruten ab und müssen entfernt werden, um Platz für neue Triebe zu schaffen.
Die Erntezeit für Sommerhimbeeren in der Schweiz beginnt in der Regel im Juni und kann sich bis in den Juli hineinziehen, je nach Sorte und Witterungsbedingungen. Beliebte Sorten für den Sommeranbau sind beispielsweise 'Malling Promise', 'Schönemann' oder 'Willamette'. Diese Sorten zeichnen sich oft durch grosse, aromatische Früchte und einen hohen Ertrag aus.
Herbsthimbeeren: Ernte am einjährigen Trieb
Herbsthimbeeren hingegen fruchten an den einjährigen Trieben. Das bedeutet, dass die Ruten, die im Frühjahr desselben Jahres neu aus dem Boden wachsen, noch im selben Jahr Früchte tragen. Dies macht die Pflege etwas einfacher, da man im Spätherbst oder Winter alle Ruten bodennah abschneiden kann. Im folgenden Frühjahr treiben dann wieder neue Ruten aus, die im Herbst erneut Früchte tragen.
Die Erntezeit für Herbsthimbeeren in der Schweiz beginnt später als bei Sommerhimbeeren, meist im August oder September und kann sich bis in den Oktober hinein erstrecken, solange das Wetter mild bleibt. Bekannte Herbsthimbeersorten sind 'Autumn Bliss', 'Polka' oder 'Twotimer Sugana'. Letztere ist eine sogenannte Twotimer-Sorte, die sowohl im Sommer als auch im Herbst Früchte tragen kann, wobei die Haupterntesaison im Herbst liegt.
Verschiedene Himbeersorten und ihre Besonderheiten
Neben den traditionellen roten Himbeeren gibt es eine wachsende Vielfalt an Sorten, die sich in Farbe, Geschmack und Erntezeitpunkt unterscheiden. Zwar sind schwarze, gelbe und weisse Himbeeren im Handel noch nicht so verbreitet, aber sie erfreuen sich bei Hobbygärtnern zunehmender Beliebtheit und sind eine interessante Bereicherung für jeden Garten.
- Rote Himbeeren: Die Klassiker unter den Himbeeren. Sie bieten ein ausgewogenes Verhältnis von Süsse und Säure und sind vielseitig verwendbar.
- Schwarze Himbeeren (Brombeeren-Himbeeren): Diese Sorten haben einen intensiveren, leicht herben Geschmack und sind oft aromatischer als rote Himbeeren. Sie sind weniger süss und eignen sich hervorragend für Marmeladen und Kompotte.
- Gelbe und weisse Himbeeren: Diese Sorten sind oft milder und süsser im Geschmack als rote Himbeeren. Sie sind weniger säurehaltig und daher besonders für empfindliche Mägen geeignet. Ihr Aroma ist oft sehr fein und erinnert an Honig oder Aprikosen.
Himbeeren im eigenen Garten anbauen: Tipps für Hobbygärtner
Himbeeren sind bei Hobbygärtnern sehr beliebt, da sie als relativ pflegeleicht gelten und dennoch eine reiche Ernte liefern können. Allerdings gibt es einige wichtige Punkte zu beachten, um gesunde Pflanzen und eine üppige Fruchtausbeute zu gewährleisten.
Standort und Boden
Himbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto süsser und aromatischer werden die Früchte. Der Boden sollte locker, humos und gut durchlässig sein. Staunässe vertragen Himbeeren nicht gut, da dies zu Wurzelfäule führen kann. Eine gute Vorbereitung des Bodens ist wichtig. Graben Sie den Boden tiefgründig um und reichern Sie ihn mit Kompost oder verrottetem Mist an, um die Bodenstruktur und den Nährstoffgehalt zu verbessern.

Pflanzung und Pflege
Die beste Pflanzzeit für Himbeeren ist im Herbst oder Frühjahr. Setzen Sie die Pflanzen in einem Abstand von etwa 50 bis 70 cm zueinander und etwa 1,5 bis 2 Meter zwischen den Reihen. Achten Sie darauf, dass die Wurzelballen gut mit Erde bedeckt sind und giessen Sie die Pflanzen nach dem Einpflanzen gründlich an.
Himbeeren benötigen regelmässige Bewässerung, besonders während trockener Perioden und während der Fruchtbildung. Achten Sie darauf, den Boden gleichmässig feucht zu halten, aber vermeiden Sie Staunässe. Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Stroh kann helfen, die Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkrautwuchs zu unterdrücken.
