Ist immergrün auch im Winter grün?

Immergrüne Pflanzen: Farbkleckse im Wintergarten

17/11/2024

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Der Wintergarten muss nicht trist und farblos sein! Während viele Pflanzen in der kalten Jahreszeit ihre Blätter verlieren und in den Winterschlaf übergehen, sorgen immergrüne Pflanzen für willkommene Farbtupfer und Struktur. Sie bringen Leben in den Garten, wenn alles andere grau und kahl erscheint. Aber was macht diese Pflanzen so besonders? Und was unterscheidet eigentlich immergrün von wintergrün? Dieser Artikel beleuchtet die faszinierende Welt der immergrünen und wintergrünen Pflanzen und beantwortet spannende Fragen rund um ihr Überleben im Winter.

Können Bäume im Winter Photosynthese betreiben?
Weil Bäume im Winter keine Fotosynthese betreiben, kann der Sauerstoffanteil der Luft lokal tatsächlich mal um etwa 20 ppm sinken. Aber was sind schon 20 ppm Veränderung zum O2-Gesamtanteil von 210.000 ppm? Mit modernsten technischen Methoden gerade noch messbar, ansonsten: nicht nennenswert.
Inhaltsverzeichnis

Wintergrün vs. Immergrün: Was ist der Unterschied?

Oft werden die Begriffe "wintergrün" und "immergrün" synonym verwendet, doch es gibt einen feinen, aber wichtigen Unterschied. Beide Begriffe beschreiben Pflanzen, die auch im Winter Blätter oder Nadeln tragen. Der Unterschied liegt im Blattwechsel:

  • Wintergrüne Pflanzen: Diese Pflanzen behalten ihre Blätter oder Nadeln für ein Jahr, also auch über den Winter hinweg. Im Frühling, kurz vor dem Austrieb neuer Blätter, werfen sie das alte Laub ab. Ein Beispiel hierfür sind viele Laubgehölze wie der Liguster oder die Berberitze.
  • Immergrüne Pflanzen: Immergrüne Pflanzen wechseln ihre Blätter kontinuierlich aus, über das ganze Jahr verteilt. Es gibt keinen synchronen, auffälligen Laubabwurf im Frühling. Stattdessen fallen einzelne, ältere Blätter nach und nach ab, während gleichzeitig neue nachwachsen. Nadelgehölze wie Tannen, Fichten und Kiefern sind typische Beispiele für immergrüne Pflanzen. Aber auch viele Laubgehölze wie Rhododendren, Stechpalmen (Ilex) oder Buchsbaum zählen zu den Immergrünen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alle immergrünen Pflanzen auch wintergrün sind, aber nicht alle wintergrünen Pflanzen sind immergrün im engeren Sinne. Für den Gartenfreund ist der Unterschied oft nicht von großer praktischer Bedeutung, da beide Gruppen von Pflanzen im Winter für Grün im Garten sorgen.

Warum bleiben immergrüne Pflanzen im Winter grün?

Die Fähigkeit, auch im Winter grün zu bleiben, ist eine besondere Anpassung an kältere Klimazonen. Immergrüne Pflanzen haben verschiedene Strategien entwickelt, um mit den winterlichen Bedingungen zurechtzukommen:

  • Dickere Blätter und Nadeln: Viele immergrüne Pflanzen haben ledrige, dicke Blätter oder nadelförmige Blätter. Diese sind widerstandsfähiger gegen Frost und Verdunstung. Die kleinere Oberfläche von Nadeln reduziert beispielsweise die Wasserverdunstung im Winter, wenn Wasser im gefrorenen Boden schwerer verfügbar ist.
  • Frostschutzmechanismen: Immergrüne Pflanzen können ihre Zellen vor Frostschäden schützen. Sie produzieren "Frostschutzmittel" wie Zucker und Proteine, die den Gefrierpunkt des Zellsaftes herabsetzen.
  • Reduzierte Photosynthese: Auch wenn immergrüne Pflanzen im Winter grün bleiben, bedeutet das nicht, dass sie Photosynthese in vollem Umfang betreiben. Bei niedrigen Temperaturen und geringerem Lichteinfall ist die Photosyntheserate reduziert. Die Pflanzen fahren ihren Stoffwechsel herunter und sparen Energie. Das grüne Chlorophyll in den Blättern bleibt jedoch erhalten, sodass die Pflanzen weiterhin grün aussehen.

