01/04/2022
Eine dichte, grüne Hecke ist nicht nur ein attraktiver Sichtschutz, sondern bietet auch Lebensraum für Vögel und Insekten. Damit Ihre Hecke prächtig gedeiht und ihre volle Funktion erfüllt, ist die richtige Pflanztiefe von entscheidender Bedeutung. Dieser Artikel führt Sie Schritt für Schritt durch den Pflanzprozess und gibt Ihnen wertvolle Tipps, damit Ihre Hecke zum grünen Juwel Ihres Gartens wird.

- Die richtige Vorbereitung des Bodens: Das Fundament für eine gesunde Hecke
- Vorbereitung der Wurzeln: Der Schlüssel zum Anwachsen
- Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen: Jahreszeit und Pflanzenart
- Der richtige Abstand: Für eine dichte und gesunde Hecke
- Schritt-für-Schritt Anleitung zum Pflanzen einer Hecke
- Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die richtige Vorbereitung des Bodens: Das Fundament für eine gesunde Hecke
Bevor Sie mit dem Pflanzen beginnen, ist eine sorgfältige Bodenvorbereitung unerlässlich. Eine gute Vorbereitung sorgt dafür, dass Ihre Heckenpflanzen optimal anwachsen und sich prächtig entwickeln können.
Unkraut gründlich entfernen
Der erste Schritt ist die gründliche Entfernung von Unkraut im Pflanzbereich. Unkraut konkurriert mit Ihren jungen Heckenpflanzen um wichtige Nährstoffe, Wasser und Licht. Entfernen Sie das Unkraut mitsamt der Wurzel, um ein schnelles Nachwachsen zu verhindern. Sie können Unkraut von Hand jäten oder geeignete Gartengeräte verwenden. Achten Sie darauf, dass keine Unkrautsamen in den Boden gelangen, da dies zu einem erneuten Unkrautwachstum führen kann. Für besonders hartnäckiges Unkraut kann ein kurz wirkender Unkrautvernichter hilfreich sein. Dieser sollte jedoch ein bis zwei Wochen vor der Pflanzung angewendet werden, um sicherzustellen, dass keine schädlichen Rückstände die Heckenpflanzen beeinträchtigen. Auch nach der Anwendung eines Unkrautvernichters sollten die abgestorbenen Pflanzenreste entfernt werden. Es ist ratsam, das Unkraut in einem Umkreis von etwa einem halben Meter um den zukünftigen Heckenstandort zu entfernen.
Den Pflanzgraben ausheben: Die Basis für die Pflanztiefe
Nachdem der Boden von Unkraut befreit ist, können Sie mit dem Ausheben des Pflanzgrabens beginnen. Für eine lange Hecke ist ein durchgehender Graben die einfachste Lösung. Dieser sollte etwa 35 Zentimeter breit und mindestens 50 Zentimeter tief sein. Die ideale Tiefe entspricht ungefähr dem Eineinhalbfachen der Höhe des Wurzelballens oder der Wurzeln der Pflanze. Achten Sie darauf, den Graben in einer geraden Linie auszuheben. Eine Richtschnur, die zwischen zwei Stöcken gespannt wird, hilft dabei, eine gerade Linie zu gewährleisten.
Drainage verbessern: Staunässe vermeiden
Eine gute Drainage ist entscheidend für die Gesundheit Ihrer Hecke. Staunässe kann zu Wurzelfäule führen und das Wachstum der Pflanzen beeinträchtigen oder sogar zum Absterben führen. Dies gilt insbesondere für Heckenpflanzen, die empfindlich auf feuchte Böden reagieren, wie beispielsweise Buchen, Eiben oder Nadelbäume. Auch auf weniger schweren Böden ist eine gute Drainage wichtig. Stechen Sie daher am Boden des Pflanzgrabens einige Löcher, um den Wasserabfluss zu verbessern und Staunässe zu vermeiden. Bei sehr schweren, lehmigen Böden kann es sinnvoll sein, eine Drainageschicht aus Kies oder Sand am Boden des Grabens einzubringen.
Boden auflockern: Wurzelwachstum fördern
Ein lockerer Boden ermöglicht es den Wurzeln der neuen Hecke, sich leicht auszubreiten und zu entwickeln. Lockern Sie daher die Erde am Boden des Pflanzgrabens gründlich auf. Sie können die Erde umgraben oder den Graben tiefer ausheben und anschließend etwas Aushub wieder einfüllen. Vergessen Sie nicht, zuvor die Drainagelöcher zu stechen. Bei lehmigen oder anderen schweren Böden empfiehlt es sich, den Aushub mit Sand zu vermischen. Dies verbessert die Bodenstruktur und sorgt für eine bessere Durchlüftung und Wasserdurchlässigkeit.
