Für wen ist Gundermann giftig?

Gundermann im Garten: Freund oder Feind?

03/10/2024

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Der Gundermann, auch bekannt als Echter Gundermann oder Erdefeu, ist ein häufig anzutreffendes Kraut in Gärten und Wiesen. Oftmals wird er als Unkraut betrachtet und bekämpft. Doch ist der Gundermann wirklich so unerwünscht? Und ist er vielleicht sogar giftig? Dieser Artikel beleuchtet die Eigenschaften des Gundermanns, gibt Tipps zur Bestimmung und zeigt auf, wie man ihn im Garten handhaben kann.

Inhaltsverzeichnis

Ist Gundermann giftig?

Diese Frage beschäftigt viele Gartenbesitzer. Die gute Nachricht ist: Gundermann ist als schwach giftig einzustufen. Für den Menschen besteht in der Regel keine große Gefahr. Bei übermäßigem Verzehr großer Mengen können jedoch leichte Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit oder Erbrechen auftreten. Für Haustiere, insbesondere Pferde, kann der Verzehr von Gundermann in größeren Mengen problematischer sein und zu Vergiftungssymptomen führen. Daher sollte man darauf achten, dass Haustiere nicht in großen Mengen Gundermann fressen.

Ist der Gundermann giftig?
Ihrer enormen Wüchsigkeit verdankt die Pflanze wohl auch die Beinamen „Kriechender Efeu“ und „Erdefeu“. Doch im Gegensatz zum Efeu ist der Gundermann nicht giftig. Tatsächlich lassen sich die Blätter und Blüten für Salate, Kräuterbutter, Limonaden oder Tees verwenden.

Zusammenfassend lässt sich sagen:

LebewesenGiftigkeitHinweise
MenschenSchwach giftigGeringe Gefahr, leichte Symptome bei Überdosierung möglich
Haustiere (Pferde, etc.)Schwach giftigKann in größeren Mengen zu Problemen führen, aufpassen!

Gundermann bestimmen: So erkennen Sie ihn

Um Gundermann im Garten zu erkennen und von anderen Pflanzen zu unterscheiden, helfen folgende Merkmale:

  • Blätter: Die Blätter des Gundermanns sind nierenförmig bis rundlich-herzförmig und haben einen gekerbten Rand. Sie sind gegenständig angeordnet und meist zwischen 0,4 und 3,5 cm groß. Die Blattunterseite kann leicht purpurn gefärbt sein.
  • Stängel: Der Stängel ist vierkantig und kriechend. Er bildet Ausläufer (Stolonen) und wurzelt an den Knoten. Der Stängel kann bis zu 2 Meter lang werden.
  • Blüten: Die Blüten sind lippenförmig und meist blau-violett gefärbt, seltener rosa oder weiß. Sie erscheinen in der Regel von April bis Juni (Juli).
  • Wuchsform: Gundermann wächst krautig und ausdauernd. Er bildet dichte Teppiche und breitet sich schnell aus.

Achten Sie auf diese Merkmale, um Gundermann sicher zu identifizieren. Verwechslungsgefahr besteht mit anderen kriechenden Pflanzen, jedoch sind die vierkantigen Stängel und die nierenförmigen, gekerbten Blätter typisch für Gundermann.

Gundermann im Garten kontrollieren und eindämmen

Auch wenn Gundermann nicht hochgiftig ist, kann er im Garten unerwünscht sein, wenn er sich zu stark ausbreitet und andere Pflanzen verdrängt. Hier sind einige Tipps, wie Sie die Ausbreitung von Gundermann kontrollieren können:

  1. Wurzelsperre einbauen: Wenn Sie Gundermann nur an bestimmten Stellen im Garten haben möchten, ist eine Wurzelsperre sinnvoll. Diese verhindert die unterirdische Ausbreitung der Ausläufer.
  2. Regelmäßiges Schneiden: Schneiden Sie den Gundermann vor der Samenreife zurück, also kurz nach der Blüte (etwa im Juli). So verhindern Sie die Verbreitung über Samen.
  3. Jäten und Ausstechen: Bei kleineren Beständen können Sie Gundermann regelmäßig jäten oder mit einem Unkrautstecher ausstechen. Je früher Sie handeln, desto einfacher ist die Entfernung.
  4. Rasenpflege optimieren: Ein gesunder und dichter Rasen bietet Unkräutern wie Gundermann weniger Angriffsfläche. Achten Sie auf regelmäßiges Mähen (nicht zu tief, ca. 5 cm Höhe), ausreichende Düngung und gegebenenfalls Vertikutieren.
  5. Punktuelle Behandlung: In hartnäckigen Fällen können Sie zu selektiven Herbiziden greifen, die speziell gegen breitblättrige Unkräuter wirken. Beachten Sie hierbei die Anwendungshinweise und verwenden Sie diese Mittel sparsam und punktuell, um andere Pflanzen zu schonen. Ein Beispiel wäre „Banvel Quattro Single Dose“.