Können Bäume im Winter Photosynthese betreiben?

Ja, auch Bäume können im Winter Photosynthese betreiben, wenn auch in reduziertem Umfang. Die Photosynthese ist der Prozess, bei dem Pflanzen mithilfe von Sonnenlicht, Wasser und Kohlendioxid Sauerstoff und Zucker (Glukose) produzieren. Dieser Prozess ist lebensnotwendig für Pflanzen, da er ihnen Energie liefert.

Auch im Winter, wenn die Tage kürzer und die Temperaturen kälter sind, können immergrüne Bäume wie Kiefern, Fichten und Tannen Photosynthese betreiben. Allerdings ist die Photosyntheserate im Winter deutlich geringer als im Sommer. Mehrere Faktoren beeinflussen die winterliche Photosynthese:

  • Lichtintensität: Im Winter ist die Sonneneinstrahlung geringer und die Tage kürzer. Weniger Licht bedeutet weniger Energie für die Photosynthese.
  • Temperatur: Niedrige Temperaturen verlangsamen chemische Reaktionen, einschließlich der Photosynthese. Bei Frost kann die Photosynthese nahezu zum Stillstand kommen.
  • Wasserverfügbarkeit: Im gefrorenen Boden ist Wasser für Pflanzen schwerer aufzunehmen. Wassermangel kann die Photosynthese ebenfalls einschränken.

Trotz dieser Einschränkungen können immergrüne Bäume auch im Winter Photosynthese betreiben, solange ausreichend Licht vorhanden ist und die Temperaturen nicht zu extrem niedrig sind. Die geringe Photosyntheserate reicht aus, um den Grundstoffwechsel der Pflanze aufrechtzuerhalten und sie für das Frühjahr vorzubereiten.

Luftdichte und Sauerstoff im Winter

Es ist interessant zu wissen, dass die Luft im Winter tatsächlich dichter ist als im Sommer. Das liegt daran, dass kalte Luft weniger Volumen einnimmt als warme Luft. Dadurch sind die Luftmoleküle in kalter Winterluft enger zusammengedrängt.

Ist immergrün auch im Winter grün?
immergrün bezeichnet man Pflanzen, die ganzjährig – also auch im Winter – Blätter beziehungsweise Nadeln tragen und diese nicht, wie die meisten anderen Pflanzen, im Herbst abwerfen, komplett einziehen oder gar ganz absterben.

Was bedeutet das für den Sauerstoffgehalt? Rein rechnerisch ist der relative Anteil von Sauerstoff an der Luft im Winter und Sommer gleich – etwa 21 Prozent. Wenn man jedoch die Dichte der Luft berücksichtigt, steckt in einem Liter Winterluft tatsächlich mehr Sauerstoffmoleküle als in einem Liter Sommerluft. Gleichzeitig sind aber auch alle anderen Luftbestandteile wie Stickstoff, Argon und Kohlendioxid in größerer Menge vorhanden.

Für uns Menschen ist dieser Unterschied im Sauerstoffgehalt jedoch nicht spürbar. Unser Körper ist an die Schwankungen der Luftdichte angepasst und kann den Sauerstoffbedarf problemlos decken, sowohl im Sommer als auch im Winter.