Vorbereitung der Wurzeln: Der Schlüssel zum Anwachsen
Die richtige Vorbereitung der Wurzeln ist ein weiterer wichtiger Schritt für ein erfolgreiches Anwachsen Ihrer Heckenpflanzen. Die Art der Vorbereitung hängt von der Art der Pflanzen ab, die Sie gekauft haben.
Fertighecken im Karton
Fertighecken werden oft in biologisch abbaubaren Kartonbehältern geliefert. Diese können Sie in der Regel direkt mit dem Karton in die Erde setzen. Der Karton zersetzt sich im Boden und schadet den Pflanzen nicht.
Heckenpflanzen mit Wurzelballen
Heckenpflanzen mit Wurzelballen sollten vor dem Pflanzen ausreichend gewässert werden. Wenn der Wurzelballen mit Draht umwickelt ist, entfernen Sie diesen vor dem Pflanzen. Eine Verpackung aus Jute muss in der Regel nicht entfernt werden, da sie biologisch abbaubar ist.
Heckenpflanzen im Topf
Heckenpflanzen im Topf sind eine komfortable Option, da sie auch einige Zeit im Topf verbleiben können, falls das Wetter am Liefertag ungünstig sein sollte. Vor dem Pflanzen sollte der Topf jedoch unbedingt entfernt werden, um die Wurzeln nicht einzuengen. Achten Sie darauf, die Wurzeln beim Entfernen des Topfes nicht zu beschädigen.
Wurzelnackte Heckenpflanzen
Wenn Sie wurzelnackte Heckenpflanzen bestellt haben, entfernen Sie das Verpackungsmaterial und besprühen Sie die Wurzeln vorsichtig mit Wasser, um sie vor dem Austrocknen zu schützen. Setzen Sie die Pflanzen dann zeitnah in die Erde.

Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen: Jahreszeit und Pflanzenart
Der optimale Pflanzzeitpunkt für Heckenpflanzen hängt von der Pflanzenart und der Form, in der Sie die Pflanzen erworben haben, ab. Containerpflanzen sind generell flexibler und können prinzipiell das ganze Jahr über gepflanzt werden, während wurzelnackte Pflanzen und Ballenware empfindlicher sind und einen spezifischeren Pflanzzeitpunkt bevorzugen.
Sommer- und wintergrüne Hecken
Sommer- und wintergrüne Heckenpflanzen werden idealerweise im Herbst (Mitte Oktober bis Mitte Dezember) gepflanzt, während der Wachstumsruhe. In dieser Zeit ist der Wasserverlust durch Transpiration gering und die Wurzeln haben ausreichend Zeit, bis zum Frühjahr anzuwachsen und die Pflanze mit Nährstoffen zu versorgen. Eine Pflanzung im Frühjahr vor dem Austrieb ist bei guter Wasserversorgung ebenfalls möglich.
Beispiele für sommergrüne Heckenpflanzen: Feldahorn, Rotbuche, Gewöhnlicher Liguster, Heckenkirsche, Hartriegel-Arten, Dunkelrote Heckenberberitze.
Beispiele für wintergrüne Heckenpflanzen: Niedrige Heckenkirsche, Hainbuche, Wintergrüner Liguster, Wintergrüne Baummispel.
Immergrüne Hecken
Immergrüne Hecken können bei ausreichender Wasserversorgung fast das ganze Jahr über gepflanzt werden, wobei das Frühjahr als Pflanzzeitpunkt weniger ideal ist. Der Herbst oder das späte Frühjahr sind gute Zeitpunkte für die Pflanzung immergrüner Hecken.
Beispiele für immergrüne Heckenpflanzen: Rotlaubige Glanzmispel, Eibe, Stechpalme, Königs-Berberitze, Obelisken-Wacholder, Feuerdorn-Arten, Skimmie (für niedrige Hecken).
Der richtige Abstand: Für eine dichte und gesunde Hecke
Der richtige Abstand beim Pflanzen von Heckenpflanzen ist wichtig für eine dichte und gesunde Hecke. Es gibt verschiedene Aspekte zu beachten, darunter der Abstand zum Nachbarn, zum Zaun und zwischen den einzelnen Pflanzen.
Abstand zum Nachbarn
Der Grenzabstand zu Nachbargrundstücken ist im Nachbarschaftsrecht der einzelnen Bundesländer geregelt. In der Regel gilt, dass der Abstand zur Grundstücksgrenze umso größer sein muss, je höher die Hecke wird. Informieren Sie sich über die geltenden Bestimmungen in Ihrem Bundesland, um Konflikte mit Ihren Nachbarn zu vermeiden.