Eine Düngung im Frühjahr mit einem organischen Beerendünger oder Kompost versorgt die Pflanzen mit den notwendigen Nährstoffen für ein gesundes Wachstum und eine reiche Ernte. Verzichten Sie auf eine Stickstoff-Überdüngung, da dies zu weichem Gewebe und erhöhter Krankheitsanfälligkeit führen kann.
Himbeeren im Zaum halten: Wurzelsperre und Spaten
Ein wichtiger Aspekt bei der Himbeerpflege ist die Kontrolle des Wurzelwachstums. Himbeeren neigen dazu, sich über Wurzelausläufer stark auszubreiten und können schnell den ganzen Garten erobern. Wie im Ausgangstext erwähnt, wachsen die Wurzeln unterirdisch weiter und treiben im Umkreis von bis zu zwei Metern aus.
Um dies zu verhindern, empfiehlt es sich, bei der Pflanzung eine Wurzelsperre einzubauen. Diese kann aus einer Folie oder einem Kunststoffband bestehen, das etwa 40 bis 50 cm tief in den Boden eingelassen wird und den Wurzelraum begrenzt. Alternativ oder zusätzlich kann man regelmässig mit dem Spaten die unerwünschten Ausläufer abstechen und entfernen. Dies sollte idealerweise zweimal im Jahr geschehen, im Frühjahr und im Herbst.
Schnitt von Himbeeren
Der Schnitt ist ein weiterer wichtiger Pflegeschritt bei Himbeeren und unterscheidet sich je nach Sorte. Bei Sommerhimbeeren werden nach der Ernte die abgeernteten, zweijährigen Ruten bodennah abgeschnitten. Die neuen, einjährigen Ruten, die im selben Jahr gewachsen sind, bleiben stehen und tragen im nächsten Jahr Früchte. Bei Herbsthimbeeren werden im Spätherbst oder Winter alle Ruten bodennah abgeschnitten. Dies vereinfacht den Schnitt erheblich und fördert die Bildung neuer, kräftiger Triebe im Frühjahr.
Schutz vor Krankheiten und Schädlingen
Himbeeren sind relativ robust, können aber dennoch von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Zu den häufigsten Krankheiten gehören die Rutenkrankheit, die Himbeer-Welke und Grauschimmel. Schädlinge wie die Himbeermilbe, die Himbeer-Gallmücke und der Himbeerkäfer können ebenfalls Probleme verursachen.
Vorbeugende Massnahmen sind wichtig, um Krankheiten und Schädlinge zu vermeiden. Achten Sie auf einen luftigen Standort und eine gute Pflanzengesundheit. Entfernen Sie regelmässig befallene Pflanzenteile und fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer und Florfliegen. In schweren Fällen können biologische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden.
Häufig gestellte Fragen zur Himbeersaison
- Wann ist die beste Zeit, um Himbeeren in der Schweiz zu ernten?
- Die Erntezeit variiert je nach Sorte. Sommerhimbeeren werden von Juni bis Juli geerntet, Herbsthimbeeren von August bis Oktober.
- Was ist der Unterschied zwischen Sommer- und Herbsthimbeeren?
- Sommerhimbeeren tragen Früchte an zweijährigen Trieben, Herbsthimbeeren an einjährigen Trieben. Dies beeinflusst den Erntezeitpunkt und den Schnitt.
- Wie kann ich verhindern, dass sich Himbeeren im Garten ausbreiten?
- Verwenden Sie eine Wurzelsperre bei der Pflanzung oder stechen Sie regelmässig Wurzelausläufer mit dem Spaten ab.
- Welchen Standort bevorzugen Himbeeren?
- Himbeeren bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen lockeren, humosen und gut durchlässigen Boden.
- Muss man Himbeeren düngen?
- Ja, eine Düngung im Frühjahr mit organischem Beerendünger oder Kompost ist empfehlenswert.
Fazit
Die Himbeersaison in der Schweiz bietet für jeden Gartenliebhaber die Möglichkeit, frische, aromatische Früchte aus dem eigenen Garten zu geniessen. Mit der richtigen Sortenwahl, einem geeigneten Standort und der richtigen Pflege können Sie eine reiche Ernte erzielen. Ob Sommer- oder Herbsthimbeeren – jede Sorte hat ihren Reiz und trägt dazu bei, die Vielfalt des Gartens zu bereichern. Nutzen Sie die Saison optimal aus und verwöhnen Sie sich und Ihre Familie mit köstlichen Himbeeren!
