14/11/2024
Die Haselnuss (Corylus avellana) ist ein beliebter Strauch in heimischen Gärten. Nicht nur ihre schmackhaften Nüsse sind begehrt, sondern auch ihre Anspruchslosigkeit und Pflegeleichtigkeit machen sie zu einer attraktiven Wahl für Gartenliebhaber. Ob als Solitärpflanze, blickdichte Hecke oder zur Bereicherung des Naturgartens – die Haselnuss ist vielseitig einsetzbar. Dieser Artikel beantwortet die Frage, wann der beste Zeitpunkt zum Pflanzen von Haselnusssträuchern ist und gibt Ihnen wertvolle Tipps zu Pflanzung, Pflege und Ernte.

- Wann ist die beste Pflanzzeit für Haselnusssträucher?
- Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Pflanzen von Haselnusssträuchern
- Der richtige Standort und Boden für Haselnusssträucher
- Haselnussstrauch oder Haselnussbaum?
- Pflege von Haselnusssträuchern
- Krankheiten und Schädlinge bei Haselnusssträuchern
- Ernte und Lagerung von Haselnüssen
- Vermehren von Haselnusssträuchern
- Haselnuss als Hecke
- Fragen und Antworten zum Pflanzen von Haselnusssträuchern
- Fazit
Wann ist die beste Pflanzzeit für Haselnusssträucher?
Der ideale Zeitpunkt, um Haselnusssträucher zu pflanzen, ist der Herbst. Genauer gesagt, die Zeit von September bis November, bevor der erste Frost den Boden gefriert. Der Herbst bietet mehrere Vorteile für die Pflanzung:
- Angenehme Bodenfeuchtigkeit: Der Herbstboden ist in der Regel noch von den Sommerregenfällen erwärmt und ausreichend feucht, was das Anwachsen der jungen Sträucher begünstigt.
- Wachstumsvorsprung: Im Herbst gepflanzte Haselnusssträucher können über den Winter bereits Wurzeln bilden und im Frühjahr mit einem Wachstumsvorsprung in die neue Saison starten.
- Weniger Stress für die Pflanze: Im Herbst befinden sich die Pflanzen in einer Ruhephase, wodurch der Stress durch das Umpflanzen minimiert wird.
Alternativ zur Herbstpflanzung ist auch eine Pflanzung im Frühjahr möglich, idealerweise im März oder April. Allerdings sollten Sie bei einer Frühjahrspflanzung darauf achten, die jungen Sträucher in den ersten Wochen nach der Pflanzung ausreichend zu wässern, besonders bei trockener Witterung.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Pflanzen von Haselnusssträuchern
Das Pflanzen von Haselnusssträuchern ist unkompliziert und gelingt auch Gartenanfängern. Folgen Sie einfach diesen Schritten:
- Standortwahl: Wählen Sie einen sonnigen bis halbschattigen Standort für Ihre Haselnuss. Je sonniger der Standort, desto reicher fällt die Nussernte aus. Ein windgeschützter Platz ist ebenfalls von Vorteil, da er die Bestäubung fördert und die Sträucher vor starken Winden schützt.
- Bodenvorbereitung: Haselnusssträucher bevorzugen einen nährstoffreichen, lockeren und durchlässigen Boden. Verbessern Sie schwere, lehmige Böden mit Sand und Kompost, um die Drainage zu verbessern. Sandige Böden können mit Kompost und Bentonit angereichert werden, um die Wasserspeicherfähigkeit zu erhöhen.
- Pflanzloch ausheben: Heben Sie ein Pflanzloch aus, das etwa doppelt so breit und tief ist wie der Wurzelballen des Haselnussstrauchs.
- Boden verbessern: Mischen Sie den Aushub mit reifem Kompost, um den Boden mit Nährstoffen anzureichern.
- Haselnussstrauch einsetzen: Nehmen Sie den Haselnussstrauch vorsichtig aus dem Topf und lockern Sie den Wurzelballen etwas auf. Setzen Sie den Strauch so in das Pflanzloch, dass der Wurzelballen bündig mit der Erdoberfläche abschließt.
- Pflanzloch auffüllen: Füllen Sie das Pflanzloch mit dem vorbereiteten Aushub auf und drücken Sie die Erde leicht an.