Abstand zum Zaun
Für den Abstand zum Zaun gibt es keine gesetzlichen Vorschriften, es sei denn, der Zaun markiert die Grundstücksgrenze. Es ist jedoch ratsam, einen ausreichenden Abstand zum Zaun einzuhalten, um die Hecke problemlos schneiden zu können und ein Einwachsen in den Zaun zu verhindern. Berücksichtigen Sie dabei die spätere Wuchsbreite der Hecke.
Abstand zwischen den Heckenpflanzen
Der Abstand zwischen den einzelnen Heckenpflanzen hängt von der Pflanzenart und ihrer Wuchsbreite ab. Je größer und breiter eine Heckenpflanze wächst, desto größer kann der Abstand sein. Ein zu großer Abstand führt dazu, dass es lange dauert, bis die Hecke blickdicht wird, während ein zu enger Abstand zum Absterben einzelner Pflanzen führen kann. Die folgende Tabelle gibt Ihnen Richtwerte für den Pflanzabstand verschiedener Heckenpflanzen:
| Deutscher Name (botanischer Name) | Angemessene Höhe (cm) | Mindestbreite (cm) | Pflanzen pro laufendem Meter |
|---|---|---|---|
| Einfassungs-Buchsbaum (Buxus sempervirens 'Suffruticosa') | 20 – 100 | 10 | 4 – 8 |
| Gewöhnlicher Liguster (Ligustrum vulgare) | 100 – 300 | 100 | 2 – 3 |
| Eibe (Taxus baccata) | 100 – 500 | 100 | 1 – 2 |
Lassen Sie sich beim Kauf der Pflanzen von Fachleuten beraten, um den optimalen Pflanzabstand für Ihre gewählte Heckenart zu ermitteln.
Schritt-für-Schritt Anleitung zum Pflanzen einer Hecke
- Planung: Standort, Bodenbedingungen, Pflanzart, Abstände planen.
- Kauf der Heckenpflanzen: Pflanzen in der gewünschten Qualität und Größe auswählen.
- Pflanzgraben anlegen: Graben doppelt so tief und anderthalbmal so breit wie der Wurzelballen ausheben.
- Verteilung und Ausrichtung der Heckenpflanzen: Pflanzen im Graben verteilen und ausrichten, Abstände einhalten.
- Vorbereitung der Wurzelballen: Containerpflanzen lockern, Wurzelnackte Pflanzen kürzen, Ballenware vorbereiten.
- Auflockerung des Aushubs: Aushub auflockern und bei Bedarf Bodenaktivator hinzufügen.
- Pflanzen setzen: Pflanzen gerade und aufrecht in den Graben setzen, Erde festtreten, Gießrand formen.
- Hecke wässern: Hecke gründlich angießen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
- Wie tief muss der Pflanzgraben für eine Hecke sein?
- Der Pflanzgraben sollte mindestens 50 Zentimeter tief und idealerweise etwa das Eineinhalbfache der Höhe des Wurzelballens oder der Wurzeln der Pflanze betragen.
- Wann ist die beste Zeit, um eine Hecke zu pflanzen?
- Der beste Zeitpunkt hängt von der Pflanzenart ab. Sommer- und wintergrüne Hecken werden idealerweise im Herbst gepflanzt, immergrüne Hecken im Herbst oder späten Frühjahr. Containerpflanzen sind flexibler und können fast ganzjährig gepflanzt werden.
- Muss man den Boden für Heckenpflanzen vorbereiten?
- Ja, eine gute Bodenvorbereitung ist wichtig. Dazu gehört das Entfernen von Unkraut, das Auflockern des Bodens und die Verbesserung der Drainage.
- Wie viel Abstand sollte man zwischen Heckenpflanzen lassen?
- Der Abstand hängt von der Pflanzenart und ihrer Wuchsbreite ab. Informieren Sie sich über die empfohlenen Abstände für Ihre gewählte Heckenart oder nutzen Sie die Tabelle im Artikel als Richtlinie.
- Muss man Hecken nach dem Pflanzen gießen?
- Ja, Hecken sollten nach dem Pflanzen gründlich angegossen werden, auch bei feuchter Witterung. In den ersten Wochen nach der Pflanzung ist regelmäßiges Gießen wichtig, besonders bei warmem Wetter.
Mit diesen Tipps und Anleitungen steht dem erfolgreichen Pflanzen Ihrer Hecke nichts mehr im Wege. Genießen Sie schon bald den grünen Sichtschutz und die natürliche Schönheit, die Ihre Hecke Ihrem Garten verleiht!