Wichtig: Chemische Unkrautbekämpfungsmittel sollten immer die letzte Option sein. Oftmals reichen mechanische Maßnahmen und eine gute Gartenpflege aus, um Gundermann in Schach zu halten.

Kann man die Pflanze Gundermann essen?
Aurorafalter und Zitronenfalter sowie Grünaderweißling und Rapsweißling saugen gern am Gundermann Nektar. Außerdem ist Gundermann eine besonders beliebte Bienenweide. Kulinarischer Tipp: In der Küche kann der würzige Gundermann wie Spinat zubereitet werden. Die Blüten sind als Salatzugabe sehr lecker.

Gundermann auch nützlich?

Obwohl Gundermann oft als Unkraut betrachtet wird, hat er auch positive Eigenschaften und kann durchaus nützlich sein:

  • Bodendecker: Gundermann ist ein guter Bodendecker, insbesondere an schattigen Standorten, wo Rasen schlecht wächst. Er verhindert die Ausbreitung von unerwünschtem Bewuchs und schützt den Boden vor Austrocknung.
  • Bienenweide: Die Blüten des Gundermanns sind eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten im Frühjahr.
  • Heilpflanze: In der Volksheilkunde wird Gundermann traditionell bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, beispielsweise bei Husten, Verdauungsproblemen oder Hauterkrankungen. Seine heilende Wirkung ist jedoch wissenschaftlich nicht ausreichend belegt.
  • Küchenkraut: Junge Blätter des Gundermanns können in der Küche verwendet werden, beispielsweise in Salaten, Suppen oder Kräuterquark. Sie haben einen leicht harzigen, würzigen Geschmack.

Fazit: Ob Gundermann im Garten Freund oder Feind ist, hängt von der Perspektive ab. Wer einen perfekt gepflegten Rasen anstrebt, wird ihn eher als Unkraut bekämpfen wollen. Wer jedoch Wert auf Naturnähe, Insektenfreundlichkeit und vielleicht sogar die Nutzung als Heil- oder Küchenkraut legt, kann Gundermann auch schätzen lernen und ihm einen Platz im Garten einräumen – solange er nicht überhandnimmt.

Häufige Fragen zu Gundermann (FAQ)

Ist Gundermann giftig für Hunde und Katzen?
Ja, Gundermann ist schwach giftig für Hunde und Katzen. Bei Aufnahme größerer Mengen können Symptome wie Erbrechen, Durchfall oder Speichelfluss auftreten. In der Regel sind die Mengen, die Hunde und Katzen im Garten fressen, jedoch gering und führen nicht zu schweren Vergiftungen. Dennoch sollte man darauf achten, dass Haustiere nicht größere Mengen Gundermann fressen.
Wie werde ich Gundermann im Rasen los?
Zur Bekämpfung von Gundermann im Rasen eignen sich folgende Maßnahmen: Regelmäßiges Mähen (nicht zu tief), Vertikutieren, bedarfsgerechte Düngung, Ausstechen einzelner Pflanzen oder punktuelle Anwendung von selektiven Rasenherbiziden. Eine gute Rasenpflege ist die beste Vorbeugung.
Kann man Gundermann essen?
Ja, junge Blätter des Gundermanns sind essbar und können in kleinen Mengen in Salaten, Suppen oder Kräuterquark verwendet werden. Sie haben einen würzigen Geschmack. Aufgrund der leichten Giftigkeit sollte man Gundermann jedoch nicht in großen Mengen verzehren.
Hilft Essig gegen Gundermann?
Essig kann kurzfristig oberirdische Pflanzenteile schädigen, jedoch bekämpft er die Wurzeln nicht und Gundermann treibt in der Regel wieder aus. Essig ist daher keine effektive Methode zur dauerhaften Gundermann-Bekämpfung und kann zudem den Boden schädigen.

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