- Angießen: Gießen Sie den frisch gepflanzten Haselnussstrauch gründlich an, um den Boden um die Wurzeln herum zu festigen.
- Mulchen (optional): Eine Mulchschicht aus Rindenmulch oder Laub um den Strauch herum hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren und Unkrautwuchs zu unterdrücken.
Der richtige Standort und Boden für Haselnusssträucher
Der Standort und der Boden spielen eine entscheidende Rolle für das gesunde Wachstum und die reiche Fruchterzeugung von Haselnusssträuchern. Hier sind die wichtigsten Kriterien:
Standort
- Sonne: Haselnusssträucher bevorzugen sonnige Standorte für eine optimale Fruchtreife. Halbschatten wird toleriert, kann aber die Ernte reduzieren.
- Windschutz: Ein windgeschützter Standort ist ideal, um die Bestäubung durch den Wind zu fördern und die zarten Blüten vor Frost zu schützen.
- Platzbedarf: Beachten Sie den Platzbedarf von Haselnusssträuchern. Sie können je nach Sorte und Schnitt bis zu 5 Meter hoch und breit werden. Planen Sie ausreichend Abstand zu anderen Pflanzen und Gebäuden ein.
Boden
- Nährstoffreich: Haselnusssträucher benötigen einen nährstoffreichen Boden, um kräftig zu wachsen und viele Nüsse zu produzieren.
- Durchlässig: Der Boden sollte durchlässig sein, um Staunässe zu vermeiden, die zu Wurzelfäule führen kann.
- Humos: Ein humoser Boden mit guter Wasserspeicherfähigkeit ist ideal für Haselnusssträucher.
- pH-Wert: Der pH-Wert des Bodens sollte im leicht sauren bis neutralen Bereich (pH 6,0 - 7,0) liegen.
Haselnussstrauch oder Haselnussbaum?
Obwohl der Begriff Haselnussstrauch gebräuchlicher ist, gibt es auch Haselnussbäume. Der Unterschied liegt hauptsächlich in der Wuchsform. Haselnusssträucher wachsen buschiger und verzweigter, während Haselnussbäume einen ausgeprägteren Stamm und eine weniger dichte Krone entwickeln. Für den Hausgarten sind in der Regel Sträucher besser geeignet, da sie kompakter bleiben und die Ernte einfacher ist. Durch regelmäßigen Schnitt können Sie jedoch auch einen Haselnussbaum in Form halten.
Pflege von Haselnusssträuchern
Haselnusssträucher sind relativ pflegeleicht, benötigen aber dennoch etwas Aufmerksamkeit, um gesund zu bleiben und reichlich Früchte zu tragen. Die wichtigsten Pflegemaßnahmen umfassen:
Gießen
Junge Haselnusssträucher benötigen in den ersten Jahren nach der Pflanzung regelmäßige Wassergaben, besonders in trockenen Perioden. Ausgewachsene Sträucher sind in der Regel trockenheitstoleranter, profitieren aber von gelegentlichem Gießen bei längerer Dürre. Achten Sie darauf, Staunässe zu vermeiden.
Düngen
Eine jährliche Düngung im Frühjahr mit Kompost oder organischem Dünger versorgt Haselnusssträucher mit ausreichend Nährstoffen. Eine Überdüngung mit Stickstoff sollte vermieden werden, da dies zu übermäßigem Triebwachstum auf Kosten der Fruchterzeugung führen kann.
Schneiden
Regelmäßiges Schneiden ist wichtig, um Haselnusssträucher vital und ertragreich zu halten. Der beste Zeitpunkt für den Schnitt ist im Herbst, nach der Ernte. Entfernen Sie dabei:
- Tote und kranke Äste
- Sich kreuzende und nach innen wachsende Triebe
- Überalterte Triebe (erkennbar an geringem Fruchtertrag)
- Wasserschosse (senkrecht nach oben wachsende Triebe)
Lichten Sie den Strauch aus, um eine gute Belüftung zu gewährleisten und die Lichtdurchdringung zu fördern. Ein regelmäßiger Auslichtungsschnitt alle 2-3 Jahre reicht in der Regel aus.