Immergrüne Pflanzen im Garten: Tipps und Inspiration

Immergrüne Pflanzen sind eine Bereicherung für jeden Garten, besonders in der tristen Winterzeit. Sie bieten:

  • Struktur und Gerüst: Immergrüne Hecken, Sträucher und Bäume bilden das Grundgerüst des Gartens und sorgen für Struktur, auch wenn andere Pflanzen laublos sind.
  • Farbe und Lebendigkeit: Das Grün der immergrünen Pflanzen setzt einen schönen Kontrast zum Weiß des Schnees oder dem Grau des Winters. Es gibt auch immergrüne Pflanzen mit interessanten Blattfarben, wie z.B. panaschiertes Laub oder rötliche Töne.
  • Sichtschutz und Windschutz: Immergrüne Hecken bieten ganzjährigen Sichtschutz und können auch als Windschutz dienen.
  • Lebensraum für Tiere: Immergrüne Pflanzen bieten Vögeln und anderen Tieren Schutz und Unterschlupf im Winter.

Beliebte immergrüne Pflanzen für den Garten sind:

PflanzeEigenschaftenVerwendung
Buchsbaum (Buxus)Schnittverträglich, langsam wachsend, vielfältige FormenHecken, Formschnitt, Kübelpflanze
Stechpalme (Ilex)Dekorative Beeren, dornige Blätter, männliche und weibliche PflanzenSolitärpflanze, Hecke, Weihnachtsdekoration
RhododendronBlütenpracht im Frühjahr, saurer Boden bevorzugt, verschiedene SortenSolitärpflanze, Gruppenpflanzung, Moorbeet
Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus)Schnellwachsend, große Blätter, robustHecke, Sichtschutz
Eibe (Taxus)Schnittverträglich, Schattenverträglich, rote Beeren (giftig!)Hecken, Formschnitt, Solitärpflanze
Zypressen (Cupressus)Schlanke Wuchsform, Nadelgehölz, verschiedene SortenSichtschutzhecke, Solitärpflanze

Bei der Auswahl immergrüner Pflanzen für Ihren Garten sollten Sie die Standortbedingungen (Sonne, Schatten, Bodenart) und die gewünschte Wuchsform und -größe berücksichtigen. Informieren Sie sich im Fachhandel über die verschiedenen Sorten und lassen Sie sich beraten, um die richtigen Pflanzen für Ihren Garten zu finden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ) zu immergrünen Pflanzen im Winter

Verlieren immergrüne Pflanzen nie ihre Blätter?
Nein, auch immergrüne Pflanzen wechseln ihre Blätter aus. Allerdings geschieht dies kontinuierlich und nicht synchron wie bei laubabwerfenden Pflanzen. Einzelne, ältere Blätter fallen nach und nach ab, während neue nachwachsen.
Brauchen immergrüne Pflanzen im Winter Pflege?
Ja, auch im Winter benötigen immergrüne Pflanzen etwas Pflege. An frostfreien Tagen sollten Sie sie bei Bedarf gießen, besonders wenn der Winter trocken ist. Schneebedeckte Zweige sollten vorsichtig von der Schneelast befreit werden, um Bruch zu vermeiden. Auf Düngung im Winter sollte verzichtet werden.
Sind alle Nadelgehölze immergrün?
Die meisten Nadelgehölze sind immergrün, wie z.B. Kiefern, Fichten, Tannen, Zypressen und Eiben. Es gibt aber auch Ausnahmen, wie z.B. die Lärche und das Urweltmammutbaum, die ihre Nadeln im Herbst abwerfen.
Welche immergrünen Pflanzen sind besonders winterhart?
Viele immergrüne Pflanzen sind sehr winterhart, darunter Buchsbaum, Eibe, Stechpalme, Rhododendron (viele Sorten), Kiefern, Fichten und Tannen. Die Winterhärte kann jedoch je nach Sorte und Standortbedingungen variieren.
Kann man immergrüne Pflanzen im Winter pflanzen?
Containerware immergrüner Pflanzen kann auch im Winter gepflanzt werden, solange der Boden nicht gefroren ist. Die beste Pflanzzeit für die meisten immergrünen Pflanzen ist jedoch das Frühjahr oder der Herbst.

Mit der richtigen Auswahl und Pflege bringen immergrüne Pflanzen das ganze Jahr über Freude in Ihren Garten und sorgen besonders im Winter für lebendige Akzente und ein Stück Natur in der kalten Jahreszeit.

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