Überwintern
Haselnusssträucher sind winterhart und benötigen keinen besonderen Winterschutz im Freiland. Bei Kübelpflanzen kann ein Schutz der Wurzeln mit Vlies oder Jute sinnvoll sein, um Frostschäden zu vermeiden.
Krankheiten und Schädlinge bei Haselnusssträuchern
Haselnusssträucher sind relativ robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Der häufigste Schädling ist der Haselnussbohrer (auch Haselnusskäfer genannt). Die Larven dieses Käfers fressen die Nüsse von innen heraus und verursachen den typischen Fraßschaden mit einem kleinen Loch in der Nussschale. Zur Vorbeugung können Sie frühreife Sorten wählen, da deren Nussschalen zu dem Zeitpunkt, an dem der Käfer aktiv ist, bereits verholzt sind. Bei Befall sollten Sie befallene Nüsse regelmäßig aufsammeln und entsorgen. Nützlinge wie Nematoden können zur Bekämpfung der Larven im Boden eingesetzt werden.
Ernte und Lagerung von Haselnüssen
Die Ernte von Haselnüssen erfolgt in der Regel von Ende September bis Anfang Oktober, wenn die Nüsse braun werden und aus den Hüllblättern fallen. Sie können die Nüsse entweder vom Boden auflesen oder direkt vom Strauch pflücken. Zum Trocknen sollten die Nüsse an einem warmen, trockenen und luftigen Ort ausgebreitet werden. Sind sie vollständig getrocknet, können sie in Netzen oder Kisten kühl und trocken gelagert werden. Geknackte Nüsse sollten im Kühlschrank aufbewahrt und zügig verzehrt werden.
Vermehren von Haselnusssträuchern
Haselnusssträucher lassen sich auf verschiedene Arten vermehren:
- Stecklinge: Im Herbst werden etwa 20 cm lange, verholzte Stecklinge geschnitten und in Anzuchterde gesteckt. Mit etwas Glück bewurzeln sie über den Winter und können im Frühjahr ausgepflanzt werden.
- Absenker: Tiefhängende Triebe können im Frühjahr oder Herbst abgebogen und in die Erde gelegt werden. An der Kontaktstelle mit der Erde bilden sich Wurzeln, und der Trieb kann nach einiger Zeit von der Mutterpflanze getrennt werden.
- Aussaat: Die Vermehrung durch Aussaat ist zwar möglich, aber zeitaufwändiger und führt oft zu Wildformen, die nicht die gewünschten Eigenschaften der Mutterpflanze aufweisen.
Haselnuss als Hecke
Haselnusssträucher eignen sich hervorragend als Heckenpflanzen. Sie wachsen dicht und blickdicht, bieten Vögeln und Kleintieren Unterschlupf und liefern gleichzeitig eine reiche Nussernte. Für eine Haselnusshecke werden etwa 2 Sträucher pro Meter Hecke benötigt. Der Pflanzabstand sollte etwa 50-70 cm betragen.
Fragen und Antworten zum Pflanzen von Haselnusssträuchern
- Wann ist der beste Zeitpunkt, um Haselnusssträucher zu pflanzen?
- Der Herbst (September bis November) ist ideal.
- Welchen Standort bevorzugen Haselnusssträucher?
- Sonnig bis halbschattig, windgeschützt.
- Welchen Boden benötigen Haselnusssträucher?
- Nährstoffreich, locker, durchlässig und humos.
- Muss man Haselnusssträucher schneiden?
- Ja, regelmäßiger Schnitt im Herbst fördert die Gesundheit und den Ertrag.
- Wie bekämpft man den Haselnussbohrer?
- Befallene Nüsse aufsammeln, frühreife Sorten wählen, Nematoden einsetzen.
Fazit
Das Pflanzen von Haselnusssträuchern ist eine lohnende Investition für jeden Garten. Mit dem richtigen Pflanzzeitpunkt im Herbst, einem geeigneten Standort und etwas Pflege können Sie sich schon bald über eine reiche Ernte der gesunden und schmackhaften Haselnüsse freuen. Zusätzlich bereichern Sie Ihren Garten mit einem attraktiven und ökologisch wertvollen Gehölz.
